Altbausanierung und Energiepolitik

Archiv für Januar, 2013

Wohnen auf Zeit

Erstellt von Peter Rauch am 26. Januar 2013

Wo wohnt man heute, wenn man für eine bestimmte Zeit in einer anderen Stadt arbeitet?

Luxuswohnung

Vor 30 Jahren arbeitet ich beim Spezialbaukombinat Magdeburg auf Montage. Dort waren wir in neuen 3-Zimmerwohnungen untergebracht. In jedem Zimmer waren zwei Betten und gemeinsam wurden die Küche und das Bad genutzt. In den Kellerräumen wurden extra Duschräume geschaffen. Diese Wohnungen waren einfach ausgestattet und dienten nach der 12-Stundenschicht mehr zum Schlafen. Auch später wohnte ich ab und zu in Wohnheimen in Jena oder Nordhausen in einer Einraumwohnung mit zwei Betten. Die Ausstattung war einfach aber etwas besser. Vor reichlich 10 Jahren hatten wir eine Tiefgarage in München saniert. Wir hatten ein Zimmer in einer kleinen Pension, mussten jedoch mehr als eine Stunde bis zur Baustelle fahren. Das Angebot, in einem Wohnheim neben der Baustelle zu wohnen, kam da ganz recht. Unsere Stube bei der Armee mit den Doppelstockbetten bot einen besseren Komfort. Auch wenn ich für ein oder zwei Übernachtungen keine hohen Ansprüche stelle, so eine Entscheidung werde ich nicht noch einmal machen.

Die Unterbringung in kleinen Hotels oder in Pensionen ist für wenige Tage sicherlich ausreichend. Aber wenn man an einem Projekt ein halbes Jahr oder länger arbeitet, dann wünscht man sich doch schon etwas Komfort, welcher etwa der eigenen Wohnung entspricht. Bei längerem Aufenthalt wird ein Hotel oder eine Pension doch etwas teuer und es fehlt die häusliche Umgebung. Ist für den Job ein längerer Aufenthalt geplant, so sucht man sich eine Zweitwohnung. Bei absehbarer Zeit, wo man in dieser Stadt wohnt, ist eine möblierte Wohnung mit allem Komfort sinnvoll. Man hat alle Bequemlichkeiten, kann den oder den Internetzugang nutzen. In der Küche kann man sich sein Essen bereiten und auch Gäste empfangen. Das hat den Vorteil, das man keine Möbel und Inneneinrichtungen kaufen und später wieder verkaufen muss.

Luxuswohnung

Dieses Wohnen auf Zeit kenne ich aus der Ukraine, wo nur Wohnungen mit der kompletten Wohnungseinrichtung vermietet werden. Die Palette reich mehrheitlich von der einfachen Ausstattung bis zum Luxus mit höchsten Ansprüchen. Hier in Deutschland wurden mehr möblierte Zimmer vermietet, was ehr von Studenten genutzt wird. Wer dies nicht möchte, nutzt eine Pension, Wohnheim oder eine kleine Zweitwohnung.

Wer natürlich nicht auf seinen gewohnten Komfort verzichten möchte und gehobene Ansprüche für Wohnen auf Zeit sucht, kann sich an spezialisierte Dienstleister wenden. In den meisten großen Städten wie zum Beispiel http://www.coming-home.org in Berlin bieten verschiedene Angebote für Wohnen auf Zeit mit gehobenen Ansprüchen. Diese wählen hochwertige Wohnungen in guten Wohngegenden aus. In den meisten Fällen werden die Vermieter durch diese spezialisierten Dienstleister bei der Ausstattung beraten und unterstützt, damit die hohen Ansprüche des modernen und stilvollen Wohnens der Mieter auf Zeit optimal erfüllt werden. Der große Vorteil besteht darin, der Vermieter braucht keine entsprechenden Mieter suchen und die Mietinteressenten haben eine zuverlässige Adresse, wo sie die gewünschte Wohnung finden.

Peter Rauch

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Energiepreisanstieg und alternative Heizungen

Erstellt von Peter Rauch am 25. Januar 2013

Die Energiekosten gerade in Deutschland steigen aufgrund der Energiewendepolitik stark an. Die USA als größter Energieverbraucher waren bisher von Energieexporten abhängig. Die Erschließung eigener Energiequellen, wie das Schieferöl und -gas werden das Land langfristig zum Energieexporteur machen. Diese Energievorräte werden sehr lange reichen. Von Knappheit an Energie ist hier keine Rede, wie es die deutschen Medien den Bundesbürgern täglich einredet.

