2.2. Nahrung und LebensbedingungPilze sind chlorphyllfreie Organismen. Die Pilze ernähren sich vorwiegend heterotroph - von organischen Substanzen lebender und toter Organismen. [3] Auch ist das Redoxpotential der Nährlösung wichtig. Auch werden keine Ansprüche an die Zusammensetzung der Atmosphäre gestellt, wenn sie im üblichen klimatischen Bereich liegen. Als Nährmedien müssen vorhanden sein Kohlenstoff, Luft-Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium und Eisen Mangan, Molybdän, Zink, Kupfer, Cobalt, Nickel, Vanadium, Bor, Chlor, Selen, Silizium, Wolfram und andere. Aminosäuren, Hormone, Vitamine Diese Nährmedien befinden sich in unserer natürlichen Umgebung und somit auch im Gebäude. Hierzu zählen zum Beispiel Glucose, Maltose und Saccharose, Tapetenkleister, Raufasertapete, Dispersionsfarben, Holz, Papier, Textilien, Kunststoffe und Gummi durch die beigefügten Weichmacher, Staub, Fette uvm. Die jeweiligen Mikroorganismen haben sich in der Regel auf den Abbau bestimmter Substanzen unter bestimmten klimatischen Bedingungen spezialisiert. Auch bei annähernd gleichen klimatischen Bedingungen können in den Räumen jeweils unterschiedliche Pilzkonzentrationen auftreten. Die Wechselwirkung einer Schimmelpilzbildung und vorhandener Schadstoffe in der Raumluft beziehungsweise chemische Spurenelemente an den Oberflächen sollten daher auch Gegenstand künftiger Forschungsthemen sein und sich nicht nur allein auf das Lüftungsverhalten orientieren. Die Temperatur beeinflusst den Stoffwechsel, die Nährstoffansprüche, die Biomassezusammensetzung der Zelle und vor allem die Wachstumsgeschwindigkeit der Mikroorganismen. Liegt die Temperatur 10-25ºC unterhalb des Temperaturoptimums, so verlangsamen sich die Transportprozesse und die Wachstumsgeschwindigkeit bewegt sich in Richtung Null. Dagegen bewirkt eine Temperaturerhöhung im optimalen Bereich eine überproportionale Steigerung der Wachstumsgeschwindigkeit. In der Praxis wird dies deutlich, warum in einem Gebäude bei annähernder gleicher relativen Luftfeuchte und Nutzungsverhalten in 5 Wohnungen kein und in einer Wohnung Schimmelpilzbefall festgestellt wird. Hier können Temperaturunterschiede von 2-3 K vorliegen. Diese Tatsache wird auch im folgenden Isoplethensystem berücksichtigt. (Ausführliche Erläuterung im Schimmelbuch) Bild: Isoplethensysteme für Sporenauskeimung der Schimmelpilze (Aspergillus restrictus (links) und Aspergillus versicolor (rechts). [1]
Bild: Temperatureinfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit von Mikroorganismen
Hinsichtlich ihrer Ansprüche an optimale Temperaturbedingungen verhalten sich Mikroorganismen sehr unterschiedlich. Man unterscheidet die Schimmelpilze nach ihren optimalen Wachstumstemperaturen, mesophile Schimmelpilze bei 25-35ºC, thermotolerante Schimmelpilze bei 30-40ºC und thermophile Schimmelpilze bei 35-55ºC (max. ca. 60ºC) [13] Vervollständigt werden soll die Einteilung mit den psychrophilen Organismen (unter 0ºC bis 20ºC), Hierzu gehören vorwiegend marine Bakterien und Eisenbakterien. Thermophile Bakterien erreichen ihre Grenze bei 70ºC und extrem thermophile Organismen zwischen 80-90ºC (zum Beispiel Gattungen Bacillus und Clostridium), Bakterien die oberhalb 90 und 100ºC wachsen nennt man hyperthermophile Organismen. [12b] Die Wechselwirkung zwischen Feuchte, Temperatur und Nahrungssubstanz werden im Isoplethensystem für Sporenauskeimung der Schimmelpilze dargestellt. Ausführlicher Hinweise im Schimmelbuch. *)Bezeichnung für Kunststoffe, die aus polymerisierten Verbindungen der Acrylsäure und/oder der Methakrylsäure bestehen. Acrylsäure ist die einfachste ungesättigte Karbonsäure. [1] Smith,S.L.; Hill, S. T.: Influence of temperature and water activity on germination and growth of Aspergillus restrictus and Aspergillus versicolor. Transoctions of Brtish Mycological Society Vol. 79 (1982), H. 3, S. 558 - 560 | |
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Inhalt 1. Einführung 2. Schimmelpilze 2.1. Charakteristik 2.2. Lebensgrundlage 2.3. Vorkommen in der Luft 2.4. Innenluft 3. Ursachen (Entstehung) 4. Schimmelpilze Innenräume 5. Krankheiten bei Menschen 5.1. Vorkommen Haut 5.2. Mykosen 5.3. Mykogene Allergien 5.4. Mykotoxikosen 5.5. Mycetismus 5.6. Allergose 6. Als Materialzerstörer 6.1. Im Ökosystem 6.2. Materialzer-störung 6.3. Holz, Moderfäule 6.4. Papier 6.5. Textilien 6.6. Wolle 6.7. Leder 6.8. Kunststoffe 6.9. Farben 6.10. Glas 6.11. Baustoffe (Kalk) 6.12. Org. Baustoffe 6.13. Metall 7. Bekämpfung 8. Ursachen - Checkliste (kurz) - Bsp. Toxine Literatur Bildergalerie Schimmel Helfen Sie mit bei der Ermittlung der Ursachen einer Schimmelpilzbildung. Ein kleiner Frageboden. Buch/Download Schimmelpilze in Wohngebäuden
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