Ratgeber für den Bauherrn
Ingenieurbüro Peter Rauch
Kapitel:  Bauphysik | Feuchteschutz | Holzbau | Konstruktion | Bauchemie | Baustoffe | Baubiologie | Wohnklima
Technische Wertminderung durch biologische Schäden in Gebäuden und an Bauteilen, 2001 - Peter Rauch PhD -

5. Biologische Schäden an Gebäuden durch holzzerstörende Insekten und Pilze
5.1. Der Baustoff Holz
5.1.1. Allgemeines

Holz ist ein natürlicher Baustoff, der seit bestehen der Menschheit für die Nutzung erschlossen wurde. Es zeichnet sich durch gute Eigenschaften, wie leichte Bearbeitung, hohe Belastung, angenehmes Aussehen und gute raumklimatische Eigenschaften aus. Es findet daher auch heute in vielen Anwendungsbereichen eine breite Anwendung.

5.1.2.Chemische Zusammensetzung und Bestandteile

Das einheimische Nadel- und Laubholz setzt sich wie folgt zusammen:
a) Holzzellulose ( Gehalt 40-45%)
Diese baut sich hauptsächlich aus Glucose, Mannose- und Xylose-Bausteine auf. (Glucose: Traubenzucker; Mannose kommt als Baustein in der Steinnuß und in Johannesbrotbaumsamen vor; Xylose: Kleie- und Strohkomponente)
b) Hemizellulose (Gehalt 25-35%)
Besteht aus langen löslichen Polyxachariden (Holzgummi)
c) Lignin (Gehalt Nadelholz 27-30%, Laubholz 18-30%)
Ist verantwortlich, daß das Zellulosegerüst Druckfestigkeit und Starrheit erhält. Bewirkt die Verholzung des pflanzlichen Gewebes.
d) Kambium
ist das lebende Gewebe, dessen Zellen sich in der Vegetationsperiode immer wieder teilen.

5.1.3. Einordnung der Hölzer

Hier sollen nur kurz wichtige Unterschiede bezogen auf den Holzschutz hervorgehoben werden. Die verschieden Holzsorten bestehen aus Splintholz und Kernholz dazu kommt noch eine Einteilung in Reifholz.
Splintholz ist im äußeren Bereich des Stamms. Die Zellen beinhalten SStärke, Einweiße und andere Spurenelemente. Im Kernbereich sind diese wichtigen Nahrungsgrundlagen für holzzerstörende Pilze und Insekten geringer. Mit zunehmenden Alter des verbauten Holzes nimmt der Anteil der Nahrungsgrundlage ab. Ebenso kann durch das Wässern (Flößen und Wasserlagerung) diese Anteil verringert werden.
Von den Nadelhölzern sind Kiefer, Lärche und Douglasie und von den Laubhölzern Eiche, Robinie Kernhölzer. Zu den Reifhölzern gehören Fichte, Tanne und Rotbuche. Kernhölzer weißen in der Regel eine bessere Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Insekten auf.

5.1.4. Verwendung von Holz im Bauwesen und in der Industrie

  • Bauholz (Bretter, Bohlen, Balken, Platten, Pfosten, Spanplatten, Dämmplatten u.a.),
  • Papierherstellung,
  • Holzessig, entsteht durch Holzverkohlung,
  • Holzverzuckerung als Futtermittel,
  • Holzwolle für Verpackung und Herstellung von Leichtbauplatten,
  • Brennmaterial (Buche getrocknet),
  • Holzbeton, Späne und Mehl aus Tannen-, Kiefern-, Fichten- und Lärchenholz zur besseren Haftung zw. Zement und Holzoberfläche ist eine Vorbehandlung mit Kalkmilch, Wasserglas, MgSiF6 (Magnesiumhexaflurosilikat), CaCl2 notwendig,
  • Wärmedämmplatten, Holzspäne, Stroh mit u= 0,06 W/m2K
  • 5.1.5. Gefährdung des Holzes

    Die Gefährdung des Holzes erfolgt in Abhängigkeit von dem jeweiligen Einsatzbereich. Schäden treten im allgemeinen dann auf, wenn

  • Konstruktionen aus Holz erbaut werden, wo zweckmäßiger weise andere Baustoffe geeignet sind,
  • eine ungeeignete Holzart für die Konstruktion ausgewählt wurde und die natürliche Eigenresistenz unberücksichtigt bleibt,
  • die ganze Verarbeitung unzweckmäßig ist, zum Beispiel früher erfolgte ein Wintereinschlag, Wasserlagerung, sofort aus dem Wald gebracht und ordentlich gelagert, schnelle Trocknung.
  • Durch welche Einflüsse wird Holz geschädigt?
    a) Witterungseinflüsse

  • Feuchtigkeit (Quellen und Schwinden Fichte radial -4%, tangial -8% axial -0,4%)
  • UV-Anteil des Sonnenlichts,
  • Temperaturschwankungen führen zur Rißbildung

  • b) Biologische Einflüsse (Pilze, Bakterien, Insekten)
    Bei einer Holzfeuchte von einer Temperatur von 0-40ºC wird die Zellulose und Hemizellulose zersetzt.
    Im vollkommenen trockenen oder durchnäßten Zustand erfolgt keine Fäulnis.
    Holzzerstörende Insekten benötigen mindestens eine Holzfeuchte von (8) 10%.
    c) Chemische Einflüsse (Säuren, Basen und Salze)
    Holz hat eine relativ gute Beständigkeit im pH-Bereich 3-10, daher erfolgte auch ein Einsatz Kaliindustrie, Bergbau, landwirtschaftliche Bauten.

    Durch welche handwerklichen und konstruktive Maßnahmen kann die Gefährdung herabgesetzt werden?

  • Trockenheit und bewegte Luft verringert die Gefahr eines Schädlingsbefall.
  • Wasser ist vom Holz fernzuhalten, Holzkonstruktionen in einem Abstand von mindestens 30 cm von der Geländehöhe vor Spritzwasser sichern.
  • Wasser darf nirgends stehen, es muß immer ungehindert ablaufen können. Stirnflächen sind zu schützen.
  • Folien oder Bitumenbahnen sollten nicht verwendet werden. Wenn es erforderlich ist nur einseitig und möglichst nur dann, wenn das Mauerwerk Feuchtigkeit abgibt.
  • Holz mit dem Feuchtigkeitsgehalt einbauen, den das Bauteil später einnimmt, Bauholz 15-17%, Bautischlerarbeiten 12-15%, Möbel 8-10%, Holzfußboden 6-9%
  • Holzteile von Rinde und Bast befreien.
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