Das Haus renovieren

Archiv für August, 2016

Das Gartengrundstück zum Wohnhaus

Erstellt von Peter Rauch am 22. August 2016

Das Gartengrundstück direkt am Haus hat für jeden Hausbesitzer eine andere Bedeutung. Der eine möchte sich darin erholen und sonnen. Ein paar Pflanzen, Büsche und Blumen, eine schön gestaltet Terrasse mit passenden Pflanzkübeln oder einer interessanten Weggestaltung verschönert das Anwesen, welches während der warmen Jahreszeit genutzt wird. Andere benutzen es als Abstellfläche für das Auto mit etwas Rasen. Wieder andere benutzen diese Gartenfläche für den Obst- und Gemüseanbau. Es ist eben nicht schlecht, wenn man einige Zeit die eigenen schmackhaften Tomaten essen kann und auf das vitaminarme Einheitsobst und Gemüse aus dem Supermarkt verzichten kann.

Der Garten hat daneben auch einen hohen Erholungswert. Man ist für einige Stunden dem täglichen Stress entflohen und kann ein Stück Natur genießen. Was für die Bewohner in den Dörfern normal ist, fehlt in den Städten. Mitte der 19. Jahrhundert entstanden die Schrebergärten, siehe Artikel Gartenhaus. Die Kinder in den Städten sollten mit der Natur vertraut gemacht werden und in kleinen Beeten Gemüse anbauen. Sicherlich war die Geduld der Kinder nicht so groß und die Eltern übernahmen dann die Pflege der Beete. Später entstanden dann kleine Parzellen, wo die Familien Obst und Gemüse anbauten. In den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in Leipziger Südost Mehrfamilienhäuser errichtet. Im Hof befanden sich kleine Gärten. Diese dienten weniger zur Erholung, sondern für die Eigenversorgung. Natürlich wuchs auf diesen kleinen Flächen auch nicht sehr viel und konnte die Eigenversorgung nicht decken. Es gab aber im Sommer zusätzlich frisches Gemüse und Obst.

Heute betreibt man den Garten mehr als Hobby. Wie bereits oben genannt, hat jeder eine andere Vorstellung wie der Garten aussehen soll. Hat man sein Garten in einem Gartenverein, so gibt es laut Satzung bestimmte Vorgaben, nach den man sich zu richten hat. Das kann die Laubengröße, die Gartenumzäunung oder auch den Anbau von Obstbäumen betreffen. Bevor man in den Gartenverein eintritt und ein Garten erwirbt, sollte man sich über die Vorgaben informieren. Hat man vollkommen andere Vorstellungen, so ist es besser, man sucht sich einen anderen Verein. Eine Nachbarin wollte einen Naturgarten mit Kräutern usw. Das entsprach nicht den Vorstellungen des Gartenvorstandes, welcher sich gleich in der Nähe befindet. Nach kurzer Zeit hatte sie den Garten wieder aufgegeben.

Gerade, wenn man sich neu einen Garten anschafft, hat man viele Fragen zum Obstanbau zur richtigen Pflanzzeit, dem Baumverschnitt oder wann welche Blumen blühen. Aber auch Tipps, wie ein Garten gestallt werden kann.

Wir hatten ein Bauerhaus aus Lehm, welches bereits die Völkerschlacht bei Leipzig gesehen hatte. In unserer Wohnumgebung gehört ein etwa 500 qm großer Garten zu den Häusern. Der kleine Garten war wie ein Paradies, Ruhe und etwas Natur unweit von einer Hauptstraße. Aber die Stadt Leipzig ist der Meinung, die Stadt muss wachsen und der verbliebene dörfliche Charakter muss beseitigt werden.
In den beiden Bildern sehen Sie unser Gartengrundstück in Leipzig früher und wie dieses jetzt aussieht.

Gartenansicht

Gartenansicht mit denkmalschutzgerechtem Bauwerk dörflichen Charakters

Da ich meinen Garten zum Arbeiten und Schreiben der Fachbücher und der vielen Fachartikel genutzt hatte, welche Sie kostenfrei auf meiner Webseite lesen können, wurde so auch mein Arbeitsplatz vernichtet. Ich hoffe, dass ich auf unserem Grundstück und im Garten hier in den ukrainischen Karpaten wieder Ruhe zum Arbeiten finde. Allerdings müssen wird das Gartengrundstück auch erst einmal nach unserem Vorstellungen umgestalten und haben einige neue Pflanzen angepflanzt. Natürlich geht im Hochsommer bei einer Tagestemperatur von 30 °C nicht alles gut. Ein paar Blumen lassen ihre Blätter ganz schön hängen. Die Erdbeeren haben ihre Umpflanzung gut vertragen. Die Himbeeren und einige Blumen haben die lange Fahrt aus Deutschland ganz gut überstanden. Ich denke, in ein paar Jahren wird das Gartengrundstück genauso schön wie unserer ehemaliger Garten in Deutschland sein. Auf jedem Fall findet man hier auf dem 1500 qm immer einen schattigen Platz für die Mittagsruhe ohne Baulärm und neugierige Augen der Nachbarn.

