Altbausanierung und Energiepolitik

Erfolgreich die eigene Wohnung verkaufen

Erstellt von Peter Rauch am Mittwoch 5. Dezember 2012

Wer denkt, der Verkauf einer Eigentumswohnung ist zwangsläufig einfacher als der Verkauf eines Hauses, der kann schnell eines Besseren belehrt werden. Oft entsteht der Eindruck der Verkauf einer Wohnung ist leicht, da eine Wohnung kleiner ist als ein Haus, doch auch die Veräußerung einer Wohnung kann sich als Herausforderung darstellen.
Der Verkäufer veräußert nicht nur eine Wohnung, sondern auch Anteile am Gemeinschaftseigentum. Wie der Name schon sagt, gehören zum Gemeinschaftseigentum alle Dinge, die dem gemeinschaftlichen Gebrauch der Wohnungseigentümer dienen, das können gemeinsame Eingangstüren, Treppenhäuser, aber auch Strom-, Wasser- und Gasleitungen sein. Ein potentieller Wohnungskäufer kann sich z.B. gegen einen Kauf entscheiden, wenn er das Gefühl hat, die Entscheidungen der Gemeinschaft könnten seinen eigenen Vorstellungen widerstreben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der beim Verkauf zu beachten ist: eine freie Wohnung ist am Markt in der Regel mehr Wert als eine vermietete Immobilie. Das liegt darin begründet, dass der Eigentümer einer freien Wohnung auch frei über die Nutzung entscheiden kann. Bei vermieteten Wohnungen müssen demgegenüber auch die Rechte des Mieters berücksichtig werden.
Aus Sicht des Verkäufers stellt sich vor dem Vermarktungsprozess die wichtige Frage: zu welchem Preis, kann ich die Wohnung verkaufen? Hier bietet es sich an, die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen in gleichen oder ähnlichen Lagen zu analysieren. Grundsätzlich gibt es neben der Lage und dem Zustand der Immobilie noch einige weitere wichtige Faktoren, die bei der Preisbildung zu beachten sind. Das betrifft das Baujahr: handelt es sich um einen Altbau oder Neubauwohnung? In welcher Etage liegt die Wohnung? Erdgeschosswohnungen sind oft günstiger zu erwerben. Hat die Wohnung einen Balkon oder einen eigenen Zugang zum Garten? Wie groß ist die Immobilie und wie viele Zimmer hat die Wohnung? Diese Merkmale und vor allem die Lageeinschätzung sind entscheidend bei der Festlegung des Angebotspreises.
In den meisten Fällen ist es deshalb empfehlenswert die Wohnung vor dem Verkauf von einem fachkundigen Experten einschätzen zu lassen. Ortansässige Immobilienmakler und Sachverständige haben oftmals einen besseren Überblick über die Marktentwicklungen und die zu erzielbaren Immobilienpreise.

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Feuchte und biologische Bauschäden an massiven Baukonstruktionen

Erstellt von Peter Rauch am Samstag 17. November 2012

1. Die Entstehung chemischer und biologischer Bauschäden erfordern immer eine bestimmte Feuchte und ein ausreichendes Angebot geeigneter Nährstoffe. Diese Feuchtigkeit kann von außen eindringen, wie Niederschlag und Bodenfeuchte, vom Abbindeprozess der Bindemittel stammen, welche nicht ausreichend abgeführt wird, oder es liegt eine hohe Gleichgewichtsfeuchte vor, die der Baustoff mit seiner umgebenden Luftfeuchte eingeht. Das Nährstoffangebot stammt vom Baustoff selbst, welcher aus organischen Verbindungen besteht, durch Verschmutzungen, wie Staubablagerungen, Wässer u. a. oder durch angrenzende bzw. gelagerte organische Materialien.

Schimmel im Bad

2. Das Vorkommen bestimmter biologischer Schadensorganismen ist abhängig von der Art des Baustoffs und dessen feuchteabhängigen Zustandes im Baukörper.

3. Ausreichend starkes massives Mauerwerk speichert genügend Wärme, z. B. durch solare Wärme, sodass es an der Bauteiloberfläche in den Morgenstunden nicht bzw. nur zur geringen Tauwasserbildung kommt. Bei konstruktiv guter Gestaltung können diese ungehindert durch die umgebende Luft abtrocknen. Damit ist eine ständige ausreichende Abtrocknung möglich. Dies ist gerade bei freistehenden unbeheizten Bauteilen wichtig.

4. Massive Baustoffe haben durch Ihr Volumen gute feuchteregulierende Eigenschaften, die sich durch Adsorption, Diffusion und bei hoher Feuchte durch kapillare Leitfähigkeit auszeichnet. Diese Eigenschaften werden durch die Struktur der Baustoffe bestimmte. Für eine gute Feuchteregulierung sind Baustoffe günstig, die auf ein Mikroporensystem beruhen.