Das Unglück im japanischen Kernkraftwerk FUKUSHIMA-I-1 im März 2011 war eine Verkettung zweier Naturkatastrophen, einem starken Erdbeben, welches nahezu die gesamte Infrastruktur zerstörte und der anschließende Tsunami. Dies wurde zum Anlass genommen, die längst geplante Energiewende in Deutschland einzuläuten. Japan wie auch unsere Nachbarländer setzen weiterhin auf die Kernenergie und weltweit werden neue Kernkraftwerke gebaut..

2013 sind die Energeipreise für Strom aufgrund der EEG-Zulage (Energiewende) von 2012 auf 2013 von 3,6 Cent auf 5,3 Cent angehoben worden, bereits 2019 wird der Grundtarif nach den Berechnungen der NAEB-Experten über die 50-Cent-Marke springen. Deutschland hat somit aktuell die höchsten Strompreise in der EU. Die Stromkosten in Frankreich sind zum Beispiel 40 % niedriger. Bis 2025 werden die Stromkosten laut einem Gutachten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) um 70 % steigen. Schuld daran sind die Kosten für die Energiewende und der Ausstieg aus der Atomkraft.
Das Institut für Umweltpsychologie der Universität Magdeburg mit Unterstützung durch das Bundesumweltministerium hat in einem Forschungsprojekt zur öffentlichen Akzeptanz von erneuerbaren Energien ermittelt:
„über 95 Prozent der Bevölkerung sind für erneuerbare Energien“ [1] (Wer den 1. Hauptsatz der Thermodynamik versteht, weiß auch, warum es keine Erneuerbaren Energien gibt. Von der Politik wird bewusst die irreführende Bezeichnung „Erneuerbare Energien“ vorsätzlich gewählt, um die Bevölkerung zu täuschen.)

Nun, wenn ein so großer Bevölkerungsteil für die langfristige Vernichtung ihres sozialen Wohlstands ist, wie die Deindustrialisierung durch erhebliche Wettbewerbsnachteile der wertschöpfenden Wirtschaftszweige, so müssen diese Bürger künftig damit leben. Was sie nicht verstehen, durch ausreichende preiswerte Energie kann der Volkswohlstand erhalten werden und sehr viel für den Umweltweltschutz getan werden, da ausreichende Mittel zur Verfügung stehen. Eine Mangelwirtschaft, wie z. B. in der ehemaligen DDR, führt zum unweigerlichen Untergang.

In Deutschland waren bisher die Preise von Erdöl, Gas und Strom miteinander gekoppelt. Stieg der Preis zum Beispiel von Öl, so folgten die Kosten von Gas und Strom. Bei dem starken Preisanstieg von Strom ist es nur logisch, dass die Gas- und Ölpreise in Zukunft im Verhältnis ebenso ansteigen.

Die anderen 5 % der Bevölkerung, die erkannt haben, dass die Preisspirale der Energiewendepolitik nicht in Ordnung ist, können sich der Preisentwicklung nicht vollständig entziehen, es gibt aber alternative Möglichkeiten, um Energiekosten zu sparen.
Hier sollen drei Möglichkeiten vorgestellt werden.

Das Passivhaus Institut verglich 2008 die Wärmeversorgung mit einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe mit Grundwasser als Wärmequelle mit anderen Verfahren. Es schätzte dieses Verfahren als wirtschaftlich ein. Jedoch ist der Einsatz nicht an allen Standorten wasserrechtlich möglich. [2] Eine Wärmepumpe benötigt Strom, ist also auch abhängig von den Stromkosten. Aber aufgrund der kostenfreien Energiebereitstellung ist dies langfristig ein günstiges Verfahren zur Wärmegewinnung.