Garten in Karpaten

Abgelegt unter Bauen und Wohnen | Keine Kommentare »

Gesundes Raumklima auch im Sommer

Erstellt von Peter Rauch am 12. August 2016

Zum gesunden Raumklima gehören neben der schadstofffreien Raumluft auch eine bestimmte Luftfeuchtigkeit und eine Raumtemperatur. In der nachfolgenden Tabelle werden Richtwerte für den Arbeitsplatz angegeben, welche sinngemäß aber auch für das Wohnklima anwendbar sind.

Arbeitsleistung Behaglichkeits-
grenze
in [°C]
relative Luftfeuchte
in [%]
Frischluft
in [m3/h]
Luftbewegung
[m/s]
Geistige Arbeit 20-23 35-70 20-40 0,1
Leichte Arbeit 18-21 35-70 30-50 0,1
Schwere Arbeit 14-17 35-70 60-90 0,5

Die Temperatur der Wandflächen sollte gegenüber der Raumlufttemperatur nicht größer als 2 bis 3 K betragen. Bei einer Strahlungsheizung liegt in der Raumhöhe nur eine geringe Temperaturdifferenz vor. Anders ist es bei einer Konvektionsheizung. An der Zimmerdecke herrscht eine hohe Temperatur und über dem Fußboden in der Nähe der Außenwand ist es kalt.
Durch die entsprechende Anordnung und Auswahl der Heizkörper kann während der kalten Jahreszeit eine angenehme Zimmertemperatur erreicht werden.

Im Sommer dagegen wird in einzelnen Räumen eine Kühlung benötigt, damit die Zimmertemperaturen in einem angenehmen Bereich liegen. Besonders heizen sich Baracken oder ausgebaute Dachgeschosse auf. Die Außenschale besteht aus einer Leichtkonstruktion (Mineralwolle, Tragkonstruktion und Dampfbremse), welche nur dämmt aber keine Wärme speichert und so nur gering regulierend auf die Raumtemperatur einwirkt. Sind in der Konstruktion auch noch Fehler, wie zum Beispiel Fugen in der Dämmung oder in der Dampfbremse, so wird die Temperaturschwankung sogar noch verstärkt. Dies gilt sowohl im Sommer bei hohen Außentemperaturen aber auch im Winter bei niedrigen Temperaturen. Im Winter kommt aber noch ein Problem hinzu, da durch das Druckgefälle von inne nach außen gleichzeitig Feuchtigkeit in die Dämmschicht transportiert wird. Die Dämmung wird feucht und die Wärmeleitung erhöht sich und die Dämmung verliert an Dämmeigenschaften. Bereits bei ca. 4 % Feuchtigkeit verliert die Mineralwolle fasst 50% ihrer Dämmeigenschaft. Im Sommer trocknet diese Feuchtigkeit wieder aus. Allerdings fühlt man sich bei sehr hohen Raumtemperaturen um 30 °C nicht wohl. Neben der genannten Leichtkonstruktion begünstigen Fensterflächen die Raumtemperatur. Bei Sonnenschein erfolgt auch eine Erwärmung der Bauteil- bzw. Möbeloberflächen. Diese erwärmen die Raumluft. Was im Winter gewollt ist, soll im Sommer vermieden werden. Jalousien reduzieren die Sonneneinstrahlung. Am günstigsten wirken die äußeren Jalousien. Sie wirken gleichzeitig isolierend durch den zusätzlichen Luftraum zwischen Jalousie und Fensteroberfläche.
Aber nicht in jedem Fall sind diese konstruktiven Maßnahmen ausreichend. In dem Fall ist der Einsatz einer Klimaanlage sinnvoll, welche während der warmen Jahreszeit kühlt aber auch für die Wärmeversorgung einsetzbar ist. Im Shop Mitsubishi-Electric M-Serie finden Sie sicherlich ein geeignetes Klimagerät.

