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Besonders im Handwerk sollte Sicherheit am Arbeitsplatz vorrangig sein

Schnell sind Arbeitsunfälle geschehen und bereits durch eine kleine Unsicherheit, ein kurzes Ablenken oder Ähnliches kann es zu schweren Verletzungen kommen. Insbesondere im Handwerk wird sehr viel Wert auf Sicherheit am Arbeitsplatz gelegt und das ist auch richtig so. Denn gerade hier wird, wie der Name dieser Branche schon verrät, noch immer sehr viel mit Handarbeit verrichtet und gewerkelt.

Da reicht es eben oftmals nicht aus, nur ein Paar Arbeitshandschuhe während der Arbeitsvorgänge mit Säge, Flex, Axt und Schweißgerät zu tragen. Hier muss gute und vor allem verlässliche Arbeits- und Schutzbekleidung her, um schwerwiegende Verletzungen so gut es geht zu vermeiden oder zu mindern. Denn ist die Kreissäge einmal in Rotation, ist die Hand schnell im Sägeblatt und schweißt man mal eben ohne Schutzbrille, kann das Augenlicht empfindlich geblendet und verletzt werden und ohne sichere Arbeitsschuhe kann das Fallen der Axt auf den Schuh ohne Stahlkappe ganz schöne Schmerzen bereiten.

Gerüst in Karpaten
Das Außengerüst in Karpaten ist mehr als zweifelhaft

Beim Schweißen die Schutzbrille nicht vergessen

Selbst wenn auch nur eine noch so kleine Naht geschweißt werden muss oder ein winziger Punkt platziert werden soll. Sobald das Schweißgerät angeschaltet wird, muss und sollte die Schutzbrille unbedingt aufgesetzt werden. Ohne eine geeignete Schutzbrille ist das Schweißen extrem gefährlich fürs Augenlicht. Nicht nur, dass die Augen durch das grelle Licht beim Schweißen geblendet und verletzt werden können. Es ist auch allein durch den Funkenflug, der während des Schweißvorgangs geschieht, gefährlich. Diese winzigen Funken können ebenfalls sehr schnell ins Auge gelangen und sehr schwere Verletzungen an der Iris und am Augapfel verursachen. Denn geschweißt wird grundsätzlich am Metall und die winzigen und fast mikroskopisch kleinen Splitter und Funken platzieren sich am Augapfel und erst durch die Korrosion, dem Rosten, entzündet sich das Auge massiv.

Beim Elektroschweißen ist es umso wichtiger, dass man sich auch einer gewissen Sicherheitsbekleidung bedient. Nicht nur das Schweißgerät als solches muss in einem einwandfreien Zustand sein und ganz besonders viel Wert sollte man hierbei auf die perfekte und lückenlose Isolierung des Schweißgerätes selbst legen. Ist auch nur ein winziger Schwachpunkt seitens der Isolierung vorhanden, kann das mit starker Stromspannung geladene Gerät bei Berührung der Schwachstellen lebensgefährliche Verletzungen herbeiführen. Die unter Spannung stehenden Teile eines Elektroschweißgerätes müssen demnach absolut und zu 100 Prozent gegen Berührungen geschützt und isoliert sein. Die Spannung, die beim Schweißen entsteht, ist so erheblich, dass in einer ungewollten Kontaktsituation die Berührung zum Tode führen kann. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Handwerker am Schweißgerät auf absolut trockenen Boden steht, die Bekleidung an sich trocken und sicher ist. Die Isolierung (Erdung) zum Boden muss auf jeden Fall gewährleistet sein und am besten vermeidet man das Schweißen im Knien oder in gebückter Haltung. Denn genau hier passieren sehr viele Unfälle, die durch Wanken, Wackeln oder unsicheren Stand geschehen sind.

Sicherheitsschuhe für gesunde Füße

Damit die Füße bei Arbeiten mit schweren Geräten und Materialien geschützt sind, sind Arbeitsschuhe eine ideale Lösung, um Verletzungen der Füße zu vermeiden. Denn schnell landet beim Sägen großer und massiver Holzbalken und Platten das ein oder andere Stück auf dem Boden und auf dem Fuß. Das kann, wen man mit normalem Schuhwerk ans Werk gegangen ist, schwere Fußverletzungen, bis hin zu Frakturen einzelner Zehen führen. Mit Arbeitsschuhen, die mit einer Stahlkappe im vorderen und empfindlicheren Fußbereich versehen sind, kann das nicht passieren. Die Kappen schützen die empfindlichen Zehenglieder und vermeiden schwere Verletzungen an Füßen. Außerdem geben sie sehr viel Halt und Trittsicherheit beim Arbeiten. Die Arbeitsschuhe sollte man ruhig eine Schuhgröße größer als gewöhnlich aussuchen, denn dann hat man auch im Winter noch genügend Platz für dickere Socken.

Baustelle in Medoun
Das Gerüst in Medoun (Tunesien) besteht aus Fässer, ein paar Steine und ein Brett als Leiter

Ohne Helm nicht auf die Baustelle

Besonders bei Tischlerarbeiten jegliche Art, die beispielsweise bei Hausbauten im Rohbau getätigt werden. Wenn Dachstühle erstellt und aufgebaut werden, oder wenn andere Arbeiten an der Baustelle das Handwerk verlangen. In diesen und vielen weiteren Fällen ist es unabdingbar, dass der Handwerker grundsätzlich niemals eine Baustelle ohne Schutzhelm betritt. Denn schnell fällt mal ein kleines Brett nach unten, oder auch ein Holzkeil, der sich gelöst hat. Ein Balken verrutscht oder auch ein Ziegel fällt zu Boden. Schon allein ein einziger Nagel, der von oben herab fällt, kann Verletzungen an Kopf und Gesicht verursachen, die nicht ganz ohne sind. Der Schutzhelm schützt eben nicht nur den Kopf, sondern auch zumindest einen großen Teil des Gesichts. Das Visier am Helm sollte ebenfalls immer großzügig ausgesucht sein, denn auch dieses kann die Verletzungsgefahr im Gesichtsbereich, insbesondere der Stirn, mindern. Grundsätzlich sollte man sich bei jeglicher Arbeit, die mit schwerem Gerät ausgeführt wird, auch dementsprechend mit Schutzbekleidung vor Verletzungen schützen, denn nur so ist das Eindämmen der Gefahrenquelle zumindest um ein Vielfaches gemindert.

Dacharbeiten in Bulgarien
Die Dachdecker in Sredez (Bulgarien) kennen überhaupt kein Arbeitsschutz, kein Gerüst, keine Sicherung nicht.

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