Ingenieurbüro Baubiologie Peter Rauch

Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrimans) - seine Lebensgrundlage und andere holzzerstörende Pilze - Peter Rauch -

5.2. Makroskopische Pilzbestimmung

Eine makroskopische Untersuchung der Pilzart erfordert eine fachgerechte Probennahme und die Beurteilung der Schadensumgebung. Alle Merkmale, wie der Standort, Werk- beziehungsweise Baustoffe, Klimabedingungen und auch die Zeitfaktoren, des Befalls sind vollständig zu erfassen. Es sind möglichst viele charakteristische Merkmale zu ermitteln. Die Pilzbestimmung sollte sich nie auf nur ein Merkmal stützen.
Holz- und Pilzproben, die nicht fachgerecht entnommen werden, ermöglichen keine sichere Bewertung des Schadens. In der Praxis kommen meist gleichzeitig verschiedene holzzerstörende Pilze vor. Dabei dominiert der Pilz, der gegenwärtig optimale Lebensbedingungen vorfindet.

Einige Pilze bilden ein feines Mycel im und auch auf dem Holz sowie an der angrenzenden Schüttung oder am Mauerwerk. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Fruchtkörper, die selbst bei der gleichen Art, zum Beispiel Dunkelfruchtform, recht unterschiedlich aussehen können.
Die verschiedenen Pilze bevorzugen bestimmte Holzarten.

Es gibt auch einige einfache physikalische Überprüfungsmethoden:

  • Gesundes Holz hat einen hellen Klang, krankes klingt dumpf.
  • Pilzbefallenes Holz nimmt schneller Wasser auf (hygroskopisch). Bei glattem Holz kann man so den Unterschied erkennen.
  • Die Druckfestigkeit von befallenem Holz ist niedriger. Dies lässt sich durch das Einstechen mit einem Messer, Schraubendreher oder durch Bohrproben (Bohrwiderstandsprobe) feststellen.
  • Wird das Holz mit Ammoniak, Sodalauge oder Silbernitrat getränkt, so verfärbt sich das befallene Holz anders als das gesunde.
  • Es gibt eine Reihe von holzzerstörenden Pilzen, die zu erst das Holzinnere des Balkens zerstören. Von außen sind keine Schäden erkennbar. Wurde die Holzoberfläche mit einem pilzwidrigen Holzschutzmittel versehen, so kann der Befall auch durch nicht typische Kernfäulepilze erfolgen, in dem diese von der ungeschützten Stirnfläche einwachsen.
  • Bild Braunfäule an einem Deckenbalken
    Ein typisches Fäulebild an einem Deckenbalken, der Befall erfolgt von der Stirnfläche aus.

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    Inhalt
    A. Biologie der holzzerst.
        Pilze und Insekten
    B. Serpula lacrimans
        (Echter Hausschwamm)
    1. Schadensbild
    2. Wachstumsfaktoren
    2.1. Feuchtigkeit
    2.2. Temperatur
    2.3. Einfluss Licht/Luft
    2.4. Funktion des Mycels
    2.5. Mycel-/Hyphenmerkmale
    2.6. Cytologische Prozesse
    2.7. Sporen
    2.8. Umwelteinflüsse
    3. Gesundheitl.Gefährdung
    4. Hausschwammarten
    5. Bestimmungsmethoden
    5.1. Allgemein
    5.2. Makroskopische
    5.3. Mikroskopische
    6. Sanierungsmaßnahmen
    7. Schadensbereiche
    8. Sanierung Eigenleistung
    - Literaturübersicht
    - Statistik Schadensfälle
    - Meldepflicht

    Bücher/Download

    Buch Dachgeschoss Dachgeschossausbau, Schimmelpilze und feuchtes Mauerwerk


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