Ingenieurbuero Peter Rauch    

Die Sache mit der Energieeinsparung

"Die meiste Energie lässt sich im Gebäudebestand sparen, und zwar sowohl beim Heizen als auch bei der Warmwasserbereitung und dem Stromverbrauch.
In Altbauten geht nicht selten weit mehr als die Hälfte der Heizenergie buchstäblich zum Fenster hinaus. Eine gute Wärmedämmung und eine moderne Heizungsanlage - inklusive Warmwasserbereitung - verhindern das Vergeuden von Energie und senken die CO2-Freisetzung um bis zu zwei Drittel." [3]

Es ist richtig, Energie nicht zu verschwenden und effizient mit ihr umzugehen. Das betrifft sowohl die privaten Haushalte und auch die Unternehmen. Allerdings hat der Stromverbrauch in den letzten Jahren um circa 14 % zugenommen.
Der zweite Punkt ist, dass eine Reihe von Politikern und Anhängern davon überzeugt sind, dass Kohlendioxid schädlich ist. Um bestimmte Ziele durchzusetzen, wurde der Klimaschwindel erfunden. Wer würde sonst freiwillig sein Haus in Glaswatte einpacken oder den zu verlässigen funktionstüchtigen Heizkessel entsorgen und teure uneffektive Technologien statt in Versuchsanlagen im großen Maßstab installieren. Aber viel wichtiger sind die zusätzlichen Steuereinnahmen und Abgaben, die man nur mit "wir tun etwas für die Umwelt" begründen braucht. Etwas weniger als 1/10.000 der Sonneneinstrahlung beträgt der Energieeintrag des Menschen durch die Verbrennung fossiler Energieträger. Wobei der CO2 Anteil durch die Verbrennung fossiler Energieträger bei 1/10.000 der im Meer und in der Atmosphäre gespeicherten Energien beträgt. Wer wirklich etwas für die Umwelt tun würde, würde den Wirkungsgrad der vorhandenen Technologien verbessern bzw. veraltete Anlagen durch neue moderne ersetzen und neu zukunftsfähige Technologien entwickeln. Statt dessen wird großes Spielzeug gebaut, mit dem man kurzfristig viel Geld verdienen kann.

Der Energieverbrauch 2009 war so niedrig wie vor 40 Jahren. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen legt detaillierte Berechnungen für 2009 vor. Der Bericht bietet nicht nur Detail- und Hintergrundfakten zur Verbrauchsentwicklung bei den einzelnen Energieträgern sondern informiert auch über die Preisentwicklung. www.ag-energiebilanzen.de

Durch das Passivhaus Institut wurde im Februar 2008 eine Studie veröffentlicht. Im Punkt wirtschaftliche Energiesparmaßnahmen Untersuchung von Einzelmaßnahmen an Wärmeerzeuger kommt man zu folgendem Ergebnis:"Die folgenden Versorgungsvarianten sind im Vergleich zur weniger effizienten Lösung jeweils wirtschaftlich:
  • Versorgung mit Gas: Brennwertnutzung ist wirtschaftlich.
  • Versorgung mit Öl: Brennwertnutzung ist derzeit nur knapp wirtschaftlich. Sofern bei größeren Kesseln (< 25 kW) eine Kondensateinleitung in das Abwasser nicht zulässig ist, ist die Wirtschaftlichkeit der Brennwerttechnik nicht immer gegeben.
  • Wärmeversorgung mit Biomasse (Holzpellets) im Vergleich zu einem Ölkessel: Die Wärmeversorgung mit Pelletkessel (Kostenbetrachtung inkl. Pelletbunker und allem Zubehör) ist noch teurer als die Variante mit Öl-Niedertemperaturkessel (Kostenbetrachtung inkl. Heizöltank und allem Zubehör). Förderprogramme sollten auch in Zukunft Anreize für Biomasse-Heizungen geben, jedoch sollte eine Förderung auch im Altbau an eine Mindesteffizienz des Gebäudes gekoppelt sein (z. B. Nachweis über HT’).
  • Im Vergleich zu einer Wärmeversorgung mit einer Außenluftwärmepumpe ist die Lösung mit Sole-Wärmepumpe und Erdsonde aufgrund der hohen Investitionskosten der Erdsonde nicht wirtschaftlich. Die Wasser/Wasser-Wärmepumpe mit Grundwasser als Wärmequelle ist hingegen wirtschaftlich, jedoch nicht an allen Standorten wasserrechtlich möglich.
  • Der Betrieb der untersuchten Klein-KWK-Anlagen ist bei vollständiger Stromeinspeisung nicht wirtschaftlich. Aufgrund der möglichen Primärenergie-Einsparung sollten bestehende Förderungen (bzw. gesetzliche festgeschriebene Zulagen) weiterhin bestehen bleiben. Die Verhältnisse ändern sich bei teilweisem Eigenverbrauch des Stroms; dies kann jedoch nicht vorausgesetzt werden. Der Einsatz von KWK-Anlagen sollte daher ab einer Nettogrundfläche von 500 m2 geprüft werden."[6]

