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Unbedingt nötig: Kanalsanierung im Altbau

Das Abwasser, das in einem Haushalt anfällt, wird über einen Kanal in das öffentliche Abwassernetz geleitet. Dass die Kanalstrecke zwischen der eigenen Immobilie und dem öffentlichen Netz jedoch nicht von den Städten und Gemeinden gewartet werden muss, wissen nur die wenigsten Hausbesitzer. So ist es die Pflicht eines jeden Käufers und Besitzers, für die Sicherheit und Dichtigkeit des eigenen Kanals zu sorgen. Verankert ist dies im Wasserhaushaltsgesetz. Wer einen Altbau kauft und sanieren möchte, sollte daher auch das Abwassersystem genau unter die Lupe nehmen.

Vor der Sanierung

Bevor Sanierungsarbeiten am hauseigenen Kanal vorgenommen werden, erfolgt die Prüfung des derzeitigen Ist-Zustandes. Erst dann kann klar definiert werden, um welchen Sanierungsbedarf es sich handelt und welche Maßnahmen bei der Kanalsanierung ergriffen werden müssen. Auch wenn es sich bei der Kanalsanierung um ein kostspieliges und aufwändiges Projekt handelt, sollten Hausbesitzer nicht darauf verzichten. "Grundsätzlich sind Grundstückseigentümer verantwortlich für alle Schäden, die durch Risse, Brüche oder undichte Muffen an den eigenen Abwasserleitungen entstehen." (Quelle:http://www.verbraucherzentrale.nrw/tipp-kanaldichtheit-1) Dies bedeutet, dass beim Verzicht auf eine notwendige Sanierung nicht nur Strafgebühren, sondern auch hohe Kosten zur Beseitigung der entstandenen Schäden auf den Plan treten können. Dass der Verzicht auf eine Sanierung Geld spart, ist daher ein gefährliches Vorurteil. Was sich im Kanal verbirgt, ist Grundlage für den Sanierungsprozess.

Kanaldeckel
(Quelle: AndreasLinden (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Um den Sanierungsbedarf festzustellen, braucht es ein fachkundiges Unternehmen, dessen Fokus auf der Kontrolle und Sanierung von Kanalsystemen liegt. Hausbesitzer sollten hier auch darauf achten, dass der betreffende Anbieter sich auch mit der Kanalsanierung in Privathaushalten auskennt. Ist ein solches Unternehmen ausgewählt, wird zunächst eine Kontrolle des bestehenden Kanals vorgenommen. Hierfür erfolgt eine Reinigung des Kanals mit Hochdruckgeräten, um eventuelle Risse und Beschädigungen freizulegen. Im Anschluss führen die Experten eine Kamera durch das Kanalsystem und halten den aktuellen Zustand im Bild fest. Diese Aufnahmen bilden die Basis für das weitere Vorgehen und werden sorgfältig gesichtet und analysiert.

Sind die Gegebenheiten geklärt, erstellt das Unternehmen einen sogenannten Sanierungsplan. Im Rahmen dieser Planung werden Punkte wie

genauer unter die Lupe genommen und es entsteht ein Konzept, das den Bedürfnissen des individuellen Hauses entspricht.

Die Auswahl des Verfahrens

Nach der Sichtung des Kanals und der Erstellung eines Sanierungsplanes haben Hausbesitzer bereits einige Informationen rund um die kommende Maßnahme erhalten. Entscheidend an dieser Stelle ist die Auswahl des richtigen Verfahrens zur Kanalsanierung. So entsteht je nach Ausgangslage der Bedarf für eine offene oder auch eine grubenlose Sanierung.

Bei der offenen Kanalsanierung wird das gesamte Areal rund um den Kanal freigelegt, während bei der grubenlosen Variante lediglich eine Bohrung erfolgt. Durch diese Öffnung können dann alle notwendigen Werkzeuge und Materialien in den Kanal eingebracht werden. Vorteilhaft kann es außerdem sein, wenn gar keine Bohrung notwendig wird, da das hauseigene Kanalsystem durch einen Kanalschacht erreichbar ist.

Die offene Kanalsanierung wird in der Regel notwendig, wenn der Kanal so sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass ein großangelegter Austausch notwendig ist. Bestehen jedoch nur kleinere Risse und Undichtigkeiten, so bietet sich das grubenlose Verfahren an. Hier müssen die bestehenden Kanalrohre nicht ausgetauscht, sondern lediglich ergänzt werden. Oftmals geschieht dies im Rahmen des sogenannten Schlauchlining-Verfahrens. Grundlage hierfür ist ein Schlauch, der in Kunstharz getränkt wurde. Dieser wird an den Innenseiten des Kanals angebracht und durch moderne Technik ausgehärtet. So erhält der defekte Kanal eine stabile Innenwand, die alle undichten und rissigen Stellen schließt. Wie das in der Realität aussieht, zeigt ein Video der Stadt Rastatt. Weitere Möglichkeiten der grubenlosen Kanalsanierung sind außerdem das 2-Komponenten Flutungsverfahren und das Roboterverfahren.

Ist die Sanierung abgeschlossen, nähert sich das Projekt seinem Ende. Dann erfolgt eine erneute Überprüfung des Kanals durch die bereits erwähnten Videosysteme und eine spätere Flutung, bei der die Dichtigkeit des Systems bestätigt werden soll.

Kosten für die Kanalsanierung im Altbau

Für jeden Hausbesitzer sind vor allem die entstehenden Kosten ein entscheidender Punkt. Schließlich sind die Sanierungskosten im Altbau ein Punkt, der sich aus vielen kleinen und großen Posten zusammensetzt. Da sich diese bei einer Kanalsanierung vor allem durch die Auswahl des Verfahrens und den tatsächlichen Bedarf verändern können, sind pauschale Äußerungen nicht möglich. Am teuersten ist stets die komplette Erneuerung eines Kanals durch die offene Kanalsanierung. Dies liegt nicht nur daran, dass der zeitliche Aufwand beim Anlegen einer Grube hinzukommt, denn auch die Materialien sind weitaus teurer als bei der grubenlosen Sanierung.

Sanierungskosten
Die Sanierungskosten errechnen sich individuell durch Aufwand und Methode. (Quelle: PIX1861 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Beeinflusst werden die Kosten einer Sanierung auch von der Beschaffenheit des Kanals. Wie viele Anschlüsse es gibt, welche Länge und auch Form der Kanal aufweist, sind richtungsweisende Fragen. Rechnen sollten Hausbesitzer jedoch mit einer nicht unbeträchtlichen Investition im vier- oder auch fünfstelligen Bereich. Daher ist es wichtig, vor der Entscheidung für einen Anbieter mehrere Sanierungspläne und Angebotskalkulationen einzuholen. Im besten Fall lassen sich hierdurch mehrere Hundert, wenn nicht sogar Tausend Euro sparen.

 ©  Haussanierung | Download und Bücher | 10/2016  Baubiologie