Sehr sinnvoll ist aber auch ein Kaminofen
, welcher als zusätzliche Heizung aufgestellt werden kann. Gerade dort, wo kostengünstig Holz anfällt, kann die vorhandene Heizanlage entlastet werden. Gerade während der Übergangszeit an kühleren Tagen braucht die Heizanlage mit Warmwasser nicht in betrieb genommen werden. Gerade bei großem Pufferspeicher ist dies nicht sehr sinnvoll, da sehr viel Wasser erst erwärmt werden muss, wenn man es im Wohnzimmer am Abend 2 bis 3 Grad wärmer haben möchte. Diese Kaminöfen mit ihrem hohem Strahlungsanteil können aber auch einzeln betrieben werden. Es gibt aber auch wasserführende Kaminöfen, die in das vorhandene System der Warmwasserheizung eingebunden werden können. Auf diese Weise kann ebenfalls der Verbrauch der Brennstoffe Öl oder Gas reduziert werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Wärmeversorgung mit Biomasse, zum Beispiel heizen mit Pellets . War die Wärmeversorgung mit Pelletkessel im Jahre 2008 gegenüber die Variante mit Öl-Niedertemperaturkessel wirtschaftlich schlechter [2], so ändert sich dies durch den starken Anstieg der Ölpreise. Zunehmend verbessert sich auch der Wirkungsgrad durch die Weiterentwicklung der relativ jungen Technologie. Hier ist es wichtig, dass man langfristig kostengünstig Holzpellets beziehen kann. Der wesentliche Vorteil gegenüber einer Holzheizung ist der Dauerbetrieb. Man muss nicht ständig Holz nachlegen.

Sowohl die Errichtung von Biomasseanlagen als auch die Wärmepumpen werden je nach Ausführung über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gefördert.

Quelle:
[1] BMU Newsletter zur Forschung im Bereich Erneuerbare Energien 03/08 9.7.2008, S.7
[2] Passivhaus Institut Endbericht: Bewertung energetischer Anforderungen im Lichte steigender Energiepreise für die EnEV und die KfW-Förderung, Projekt-Nr. 10.8.17.7-06.13, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Feb. 2008, S.52

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Mobilitätsverbesserung älterer Menschen

Erstellt von Peter Rauch am 24. Januar 2013

Die Bürger in Deutschland werden immer älter. Viele der Mitbürger sind bis zum hohen Alter vital und möchten ihr Leben aktiv gestalten und über sich bestimmen.

80zigster Geburtstag

Einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid ergibt, dass zwei Drittel der Mieter und Wohneigentümer ab 50 auch im Alter von 70 Jahren noch eigenständig in einer gewöhnlichen Wohnung oder einem Haus leben möchten. Davon würden 57 Prozent bei Bedarf auch ein zusätzliches Hilfsangebot in Anspruch nehmen. Lediglich 15 Prozent wollen später in eine Seniorenresidenz oder ins Pflegeheim. Im höheren Alter würden etwa 33 % mit mehreren Generationen oder bei Verwandten (16 Prozent) wohnen. [1] „Als sehr wichtig für ein selbstständiges Leben im Alter werden neben Angeboten für Hilfe und Pflege zuhause die gute Erreichbarkeit von Geschäften, Ärzten und öffentlichen Verkehrsmitteln genannt. Für Serviceleistungen oder altersgerechte bauliche Veränderungen könnten die Befragten durchschnittlich 280 Euro monatlich aufbringen.“ gegenwärtig liegt der Bestand an altersgerechten Wohnungen bei rund 400.000 bis 500.000 Wohnungen, bis 2025 werden rund zwei Millionen dieser Wohnungen in Deutschland benötigt. [2]
In der nachfolgenden Übersicht wird die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland (in Tausend) gezeigt. Die Anzahl der Senioren über 65 Jahre steigt stark an. Was diese Statik nicht sagt, ist der Gesundheitszustand und die Vitalität der Menschen. Diese wird sich gegenüber heute sicherlich wesentlich verbessern.

Jahr gesamt Alter über 65 Jahre
2000 82.276 13.694 16,6%
2010 81.541 16.800 20,6%
2020 80.433 18.665 23,2%
2050 73.603 23.426 31,8%

Mit der Veränderung der Bevölkerungsstruktur ergeben sich Anforderungen an unsere Umwelt. Überwiegend möchten die Menschen so lange wie möglich eigenständig in vertrauter Umgebung leben. Das betrifft sowohl das soziale Umfeld und die eigenen vier Wände, egal ob als Wohnungseigentümer, im Eigenheim oder als Mieter. Die Menschen werden aber auch immer anspruchsvoller. Auch im Alter soll der gehobene Wohnkomfort beibehalten werden. Ebenso ist das Bedürfnis nach Selbstbestimmung gewachsen.