Die Bundesregierung hatte für die Novellierung des Energieeinsparrechts die Deutsche Energie Agentur (Dena) mit der Entwicklung eines bundeseinheitlichen "bedarfsorientierten" Energiepasses beauftragt. (Durch Sachverständige zu erstellen mit Kosten für den Pass zwischen 200 bis 500 Euro pro Wohnung.[5]) Die Wohnungswirtschaft ist für einen "verbrauchsbasierten" Energieausweis. (Kosten 15 bis 20 Euro pro Pass.[5]) Mit diesem kann durch jeden Wärmemessdienst auf Basis der Verbrauchswerte aus der jährlichen Heizkostenabrechnung der tatsächlich gemessene Energieverbrauch bestimmt werden. "Nach erfolgter Umsetzung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden im Sommer 2006 wird bei Vermietung oder Verkauf von Wohn- und Nichtwohngebäuden ein Energieausweis vorzulegen sein. Diesem sind Modernisierungshinweise beizufügen.
Im Gegensatz zur EN 15217 hat die Deutsche Energie-Agentur die Absicht einen bedarfsorientierten Energieausweis durchzusetzen, damit nicht erkannt werden kann, dass die Auswirkungen der EnEV ineffizient sind."[4]

Davon abgesehen, dass die EnEV auf einer theoretischen Größe, der Transmissionswärmeverlust, beruht, welcher bei großen Werten eine hinreichende Genauigkeit aber bei kleinen Werten zu einer vollständig falschen Einschätzung führt. Es ist aber etwas kompliziert, dass eine Exponentialfunktion [y = (1/2)x] keine Gerade ist. Eine Verdopplung der Dämmung bzw. Dämmwirkung führt nicht zwangsläufig zur Halbierung des Energieverbrauchs. Unter Energiebeschreibung kann man sich die Kurve des Transmissionswärmeverlustes ansehen.
Dann kommen noch das Feuchteverhalten, die Wärmespeicherung und die Strahlungseigenschaften der Außenwand hinzu, wenn nur einige der energetischen Einflussfaktoren genannt werden sollen. Wie man diese messtechnisch einwandfrei bestimmt und dann verallgemeinert, ist unverständlich.
Wie kompliziert das ist, soll ein einfaches Beispiel zeigen. Man braucht nur die Lufttemperatur an der Wandoberfläche messen. (Mit einem IR-Thermometer misst man die unmittelbare Oberflächentemperatur, bei einer dicken Papiertapete kann die Putzoberfläche schon eine andere Temperatur haben, siehe hier Wärmeeindringkoeffizient. Er wird berechnet aus:

    b = √ λ x ρ x c    (Wurzel aus Lambda x Rho x spezifische Wärmekapazität)

Diese zum Teil unbekannten Einflussgrößen werden vernachlässigt oder gehen in die Berechnung ein. Um dieses Problem darzustellen, soll dies mit einem Beispiel erfolgen. Diese unbekannten Größen bei einem theoretischen U-Wert von 1,5 W/m2K sollen einen vernachlässigbaren Einfluss von 10 % haben, was 0,15 W/m2K entspricht. Bei der gleichen Wand mit Wärmedämmung und einem U-Wert von 0,3 W/m2K wirkt sich dies +/- 0,15 W/m2K aus. Das sind nicht mehr 10% sondern 100%. Durch diese zusätzliche Dämmung können aber die Größen der vernachlässigten Einflussfaktoren sich verändern. Sie können kleiner aber auch wesentlich größer werden. Weitere Ausführungen zu diesem Thema sind in den Beiträgen "Führt eine geometrische Wärmebrücke zu einem höheren Wärmestrom?" oder "Die gesetzlich verordnete Wertminderung der Immobilie durch den Energiepass und der theoretische U-Wert an einer historischen Fassade" dargestellt.

