Altbausanierung und Energiepolitik

Archiv für April, 2016

Wann sind Entfeuchtungsgeräte zu verwenden?

Erstellt von Peter Rauch am 25. April 2016

Eine der gegenwärtigen sehr verbreiteten Probleme ist die höhere Luftfeuchtigkeit in den Wohnungen. Mit den immer strengeren Anforderungen an den Wärmeschutz werden die Gebäude immer dichter. Ein gut funktionierendes Gebäude muss immer ausreichend Feuchtigkeit abgeben können. Der überwiegende Feuchtigkeitsaustausch erfolgt über das Lüften, also über das Fenster, oder mithilfe einer Lüftungsanlage. Die neuen Fenster mit den Lippendichtungen sind so dicht, dass nur sehr wenig Luft unkontrolliert entweicht. Ältere Fenster waren nicht so dicht und so erfolgte auch bei geschlossenem Fenster fast immer ein ausreichender Luftaustausch mit entsprechender Reduzierung der Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Heute müssen die Fenster mehrere Male am Tag kurze Zeit geöffnet werden. Nur so kann die relative Luftfeuchte in den Räumen auf einem Niveau gehalten werden, ohne dass Feuchteschäden mit Schimmelpilzbildung entstehen. Bei den neuen Fenstern gibt hier einen kleinen Trick, um die Fugendichtheit zu reduzieren und so einen etwas höheren Luftaustausch zu erreichen. Der Fenstergriff wird beim Schließen nicht ganz nach unten gedrückt, sondern bleibt etwas schräg. Dadurch wird die Lippendichtung nicht so angepresst und ist etwas weniger dicht.

Unabhängig davon gibt es aber Räume, wo die Luftfeuchtigkeit trotz gutem Lüftungsverhalten der Bewohner relativ hoch bleibt. Das können zum Beispiel innen liegende Bäder ohne Fenster sein oder zu kleine Schlafzimmer. Die Praxis hat immer wieder gezeigt, dass man mit Luftentfeuchtungsgeräte die Luftfeuchtigkeit in den Räumen verringern kann.

Grundsätzlich sind diese Geräte nicht geeignet, feuchte Keller trockenzulegen. In diesem Fall sind erst einmal die Ursachen der hohen Feuchtigkeit im Mauerwerk zu ermitteln. Tritt die Feuchtigkeit von außen ein, so ist ein geeignetes vertikales oder und horizontales Abdichtungsverfahren auszuwählen und anzuwenden. Erst nach dem keine Feuchtigkeit mehr eindringt, kann mit einem Trocknungsgerät die Restfeuchte beseitigt werden.
Ist die Ursache eine Kondenswasserbildung, warme Luft kondensiert an der kühleren Kellerwandoberfläche, so ist der Einsatz eines Trocknungsgerätes für einzelne Räume machbar. Es beseitigt nicht die Ursache, reduziert jedoch die Luftfeuchte. Es ist auch preiswerter als eine sensorgesteuerte Lüftung. Die Anwendung einer sensorgesteuerten Lüftung ist zum Beispiel für die Trocknung eines größeren Kellerkomplex, Archive oder Gebäude mit massivem Mauerwerk (Schlossanlagen) sinnvoll. Für die Trocknung werden energiesparend die Enthalpieunterschiede der Innen- und Außenluft genutzt.

Beispiel aus der Praxis für die Anwendung von Entfeuchtungsgeräte

Bei einer Bekannten traten bei einer Wohnung immer wieder Schimmelschäden auf. Nach den ein Luftentfeuchtungsgerät in dem betreffenden Raum aufgestellt wurde, konnte das Problem gelöst werden. Ein anderes Beispiel sind die Wohnwagen von Dauercamper. Im Winter werden diese in der Regel nicht benutzt und sind verschlossen. Über den Winter treten zwar keine sehr großen Schimmelprobleme wegen fehlender Lüftung auf, aber es riecht muffig und kleine Schimmelflecke sind vorhanden. Wird im Herbst ein kleiner Luftentfeuchter mit Granulat aufgestellt, so ist im Frühjahr alles trocken und in Ordnung.
Auf dem Markt werden für die Raumtrocknung elektrische Entfeuchtungsgeräte aber auch Raumluftentfeuchter mit Granulat angeboten. Welches Gerät optimal für den jeweiligen Raum geeignet ist, können Sie im Luftentfeuchter Test erfahren.

