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5. Horizontale Verfahren zur Trockenlegung von Mauerwerk durch Unterbrechung des kapillaren Transportes

5.1. Mechanische Verfahren zur Trockenlegung feuchter Keller

Die Mechanische Verfahren können nicht immer zur Anwendung kommen. So benötigt das Blecheinschlag-Verfahren eine durchgehende Lagerfuge. Ist das über der Abdichtungsebene befindliche Mauerwerk intensiv versalzen, so wirkt weiterhin eine verstärkte hygroskopische Feuchtigkeitsaufnahme und damit können nicht die erwünschten Erfolge erzielt werden. Unter erhöhten Salzbelastungen sind diese Verfahren nicht mehr zu empfehlen, auch wenn mit dem Verfahren eine vollflächige Abdichtung in horizontaler Ebene erreicht wird. Vorher der Anwendung sind Entsalzungsverfahren zum Einsatz zu bringen. /23/

5.1.1. Abschnittsweises Aufstemmen per Hand

Insbesondere bei Schalenmauerwerk ist das Verfahren nicht geeignet. Eine Rissbildung durch Setzungen ist nicht auszuschließen. Die Schlitzabschnitte (ca. 50-100 cm) sind durch Stemmen ca. 20-30 cm hoch herzustellen. Die Bitumenbahn wird ca. 10 cm breiter als der Wandquerschnitt mit einer Überlappung von > 10 cm eingelegt, durch Sperrmörtel ausgeglichen und anschließend wieder vermauert. Diese Methode erfolgt abschnittsweise.
Kosten: ca. 485 bis 535 Euro/m2
Lebensdauer: 40-50 Jahre

Bild Sägeverfahren

5.1.2. Abschnittsweises Aufsägen

Eignung und Rissbildung wie bei 5.1.1. Der Gewölbeschub ist zu beachten. Es wird ein Schlitz mit 1-2 cm durch den gesamten Wandquerschnitt gesägt. Nach der Säuberung der Schlitze wird eine Dichtungsbahn (Kunststoff, bitumenkaschierte Aluminiumfolie oder korrosionsbeständiger Edelstahl) in ausreichender Breite und Länge eingelegt. Der verbleibende Hohlraum wird mit Zementmörtel ausgefüllt. Dies kann mit Zementsuspension unter Quellmittelzugabe, mit Vergussmörtel oder geeigneten Harzen erfolgen. Bei Zementsuspensionen muss das verwendete Dichtungsmaterial alkalibeständig sein.
Kosten: ca. 295 bis 385 Euro/m2
Lebensdauer: 40-50 Jahre

Bild 9: Der Wandquerschnitt des Kellers wird aufgeschnitten und eine Dichtungsbahn aus Kunststoff eingelegt.

5.1.3. Mauertrennung durch schrägen Trennschnitt, maschinell

Bei Schalenmauerwerk ist das Verfahren nicht geeignet. (Rissbildung wie bei 1.1.) Die Mauertrennung kann hier in der Länge der Wand ohne Unterbrechung erfolgen. Die andere Hälfte der Wand bleibt statisch wirksam. Der Schlitz wird mit Sperrmörtel vergossen. Dies kann mit Zementsuspension unter Quellmittelzugabe, mit Vergussmörtel oder geeigneten Harzen erfolgen. Nach der Aushärtung wird die andere Wandseite, kreuzend mit der Ersten aufgetrennt. Ist diese vergossen, so ist eine durchgehende Abdichtung gegenüber aufsteigende Mauerfeuchtigkeit erreicht.

5.1.4. Das maschinelle Einschlagen von Edelstahlblech

Diese Methode ist nur bei horizontalen und durchgehenden Mauerwerksfugen sowie mäßiger Wanddicke geeignet. Die gewellten Edelstahlbleche werden seitlich überlappend in das Mauerwerk eingeschlagen. Sind die Fugen nicht gleichmäßig horizontal, so kann sich das Blech verkannten. Die Gefahr der Rissbildung durch starke Erschütterungen beim Einrammen der Bleche ist möglich. Handelt es sich um ein chlorhaltiges Mauerwerk (Mauersalze), so sind nicht Chromstahl WG (Werkstoffgruppe) 4016 oder Chromnickelstahl WG 4301 sondern Chromnickelmolybdänstähle WG 4401 einzusetzen. [9]
Kosten: 325 bis 400 Euro/m2
Lebensdauer: 20 bis 50 Jahre abhängig vom Versalzungsgrad

Ein Beispiel einer sehr alten Horizontalsperre aus Metall in einem Mehrfamilienhaus in Altenburg. Die Horizontalsperre aus Metall wurde vermutlich bei der Errichtung des Hauses eingelegt. Unabhängig der vollständigen Korrosion des Metalls, sie sperrt immer noch den Feuchtetransport.

Horizontalsperre aus Metall in einem Mehrfamilienhaus Horizontalsperre aus Metall in einem Mehrfamilienhaus, Nahaufnahme

Horizontalsperre aus Metall bei einem älteren Holzblockhaus in den Transkarpaten.

Feuchtesperre bei einem älteren Holzblockhaus

5.1.5. Die Unterfangungsverfahren

Rasterweise werden die Fundamente eines Bauwerkes freigelegt und mit wasserundurchlässigem Beton unterpresst. Danach wird die Vertikalabdichtung neu hergestellt. Dies führt in der Regel zur vollständigen Trockenlegung des Objektes. Dabei müssen die Folgen der Salzkristallisation bedacht werden (siehe Schadensmechanismen von Mauersalz).

Ergänzung zur horizontale Abdichtung
Salzausblühung im Eingangsbereich wegen fehlender SperrschichtBei nachträglichen Anbauten, wie Windfang vor der Haustür, kleine Wintergärten, Schuppen aber auch bei Garagen wurde vielfach die Horizontaldichtung im Mauerwerk vergessen bzw. nicht vollständig ausgeführt. Die Folge ist, dass bei den unteren Steinlagen der Putz abfällt und auch eine Salzausblühung vorliegt. Vielfach wurde die Dachpappe in Höhe von ca. 30 cm in die Fuge eingelegt (oberhalb des Spritzbereichs) aber vergessen, dass die unteren Steine auch nass werden und dann die unschönen Streifen über dem Fußboden entstehen. In dem nachfolgenden Bild (links) wird eine sinnvolle Anordnung dargestellt. Das Bild rechts dient als Ergänzung. Beim Neubau sollte dieser Aufbau unbedingt berücksichtigt werden. Gerade im Sommer besteht die Gefahr der Tauwasserbildung auf der Fußbodenoberfläche (Beispiele sind ein Teil der gefliesten Hauseigangsbereiche), so ist unbedingt auch eine Wärmedämmung in den Fußbodenaufbau einzubinden. Durch die Tauwasserbildung kommt es langzeitlich ebenfalls zur Durchfeuchtung des angrenzenden Mauerwerkes trotz ordnungsgemäßer Ausführung der Feuchtesperre.

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