Altbausanierung und Energiepolitik

Archiv für Dezember, 2016

Der Hausbau mit Ziegelsteinen

Erstellt von Peter Rauch am 23. Dezember 2016

Die Ziegelsteine sind neben Holz und Steine einer der ältesten Baustoffe für Gebäude. Bereits in der assyrischen Zeit vor 6000 Jahren sind Ziegelbauten bekannt. Die besten Ziegel werden in Ägypten hergestellt. Das beruht sicherlich auf die Erfahrung der vielen Generationen. Auf einer 3500 Jahre alt Wandmalerei werden in Ägypten Ziegler bei der Arbeit gezeigt.
Gegenüber den anderen natürlichen Baustoffen werden diese Steine geformt. Bei der Herstellung erhalten diese Ziegelsteine gleich die Größe, welche für die Errichtung des Gebäudes benötigt werden. Es haben sich daher je Region bestimmte Größen herausgebildet.

Nach 1872 galten für die Backsteinformate in Deutschland nachfolgende Maße:
für das Reichsformat 25,0 cm x 12,0 cm x 6,5 cm,

für das Klosterformat 28,5 cm x 13,5 cm x 8,5 cm,

für das Oldenburger Format 22,0 cm x 10,5 cm x 5,0 cm,

für das heutige Normalformat 24 cm x 11,5 cm x 7,1 cm.

Heute gibt es aufgrund des geringeren Raumgewichts zum Teil recht große Formate. Damit lassen sich in der gleichen Zeit wesentlich größere Wandabschnitte erstellen. Die Bauzeit wird verkürzt und die Lohnkosten reduziert. In den 50-iger und 60-iger Jahren gab es bereits diese Entwicklung zur Block- und anschließend zur Großblockbauweise. Allerdings nicht mit dem klassischen Baustoff Ziegel, sondern z. B. Ziegelsplittbeton oder Stahlbeton. Heute gibt es eine Vielzahl verschiedener Baustoffe, wie z. B. Kalksandsteine, Porenbeton, Bimsbeton, Schlackesteine usw.
Gab es früher noch den Spruch „Ein Kalk, ein Stein, ein Bier“, was etwa so viel bedeuten soll, jeder kann ein Haus bauen. So sind heute die Ansprüche an die Herstellung eines korrekten monolithischen Mauerwerkes passend zu den anderen Bauteilen eines Gebäudes sehr hoch.
Nicht nur die Maurerfirma in Potsdam, sondern in vielen anderen Orten werden diesen Anforderungen gerecht.

Die Baustoffe Mauerstein, Mörtel und Putzaufbau müssen genau zueinanderpassen, um eine lange Standzeit zu gewährleisten. Bei der Verarbeitung von hochdämmenden Mauersteinen muss wärmedämmender Mauermörtel verwendet werden, sonst entsteht an dieser Fuge eine Wärmebrücke. Aber auch an die Ausführung und den Schichtaufbau des Außenputzes werden sehr hohe Ansprüche gestellt. Der Putz muss den erforderlichen Schutz gegenüber dem Klima bieten aber auch den gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten wie beim Mauerstein haben. Bei einem Vollstein und hydraulischen Kalk ist das kein Problem. Wird allerdings ein Zementputz auf eine Gasbetonwand aufgebraucht, welche auch noch von der Sonne beschien wird, dann dauert es nicht lange und das Mauerwerk wird an der Gebäudeecke zerstört. Die Gasbetonsteine werden regelrecht durchgerissen und es können durchgehende Fugen von mehreren Millimetern entstehen.

Der Marktanteil der Verarbeitung von Ziegelsteinen in Deutschland lag im Jahre 2005 bei 25,5%.
Wie groß der Anteil bei uns in den ukrainischen Karpaten ist, kann ich nur schlecht einschätzen. Betrachtet man jedoch die vielen neuen Familienhäuser mit Villencharakter, so ist der Anteil sehr hoch.