Das Passivhaus Institut geht bei seiner Bewertung des Wärmedämmverbundsystems bei Außenputzerneuerung auch von theoretischen Werten aus [6, S. 74 ff]. Es währe sehr nützlich gewesen, die Kollegen hätten ihre Werte auch einmal mit einem Thermometer überprüft. Eine Wärmedämmung führt zweifelsfrei bei bestimmten Konstruktionen zu Energieeinsparung. Aber die Heizenergieeinsparung von 89 bzw. 92% im Vergleich zu einer 36,5-cm-Ziegelwand ohne Dämmung sind praxisfremde Größen. Falsche Grunddaten führen auch bei komplizierten Rechenmodellen nur zu einem unrichtigen Ergebnis und diesem Fall die Wirtschaftlichkeit.

Zunächst einmal das Grundproblem. Die freie Marktwirtschaft basiert auf eine Überschussproduktion von Gütern, was als Angebotsmarkt bezeichnet wird. (Auf eine genaue Definition soll hier verzichtet werden. Mehr unter die Funktion des Marktes.)

Auf die Energiepolitik wirkt die Lobby bestimmter Branchen ein, die eine attraktive Markterweiterung erkennen. Hinzu kommen Monopolstellungen, wie zum Beispiel die deutschen Energiekonzerne, die über eine Verknappung entscheiden können. Das reicht bis hin zu Erarbeitung von Normwerken, zum Beispiel die DIN. In diesem Zusammenhang soll auch die Einflussnahme des sich verselbstständigten Finanzkapitals erwähnt werden.

Mit einer geschickten Marketingstrategie werden Bedürfnisse geschaffen, kurz gesagt, man soll beziehungsweise muss sich Produkte zulegen, obwohl man diese nicht unbedingt benötigt. Über Jahrzehnte entstand so ein gesellschaftlicher Status, an den man sich zu halten hat. Hält man sich nicht daran, so denken die Nachbarn gleich, dem geht es schlecht.

Um 3 km auf Arbeit zu fahren, reicht ein Fahrrad und für schlechtes Wetter ein Kleinwagen, wenn kein öffentlicher Nahverkehr zur Verfügung steht. Aber der gesellschaftliche Status erfordert mindestens einen Mittelklassewagen und viele ähnliche Beispiele. Unter diesen Gesichtspunkten sind Aktionen, wie die Stand-by-Schaltungen oder die gesetzliche Abschaffung der Glühbirne geradezu lächerlich. Auch wenn hier irgendwelche Einsparungen berechnet werden.
Einige Elektrogeräte lassen sich gar nicht abschalten, wie zum Beispiel das Telefon.
Dort, wo über eine längere Zeit eine künstliche Beleuchtung erforderlich ist, sind zweifelsfrei Energiesparlampen sinnvoll. Aber das hat man ja schon immer gemacht, das waren nur bisher Leuchtstoffröhren und die Technik entwickelt sich nun auch einmal weiter.
So wird zum Beispiel die Umrüstung meiner Treppenhausbeleuchtung allein nur das Material ca. 150-200 Euro kosten. BirneAlle flachen Lampenkörper müssen weggeworfen werden und dass, weil die Glühbirnen ca. 3-4 Mal je 1 Minute pro Tag leuchten. Energiesparlampen haben nur dann sinn, wenn sie nicht ständig aus und eingeschalten werden, wie es in einem Treppenhaus geschieht. Sie haben einen weiteren Nachteil, das ist der hohe Blauanteil (siehe Licht).

Zwei Energiespartipps aus vergangenen DDR-Zeiten zum Nachdenken:
Es gab eine Zeit, da hatten einige Trabant-Fahrer einen kleinen Klotz unter das Gaspedal geschraubt. Damit konnte man das Gaspedal beim Beschleunigen nicht so durchtreten. Es diente zum Einsparen von Benzin.
Ein Energiesparwitz (DDR): Der Lehrer fragte die Schüler wie sie zu Hause Energiesparen. Es kamen verschiedene Antworten. Fritzschen sagte "Wir machen zu Hause am Abend das Licht aus und sitzen mit einer Kerze in der Hand vor dem Fernseher und gucken Westen. Wo die den Strom hernehmen, ist uns egal."

