Altbausanierung und Energiepolitik

Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
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Mobilitätsverbesserung älterer Menschen

Erstellt von Peter Rauch am Donnerstag 24. Januar 2013

Die Bürger in Deutschland werden immer älter. Viele der Mitbürger sind bis zum hohen Alter vital und möchten ihr Leben aktiv gestalten und über sich bestimmen.

80zigster Geburtstag

Einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid ergibt, dass zwei Drittel der Mieter und Wohneigentümer ab 50 auch im Alter von 70 Jahren noch eigenständig in einer gewöhnlichen Wohnung oder einem Haus leben möchten. Davon würden 57 Prozent bei Bedarf auch ein zusätzliches Hilfsangebot in Anspruch nehmen. Lediglich 15 Prozent wollen später in eine Seniorenresidenz oder ins Pflegeheim. Im höheren Alter würden etwa 33 % mit mehreren Generationen oder bei Verwandten (16 Prozent) wohnen. [1] „Als sehr wichtig für ein selbstständiges Leben im Alter werden neben Angeboten für Hilfe und Pflege zuhause die gute Erreichbarkeit von Geschäften, Ärzten und öffentlichen Verkehrsmitteln genannt. Für Serviceleistungen oder altersgerechte bauliche Veränderungen könnten die Befragten durchschnittlich 280 Euro monatlich aufbringen.“ gegenwärtig liegt der Bestand an altersgerechten Wohnungen bei rund 400.000 bis 500.000 Wohnungen, bis 2025 werden rund zwei Millionen dieser Wohnungen in Deutschland benötigt. [2]
In der nachfolgenden Übersicht wird die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland (in Tausend) gezeigt. Die Anzahl der Senioren über 65 Jahre steigt stark an. Was diese Statik nicht sagt, ist der Gesundheitszustand und die Vitalität der Menschen. Diese wird sich gegenüber heute sicherlich wesentlich verbessern.

Jahr gesamt Alter über 65 Jahre
2000 82.276 13.694 16,6%
2010 81.541 16.800 20,6%
2020 80.433 18.665 23,2%
2050 73.603 23.426 31,8%

Mit der Veränderung der Bevölkerungsstruktur ergeben sich Anforderungen an unsere Umwelt. Überwiegend möchten die Menschen so lange wie möglich eigenständig in vertrauter Umgebung leben. Das betrifft sowohl das soziale Umfeld und die eigenen vier Wände, egal ob als Wohnungseigentümer, im Eigenheim oder als Mieter. Die Menschen werden aber auch immer anspruchsvoller. Auch im Alter soll der gehobene Wohnkomfort beibehalten werden. Ebenso ist das Bedürfnis nach Selbstbestimmung gewachsen.

Neben den altersgerechten Wohnungen gibt es das Konzept des betreuten Wohnens. Dieses Konzept verbindet Sicherheit und Hilfe von außen. Dabei bleibt die individuelle Lebensgestaltung mit größtmöglicher Eigenständigkeit erhalten. Gleich wie bei altersgerechter Wohnung sind diese Wohnanlagen seniorengerecht und barrierefrei. Darüber hinaus werden in unterschiedlicher Ausprägung Serviceleistungen und Betreuungsangebote angeboten. Es sind keine Pflegeeinrichtungen gemäß den Richtlinien des Heimgesetzes, sondern sind Angebote für ältere Menschen, die ihre alltäglichen Belange noch zum größten Teil selbst erledigen können, sich aber in verschiedenen Lebensbereichen Unterstützung wünschen. Zum Beispiel ein Klingelknopf und es kommt schnell jemand vorbei.

Unabhängig, ob die eigene Wohnung altersgerecht umgebaut wird oder neue Wohnungen geschaffen werden, es besteht ein sehr großer Bedarf. Im Zusammenhang der Betrachtung mit der Feuchtigkeit in der Raumluft und der damit immer größeren Problematik der Schimmelpilzbildung stehen die Personenanzahl und die Raumgröße in Verbindung. Die gerade in Deutschland früher und auch heute gebauten Einraumwohnungen bestehen praktisch aus einem großen Raum, eventuell ist die Küche integriert oder in einer ganz kleinen Nische untergebracht. Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen, halten sich praktisch lediglich nur die Abend- und Nachstunden in diesem Raum auf. Senioren leben Tag und Nacht dort. Sie produzieren immer Feuchtigkeit. Die Fenster werden im Winter nur ganz kurz geöffnet, da sie frieren und der Kälten direkt ausgesetzt werden. Mit einem Fenster kann auch keine Querlüftung erfolgen. In der Ukraine und in Russland bestehen die 27 m2 bis 30 m2 großen Wohnungen immer aus einem Zimmer und einer Küche, wo man sich auch den ganzen Tag aufhalten kann. Beide Räume haben ein Fenster. Man kann so selbst entscheiden, in welchem Zimmer man sich aufhält. In der Küche fand früher in Deutschland das Leben statt. In anderen Ländern ist dies auch noch so. In Deutschland geht der Trend zur Wohnküche. Trotz der Verknüpfung des großen Wohnraums und der Küche gibt es genügend andere Räume, zum Beispiel Schlafraum, Kinderzimmer usw. Eine Kopie auf eine kleine Wohnung ist daher aus wohnpsychologischen und wohnhygienischen Gesichtspunkten ein falscher Ansatz.

Wie bereits oben genannt, möchte die Menschen so lange wie möglich im sozialen Umfeld und in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Das betrifft nicht nur ältere Mitbürger, sondern auch Menschen, die durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit körperlich nicht mehr alles machen können. Es ist daher eine Wohnungsanpassung
entsprechend den Wünschen und Erfordernissen zu empfehlen. Das können Haltegriffe, breitere Türen und anderes sein. Kurz, die Wohnung muss barrierefreie nutzbar sein. In der Regel ist auch das Bad umzubauen, sodass man sich ohne Probleme selbstständig waschen und baden kann. Mit zunehmendem Alter fällt das Treppensteigen immer schwerer. Dies kann aber auch durch eine Krankheit verursacht sein. In der Regel ist es ein Problem, an welches man früher, wo man für sich und die Kinder ein Haus baute, nicht gedacht hatte. Die Kinder sind aus dem Haus ausgezogen und das Schlafzimmer befindet sich in der ersten Etage. Ein Teil der Räume kann wegen des schlechten Treppensteigens nicht mehr oder nur selten genutzt werden. Gerade hier zu können zu den Häufig gestellte Fragen , Lösungen auch für die Mietwohnung angeboten werden. Gerade bei den Wohnungsumbaumaßnahmen können Kosten anfallen, die über den finanziellen Möglichkeiten der Pension oder der Invalidenrente liegen. Was nicht so bekannt ist, dass die Leistungen der Pflegeversicherung Umbaumaßnahmen finanziell unterstützt. Damit lassen sich viele Erleichterungen beim Wohnen realisieren und die vertraute Wohnung und das soziale Umfeld braucht man nicht verlassen.

Quelle:
[1] Lieber Umbau als Seniorenresidenz 17.1.2011 www.focus.de
[2] Deutsche wollen im Alter selbstständig wohnen 24.01.2010 www.welt.de

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