1. Führt eine geometrische Wärmebrücke zu einem höheren Wärmestrom
2. Die
Einflussnahme der Wärmekonvektion auf die
Oberflächentemperatur
4. Funktionsweise der Temperaturstrahlung
Die
vorliegende niedrigere Oberflächentemperatur im Eckbereich
führt dazu, dass
sich die relative Feuchte der angrenzenden Raumluft erhöht.
Der Baustoff steht
in einem Feuchtegleichgewicht zur Umgebung, damit erhöht sich
auch die
Baustofffeuchte, die im ungünstigen Fall den λ-Wert
erhöht, siehe hierzu
oben trockener und feuchter Sand.
Um dies zu vermeiden, ist die Oberflächentemperatur zu erhöhen. Zweckmäßig ist hier eine Strahlungsheizung, die gleichmäßig alle Bauteiloberflächen temperiert. Auch eine zusätzliche Dämmung des Eckbereiches führt zu einer Temperaturerhöhung an der inneren Wandoberfläche. Bei einer höheren Temperatur kann die Luft mehr Feuchte aufnehmen. So kann die Luft mit einer Temperatur von 12ºC maximal 10,5 g Wasser aufnehmen, was bei 20ºC eine relative Luftfeuchte von 60% entspricht. Durch die Temperierung der Wandoberflächen wird die Möglichkeit der Tauwasserbildung verringert.
In der nachfolgenden Infrarotaufnahme wird in der Isotherme LI02 eine Außenwandecke gezeigt. Es handelt sich hierbei um ein neues Mehrfamilienhaus. Es stand keine Bauzeichnung zur Verfügung, sodass der genaue Wandaufbau nicht bekannt ist. Es ist anzunehmen, dass die Wand aus 24 cm Kalksandstein und mindestens 6 cm Thermohaut besteht. Auch Hier treten Temperaturdifferenzen zwischen der Ecke und der Wandfläche von circa 2 K auf, zum Beispiel (LI02 im Bild 2.1.2.9.). Vergleichbare Ergebnisse lieferten die Messungen in zwei anderen Wohnungen an den beiden Außenwandecken. Diese Differenz entspricht etwa auch der ungedämmten Außenwand, die bereits oben betrachtet wurde. Allerdings ist dort die Temperaturdifferenz zwischen Oberflächentemperatur und Raumtemperatur größer.

Im
folgenden Bild wird die Infrarotaufnahme von außen gezeigt.
In der 2. Isotherme
LI02 treten Schwankungen von 3,5 K auf den
Styroporplatten
auf. Ein erhöhter Wärmedurchgang im
Eckbereich ist nicht zu erkennen.
Anzumerken ist, dass zum Zeitpunkt der Messung die Lufttemperatur
bei
-5ºC lag und die gedämmte Fassade eine
Oberflächentemperatur von ca.
-13ºC hatte.

Eine Außendämmung führt nicht zwangsmäßig zur vollständigen Beseitigung der niedrigeren Temperaturen im Eckbereich. Ähnliche Feststellungen wurden in einer Analyse zum Verhalten der Temperaturen im Bereich der Ecke einer zweischaligen Wand und einer monolithischen Wand mit gleichem U-Wert gemacht. [12] Für die Erhöhung der Oberflächentemperatur im Eckbereich kann eine Innendämmung eingesetzt werden. Hierfür werden auf dem Markt Kalziumsilikat-Eckprofile angeboten.
Die bessere Lösung für die Temperierung der Innenseiten von weniger warmen Wandecken ist die Wärmestrahlung.
Bei den oben gezeigten Infrarotaufnahmen von der Fassade und
den ermittelten Temperaturwerten wird aber auch deutlich, dass die
Berechnung des stationären Wärmestroms nach
Φ = U x ( ϑi - ϑe )
bei einer äußeren Wärmedämmung zu
einem falschen Wert führt. Diese Formel ist für die
energetische Betrachtung an einer massiven Wand entwickelt worden. Bei
dieser Konstruktion hat die äußere
Wandoberfläche immer eine höhere Temperatur als die
der Außenluft. (Bei der U-Wert-Berechnung wird die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur gebildet.) Bei der äußeren
Wärmedämmung hat die geringe Putzschicht nur ein sehr
kleines Wärmespeichervermögen, sodass die
äußere Oberfläche einer großen
Temperaturschwankung ausgesetzt ist. Gerade im Winterhalbjahr ist die
Sonnenscheindauer gering und die nächtliche Abstrahlungszeit
mit der starken Abkühlung der Fassadenoberfläche
überwiegt. Für ϑe darf nicht die
Lufttemperatur von -5ºC, sondern die wesentliche niedrigere
Oberflächentemperatur von -13ºC bzw. ein gemittelter
Wert aus den Oberflächentemperaturen des gesamten Tages
eingesetzt werden. Diese Temperatur ist aber auch niedriger als die
Lufttemperatur. Ein Wärmefluss erfolgt vom energiereicheren
zum energieärmeren System. Wärme kann nie von selbst von einem Körper niederer Temperatur auf einen Körper höherer Temperatur übergehen (II. Hauptsatz). In diesem Fall liegt die größte Temperaturdifferenz zwischen Innenraumluft und der
Fassadenoberfläche vor und nicht zur Außenluft (Bild B). Bei
einer massiven Wand ist der Wärmestrom nach außen
gerichtet (Bild A), da zwischen der inneren und äußeren Luft die größte Temperaturdifferenz vorliegt. Kann
die äußere Wetterschutzschutzschicht zum Beispiel
bei einer Kerndämmung genügend Wärme
speichern (Bild C), so kommt es nicht zu dieser starken
Abkühlung der Oberflächentemperatur unterhalb der
Temperatur der Außenluft. Hier liegt der gleiche Fall wie im Bild A vor.
Bild: Gegenüberstellung des Wärmestroms bei unterschiedlichen Wandkonstruktionen.
Bild A![]() Wärmestrom durch eine massive Wand |
Bild B![]() Wärmestrom durch Außenwand mit äußerer Wärmedämmung |
Bild C![]() Wärmestrom durch Außenwand mit Kerndämmung |

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