Leider ist dies traurige Realität, wie es in diesem Video zu erkennen ist.

Eine Energiepolitik, "man sollte nur das Verbrauchen, was man wirklich braucht", währe der bessere Weg und würde der Umwelt sowie der Ressourcen wesentlich mehr nützen, als Verbote und Vorschriften. Aber wer sollte diesen Weg einschreiten. Die deutsche Regierung mit ihrem flächenverteilten Verwaltungsapparat (Berlin-Bonn) würde in Erklärungsnot geraten und wer würde seinen eigenen Arbeitsplatz wegrationalisieren.
Greenpeace hat einen "Plan B" für den Klimaschutz. So heißt es in der Studie:
"Gesetzgeber soll Stromverbrauch regeln
Für die Verbraucher und die restliche Wirtschaft sieht die Studie eher moderate Maßnahmen vor. Zusammen sollen sie ihren Stromverbrauch um 15 Prozent sowie ihren Wärme- und Treibstoffverbrauch um elf Prozent senken. Dies solle vor allem durch die Einführung gesetzlicher Mindeststandards, analog zu den geplanten CO2-Grenzwerten für Autos, erreicht werden. So sollen Stromverbrauchshöchstwerte für alle elektrisch betriebene Geräte in Haushalten und Industrie gesetzlich festgelegt werden. Durch diese Maßnahmen und den Ausbau hocheffizienter Strom- und Wärmeerzeugung ließen sich 37 Prozent der eingesetzten Energiemenge sparen." Warum nicht? Man kann ja auch wieder staatliche Plankennziffern und einen Angebotsmarkt einführen. Nur wer persönlich die Folgen einer staatlichen Zuteilung nicht kennt, kann solch einen Unsinn aushecken. Und wer noch einen älteren Kühlschrank betreibt, welcher den gesetzlichen Energieverbrauchswert überschreitet, wird zum Straftäter.

Bis vor ca. 100 Jahren wurde vorwiegend nur eine Energiequelle genutzt, das war Brennholz für die Heizung. Es wurde noch etwas Öl und ein paar Kerzen für die Beleuchtung benötigt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts ging man sehr sparsam mit der Wärmeenergie um. Mit der Einführung der Zentralheizung wurden die Wohnungen voll klimatisiert und die Strahlungsheizung abgeschafft. Bis dahin waren die Temperaturen in einigen Räumen niedriger, das waren Räume, wie Schlafräume, Korridore und Abstellkammer, wo Wärme nicht unbedingt gebraucht wurde. Auch heute wird in den meisten Schlafräumen weniger Raumwärme benötigt. Daher sind die Heizkörper abgestellt. Aber durch die neuen dichten Fenster erfolgt nur ein ungenügender Luftaustausch. Kühlere Luft nimmt weniger Wasserdampf auf und es kommt zu Schädigungen durch Feuchte oder sogar Schimmelpilzbildung. Da aber die Sanierung die gesamte Gebäudehülle umfasst, können die kühleren Räume nicht herausgelöst werden. Sie werden als beheizte Räume betrachtet. Viele Bewohner schlafen aber auch bei offenen Fenstern. Damit entsteht ein großes Luftloch in das fugendicht konzipierte Energiesparhaus und der berechnete Energieverbrauche wird durch die unerlaubte Handlungsweise überschritten.
Allein die Temperaturabsenkung um 1 K bringt eine Heizenergieeinsparung von ca. 5%. Ein Schlafzimmer, ein nicht genutztes Gästezimmer und das Treppenhaus mit 15 ºC bringen eine ganze Menge an Wärmeenergieeinsparung, was aber bei einer nachträglichen Außendämmung nur schlecht realisierbar ist und bei einem Fertigteilhaus ohne hin nicht geht. Andere Bewohner wünschen sich voll klimatisierte Wohnungen und Häuser. Dazu lässt man auch noch alle Zimmertüren offen, sodass im Winter überall gleichmäßig 23ºC vorliegen. Für die menschliche Gesundheit sind jedoch Temperaturschwankungen sehr nützlich. Sie stärken das Immunsystem und beugen Erkältungen vor.
Mit dem Einzug der voll klimatisierten Wohnung wurde die Strahlungsheizung durch die wesentlich uneffektivere Konvektionsheizung (als moderne Heizung bezeichnet) abgelöst, sodass für das Wohlfühlklima eine höhere Zimmertemperatur benötigt wird.