5. Die gegenwärtigen Untersuchungen der Schimmelpilzbildung beruhen vorwiegend auf der Ursuche hoher Luftfeuchten im Gebäude, die in Wechselwirkung mit den Bauteiloberflächen stehen. Daraus werden die entsprechenden Handlungen bzw. Sanierungskonzepte abgeleitet, wie Reduzierung der Luftfeuchte, fungizidhemmende Beschichtungen oder eine nachträgliche Wärmedämmung.

6. Gerade biologische Bauschäden treten in Kombination verschiedener Bedingungen auf. Dabei stellt die Heizungsart eine wichtige Rolle für die Vermeidung großer Konzentrationen an Mikroorganismen in den Gebäuden. Bei einer Konvektionsheizung werden die Wandoberflächen nur ungleichmäßig erwärmt, sodass gerade im unteren Wandabschnitt höhere Feuchten an der Wandoberfläche vorliegen. Dagegen bewirkt der Betrieb eine Strahlenheizung eine gleichmäßigere Temperaturverteilung an der Wandoberfläche, die etwas höher als die Temperatur der Raumluft ist. Damit kommt es an frei zugänglichen Wandabschnitten zu keiner Erhöhung der Luftfeuchte.

7. Leichtbaukonstruktionen erfüllen aufgrund der geringen Wärmespeicherfähigkeit der raumumschließenden Baustoffe und ihrer mittelfristigen Feuchteregulierung diese Eigenschaften weniger gut. Damit können auch nicht die günstigeren wohnhygienischen Eigenschaften des massiven Baukörpers erreicht werden.

Weitere Informationen zu Schimmelpilze oder Auskühlzeit massiver Konstruktionen.

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Kamine und Kaminofen

Erstellt von Peter Rauch am Mittwoch 14. November 2012

Ein Kamin dient zur Beheizung eines Raumes. Als Heizmaterial wird vorwiegend Brennholz oder Torf verwendet, welches bei geringer Geschwindigkeit abbrennt. Der Feuerraum besteht aus nicht brennbaren Baustoffen, wie feuerfeste Steine oder aber auch aus Gusseisenplatten. Der Rauch wird über einen Schornstein nach außen abgeführt.
Kaminofen
Die Kamine können aber auch mit einem Rost und eine Rauchklappe und Türen zum Verschließen des Feuerraums ausgestattet sein. Kamin waren früher fest in das Mauerwerk eingebaut und waren in die Gebäude- bzw. Raumstruktur integriert. Die Ausführung der Kamine reicht von einer einfachen Ausführung aus Natur- oder Kunststeinen bis zu einer kunstvollen Ausführung. Aber auch ein Kaminbesteck sollte bei keinem Kamin fehlen. Neben der Funktion gibt es dem Kamin ein wirkungsvolles ergänzendes Aussehen.

Kaminöfen sind in der Regel transportabel und werden im Raum aufgestellt. Die Abgrenzung gegenüber dem Kamin ist fließend. So stellt ein Kachelofen mit Glastür, welcher an eine Wand angebunden ist, einen Grenzfall dar.

Die Kaminöfen dienen in erster Linie zur Raumbeheizung, aber auch zum Warmhalten von Speisen oder auch zum Kochen. Diese Öfen bestehen aus Stahlblech oder Kacheln und bedürfen einer zusätzlichen Auskleidung, z. B. aus Schamottesteinen. Neuere Ausführungen werden aus wärmespeichernden Materialien, wie Specksteine hergestellt.
Der Vorteil besteht hier, dass der Speckstein des Ofens die Wärme aufnimmt und über einen längeren Zeitraum die Wärme wieder an die Umgebung abgegeben wird. Je nach Bauart ist bei solchen Kaminöfen eine Beheizung nach 6 bis 24 Std. erforderlich, da die Wärme so lange gespeichert wird. Durch entsprechende zusätzliche Konstruktion, wie Wärmetauscher lassen sich gleichzeitig auch angrenzende Räume mit beheizen.

Der klare Vorteil eines Kamins ist die Strahlungswärme. Diese Wärmestrahlung erwärmt alle Bauteile und Einrichtungsgegenstände gleichmäßig, sodass hier nur in seltenen Fällen zur Tauwasserbildung an den unteren Bauteilen kommt. Ein Problem, welches bei den neuen Konvektionsheizungen auftritt, wenn der Standort der Heizkörper ungeeignet ist.
In Deutschland werden die modernen Kaminöfen mit Brennholz (getrocknetes Laubholz), Holzbriketts, Holzpellets oder auch mit Ethanol beheizt. Für das Design der Räume und wenn kein Schornsteinanschluss vorhanden ist, können auch elegante Elektrokamine aufgestellt werden. Der besondere Reiz sind die wärmende Strahlungswärme und das Flammenspiel.
In Deutschland sind bei wasserführenden Kaminöfen Mindestwirkungsgrade von 60 % in den verschiedenen Normen festgelegt. Für die nicht wasserführenden Kaminöfen gelten diese Anforderungen nicht. Durch eine entsprechende Regeltechnik lassen sich bessere Wirkungsgrade bei gleichzeitiger Minderung der Feinstaubbelastung erreichen. Technisch sind jedoch Grenzen gesetzt. Zum Vergleich entspricht die zu erzielende Wärmeenergie von 1 Raummeter (ca. 500 kg) Laubholz ca. 210 l Heizöl EL oder 200 m³ Erdgas.