In Tunesien findet man sowohl Klimageräte für innen aber auch für außen. Man muss bedenken, dass es dort über mehrere Monate sehr heiß ist und in der Nähe des Meeres in der Nacht sich nicht sehr stark abkühlt. Im Winter dienen die Klimageräte in den Hotelanlagen nicht für die Kühlung, sondern als Heizung. Auch wenn die Stromkosten für deutsche Verhältnisse gering sind, so sind diese für die einheimische Bevölkerung teuer und werden trotz des Vorhandenseins nur sparsam genutzt. Die Familien, welche wir besucht hatten, hatten keine Klimaanlagen. Die älteren Wohngebäude haben hohe Räume mit Kuppeln oder einem Tonnengewölbe. Im oberen Teil der Räume befindet sich die warme Luft und im unteren Teil liegen dagegen auch an heißen Tagen angenehme Lufttemperaturen vor. In der Regel sind die Fenster relativ klein. Sie bestehen aus einer Einscheibenverglasung und außen aus Rollladen aus Holz. Klimatisch am günstigsten schneiden die Gebäude ab, welche aus einem dicken Mauerwerk mit massiven Feldsteinen bestehen. Aus Kostengründen werden jedoch dünne Mauerwerke gebaut. Bei Neubauten gehören die Klimageräte wie die solare Wassererwärmung zum Standard.

Klimaanlage auf Djerba
Klimaanlage bei einem Wohnhaus auf Djerba

In Bulgarien hatten wir vorwiegend nur bei Hotelanlagen und bei neuen Mehrfamilienhäusern Klimageräte gesehen. Gerade die Wohngebäude am Schwarzen Meer, welche als Ferienwohnung verkauft werden, sind in Skelettbauweise ausgeführt und vorwiegend mit einem ca. 11 cm Mauerwerk ausgefacht und einer Außendämmung versehen. Da die Wohnungen in der Regel nur 3 Monate im Sommer genutzt werden, müssen diese entsprechend preiswert errichtet werden. In vielen Fällen haben diese Wohnungen auch keine Heizung. Ergänzt soll an dieser Stelle nur, dass die in diesem Land die Wohnfläche gegenüber Deutschland anders berechnet wird. Hier zählen die Innenwände und alle überbaute Flächen dazu. Daher fällt die angegebene Fläche der Wohnung größer und bei einem Haus zum Teil erheblich größer aus, als die nach deutschem Verständnis genutzte Wohnfläche.

In den ukrainischen Karpaten habe ich bisher nur selten ein äußeres Klimageräte für die Kühlung gesehen. Auch hier sind die Gebäude aus Kostengründen relativ einfach gebaut worden. Wir haben selbst ein Haus aus den 50-iger Jahren, welches aus Langlochsteinen mit einer Wandstärke von 27 cm (inklusiv Innen- und Außenputz) besteht. Im Sommer bei 30 °C hat diese Konstruktion ein annehmbares thermisches Verhalten. Das Haus steht frei und die überwiegende Erwärmung erfolgt über die großen Kastenfenster. Am Nachmittag erreicht die Amplitude mit der hohen Temperatur die Innenseite und es wird im Raum warm. Mit dem Sonnenuntergang kühlt die Außenluft in der Berglandschaft sehr schnell auf unter 20 °C ab. Bei geöffneten Fenstern kann die Raumtemperatur schnell verringert werden. Ab etwa Mitternacht sind die Innenseiten der Außenwände auch wieder kühler und am Morgen bis zum Nachmittag liegt die Raumtemperatur in einem angenehmen Bereich. Nach der deutschen Energiesparverordnung ist diese Wandkonstruktion untragbar und müsste mit 10 cm Dämmung versehen werden. Was hier wegen der höheren ständigen Luftfeuchtigkeit im Sommer im Außenbereich gleich gar nicht funktioniert.
Auch wenn die Auskühl- beziehungsweise Aufheizdauer von (mehrschichtigen) Außenbauteilen in diesem Fall sehr kurz ist, kann man in der Praxis damit leben. Man muss nur beim Nutzungsverhalten die entsprechenden konstruktiven Merkmale beachten. Im Winter sind die Außenwände nicht gerade gut. Ebenso bestehen hier die Decken zum nicht ausgebauten Dachboden lediglich aus einem Deckenputz auf einer Sparschalung und Deckenbalken.

Abgelegt unter Bauen und Wohnen | Keine Kommentare »

Tipps für ein altersgerechtes Badezimmer

Erstellt von Peter Rauch am 11. August 2016

Wer ein Haus baut, plant auch das Badezimmer mit viel Fingerspitzengefühl. Ein Thema dabei ist das altersgerechte Wohnen. Kurz gesagt bedeutet das: ein Badezimmer ohne Hürden, mit Stützgriffen für den sicheren Halt und mit genügend Fläche, um sich zu bewegen.

Barrierefrei oder altersgerecht?