Unterschied zwischen Konvektionsheizung und Strahlenwärme

Bevor man sich in eine kostenaufwendige Sanierung stürzt, sollte man erst einmal planen, was man erreichen möchte. Bei einer staatlich angeordneten Wärmedämmung wird immer die Energieeinsparung gegen die Sanierungskosten gerechnet. Vergessen Sie aber nicht die Zinsen für den Kredit einzurechnen. Die Kredite haben zum Teil längere Laufzeiten, wie der Zeitabschnitt bis zur nächsten Sanierung. Hier ein Vorschlag, mit dem man anfangen sollte. Die Fläche zum Keller und zum Dachboden ist annähern so groß wie die Außenwand (nach Abzug der Fenster- und Türfläche). Dämmen Sie als Erstes die Decke im Keller und den Fußboden im nicht ausgebauten Dachboden. Das können Sie bei etwas handwerklichem Geschick selbst machen und kostet lediglich die Materialkosten (ca. 20-30%). Das bringt bereits eine große Energieeinsparung und das massive Mauerwerk kann immer noch solare Wärme gewinnen. Bei älteren noch funktionstüchtigen Fenstern kann man auch innen, besser außen, eine Jalousie anbringen. So verändert sich der U-Wert bei einem Kastenfenster von 2,6 mit einer Faltjalousie (Gewebe) auf 1,7 oder einem Rollo (Gewebe) auf 1,9. Grundsätzlich sollte das Fenster immer den schlechteren U-Wert als die Außenwand haben. Damit sich hier mögliches Tauwasser ansammelt und nicht auf der Tapete, wo dies eine Schimmelpilzbildung verursacht. (Das ist ein oft gemachter Sanierungsfehler, gut isolierte Fenster neu einbauen sowie auf die Fassade eine schöne Farbe auftragen und innen wird es schwarz. Wer ist schuld, natürlich die Mieter, die nichts dafür können.)
Beispiel für den erhöhten Energieverbrauch. Hat die Außenwand einen U-Wert von 1,5 W/m2K (Fassade unter Denkmalschutz), so sollte der U-Wert des Fensters nicht besser sein. (Tauwasserbildung erfolgt dann nicht mehr an der Glascheibe sondern an der Wandoberfläche.) Damit ergibt sich eine Differenz mit dem Kastenfenster und der Faltjalousie von 0,2 W/m2K bei einer Temperaturdifferenz von 20 K (innen zu außen), was 4 W höheren Energieverbrauch pro m2 Fensterfläche und Tag entspricht. Jetzt kann man die Kosten für die zusätzliche Wärmeenergie berechnen und dies mit der Investition für den Einbau eines besser isolierten Fensters vergleichen.

Die soziale Veränderung vom Familienhaushalt zum Singlehaushalt wirkt sich auch auf den Energieverbrauch aus. Bei einer Familie benötigen die Personen prozentual etwas weniger Wohnfläche durch die gemeinschaftliche Nutzung der Küche, Bad, WC, Korridor, Abstellraum und anderes. Die durchschnittlich zu beheizende Wohnfläche pro Person hat sich neben den veränderten Wohnansprüchen vergrößert. Dann werden sehr oft Zweitwohnungen benötigt, nicht weil man seine Ruhe haben möchte, sondern wegen der Flexibilität. Das sind soziologische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Vor wenigen Tagen wurde eine Aufrechnung veröffentlicht, wie viel Strom die PCs im Haushalt benötigen und wie man sparen könnte. Vor 27 Jahren gab es noch keine, also auch kein Stromverbrauch. Die Spielfreunde können ja wieder Würfeln oder Karten legen und die Kreativen benutzen wieder einen Zettel und einen Bleistift, und wenn man noch die Schiefertafel auskramt, kann man auch noch das Papier sparen. Damit ergibt sich die Wertlosigkeit solcher statistischer Erhebungen.

