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Seite 3: Technische Wertminderung durch biologische Schäden in Gebäuden und an deren Bauteile
Grundstücksmarkt und Grundstückswert Heft 1 2001, S. 28-33 - Peter Rauch -

4. Schimmelpilz

Schimmelpilze können an verschiedenen Bauteilen vorkommen. Zunächst soll geklärt werden, warum man eine Vermeidung anstreben soll und worin die Ursachen deren Entstehung liegen. Die Pilze setzen sich aus drei wesentlichen Bestandteilen zusammen

Sporen - Myzel - Fruchtkörper.

Die Samen der Pilze werden Sporen genannt. Diese befinden sich wie Staubteilchen in unserer Atemluft und sind wie Bakterien oder Viren ein fester Bestandteil unserer Umwelt. Konzentrationen dieser Sporen ergeben sich immer dort, wo ein bereits vorhandener Pilz die Sporen produziert.

Mikropilze der Gattungen Aspergillus, Penicillium, Absidia, Mucor und Rhizopus sind nur durch direkten Kontakt übertragbar. Sie sind nach ihrem Wesen Saprobionten und wirken auf einen gesunden Menschen in der Regel nicht aus, jedoch ist das menschliche Immunsystem durch Krankheit geschwächt, so wirken diese als Krankheitserreger. Ebenso stark gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder, da ihr Immunsystem wesentlich schwächer ausgebildet ist. Mykosen und Mykogene Allergien sind Krankheitsformen, die durch direkten Kontakt mit Pilzen entstehen. Die Stoffwechselprodukte bestimmter Schimmelpilze können Vergiftungserkrankungen durch die Giftstoffe (Mykotoxine) hervorrufen. So können im geschwächten Immunsystem eingeatmete Sporen von Aspergillus fumigatus auskeimen und Lungenentzündungen, Tuberkulose oder Tumore hervorrufen.

Heftige Sporenallergien lösen auch die Sporen bei Fruchtkörperbildung des Echten Hausschwamms aus. Liegt ein intensiver Befall vor, sollen gasförmige Stoffwechselprodukte des Pilzes Kopfschmezen und Übelkeit hervorrufen (Otto Schwantes). Treten im Haushalt Schimmelpilze auf, so sollten keine handelsüblichen Mittel zur Bekämpfung Anwendung finden. Ihre fungizide (pilztötende) Substanz bassiert auf Chlor-, Schwefel-, Stickstoff- und organische Zinnverbindungen. Es erfolgt praktisch ein Austausch eines Giftes durch ein anderes. Analog sind die schimmelhemmenden Farbanstriche zu bewerten. Statt dessen kann eine vorbeugende, oberflächliche Beseitigung des Schimmelpilzes mit hochprozentigen Essig (Essigessenz), Spiritus, medizinischen Alkohol oder Salmiakverdünnung (Konzentration so hoch, wie verträglich) erfolgen. Die Stellen werden gut durchgetränkt und ausgerieben. Die Augen und Schleimhäute sind zu schützen und es ist intensiv zu lüften.

Die richtige und endgültige Beseitigung ist erst durch die Beseitigung der Ursachen möglich.

Ein wichtiger Wachstumsfaktor ist das Wasser. Holz wird mit einem Feuchtegehalt über 20% oder einer relativen Feuchtigkeit der Oberfläche von mehr als 70% angegriffen. Mauerwerk und Putze auf Mineralstoffbasis werden nicht geschädigt. Liegt jedoch ausreichende Feuchtigkeit von 80 - 85% vor, wie Kondensat durch Wärmebrücken oder Wände mit schlechter Wärmedämmung, so werden Fett und der Staubfilm befallen. Die Befallsbereiche lassen sich in die Wärmebrücken mit der möglichen Kondensatbildung an der inneren Wandoberfläche und in die Adsorptionsfähigkeit der eingesetzten Baustoffe, es ist die Möglichkeit hohe Luftfeuchtigkeit kurzfristig aufzunehmen, einteilen. Wärmebrücken sind konstruktiver Art und können auch durch falsche Baustoffauswahl entstehen. Durch die Verringerung des natürlichen Luftaustausches z. B. durch den Einbau neuer dichtschließender Fenster werden bereits vorhandene Mängel erst sichtbar.

Die zweite Art wird gekennzeichnet durch zimmerhohe Fliesenwände in den Bädern, die Aluminiumtapete, der Ölsockel, die Verkleidung der Wände und Decken mit Styropur, auch Latexanstriche oder Dispersionsfarben stellen nicht immer eine zweckmäßige Wandbeschichtung dar. All diese Materialien nehmen keine kurzfristigen Feuchtigkeitspitzen wie beim Duschen, Kochen o.ä. auf, bzw. nur mit entsprechender Verzögerung. Es bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm an der Wandoberfläche. Offene Beschichtungen, wie Kasein-, Kalk- oder Leimfarben finden dagegen seltener Anwendung.

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