In Deutschland hat der Kamin überwiegend die Funktion als Gestaltungselement der Wohnräume und dient nur noch in wenigen Fällen zur Beheizung der Wohnräume. Bisher waren Stromabschaltungen in Deutschland eher eine Ausnahme. Mit der Energiewende wird sich auf die Erzeugung des Stroms durch Wind- und Solarenergie orientiert. Diese stehen aber nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort gleichmäßig zur Verfügung, sodass ein hoher technischer Aufwand erforder-lich ist, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Je höher der Anteil des „Ökostroms“ wird, um so unsicherer wird die Versorgung. Bisher konnten komplette Netzabschaltungen bis auf wenige regionale Ausnahmen vermieden werden. Alle modernen Heizanlagen benötigen für ihre Funktion eine elektronische Steuereinrichtung. Fällt der Strom aus, so fällt auch die Heizung aus. In diesem Fall sind alle die glücklich, die eine zusätzliche stromunabhängige Heizung haben, wie zum Beispiel einen Kamin oder einen Kaminofen. Die müssen dann nicht frierend zuhause sitzen.
Die Kamine können aber auch eine weitere nützliche und wirtschaftliche Funktion übernehmen. Gerade an kühleren Tagen in der Übergangszeit und im Sommer lohnt es sich nicht immer, die Zentralheizung einzuschalten, da meistens nur ein oder zwei Räume etwas Wärme benötigen. Mit dem Kamin kann man sich am Abend gemütlich machen.

Wir selbst wohnen teilweise in den ukrainischen Karpaten. Nicht in allen Orten ist ein Gasanschluss vorhanden, sodass die Häuser auch mit Berliner Kachelöfen, dem typischen Küchenofen mit Backröhre oder mit modernen Kaminöfen beheizt werden. Das Brennmaterial ist trockenes abgelagertes Buchenholz. Auch hier werden sehr schöne Kaminöfen mit automatischer Reglung angeboten, sodass ein Nachlegen des Brennstoffs erst nach 6 bis 8 Stunden erforderlich ist.

Weitere Informationen zur zu Feuerstelle und Holzpellet-Ofen. Unterschätzte Gesundheitsgefahr durch Holzrauch

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Warum ist eine Baureinigung wichtig?

Erstellt von Peter Rauch am Sonntag 4. November 2012

Während der Bauphase aber auch bei der Altbausanierung entstehen sehr viel Staub und Schmutz. Gerade wenn bei der Altbausanierung der Putz oder die alte Elektroleitung ausgetauscht wird. Erfolgt zum Beispiel der Austausch der alten Elektroleitung im bewohnten Zustand, so ist gerade von den Handwerkern ein behutsames Vorgehen erforderlich, damit die Staubbelastung nicht in extreme Situation ausartet. Diese Situation kommt vor, wenn mehre Wohnungen leer sind und die Altmieter in der Wohnung verbleiben wollen.
Sauber machen
Auf die Mieter kommt ohnehin schon eine hohe Belastung zu, da sie die Möbel zusammenrutschen oder auch umräu-men müssen. Dazu müssen sie über mehrere Tage „im Dreck wohnen“. Hier ist einmal die Staubbelastung zu reduzie-ren, in dem man entsprechendes Werkzeug verwendet und eine optimale Verlegung der neuen Elektroleitungen plant. Trotzdem gibt es neben der Lärmbelästigung immer noch viel Staub. Während dieses Bauprozesses ist es sehr sinn voll, wenn Baureinigungsprofis in diesen Prozess einbezogen werden. Gerade in Leipzig wurden vor 10-15 Jahren viele dieser Sanierungsmaßnahmen im bewohnten Zustand durchgeführt. Wurden diese Maßnahmen von der Bauleitung gut geplant und organisiert, so waren die Belastungen für die Mieter in diesen Objekten der Baugenossenschaften doch etwas geringer.