Primärenergieverbrauch in Deutschland 2005

Das BMWi hatte vor Jahren eine Tabelle erstellt und veröffentlicht, wo der Energieverbrauch in Sektoren unterteilt und in Prozent angegeben wird, so kann man bei den Haushalten von 1990 bis 1996 einen Anstieg um fast 5% herauslesen. Bei der Industrie gab es eine Absenkung von 31,5 auf 24,9%. (In BIN Informationsdienst, Klima und Energie, Dez. 1998) Es ist natürlich, dass sich dann andere prozentuale Werte für die anderen Bereiche ergeben, wenn sich bei einem Sektor die Größe verringert, da ja die Summe 100% ergeben sollte. Vielleicht hatte man 1990 noch die Ostdeutsche Industrie hinzugezählt, 1996 war ja die Deindustrialisierung abgeschlossen. Solche Vergleiche haben nur dann Sinn, wenn absolute Zahlen dastehen und nicht irgendetwas. Aber absolute Zahlen lassen sich nicht immer für eine wirkungsvolle Argumentation nutzen. 5% Anstieg ist gleich bedeutend mit Energieverschwendung. Ein Argument zum Kauf eines neuen energiesparenden Kühlschranks, Lampen usw. Dass für die Herstellung eines Haushaltsgegenstands bereits Energie eingeflossen ist und ebenso für die Entsorgung wiederum Energie benötigt wird, sollte hier nur am Rande erwähnt werden. So wird in einem Haushalt die Waschmaschine einmal pro Monat benötigt und in einem anderen Haushalt arbeitet diese täglich. Dass eine neu energiesparende Maschine im letzteren Haushalt zweckmäßig ist, dürfte verständlich sein. So muss man argumentieren. Nichts gegen den Umsatz, Unternehmen müssen auch etwas verkaufen, aber im Interesse des Umweltschutzes sind das keine Lösung.

"Der Bericht der Arbeitsgruppe III des IPCC zeigt, mit welchen kostensparenden Maßnahmen sich die Klimaerwärmung auf einen Anstieg um zwei bis drei Grad Celsius begrenzen lässt. Die wichtigsten Maßnahmen des UN-Berichts betreffen die Energieversorgung und die Gebäudedämmung. Bei der Energieversorgung setzen die Forscher auf eine deutlich höhere Effizienz bei Umwandlung und Nutzung der Energie, zum Beispiel durch die Kraft-Wärme-Kopplung. Die erneuerbaren Energien könnten bis zum Jahr 2030 bereits 30 bis 35 Prozent der globalen Stromerzeugung ausmachen und ließen sich danach noch weiter ausbauen.
In Deutschland könnte die verstärkte Nutzung des Erdgases statt der Kohle ("fuel switch") übergangsweise helfen, die Kohlendioxid-Emissionen erheblich zu vermindern. Zusätzlich gilt es, im Gebäudebereich die Wärmedämmung in großem Umfang zu verbessern und effizientere Kühlsysteme einzuführen." [1]

"Eine Wissenschaftskultur zu entwickeln bedeutet auch, kritische Geister heranzuziehen. Eine gewisse Distanz ist nötig, denn Information und Kommunikation sind keineswegs gegen Unwahrheiten gefeit. Viele stammen von den Forschern selbst, sei es in Form einer schelmischen Verdrehung, um die Achtsamkeit ihrer Kollegen oder die Leichtgläubigkeit von Medien und Gesellschaft auf die Probe zu stellen, sei es durch echten Betrug. Hinzu kommen Scharlatane aller Art." [2]

Mit diesem Zitat ist die Aussage des Berichtes der Arbeitsgruppe III des IPCC ausreichend beantwortet. Mehr zur Problematik in den Beiträgen Wetter und Kohlendioxid.

Natürliche Energie

Bis 2020 gilt es allein in Deutschland 60 GW = 60 000 MW Kraftwerksleistung zu erneuern.
Fusion eine Säule im Energiemix der Zukunft aber die saubere Fusion ist noch nicht realisiert, daher muss man wohl oder übel die klassischen Fissionsreaktoren ausbauen und ebenso neue fossile Kraftwerke bauen. Für die Politik reicht das Uran noch 25 Jahre, tatsächlich sind es aber noch 1000 Jahre. Für einen "realistischen Energiemix" ZDF Jan2006 "Es gibt keinen Grund, aus der Kernenergie auszusteigen" RWE, NTV. Die Kernenergie erlebt weltweit eine Renaissance. Überall sind neue Reaktoren in Planung. Deutschland setzt auf Windstrom und Fotovoltaik. So bringen eben 5000 moderne Windkraftwerke im Schnitt nur die Leistung eines einzigen Kernkraftwerks. Da man dies nicht so schnell mitbekommen soll, werden Watt mit Joule aber auch MWh mit GW verglichen. Ein altes Problem: Arbeit ist Leistung mal Zeit!! Solarzellen bringen weit weniger als Windkraftwerke. Grüner Strom - ein Etikettenschwindel? (in den VDI Nachrichten)
Das Deutsche Windenergie-Institut meldet Ende August 2007 eine Gesamt-Nennleistung aller Windkraftanlagen mit 21.383 Megawatt, der Informationskreis Kernenergie gibt die Nennleistung der Atomkraftwerke Anfang 2007 mit 21.366 Megawatt an. Für einen Vergleich ist nicht die Leistung sondern die erzeugte Strommenge maßgeblich. Danach produzieren KKW 5,3 x soviel Strom wie die bisher installierten Windräder. Das hängt damit zusammen, da Kernkraftwerke eine jährliche Verfügbarkeit von 90 % haben und die Windräder mangels des Windes nur 17 % der technischen Kapazität ausnutzen.

