Ratgeber für den Bauherrn
Ingenieurbüro Peter Rauch
Kapitel:  Bauphysik | Feuchteschutz | Holzbau | Konstruktion | Bauchemie | Baustoffe | Baubiologie | Wohnklima
Technische Wertminderung durch biologische Schäden in Gebäuden und an Bauteilen, 2001 - Peter Rauch PhD -

5.4. Holzschutzmaßnahmen

Holzschutzmaßnahmen dienen dazu, die Nutzung zeitlich zu verlängern und die Holzart auch in den Anwendungsbereichen einzusetzen, wo die natürliche Eigenresistenz nicht ausreicht. Es stehen nicht genügend Hölzer, wie Eiche oder Rubinie, für bestimmte Baumaßnahmen zur Verfügung, daher werden auch andere einheimische Hölzer, wie die Tanne/Fichte verwendet. Die fehlende Eigenresistenz wird durch einen chemischen Holzschutz ersetzt. An erster Stelle steht aber der konstruktive Holzschutz.

5.4.1. Konstruktive Maßnahmen

5.4.2. Planung statisch beanspruchter Bauteile

Resistenzklassen nach DIN 68 364 ( GK = Gefährdungsklasse)
GK 0: beliebige Resistenzklassen z.B. Fichte
Innen verbautes Holz, ständig trocken
GK 1: Douglasie bis 10 % Splintanteil
Fichte, Kiefer ohne Begrenzung des Splintanteils aber kontrollierbar, ansonsten ist ein chem. Erstschutz mit Holzschutzmittel mit amtl. Zulassung des DIBt (HSM) erforderlich, Innen verbautes Holz, ständig trocken
GK 2: Resistenzklasse 3; ohne Splintanteil Kiefer, Lärche
z.B. für Sparren, sonst chem. Erstschutz erforderlich, Holz das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung oder Auswaschung ausgesetzt ist, vorübergehend Befeuchtung möglich
GK 3: Resistenzklasse 2; Eiche ohne Splintanteil
z.B. Balkenköpfe bei Wetterbeanspruchung, Holz der Witterung oder Kondensation ausgesetzt, aber nicht in Erdkontakt
GK 4: Resistenzklasse 1; Robinie
z.B. Erdboden, Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständiger starker Befeuchtung ausgesetzt, Besondere Bedingungen gelten für Kühltürme sowie für Holz im Meerwasser

Chemischer Schutz
Der chemische Schutz wird erforderlich, wenn die natürliche Resistenz der Holzarten für den bestimmten Einsatzort nicht ausreicht.

GK 1 Tauchverfahren mit HSM Iv, 6 Std. (min. 1 Std.) vorzugsweise borhaltige HSM
GK 2Tauchverfahren mit HSM Iv, Pv 6 Std. (Tiefe 2mm, bei KF 6 mm +/-2mm, FI 4 mm +/- 2mm)
GK 3Trogtränkverfahren = oder > 1 Tag (Tiefe bis 8 mm)
GK 4Kesseldruckverfahren
HSM= Holzschutzmittel, KF = Kiefer, FI = Fichte/Tanne

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