Ratgeber für den Bauherrn
Ingenieurbüro Peter Rauch
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Technische Wertminderung durch biologische Schäden in Gebäuden und an Bauteilen, 2001 - Peter Rauch PhD -

5.2.3. Holzzerstörende Insekten

Zu unterscheiden sind die Insekten, die im Holz wohnen, dort Brutplätze anlegen und die Brut aufziehen, und die das Holz als Nahrungsgrundlage benötigen.

5.2.3.1. Frischholzinsekten

Die Insekten leben in kränkelnden Bäumen, frisch gefällten Holz und auf den Lagerplätzen. Um einen Befall möglichst gering zu halten sollte das Holz gleich nach dem Einschlag die Rinde entfernt werden und eine Lagerung erfolgen, wo eine schnelles Abtrocknen erfolgen kann.

5.2.3.2. Trockenholzinsekten

Diese Insekten kommen an luft- bzw. nutzungstrocknem Holz im Freien oder im Gebäude vor. Der Befall erfolgt mehrjährig und mit vielen Generationen. Bis auf den braunen Splintholzkäfer (Holzfeuchte 7 bis 8 %) benötigen alle anderen eine Holzfeuchtigkeit von mindestens 10% und eine Temperatur zwischen 10 bis 38ºC. Bei einer normal genutzten Wohnung mit Zentralheizung und ab 1. oder 2. Etage mit Ofenheizung liegt die Holzfeuchte in diesem unteren Bereich, so dass kaum eine Schädigung erfolgt.

In gedeckten Bauten kommen folgende Insektenlarven vor:

Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum)der meistverbreitete Holzschädling
Trotzkopfer kommt in Verbindung mit pilzgeschädigten Holz vor
Gescheckten Nagekäfer(Bunter Nagekäfer)er kommt in Verbindung mit pilzgeschädigten Eichenholz vor aber auch sehr oft an Deckenbalkenköpfen
Parkettkäfer 
Hausbockkäferist das gefährlichste holzzerstörende Insekt, er kann den gesamten Dachstuhl oder auch Deckenbalken zerfressen. Von Vorteil ist der Einsatz von Balken mit hohem Kernholzanteil. In älteren Holzteilen, ca. ab 60 Jahre, sind die Bestandteile, die als Nahrung dienen geringer, so dass nur ein untergeordneter Befall erfolgen kann.
Armeisensie nutzen das Holz als Brutstätte.

In gedeckten Bauten finden folgende Insektenlarven keine Weiterverbreitung:

ScheibenbockenSie werden oft mit dem frischen Holz eingebaut. Nach dem Verpuppen der Larve verlässt das Insekt das Gebäude. Die Fluglöcher haben eine große Ähnlichkeit mit dem vom Hausbock.
Weicher Nagekäfertritt an berindeten Hölzern auf und ist bis 2 mm im Splintholz zu finden
Gestreiften Nutzholzborgenkäfer oder Laubholzborgenkäferstellen keine Gefährdung dar. Die sind oft an den gegrünten Dachlatten oder auch an Sparren durch den Leitergang zu erkennen.

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