Beim Neubau eines Wohn- oder Bürohauses wird neben dem Staub aber auch technologisch bedingt viel Feuchte in das Gebäude eingebraucht. Die Abbindeprozesse der Baustoffe, wie Gips, Kalkmörtel oder Beton benötigen Wasser, wel-ches in den nächsten 2-3 Jahren an die Raumluft wieder abgegeben wird. Dann kommt auch noch die Feuchte von den Malerarbeiten hinzu. Das Problem während dieser Zeit, vor allem im ersten Jahr, ist die hohe Gefahr einer Schimmelpilzbildung . Diese befinden sich nicht nur an einer kalten feuchten Außenwand, sondern vermehrt auch in der Luft über das ganze Jahr. Neben einer hohen Feuchte und einer Temperatur um oder über 20°C benötigen die Mikroorganismen Staub, um sich in der Raumluft zu verbreiten. Sie haften sich an den Staub an und werden so verbreitet. Neben der schnellen Reduzierung der Luftfeuchte ist also eine möglichste gründliche Reinigung der neuen Gebäude auch bereits während der Herstellung und Fertigstel-lung einzelner Gebäudeabschnitte erforderlich, damit von vornherein eine möglichst geringer Staubelastung vorliegt. Eine Reduzierung der Staubbelastung ist aber auch in der Folgezeit wichtig. Nicht nur aus optischer, sondern auch aus hygienischer Sicht.
Das Berliner Kammergericht entschied, dass auch wiederholte Schimmelpilzbildung nicht zu einem Mietmangel führt, solange keine erhöhte Schimmelkonzentration in der Luft oder keine erhöhte Raumluftfeuchtigkeit nachgewiesen wer-den kann.“ [1] In diesem Fall ging es um toxische Schimmelpilze bei Einbaumöbel, die selbst nicht mitvermietet wur-den. Auch aus diesem Urteil wird ersichtlich, dass eine gründliche fachgerechte Baureinigung im Einzugsbereich Hamburg, wie es zum Beispiel durch die Firma Holzapfel Gebäudereinigung mit ihrer baubegleitenden Reinigung und Bauschlussreinigung anbietet und durchführt, nicht nur eine optische Sache ist, sondern auch mögliche Probleme in der Folgezeit beseitigt.

Quelle:
Schimmel im Büro ist nicht automatisch ein Mietmangel, Wir 10/2012, S.31

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Balkone

Erstellt von Peter Rauch am Samstag 20. Oktober 2012

Balkone bilden bei Mehrfamilienhäusern einen Ersatz für den Garten oder eine Wirtschaftsfläche. Die Balkons sollten daher die Mindesttiefe von 1,00 m und eine Breite von 2,00 m nicht unterschreiten, da sonst eine zweckmäßige Nutzung kaum möglich ist.

Balkon im Dachgeschoss
Von diesem Balkon im Dachgeschoss hat man eine schöne Aussicht

Die Balkons können bei Wohngebäuden als Einzelbalkons oder als Balkonband ausgebildet werden. Neben einer architektonischen Gestaltung der Gebäude haben diese in erster Linie eine Funktion zu erfüllen. Balkons vor Küchen dienen als zusätzliche Wirtschaftsfläche zum Abstellen von Geräten und zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Hier sollte die Balkonumfassung geschlossen sein.
Balkone vor Schlafräumen dienen zur Lüftung und Trocknung von Kleidung oder Bettwäsche. Wegen der gewünschten Durchlüftung sind die Balkonumfassungen offen zu lassen.

Spielt bei den oben genannten Balkons die Himmelsrichtung keine Rolle, so sollten die Balkons vor dem Wohnzimmer eine südliche Ausrichtung haben. Diese Balkons dienen vornehmlich der Erholung. Die Balkonumfassung sollte einen gewissen Sichtschutz haben. Die Ausführungen der Balkongeländer können aufgelockert sein. Es gibt verschiedene Ausführungen, siehe zum Beispiel bei www.balkongelaender-direkt.de. Wichtig bei den Balkongeländern ist die Höhe, die > 90 cm sein muss. Bei Hochhäusern über 22 m ist wegen des Schwindelgefühls eine Höhe von > 1,20 m einzuhalten . Die Verstrebung ist so auszuführen, dass diese nicht von Kindern bestiegen werden können, es darf kein „Treppeneffekt bzw. Leitereffekt“ entstehen.

