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Der Feuchtegehalt in Werkstoffen

In Werkstoffen kann Wasser gespeichert werden. Dies hängt vom Anteil der Poren und der Ausbildung von Kapillaren ab. Dieser Gehalt an Wasser wird als Feuchtegehalt bezeichnet. Dieser Feuchteanteil im Baustoff bezieht sich auf das Trockengewicht (massebezogener Feuchtegehalt) oder auf das Volumen (volumenbezogener Feuchtegehalt) des Baustoffes. Der massebezogene Feuchtegehalt (Um) ergibt sich aus dem Trockengewicht (Gtr) und dem Gewicht des Baustoffes im feuchten Zustand (Gf) und wird in Gew-% oder Masse-% angegeben.

Der volumenbezogene Feuchtegehalt (Uv) ergibt sich aus der Rohdichte (ρ) des Baustoffes und dem massebezogenen Feuchtegehalt (um) und wird in Vol-% angegeben Als praktischer Feuchtegehalt von Baustoffen wird derjenige Feuchtegehalt angesehen, der sich bei üblicher Umgebung des Baustoffes als Gleichgewichtsfeuchte einstellt. In der Regel wird als Umgebung ein normales Raumklima mit einer Temperatur von 20ºC und einer relative Luftfeuchte von 60% zugrunde gelegt. Praktische Feuchtegehalte sind in der DIN 4108, Teil 4, Anhang A Tabelle angegeben. [1]

Um = 100 x (Gf - Gtr)/Gtr

Uv = Um x ρ / 1000 kg/m3

Der praktische Feuchtegehalt (Tabelle 1) wird sich je nach dem Standort, ob Keller, Dach, im Bad, Südseite und anderes einstellen und wird von diesem beeinflusst.

Beispiel: Es wird ein Stück Ziegelstein aus einem feuchten Kellermauerwerk entnommen. ρ = 1800 kg/m3, Einwaage Gf = 256 g, Gtr = 248 g

Um = 100% x (256 g - 250 g)/250 g = 2,4 %
Uv = 2,4 % x 1800 kg/m3 / 1000 kg/m3 = 4,32 %

Stoff Praktischer Feuchtegehalt
volumenbezogen [Vol %]
Ziegel Ca. 1,5
Kalksandstein Ca. 5,0
Beton mit geschlossenem Gefüge mit dichten oder porigen Zuschlägen Ca. 5,0
Leichtbeton mit haufwerksporigen Gefüge mit dichten Zuschlägen nach DIN 4226 Teil 1 ca. 5,0
Leichtbeton mit haufwerksporigem Gefüge mit porigen Zuschlägen nach DIN 4226 Teil 2 ca. 4,0
Porenbeton 3,5
Gips, Anhydrit Ca. 2,0
Vollziegel 1 ... 2,5
Hohlziegel 1,5 ... 4,0
Innenputz 1 ... 10
Außenputz 1 ... 7
Anorganische Stoffe in loser Schüttung; Expandiertes Gesteinsglas (zum Beispiel Blähperlit) 5,0 (massenbezogen)
Mineralische Faserdämmstoffe aus Glas-, Stein-, Hochofenschlacke-(Hütten-)Fasern 5,0 (massenbezogen)
Schaumglas 0 (massenbezogen)
Holz, Sperrholz, Spanplatten, Holzfaserplatten, Holzwolle-Leichtbauplatten, Schilfrohrplatten und -matten, organische Faserdämmstoffe 15,0 (massenbezogen)
Pflanzliche Faserdämmstoffe aus Seegras, Holz-, Torf- und Kokosfasern und sonstigen Fasern 15,0 (massenbezogen)
Korkdämmstoffe 10,0 (massenbezogen)
Schaumkunststoffe aus Polystyrol, Polyurethan (hart) 5,0 (massenbezogen)
[1] [2]

Quelle:
[1] Lotz, Antje; Hammacher, Peter; Schimmelpilzschäden vermeiden, Fraunhofer IRB Verlag 2001, S. 153
[2] Goretzki, Lothar; bs 2/97 S. 42
[3] Wendehorst, R.; Baustoffkunde, 24. Auf. 1994 Vicentz Verlag Hannover


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