Villa aus Ziegelsteine in Transkarpatien
Rohbau einer Villa in den ukrainischen Karpaten

Natürlich werden hier genauso bauphysikalisch unsinnige Konstruktionen erstellt, wie in Westeuropa, dämmende Ziegelsteine mit äußerer Kunststoffbeschichtung als Styropor. Da der ahnungslose Bauherr solche Konstruktion im Land seiner Dienstherren gesehen hat und diese für den letzten technischen Schrei hält. Man muss aber auch sagen, von einer Sieblinie und einem Wasserzementwert haben die auf dem Land auch noch nichts gehört.
Aber nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt gibt es noch den klassischen Beruf des Maurers. In Vinnitsa konnte ich beobachten, dass die 10-stöckigen Gebäude mit einem 50 cm dicken Mauerwerk erstellt werden.

Hochhäuser aus Ziegelsteinen Erstellung eines Mauerwerkes
Die Hochhäuser in Vinnitsa (Ukraine) werden gemauert

In Kiew wird die Stahlskelettkonstruktion vorwiegend mit Ziegel nur ausgefacht und dann eine Außendämmung angebracht. Analog erfolgt die Ausfachung in ländlichen Gegenden in der Türkei und Tunesien am Ägäischen Meer bzw. Mittelmeer. Die Stärke des Mauerwerks aus Hohllochziegel hängt vom Vermögen des Bauherrn ab. Die etwas Reicheren lassen sich ein dickeres Mauerwerk errichten, welches einen besseren Schutz gegenüber der sommerlichen Hitze bietet.

Baustelle auf Djerba (Tuniesien)
Baustelle auf Djerba in Tuniesien

Haus aus Ziegelsteine auf Djerba
Wohnhaus aus den 12 Kammerziegelsteinen auf Djerba

Neben der Größe der Ziegelsteine spielen natürlich ihre Eigenschaften eine sehr wichtige Rolle, welche auch bei gleicher Masse recht unterschiedlich sein können. Dies hängt einmal von der Qualität des verarbeiteten Lehms und vom Trocknungs- und Brennprozess ab. Mit den verschärften Forderungen der Energieeinsparverordnung werden Ziegelsteinen hergestellt, welche bereits auf dem Wasser schwimmen können, so leicht sind diese. (Porosierte Ziegel haben ein Gewicht von 660-810 kg/m3 gegenüber den Vollziegeln mit einem Gewicht von 1560-2000 kg/m3.
Mit den hochdämmenden Steinen mit Wärmeleitzahl von bis 0,075 W/mK hat das Mauerwerk allerdings auch nur eine geringe Masse. Dieses Ziegelmauerwerk mit einer Mauerstärke von 49 cm und modernen Außenputz erreicht einen U-Wert zwischen 0,14 und 0,16 W/m2. Damit werden die Vorgaben für ein Passivhaus erreicht. Allerdings ist der U-Wert nur ein Kriterium für die energetischen Eigenschaften einer Konstruktion. An eine Außenwand werden mindestens 25 Anforderungen gestellt.

Sollten Sie eine Ferienwohnung am Schwarzen Meer in Bulgarien kaufen, so bedenken Sie, diese Gebäude wurden preiswert für die Nutzung nur für den Sommer gebaut. Das dünne Mauerwerk ist für die kalte Jahreszeit weniger geeignet. Da auch nur in wenigen Fällen eine Heizungsmöglichkeit vorhanden ist, muss mit Strom geheizt werden. Der Strompreis kostet umgerechnet 13 Ct./Kwh.

Ferienwohnung am Schwarzen Meer in Bulgarien
Ferienwohnung am Schwarzen Meer in Bulgarien

Zum Beispiel je geringer die Masse ist, so geringer ist auch das Wärmespeichervermögen der Konstruktion. Ein optimales Wärmespeichervermögen der Bauteile gleicht Temperaturschwankungen in den Räumen aus. Bei einer Außenwand können solare Energiegewinne erzielt werden und im Sommer sorgt die nächtliche Kühle für die Vermeidung eines Barackenklimas. Ein erfahrener Maurerhandwerker weiß das. Auch die deutschen Handwerker, wenn sie nicht gerade der aktuellen Baupolitik hörig sind. Allerdings haben sie nur noch im Denkmalschutzbereich die Möglichkeit richtig zu bauen, ohne gegen die aktuellen Wärmeschutzvorschriften zu verstoßen.