"Eine Vollversorgung mit grünem Strom ist machbar", so in den VDI-Nachrichten 42/07. Die natürliche NaturDer Vorschlag, ein virtuelles Kombikraftwerk aus Wind-, Biogas-, Solarstrom- und Wasserkraftanlagen zu schaffen beeindruckt im ersten Augenblick, ist aber nichts weiter als ein (grüner) PR-Trick. Technisch und wirtschaftlich ist es allerdings ein vollkommener Unsinn. So sollen die stark schwankenden Windstrom-Angebote durch Pumpspeicherkapazitäten ausgeglichen werden, die ohnehin bereits vollständig ausgeschöpft sind. Wer auch noch Biogasanlagen als Spitzenlast-Kraftwerke einsetzen möchte, hat sicherlich bis auf den Namen "Biogasanlage" noch nie etwas mit Verfahrenstechnik zu tun gehabt. Sehr interessant, wie einige Leute eine hoch technisierte Volkswirtschaft mit ausreichender Energie absichern möchten. Dazu fällt mir immer ein altes (ostpreußisches) Sprichwort ein. "Wenn es dem Esel zu wohl geht, dann geht er auf dem Eis tanzen."

Die Nutzung von Abwärme ist eine wichtige Grundlage für die effiziente Nutzung der Energieträger. Beim stillgelegten Kernkraftwerk Stade wurde die Abwärme für eine Saline genutzt, vom ehemaligen Kernkraftwerk Lubmin wurde die Stadt Greifswald mit Fernwärme versorgt. In der Schweiz werden aus den Kernkraftwerken Beznau 1 und 2 und Gösgen das Fernwärmesystem Refuna und die Kartonfabrik Kani versorgt und Teile der Stadt Schwedt/Oder wurden durch die Abwärme der nahestehenden biotechnischen Anlage versorgt. Die Einzigen, die bisher an den alternativen Energien verdienen, sind die Hersteller der Windparks und der Solarmodule. In Deutschland ist die erzeugte Energie aus Wasserkraft mit den vorhandenen Anlagen praktisch ausgereizt. Windkraftanlagen liefern Strom nur zu 17 % ihrer technischen Jahreskapazität und die Sonne liefert auch tagsüber nur wenig Solarstrom. Biomasse und Erdwärme zur Stromerzeugung sind nur Nischentechnologien.

Quelle:
[1]Martin Ittershagen; Wirksamer Klimaschutz kostet weniger als UN-Fachleute bisher annahmen Informationsdienst Wissenschaft 7.5.2007, http://idw-online.de/pages/de/news207765
[2]FTE info, Magazin über europäische Forschung, Sonderausgabe Wissenschaftsdialoge, Nov. 2005, S.44
[3] (Quellenangabe versehentlich gelöscht)
[4] Kritischer Kommentar von Paul Bossert, 21. Februar 2006 zum "Bericht über die Weiterentwicklung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms Für mehr Wachstum und Beschäftigung" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 5.1.2006
[5] Sebastian Knauer; WÄRMEDÄMMUNG Windige Geschäfte mit dem Klimaschutz 27. Oktober 2006 in www.spiegel.de
[6] Passivhaus Institut Endbericht: Bewertung energetischer Anforderungen im Lichte steigender Energiepreise für die EnEV und die KfW-Förderung, Projekt-Nr. 10.8.17.7-06.13, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Feb. 2008, S.52

Teil 1: Energie und Energieversorgung
Teil 3: Zum Gebäudebestand und Energiearten

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