Hohe relative Luftfeuchte durch unzureichende Temperierung

Eine weitere Ursache der hohen Luftfeuchte ist eine unzureichende Temperierung der Räume. Die Raumlufttemperatur sollte immer höher als die der Außenlufttemperatur sein. Je niedriger die Lufttemperatur ist, so weniger Feuchtigkeit nimmt die Luft auf. Je größer die Differenz der absoluten Luftfeuchte ist, so schneller erfolgt ein Luftwechsel und damit auch eine Reduzierung der Luftfeuchte in den Räumen. Zu beachten ist: Im Sommer kann man bei schwülwarmen Tagen Feuchtigkeit in die Räume hineinlüften.
Durch die in den letzten Jahren stark angestiegenen Energiepreise wird auch weniger geheizt. Die Temperatur der Raumluft ist somit geringer. Wie bereits gesagt, nimmt diese weniger Feuchtigkeit auf und die relative Luftfeuchte steigt an. Kommt diese „feuchtere“ Luft dann noch mit einer kühleren Wandoberfläche in Berührung, so taut unter ungünstigen Bedingungen das Wasser aus. An dieser Stelle wird die Wand feucht und es bildet sich Schimmel.
Bei feuchten Räumen ist auch das Heizverhalten als mögliche Ursache zu erkunden. Eine Kombination mit einer veränderten Heizung, z. B. Randleistenheizung oder Fußbodenheizung kann das Feuchteproblem langfristig gelöst werden. Ein Trocknungsgerät unterstützt den Vorgang.

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Holz als idealer Baustoff für den Innenausbau und die Konstruktion

Erstellt von Peter Rauch am 22. April 2016

Holz ist ein der wichtigsten historischen Baustoffe. Neben Gebäuden aus Stein wurden einfache Holzhäuser errichtet. Die Auswahl der Baustoffe wurde von der örtlichen Verfügbarkeit bestimmt. So entwickelten sich je Region auch bestimmte konstruktive Ausführungen der Gebäude, in dem die Dachkonstruktion als Gewölbe oder Kuppel aus Steinen errichtet wurden. Der Baustoff Holz war hier sehr knapp.

In waldreichenden Gebieten von Europa und Nordamerika wurden die Gebäude aus Holzstämmen (Blockbauweise) errichtet. Überall stehen hier noch Jahrhunderte alte Gebäude. Hier eins der noch vielen älteren Wohngebäude aus Holz in den Karpaten.

Wohngebäude aus Holz

Holz lässt sich statisch hoch beanspruchen und ist daher auch gut als Träger für Decken- und Dachkonstruktionen geeignet. Parallel entwickelte sich Gebäude aus verschiedenen natürlichen Baustoffen. Ein Beispiel sind die Fachwerkhäuser wie hier in Wernigerode.

Fachwerk in Wernigerode

Das Holz übernimmt die statische Funktion und die Ausfachung besteht aus Steinen, Lehm oder Ziegel. Es werden die jeweiligen Eigenschaften der unterschiedlichen Baustoffe genutzt, um wirtschaftlich ein Gebäude zu errichten.

Bei der Altbausanierung dieser Gebäude werden oft Fehler begangen und die Folge sind gravierende Bauschäden. Bei der Sanierung müssen die feuchtetechnischen Eigenschaften, die Luftumspülung und Kontrollierbarkeit der Holzkonstruktionen beachtet werden. Wird der ursprüngliche diffusionsoffene Wandaufbau durch zusätzliche Sperrschichten in der Konstruktion verändert, so können an den Bauteilen Schäden auftreten, wo bisher nie ein Schaden vorlag. Besonders sensibel ist der Fachwerkbau. Wird der ursprüngliche Wetterschutz entfernt, so kann jetzt in die Fugen zwischen der Ausfachung und der Holzkonstruktion Niederschlagswasser eindringen. Ebenso können Schäden auftreten, wenn das Ausfachmaterial mit einer diffusionsdichten Beschichtung versehen wird. Besonders viele Fehler können bei einer nachträglichen energetischen Ertüchtigung auf der Innenseite der Außenwände und Decken entstehen. Auf diese Weise wurden viele seit Hunderten Jahren (fast) schadensfreie Gebäude in nur wenigen Jahren zerstört.