Neben dem Wohnbalkon gibt es Fluchtbalkons, diese sieht man zum Beispiel beim Dachgeschoss an der Straßenseite, wenn die Fenster der Dachwohnung zurückgesetzt und durch die Feuerwehr nicht erreichbar sind. Daneben gibt es Umgänge bei Büro- und Industriegebäude, die zur Fassadenpflege dienen. Da diese nur durch Erwachsene benutzt werden, können die ihre Geländer weiter und luftige ausgeführt werden.
Bereits bei der Konstruktion des Balkons ist eine richtige dauerhafte Befestigung der massiven Brüstung oder der Balkongeländer zu planen. Eine Befestigung der Stäbe auf der Balkonoberseite ist wegen der Isolierschicht handwerklich kompliziert und daher teuer. Einfacher ist die Befestigung an der Balkonvorderseite. Hier werden bereits beim Betonieren Stahlplatten eingelegt, die später zum Anschweißen der Geländerstäbe dienen. Hier zwei Beispiele mit senkrechten Stäben zwischen zwei Flachstählen gefasst und waagerechte Holzschalbretter.
Balkon mit waagerechten Holzschalbrettern
Balkongeländer mit senkrechten Stäben

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Energiewende eine Ablösung der konventionellen Energieversorgung

Erstellt von Peter Rauch am Donnerstag 4. Oktober 2012

Viele verstehen unter Energiewende eine Ablösung der konventionellen Energieversorgung, wie z. B. Kohle oder Kernenergie, durch Wind- und Solaranlage.
Es soll die Umwelt und die Landschaft geschont werden. Die Umstellung geht ganz einfach und die Energieversorgung ist gesichert, so die Politik. Bei den Entscheidungen waren nur keine Energieexperten geladen. Wie die Energiewende wirklich aussieht und welche enormen technischen und finanziellen Mittel erforderlich sind, zeigt der Vortrag am 2.10.2012 von Prof. Dr. Helmut Alt mit vielen Fakten und Zahlen
Energiewende (pdf).

Nach der Zerstörung der Landschaft durch Windräder kommt die Zerstörung des historischen Stadtbildes durch „Abriss und Neubau“. Die Politik zur Vermeidung des CO2 hat in Deutschland bereits mit seiner ungeheuerlichen Zerstörung der historischen Baukonstruktion begonnen. Unser erreichter Lebensstandard und die damit verbundene höhere Lebenserwartung durch eine bessere Gesundheit benötigen preiswerte Energien, diese steigen immer mehr an und sind bereits für Teile der Bevölkerung ein Luxusgut.
Meine Beobachtungen bei Gutachten zeigen, dass gerade bei Familien mit normalen oder niedrigen Einkommen vermehrt Schimmelpilze vorhanden sind und somit gesundheitliche Probleme auftreten. Die wesentliche Ursache sind abgestellte Heizungen wegen der hohen Heizkosten. Wenn es bereits im Zimmer kühl ist, dann wird auch weniger kalte Luft hereingelüftet. In einem Artikel wird die Wichtigkeit des
richtigen Lüftens erklärt.
Ein Beitrag im Stern verweist darauf hin, dass Geringverdiener in Deutschland früher sterben.. Sicherlich ist neben vielen anderen Gründen auch das oben genannte schlechtere Raumklima verantwortlich, dass die Lebenserwartung zurückgeht.

Die 2+1 Cent Garantie – Jede kWh ist mind. 2 Cent günstiger als der aktuelle allg. Tarif des örtlichen Grundversorgers. Zusätzlich gibt es 1 weiteren Cent pro kWh in den ersten 12 Monaten.DISCOUNTER-STROM – knallhart kalkuliert!

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Fassadenbegrünung

Erstellt von Peter Rauch am Freitag 28. September 2012

Dieser Artikel wurde über 15 Jahren im Leipziger Bauführer 1994 Seite 104 veröffentlicht. Er ist auch heute noch aktuell.

Vor vielen Jahren konnte man in unseren Straßen öfter noch grüne Fassaden sehen. Zwischenzeitlich wurden es aber immer weniger. Heute hat die Begrünung der Fassaden und der Dachflächen eine neue Bedeutung erlangt.

Wände, mit Ausnahme der Nordwände, werden im jahreszeitlichen Besonnungsrhythmus bestrahlt und erwärmt. Sie bieten eine ideale Bewuchsfläche und wirken sich günstig auf das Klima der Hausumgebung aus. Sie verbessern Eigenschaften wie Wärmedämmung, Wind- und Regenschutz, Kühlung, Luftverbesserung und Schallabsorption. Fassadenbegrünung ist eine Möglichkeit, ohne größeren Flächenbedarf die Vegetation zu vermehren.

Fassaden können direkt oder über ein Rankengerüst bewachsen werden. Es bildet sich ein Luftpolster zwischen Blattwerk und Hauswand, das den Wärmetransport von der Wand zur Außenluft verringert. Eine Luftschicht von 5cm entspricht z.B. in ihrer Wärmedämmung etwa einer Doppelglasscheibe mit K=2,9W/m2K und führt bei den hier üblichen K-Werten der Hauswände zu einer Verringerung des Heizenergiebedarfes von etwa 1/3.

