Altbausanierung und Energiepolitik

Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
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Neue Fenster

Erstellt von Peter Rauch am Montag 11. Februar 2013

Fenster sind Öffnungen in einer geschlossenen Gebäudehülle. Sie haben mehrere Funktionen. Die wichtigsten Funktionen sind die Tageslichtbeleuchtung der Räume, die Sichtkommunikation nach außen und der Luftaustausch. Auch erfolgt eine Kommunikation durch die Fensteröffnung, zum Beispiel zum Nachbarn oder Straßenpassanten.
Als Schutz vor Klimaeinflüssen und auch vor Tieren wurden diese Fensteröffnungen je nach Bedarf mit Holzläden oder andere geeigneten Materialien verschlossen, die sich auch ohne Probleme öffnen ließen. Funde in Pompeji zeigen Fensterscheiben aus der Zeit um 30 v. Chr. Etwa um 900 n. Chr. entstanden die ersten Kirchenfenster. Mit der Herstellung eines preiswerten Fensterglases wurde es möglich, die Fenster verschließbar herzustellen, wo immer noch ausreichend Licht in die Räume gelangen konnte. Lange Zeit bis zur heutigen Zeit dominierte das Einfachfenster. Eine Glasscheibe in einem Holzrahmen. Gerade diese konstruktive Ausführung wird unterschiedliche betrachtet. Durch das Glas wird das wärmende Sonnenlicht hindurchgelassen. Aber die aus dem Raum bzw. Gebäudeinneren stammende Wärmestrahlung reflektiert. Man muss aber auch die Wärmeleitung des Glases und der Rahmenkonstruktion berücksichtigen. Moderne Fenster wurden als Kastenfenster mit 2 bis 3 Glasscheiben ausgeführt. Heute bestehen die neuen Fenster in Deutschland vorwiegend aus Mehrscheiben-Isolierglas. In den Scheibenzwischenraum befindet sich nicht mehr Luft, sondern das besser isolierende Edelgas Argon. Die Dreifach-Isolierverglasungen im Kunststoff- und Holzfensterprofil zeichnen sich durch einen niedrigen Wärmedurchgang und einer hohen Dichtheit (zwei bis 3 Lippendichtungen) aus. Der Vorteil besteht im hohen Automatisierungsgrad, der geringen Differenzen der Maße und des einfacheren Einbaus, was die Fenster preiswerter macht. Es können je nach Bedarf verschiedenste Fensterarten und –formen hergestellt werden (mehr Fenster Auswahl).

Fenster

Wir müssen grundsätzlich zwischen einem Neubau und einer Altbausanierung unterscheiden. Bei einem Neubau werden diese neuen fenstertechnischen Eigenschaften bei der Projektierung des Gebäudes und der Gebäudehülle berücksichtigt. Bei einem Altbau beruht die Funktionsfähigkeit des Gebäudes auf die älteren nicht so dicht schließenden Fenster. Werden bei der energetischen Sanierung lediglich die Fenster ausgetauscht, so kann es zu feuchtetechnischen Problemen führen. Die Innenscheiben der Fenster muss als kühlste Fläche erhalten bleiben. Hier kann sich sichtbar Kondenswasser ansammeln, ohne größere Schäden an zurichten. Erfolgt zum Beispiel der Austausch der Kastenfenster durch Isolierverglasung mit einem U-Wert 1,3 W/m²K und besser, so verlagert sich die kühlste Oberfläche in die Innenecken sowie an die Außenwände über den Fußboden. Bei einem Austausch der Fenster ist bei dünnem Mauerwerk auch eine energetische Ertüchtigung der Fassade vorzunehmen, zum Beispiel durch ein vorgesetztes Mauerwerk. Bisher lag eine unkontrollierte Lüftung vor, wo überschüssige Luftfeuchte abgelüftet www.ib-rauch.de/Beratung/luften.html wurde. Bei den dichteren Fenstern verringert sich die Lüftungsrate und die Luftfeuchte steigt an. Dies ist in der Projektierung zu berücksichtigen. Die Laibung der Kastenfenster ist gegenüber den neuen Fenstern breiter. Bei den besser isolierten Fensterrahmen der Isolierfenster ist der Anschluss der Rahmen zur Laibung der kälteste Punkt bzw. Streifen. Diese Anschlüsse und die Laibung müssen sorgfältig ausgeführt und energetisch verbessert werden.

Ob nun isolierte Kunststofffenster oder Holzfenster eingebaut werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel Denkmalschutz, Wetterseite mit Schlagregenbeanspruchung, Gefährdung durch Holzschädlinge usw.

Da die Fensterfläche bei einer Fassade relativ groß ist, hat diese Fläche energetisch auch eine große Bedeutung. Eine richtige Auswahl, Anordnung und Ausrichtung mindert den Energieverbrauch des Gebäudes, da nicht nur die Wärmeisolierung, sondern auch die Solargewinne zu berücksichtigen sind (vergleiche Wintergarten und Gewächshaus). Gerade mit den ständig steigenden Energiepreisen muss man alle Komponenten in die gesamtenergetische Betrachtung einbeziehen. Nicht nur die Heizanlage, Fassadendämmung oder neue Fenster. Da alle modernen Heizanlagen mit Strom funktionieren (Computer, Regeleinrichtungen, Umwälzpumpen usw.) schlagen sich die Energiepreise bereits erheblich in der Gesamtbilanz nieder. Selbst Luft-Wasser-Wärmepumpen sind durch den Preisanstieg durch das EEG, die Netzkosten und Steuern unwirtschaftlich geworden. Hier hilft nur, einen zuverlässigen und zugleich kostengünstigen Stromanbieter auszuwählen. Auch wenn der Anbieter echten Ökostrom verkauft, was technisch und physikalisch unsinnig ist, beziehe ich meinen Strom seit vielen Jahren von www.lichtblick.de .

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