Aber neben den guten konstruktiven Eigenschaften des Holzes hat es auch hervorragende raumklimatische und optische Eigenschaften.

Holzwerkstoffe für die Raumgestaltung

An erster Stelle soll der günstige Wärmeeindringkoeffizient genannt werden. Die guten Eigenschaften merkten Sie, wenn Sie sich auf eine Bank aus Holz oder Beton setzen. Holz ist angenehm warm. Die Oberfläche wird sehr schnell angewärmt. Hingegen wird bei Beton oder bei Steinen die Wärme unseres Körpers sehr schnell in das Innere geleitet. Diese Oberflächen sind daher kühler. Mit Holz lassen sich so angenehme Oberflächen in den Räumen schaffen. Wird also eine Holzverschalung an eine kühle Wandoberfläche angebraucht, zum Beispiel bei einer Sitzecke in der Küche, so wird das Kälteempfinden in Richtung Außenwand verringert. Sehr gut ist dies bei einer Holzdielung zu erkennen. Diese Zimmer sind gewöhnlich „fußwärmer“ als Räume mit Steinholzfußboden oder Fliesen. Neben diese wärmetechnischen Eigenschaften vermittelt Holz ein angenehmes natürliches Raumklima. Holz sollte in seinen natürlichen Eigenschaften erhalten bleiben. Durch diese Eigenschaften wirkt es gut feuchteregulierend. Auf dem Markt gibt es ein breites Angebot an verschiedenem Holz für die Innenraumgestaltung. Das können spezielle Paneelen, Innentüren, Leimplatten oder Möbelteile aus Holz sein.

Lacke behindern die Diffusionseigenschaften des Holzes. Besser sind dagegen Dünnlasuren oder Bienenwachs, wenn die Oberflächen beschichtet werden sollen.
Was auf jedem Fall vermieden werden sollte, ist die vollständige Ausgleitung der Innenwandoberflächen (Wände und Decken) mit dunkler Holzpaneele. In den ersten Jahren sieht dies gut aus aber dann wird dies erdrückend. Im folgenden Bild eine Decke aus Holzpaneelen.

Decke aus Holzpaneele

Bei der Verwendung von Holz für die Raumgestaltung ist ein harmonisches Design zu beachten. Hier spielen natürlich auch die Form und das Material der Möbel und der Innentüren eine entscheidende Rolle.

Bei Eigentum ist die Raumgestaltung mit Holzpaneelen oder der Austausch weniger schöne Türen machbar. Bei einer Mietwohnung ist das dagegen nur mit Zustimmung des Vermieters (Eigentümers) möglich. Im Normalfall ist die Wohnung wieder so zu übergeben, wie sie angemietet wurde. Bei einer echten Wertsteigerung ist das schon möglich, dass der Eigentümer zustimmt. Von einer ungenehmigten Veränderung sollte Abstand genommen werden. Der Vermieter hat immer das Recht jederzeit die Wohnung zu besichtigen und kann in diesem Fall die Herstellung des ursprünglichen Zustandes einfordern. Nicht nur die Arbeit war umsonst, sondern es kommt noch Ärger hinzu.

Zum Schluss noch ein Tipp beim Dachausbau. In der Regel befinden sich in den Dachwohnungen nur noch wenige wärmespeichernde Baustoffe. Wärmespeichernde Baustoffe nehmen Wärme von der Raumluft auf und beugen so einer schnellen Überhitzung vor. Später geben die Baustoffe die Wärme wieder an die Raumluft ab und wirken so temperaturregulierend. Werden zum Beispiel nicht gerade die dünnen Holzpaneele an die Dachschrägen angebracht, so verbessern sich neben den Isoliereigenschaften auch die Wärmedämmeigenschaften. Zusätzlich wirkt naturbelassenes Holz gut feuchteregulierend. Holzpaneele trägt so für ein gutes Raumklima bei.

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