Durch verschiedene Anordnungen, wie Unterteilung in Kammern, kann eine bestimmte Schutzwirkung erreicht werden, wie Windschutz oder Schutz vor Schlagregen. R. Doernach führt Beispiele an, wo nachweislich über 70 Jahre der Putz durch Bewuchs nicht geschädigt sondern geschützt wurde. Vor der Begrünung sollte die gewünschte Nutzung, Lage, Orientierung sowie die Wirkung von Wind, Regen und Sonnenstrahlung berücksichtigt werden.

Ebenso ist die Berankungsart, die Unterkonstruktion, Befestigung und Fassadenoberfläche sorgfältig auszuwählen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Bepflanzung, wie selbständige Wurzelkletterer, Gerüstranker, Spalierbewuchs, Heckenwände und hängender Bewuchs.

Da die meisten Blattwerfer sind, sollte auf eine dichte Verflechtung der Triebe geachtet werden, um auch im Winter ausreichenden Klimaschutz zu erhalten. Das Holz der Spalierwand sollte mit natürlichen Holzschutzmitteln (Holzteer, Holzöl oder Soda) imprägniert werden. Zu beachten ist noch, daß für jede Wandseite eine bestimmte Bewuchsart auszuwählen ist.

Südseite:
Blattwerfender Bewuchs, um die Gebäudeerwärmung durch die Wintersonne zu ermöglichen.
Westseite:
Immergrüner, selbstkletternder Bewuchs als dichter Teppich, mit Abstand vor der Fassade zur Durchlüftung, gut verflechtend, um auch im Winterhalbjahr einen dichten Schutz zu erhalten.
Ostseite:
Bei geschützter und auch im Winter verschattungsfreier Lage eine ähnliche Nutzbepflanzung wie an der Südwand;
Nordseite:
immergrüne, selbstkletternde Arten mit dichter Gerüstberankung sowie tiefe Heckenwände, um ein gutes Wind- und Wärmeschutzpolster zu erhalten.

Fassadenpflanzen

Hinter einer begrünten Fassade bleiben die Zimmer im Sommer angenehm kühl Kletterpflanzen halten Regen ab und schützen die Fassade vor Witterungseinflüssen Pflanzen an der Wand verringern im Winter die Abkühlung des Gebäudes

Es gibt weit über 50 verschiedene Pflanzen, wie Zierpflanzen, Nutzpflanzen und einjährige Kulturen (siehe Literatur ökologisches Bauen).

Durch begrünte Dächer könnte nahezu flächengleich die verbaute Vegetationsfläche ersetzt werden. Die Vorteile liegen in der Klimaverbesserung, Wasserspeicherung, Luftverbesserung, Schallabsorption, erhöhtem Biotopwert und Erholungswert. Gegenüber einem nackten Dach erhöht sich der Dachschutz, der Wärmeverlust wird bis zu 10% verringert. Es kann das Regenwasser zurückgehalten und so der Wasserhaushalt verbessert sowie die Luftverschmutzung bis zu 20% bei gleichzeitiger Sauerstoffabgabe gesenkt werden.

Für eine Dachbegrünung eignen sich am besten Flachdächer aber auch geneigte Dächer lassen sich ohne Problem bepflanzen. Anspruchslosere, niedere Vegetationen erfüllen gesamt ökologisch den gleichen Zweck und bedürfen keiner weiteren aufwendigen Baumaßnahmen. Natürlich muß die Dachhaut völlig dicht

Kletterpflanzen halten Regen ab und schützen die Fassade vor Witterungseinflüssensein und vor eindringenden Wurzeln geschützt sein. Im Rahmen der statischen Möglichkeiten lassen sich durchaus dünne Erdschichten oder Grasboden von ca. 5cm auf bestehende Dächer aufbringen. Dort wo eine Kiesschicht aufgebracht wurde, muß diese lediglich etwas abgetragen und durch eine entsprechende Erdschicht ersetzt werden. Ob nun Natur-, Moos-, Heide-, Steppen-, Wiesen- oder Sumpfdächer gestaltet werden, liegt an den örtlichen Gegebenheiten, den konstruktiven Voraussetzungen und den Wünschen. Neben dem Einfachaufbau und dem Mehrschichtenaufbau gibt es die Begrünung „umgekehrter“ Dächer. Auch die nachträgliche Begrünung ist möglich, bedarf aber einer konstruktiven und statischen Beurteilung, da die Dachlast nur um max. 30% bei Flachdächern nur ca. 10% erhöht wird, können die Dachsparren durch Schäden in i hrer Festigkeit eingeschränkt sein.

Die Dachbegrünung hat gerade im Gewerbebau eine wichtige Rolle und muß Bestandteil der ganzheitlichen Planungsaufgabe werden. Gerade in geplanten Gewerbegebieten wird sich das spürbar auf das Mikroklima auswirken. Hier sind z.B. die Grundwasserveränderung durch die versiegelten Flächen zu verzeichnen. Die erhöhte Abstrahlung der Wandflächen führt zu einer Temperaturerhöhung der Umgebung u.a.