Im Sprachgebrauch wird altersgerechtes Wohnen oft mit dem Terminus barrierefrei in Verbindung gebracht. Dabei stehen die Wörter nicht als Synonyme zueinander. Eine altersgerechte Einrichtung kann vielmehr als Teil der Barrierefreiheit verstanden werden. Die Barrierefreiheit wird in der DIN-Norm 18040-2 geregelt und beschäftigt sich mit wohnlichen Lösungen für Menschen mit motorischen oder sensorischen Behinderungen, sodass sie sich Zuhause selbstständig ohne fremde Hilfe bewegen können. Barrierefreies Wohnen schließt demnach Teile des altersgerechten ebenso wie behindertengerechten Wohnens mit ein. Die altersgerechte Einrichtung ist im Gegensatz dazu nicht fest definiert, somit frei von strengen Vorgaben und richtet sich eher an individuelle Bedürfnisse.

Bodenebene Dusche

Ein wichtiger Bestandteil jedes altersgerechten sowie barrierefreien Badezimmers ist die bodengleiche Dusche. Der Zugang zur Duschzone erfolgt ebenerdig – ohne Stufen oder Hürden. Auch für Personen, die einen Rollstuhl nutzen, ist diese Art der Duschwanne äußerst vorteilhaft, da sie mühelos hineinfahren können. Hinzu kommt, dass die ebenerdige Dusche seit Längerem auch hinsichtlich des Designs stark gefragt ist und so in zahlreichen Variationen wie dem eingebauten und befliesten Duschboard oder als superflache Duschtasse angeboten wird. Welche Vorteile die verschiedenen Modelle haben, erfahren Interessierte zum Beispiel bei Calmwaters.
Bei jeder Dusche ist wichtig, dass der Duschbereich ausreichend groß ist und genügend Platz für die mühelose Drehung um die eigene Körperachse bietet. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sollte mindestens 1,50 Meter in Breite sowie Länge einplanen, ansonsten reichen Duschzonen im Bereich von 1,20 Meter gut aus. Um den Duschspaß noch komfortabler zu gestalten, empfiehlt es sich, die Duscharmatur sowie Seifenspender auf Bauchhöhe zu platzieren.

Erhöhtes WC

Zu einem altersgerechten Badezimmer gehört auch eine Toilette, die ihre Nutzer gut bedienen können. Oftmals ist es ratsam, das WC etwas höher als üblich zu montieren. So fällt das Hinsetzen und Aufstehen leichter. Typische Maße dafür liegen im Bereich zwischen 46 bis 48 cm Höhe. Ist das WC zusätzlich mit Stützgriffen ausgestattet, zeigt sich der Zugang als noch komfortabler. Damit auch die Reinigung mühelos gelingt, greifen Senioren gerne zu einem WC mit Öffnung an der Vorderseite. Ein solches Modell bietet auch Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ein erleichtertes Umsetzen.

Barrierefreie Lösungen

Während die oben genannten Maßnahmen häufig zum Gegenstand in altersgerechten Wohnungen werden, gibt es weitere Lösungen, die insbesondere für Menschen im Rollstuhl ein selbstständigeres Leben versprechen. Dazu zählt der unterfahrbare Waschtisch: Hierbei handelt es sich um ein flaches Waschbecken inklusive spezieller Ablauftechnik, das ideal von Rollstuhlfahrern genutzt werden kann. Sie erreichen den Wasserhahn ohne Mühen aufgrund der angepassten Formgebung des Beckens und sie stoßen sich auch nicht die Knie am Siphon. Für die Nutzung der Badewanne eignet sich auf der einen Seite ein spezieller Badewannenlift, auf der anderen Seite sorgt eine Tür in der Wanne für den komfortablen Zugang. Das Gute an beiden Varianten: Sie können auch nachträglich in das Badezimmer integriert werden. Wer schon von Anfang an eine leicht begehbare Wanne wünscht, wählt ein besonders niedrig montiertes Modell. Der Rand hat dann eine Höhe von etwa 25 cm – für viele eine überwindbare Hürde. Zusätzlich sollten auch hier Stützgriffe für den sicheren Halt zum Einsatz kommen. Damit sich alle Sanitärobjekte gut bedienen lassen, eignen sich Einhebelmischer am Waschbecken, in der Dusche und der Badewanne. Die eine Hand stellt Wassermenge und -temperatur ein, während die andere zum Stützgriff greifen kann und so für einen sicheren Stand sorgt. Empfehlenswert sind auch Mischbatterien, die durch einen Bewegungssensor aktiviert werden. So stoppt der Wasserhahn nach einigen Sekunden ganz automatisch – versehentlich laufende Armaturen gehören damit der Vergangenheit an.

Abgelegt unter Bauen und Wohnen | Keine Kommentare »