Neben den altersgerechten Wohnungen gibt es das Konzept des betreuten Wohnens. Dieses Konzept verbindet Sicherheit und Hilfe von außen. Dabei bleibt die individuelle Lebensgestaltung mit größtmöglicher Eigenständigkeit erhalten. Gleich wie bei altersgerechter Wohnung sind diese Wohnanlagen seniorengerecht und barrierefrei. Darüber hinaus werden in unterschiedlicher Ausprägung Serviceleistungen und Betreuungsangebote angeboten. Es sind keine Pflegeeinrichtungen gemäß den Richtlinien des Heimgesetzes, sondern sind Angebote für ältere Menschen, die ihre alltäglichen Belange noch zum größten Teil selbst erledigen können, sich aber in verschiedenen Lebensbereichen Unterstützung wünschen. Zum Beispiel ein Klingelknopf und es kommt schnell jemand vorbei.

Unabhängig, ob die eigene Wohnung altersgerecht umgebaut wird oder neue Wohnungen geschaffen werden, es besteht ein sehr großer Bedarf. Im Zusammenhang der Betrachtung mit der Feuchtigkeit in der Raumluft und der damit immer größeren Problematik der Schimmelpilzbildung stehen die Personenanzahl und die Raumgröße in Verbindung. Die gerade in Deutschland früher und auch heute gebauten Einraumwohnungen bestehen praktisch aus einem großen Raum, eventuell ist die Küche integriert oder in einer ganz kleinen Nische untergebracht. Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen, halten sich praktisch lediglich nur die Abend- und Nachstunden in diesem Raum auf. Senioren leben Tag und Nacht dort. Sie produzieren immer Feuchtigkeit. Die Fenster werden im Winter nur ganz kurz geöffnet, da sie frieren und der Kälten direkt ausgesetzt werden. Mit einem Fenster kann auch keine Querlüftung erfolgen. In der Ukraine und in Russland bestehen die 27 m2 bis 30 m2 großen Wohnungen immer aus einem Zimmer und einer Küche, wo man sich auch den ganzen Tag aufhalten kann. Beide Räume haben ein Fenster. Man kann so selbst entscheiden, in welchem Zimmer man sich aufhält. In der Küche fand früher in Deutschland das Leben statt. In anderen Ländern ist dies auch noch so. In Deutschland geht der Trend zur Wohnküche. Trotz der Verknüpfung des großen Wohnraums und der Küche gibt es genügend andere Räume, zum Beispiel Schlafraum, Kinderzimmer usw. Eine Kopie auf eine kleine Wohnung ist daher aus wohnpsychologischen und wohnhygienischen Gesichtspunkten ein falscher Ansatz.

Wie bereits oben genannt, möchte die Menschen so lange wie möglich im sozialen Umfeld und in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Das betrifft nicht nur ältere Mitbürger, sondern auch Menschen, die durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit körperlich nicht mehr alles machen können. Es ist daher eine Wohnungsanpassung
entsprechend den Wünschen und Erfordernissen zu empfehlen. Das können Haltegriffe, breitere Türen und anderes sein. Kurz, die Wohnung muss barrierefreie nutzbar sein. In der Regel ist auch das Bad umzubauen, sodass man sich ohne Probleme selbstständig waschen und baden kann. Mit zunehmendem Alter fällt das Treppensteigen immer schwerer. Dies kann aber auch durch eine Krankheit verursacht sein. In der Regel ist es ein Problem, an welches man früher, wo man für sich und die Kinder ein Haus baute, nicht gedacht hatte. Die Kinder sind aus dem Haus ausgezogen und das Schlafzimmer befindet sich in der ersten Etage. Ein Teil der Räume kann wegen des schlechten Treppensteigens nicht mehr oder nur selten genutzt werden. Gerade hier zu können zu den Häufig gestellte Fragen , Lösungen auch für die Mietwohnung angeboten werden. Gerade bei den Wohnungsumbaumaßnahmen können Kosten anfallen, die über den finanziellen Möglichkeiten der Pension oder der Invalidenrente liegen. Was nicht so bekannt ist, dass die Leistungen der Pflegeversicherung Umbaumaßnahmen finanziell unterstützt. Damit lassen sich viele Erleichterungen beim Wohnen realisieren und die vertraute Wohnung und das soziale Umfeld braucht man nicht verlassen.

Quelle:
[1] Lieber Umbau als Seniorenresidenz 17.1.2011 www.focus.de
[2] Deutsche wollen im Alter selbstständig wohnen 24.01.2010 www.welt.de

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