Auch lassen sich Bauelemente für die Nutzung alternativer Energien optisch in ein umweltverträgliches Bauobjekt integrieren. Sowohl für den privaten Bauherren aber vor allem für den Unternehmer bedeutet ein umweltverträgliches Bauobjekt eine Wertsteigerung. Es wird immer einen Mittelweg zwischen Nutzung – Energie – Umfeld Wohlbefinden geben.

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Schwitzwasser durch richtige Heizung vermeiden

Erstellt von Peter Rauch am Freitag 28. September 2012

Gerade bei sehr starken Wandkonstruktionen und Natursteinwänden mit einem großen Wärmespeichervermögen besteht eine hohe Tauwassergefährdung. Technisch lässt sich dies nur über eine ausreichende Temperierung der Wandoberflächen mit Hilfe von Strahlungsheizung verhindern. Erfolgte früher die Heizung der Räume mit einem Ofen, welcher überwiegende Strahlungswärme abgibt, so sind jetzt viele Konvektionsheizungen im Einsatz. Im nachfolgenden Schema wird der wesentliche Unterschied dargestellt. Erfolgt die Wärmeübertragung bei einer Konvektionsheizung über eine Luftwalze, so erfolgt diese bei einer Strahlungsheizung über die Wärmestrahlung. Bei gleicher Behaglichkeit liegt die Raumtemperatur bei einer Strahlungsheizung niedriger.

Konvektions- und Strahlungsheizung

Es gibt aber noch weitere positive Aspekte bei einer Strahlungsheizung. Auf diese soll hier eingegangen werden. Durch die gleichmäßige Ausbreitung der Wärmestrahlung haben alle Bauteiloberflächen eine annähernd gleiche Oberflächentemperatur, abhängig vom Strahlungswinkel und der Zugänglichkeit, z. B. Möbel verhindern die gleichmäßige Verteilung der Strahlung. Daher ist der Standort der Strahlungsheizung sehr wichtig. Das Gleiche gilt aber auch für eine Konvektionsheizung.
In einem verwinkelten Zimmer und der falschen Anordnung der Heizkörper werden einige Wandoberflächen nicht ausreichend temperiert und es kommt zu Tauwasseranfall.

Schimmel in Zimmer wegen falscher Heizkörperanordnung

Die einfachste Möglichkeit zur Vermeidung von Tauwasseranfall oder einer Durchfeuchtung gerade des unteren Außenmauerwerkes ist die Temperierung mit einer Strahlungsheizung in Form einer Randleistenheizung. Mit dieser Heizung wird die Temperatur der unteren kühleren Luftschicht angehoben und die relative Luftfeuchte sinkt. Durch das Feuchtegleichgewicht zwischen Luft und Mauerwerk kommt es zur Entfeuchtung des Mauerwerkes. Die Schimmelpilzgefährdung sinkt. Ebenso steigt die Temperatur des angrenzenden Wandabschnittes und somit auch am Balkenkopf bei älteren Wohngebäuden. Die Gefahr möglicher Feuchteschäden an der Holzkonstruktion wird reduziert.

Ein sehr effektives Heizungssystem ist die Fußbodenheizung. Durch die große Strahlungsfläche können auch große Räume energetisch optimal beheizt werden. Bei diesem System treten kaum Temperaturunterschiede an der Konstruktion auf. Eine Tauwasserbildung wird vermieden. Bei älteren Bauerhäusern, wo aufgrund der Wandkonstruktion früher viel Feuchte im unteren Wandabschnitt vorlag, erfolgt eine recht gute Abtrocknung und es kann ein behagliches Raumklima erreicht werden. Neben der elektrischen Fußbodenheizung, es wird eine Heizfolie in den Fußbodenaufbau eingelegt, gibt es die Warmwasserheizungen. Es werden Wasserschläuche in Schlaufenform im Estrichboden verlegt. Es gibt hier auch superflache Fußboden-Heizsysteme mit einer Schichthöhe von gerade 10 mm, die für die Altbausanierung und den Neubau entwickelt wurden und eine kurze Aufheizzeit haben.

Unabhängig vom Heizsystem ist die richtige Regulierung der gleichmäßigen Raumtemperatur durch die entsprechenden Regeleinrichtungen von Bedeutung. So kann effektiv Wärmeenergie gespart, die gleichmäßige Behaglichkeit und Tauwasserbildung mit einer unangenehmen Schimmelbildung vermieden werden. Bei Räumen, wie Bäder ist es sehr angenehm, wenn zu bestimmten Zeiten die Raumtemperatur automatisch etwas angehoben wird. Aber auch viele der älteren Heizanlagen erfüllen die heutigen Ansprüche bei entsprechender Nachrüstung und Modernisierung der Heizanlage.

