Das Haus renovieren

Holzfußboden und Holz im Wohngebäude

Erstellt von Peter Rauch am Sonntag 25. Juni 2017

Holz ist einer der ältesten Baumaterialien. Es zeichnet sich durch eine Reihe von hervorragenden statischen und wohnbiologischen Eigenschaften aus. Holz lässt sich gut verarbeiten und bei entsprechender Nutzung und Pflege hält es viele Jahrhunderte. Viele der Fachwerkhäuser sind mehrere Hundert Jahre alt. Dieses Alter konnte diese Häuser durch ihre speziellen konstruktiven Merkmale erreichen. Holz muss vor ständigen Niederschlag geschützt werden. Wird Holz einmal feucht, dann muss es möglichst schnell abtrocknen können.

Was ist bei einem Holzfußboden zu beachten?

Sehr lange Zeit bestand der Fußbodenbelag in den Etagen aus Holzdielung. Gewöhnlich befindet sich der Dielenbelag auf einer Holzbalkendecke. Bei dieser Konstruktion ist es wichtig, dass alle Holzteile ausreichend belüftet und somit trockengehalten werden können. Der Luftaustausch mit der Feuchtigkeit erfolgt über die Dielenfugen und am Rand über die Scheuerleiste. Wird ein gummierter Teppich oder ein Fußbodenbelag auf die Dielung oder ein Parkett aufgelegt, so kann die Feuchtigkeit nicht mehr ausreichend entweichen. Die Feuchtigkeit nimmt zu und es kann zu einem Schaden an der Dielung und an der Deckenkonstruktion kommen. Egal ob ein Schaden an einem Parkettfußboden oder eine Dielung auftritt, dieser sollte auf jedem Fall durch einen Fachmann besichtigt und auch beseitigt werden. Hier ist es wichtig, dass die Firma viele Jahre Erfahrungen hat, wie zum Beispiel die Fußboden Ambulanz in Hamburg. Die Reparatur und der Austausch der Holzdielung bzw. von Parkett bedarf, wie die Neuverlegung viel Erfahrungen. Es muss nicht nur die gleiche Holzart mit annähern gleicher Färbung und Struktur sein, sondern das einzusetzende Holz muss auch die gleiche Holzfeuchte besitzen, wie der übrige Holzfußboden. Wird dies nicht beachtet, so kommt es zu Rissen oder Verwerfungen, da Holz quillt und schwindet. In dem kleinen Tool können sehen, welchen Einfluss die Feuchtigkeit auf das Holz hat. Stimmt die Einbaufeuchte mit der ständig vorliegenden Feuchte nicht überein, so können größere Schäden vor allem am Parkett auftreten.
Ein bekannter Architekt hatte sich in seinem Mehrfamilienhaus das Dach für sich selbst ausgebaut. Das Parkett wurde ohne Trennfuge in drei Räume mit einer Länge von 15 m verlegt. Nachts wurde er von einem lauten Knall aufgeweckt, die nächsten Tage riss das verklebte Parkett des Fußbodens an mehrere Stellen. Was war passiert? Das Holz war getrocknet und hat die Feuchtigkeit der trocknen Wohnung angenommen. Über die Länge von 15 m waren Risse mit insgesamt von 5 cm entstanden. Das Holz wurde zu feucht eingebaut und mit entsprechenden Dehnungsfugen an den Zimmerübergängen hätten die Schäden am Holzfußboden vielleicht vermieden werden können.