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Die Wohnung in Schuss bringen: Das müssen Mieter wissen

Erstellt von Peter Rauch am 17. Dezember 2016

Die Wandfarbe gefällt nicht, der Bodenbelag nervt, die Elektrik ist veraltet: Wenn Mieter in ihrer Wohnung etwas stört, legen sie gern selbst Hand an. Doch Achtung: Mieter können bei Sanierung, Ausbau und Selbermachen nicht nach Belieben agieren.

Was ohne Rücksprache mit dem Vermieter geht

Das Wichtigste vorab: Mieter können in ihrer Wohnung frei schalten und walten, solange sich die Änderungen wieder rückgängig machen lassen, keine bleibenden Schäden entstehen und Nachbarn nicht unter den Umbauarbeiten leiden – beispielsweise durch Lärm oder Dreck. Sie dürfen ohne Absprache mit dem Vermieter beispielsweise Wände in jeder gewünschten Farbe streichen oder zwischen zwei Wänden ein Loch für ein Kabel bohren. Und eine Satellitenschüssel für den TV-Empfang dürfen Sie unauffällig auf dem Balkon anbringen. Sobald Mieter die Schüssel aber an der Fassade installieren wollen, muss der Vermieter zustimmen. Wie Sie eine solche Schüssel selbst montieren und viele weitere nützliche Tipps zu technischen Themen finden Sie regelmäßig im Technik Magazin von reichelt.de.

schöne Deckengestaltung
Deckengestaltung in einer Wohnung auf Djerba

Reden ist Gold

Tabu sind Projekte, die die Substanz der Wohnung betreffen. Bauliche Veränderungen dürfen Sie grundsätzlich nur mit der Zustimmung des Vermieters angehen. Dieser kann sein Einverständnis von der Verpflichtung abhängig machen, dass Sie die Wohnung bei Auszug wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Auch die Einforderung einer zusätzlichen Kaution seitens des Vermieters ist möglich. Wichtig: Halten Sie die Einwilligung und weitere Vereinbarungen schriftlich fest, so haben Sie für den Fall der Fälle etwas in der Hand. Generell gilt auch bei nicht zustimmungspflichtigen Maßnahmen: Ein Gespräch mit dem Vermieter ist immer sinnvoll. Er wird in der Regel nichts gegen Ihre Pläne haben. Vor allem dann nicht, wenn die Wohnung aufgewertet wird. Und wer weiß: Womöglich beteiligt sich der Vermieter an den Kosten oder hat einen guten Tipp parat.

Weitere wichtige Tipps für DIY-Mieter

  • Sicherheit: Absolut sichere Arbeitsverhältnisse sind Voraussetzung. Zur Ausstattung gehören daher beispielsweise rutsch- und trittfeste Leitern, intakte Werkzeuge und gegebenenfalls erforderliche Prüfinstrumente. Auch die Baustoffeigenschaften sind wichtig.
  • Fachgerechte Ausführung: Bei Arbeiten in der Mietwohnung ist eine fachgerechte Ausführung Pflicht. Denn für Schäden oder eventuell anstehende Nacharbeiten durch einen Profi steht der Mieter gerade. Besonders achtsam müssen Arbeiten an Leitungen und Rohren durchgeführt werden. Denn hier ist bei Fehlern nicht nur der potenzielle Schaden immens, darüber hinaus besteht Lebensgefahr.
  • Auf die Nachbarn achten: Vielen bleiben nur die Abendstunden, Wochenenden oder Feiertage zum Renovieren. Wer dann mit Hammer, Bohrer oder auf andere Weise Lärm und Dreck erzeugt, treibt die Nachbarn zur Weißglut. Stehen in der Hausordnung keine entsprechenden Regelungen, sind folgende Zeiten tabu:
    – In der Woche von 13 bis 15 Uhr und nach 22 Uhr
    – Samstag: vor 8 Uhr, zwischen 13 und 15 Uhr und nach 19 Uhr
    – Sonn- und Feiertage: ganztägig.

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