Man muss nicht immer Schäden an Holzfußböden bei anderen Häusern aufzählen. Gestern Abend kamen wir nach Haus. Meine Frau betrat den Korridor neben der Eingangstür und ein Dielenbrett der Klappe zum Keller zerbrach. Die Mieterin hatte vor ein paar Jahren ein Stück Fußbodenbelag auf die Dielung neben dem Eingang gelegt. Genau diese zugedeckte Dielung zerbrach. Unter den Belag war irgendwann auch etwas Wasser gelaufen und an der Holzoberfläche hatten sich 3 – 4 kleine Stellen Myzel vom Weißen Porenschwamm gebildet. Aber der war nicht verantwortlich, sondern Anobium punctatum ein Holzwurm. Dort wo die Dielung durch den Fußbodenbelag feucht war, sind zahlreiche Löcher von der Larve und die Dielung war nicht mehr tragfähig. Der gewöhnliche Nagekäufer (Holzwurm) benötigt gar nicht viel Feuchtigkeit. Ihm reicht für seine Fraßaktivitäten eine Feuchte ab 9-10%. Daher sollte die Holzfeuchte so niedrig wie möglich sein.
Holzfußböden sind etwas Besonderes. Sie müssen, aber auch richtig behandelt werden.

Warum nicht einen alten Dielenfußboden fachgerecht wieder aufarbeiten? Die alte Farbbeschichtung und die Unebenheiten abschleifen und mit der entsprechenden Beschichtung versehen. Leider findet man kaum noch die alten Pflegemittel, wie z. B. Bohnerwachs. Eine kleine Büchse hatte ich nach langem Suchen im Obi-Baumarkt gefunden. Die Drogerien oder Supermärkte haben so etwas nicht mehr im Angebot. In der Ukraine bei uns in Transkarpatien gibt es so etwas gleich gar nicht. Die Mehrheit der Häuser haben Holzfußböden aus einer Dielung. Aber darauf liegen dicke Teppiche oder eben Fußbodenbeläge. Da die Dielung im Erdgeschoss auf einer Schüttung liegt, ist die bereits oben genannte Lüftung über die Fugen sehr wichtig.

Deckenverkleidung aus Holzpaneele

Holzverkleidung und Vertäflung

Eine schöne Holzverkleidung verschafft ein angenehmes Raumklima. Holz nimmt schnell Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt dies auch wieder ab. So wird die Luftfeuchtigkeit reguliert. Durch den günstigen Wärmeeindringkoeffizienten ist die Oberfläche auch angenehm warm. Sie merken dies, wenn Sie sich auf eine Bank aus Holz oder Stein setzen. Holz ist warm. Bei der Verkleidung der Wände ist darauf zu achten, dass diese nicht zu einer „Innendämmung“ werden. Genauso ist kein feuchtes Mauerwerk zu verkleiden. In beiden Fällen kommt es zu einem Feuchtestau hinter der Verkleidung. Im ungünstigen Fall kann dann ein Holz zerstörender Pilz entstehen. In einem Treppenhaus konnte sich so hinter der Sockelverkleidung im Eingangsbereich der Echte Hausschwamm bilden. Nun muss es nicht immer zu diesem Schaden kommen, es reicht aber bereits aus, wenn sich in dem Hohlraum hinter der Holzverkleidung sich vermehrt Schimmel bildet. Die höhere Sporenkonzentration verbreitet sich dann unbemerkt in den Raum.

Fachwerkhäuser

Beim Fachwerk sind daher alle tragenden Holzteile (Rähm, Stiele, Deckenbalken usw.) so einzubauen, dass immer etwas Luft heran kann, es darf aber auch keine Niederschlagswasser eindringen. Wird bei einem älteren Fachwerkhaus der vor Schlagregen schützende Putz entfernt, so kann man darauf warten, dass die freigelegten tragenden Hölzer innerhalb von kurzer Zeit durch Holzschädlinge geschädigt werden. Das Gleiche gilt für eine nachträgliche Wärmedämmung im Innenbereich. Eine nachträgliche Änderung ist mit hohem Risiko verbunden, da bereits kleine Fehler bei der Ausführung zu einem Feuchtestau im Wandquerschnitt führen können. Man sollte sich wirklich überlegen, ob sich die Kosten bei diesen Häusern für den Umbau und die möglichen Sanierungsarbeiten gegenüber den eingesparten Energiekosten rechnen. Dies gilt für ein intaktes Gebäude. Ist das Fachwerkgebäude hingegen bereits reparaturbedürftig, dann sind natürlich andere Überlegungen erforderlich.

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