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Algenbewuchs auf der Fassade

Erstellt von Peter Rauch am Montag 23. Juli 2012

Der Hauptlebensraum der Algen ist das Wasser. Einige Arten haben sich durch die Evolution so angepasst, dass sie außerhalb des Wassers existieren. Sie leben autotroph, d.h. mit Hilfe der Photosynthese können sie aus Wasser und Kohlendioxid organische Stoffe (Sacharide) bilden. Die wichtigste Lebensgrundlage ist Feuchtigkeit, Licht, Kohlendioxid, Mineralstoffe, Temperaturen zwischen 0 bis 40 ºC und ein neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert. Es können so praktische alle Flächen befallen werden, wenn die entsprechenden Bedingungen vorliegen. Mit der zunehmenden Reduzierung der Schadstoffe in der Luft, wie z.B. Schwefeldioxid, wird ein Wachstum begünstigt. Es ist also auch ein Zeichen für schadstoffärmere Luft. Eine direkte Schädigung der Fassade ist nicht bekannt. Es spielen vorwiegende ästhetischer Gesichtspunkte eine Rolle, warum ein Bewuchs nicht erwünscht ist. (1)

Die Schutzfunktion der Endbeschichtung wird auch dann erreicht, wenn eine Veralgung vorliegt und von der Sache keine Folgeschädigungen ausgehen, wenn keine baukonstruktiven Fehler vorliegen. Wurden jedoch bestimmte Farbeffekte vereinbart, so stellt dies ein Schaden dar, der als nicht hinnehmbar zu bezeichnen ist.

Es gibt eine Reihe von Einflussfaktoren, die ein Algenbewuchs begünstigen, wie die konstruktive Ausführung, die Fassadenbaustoffe, die Bauausführung, der Standort und die Klimafaktoren. Ausschlaggebend ist die Feuchtigkeit, die sich als Kondenswasser an der Fassadenoberfläche austaut.

Begünstigt werden Fassadenoberflächen, wo nur eine sehr geringe Wärmespeicherung vorliegt, wie bei den Wärmeverbundsystemen. Hier kommt es zu abstrahlungsbedingten Unterkühlung und somit zu dem damit verbundenen Tauwasserausfall. Ebenso ist die Zeitdauer der Abtrocknung, auch des Niederschlagswassers, länger. Daneben kann sich auch noch eine starke Niederschlagsbelastung auswirken. Eine monolithische Außenwand mit ihrer Wärmespeicherung vermindert die Gefahr der Unterkühlung deutlich.(4)

Durch nächtliche Abstrahlung bei klarem Himmel unterkühlt sich die Wandfläche und kann einige Grad niedriger sein, als die der umgebenden Luft. Die Aufnahme einer wärmegedämmten Fensterfassade im Bild 1 wurde gegen 8 Uhr (kurz vor der Bestrahlung durch die Sonne) bei einer Außentemperatur von ca. -3 bis -4ºC aufgenommen. Die Isotherme LIO1 im Bild 2 zeigt ein Temperaturbereich von -12ºC auf der Dämmung und -4ºC auf der äußeren Fensterfläche.(Zum Himmel < -32°C.)

Infratrotbild einer Fensterfasade

Bild 1: Oberflächentemperatur einer wärmegedämmten Fassaden. Bei ca. -3ºC, 8 Uhr

Bild 2: Isotherme LIO1 zum Bild 1, die Oberflächentemperatur liegt zwischen -4 bis -12ºC

Das bedeutet Kondensation der Luftfeuchte an der Wandoberfläche. Bei einer wärmegedämmten Fassade/Dach fehlt der Wärmefluss von innen an die Fassade. Die so entstehende Abkühlung und Kondensatbildung kommt an der Holzschalung, Faserzementschindel, verputzte Außendämmung und auch an der Glasfassade vor. Diese Abkühlung erfolgt sowohl im Sommer als auch im Winter, wobei im Sommer durch die Tagestemperatur schnell ein Ausgleich erfolgt. Im Winter und besonders Nordseiten sind für den Bewuchs infolge der Kondenswasserbildung prädestiniert.

Untersuchungen und die Auswertung zeigen, dass bei der Erhöhung der Dämmstoffstärken (Ziel: kleinerer u-Wert) bei gleicher Konstruktion sich die Kondensationsperiode und damit das Bewuchsrisiko erhöht. Ebenso wurde bei einem Massivmauerwerk mit u-Wert 0,38 W/m²K in der Zeit von 20.11.91 bis 29.4.1992 eine Unterkühlung der Oberfläche mit 546 Stunden und bei einer Massivmauer mit Wärmedämmung und gleichem u-Wert mit 1586 Stunden ermittelt. Der Unterschied kommt durch die wenig wärmespeichernden verputzten Außenwärmedämmung gegenüber der Massivwand zustande.(7) Die gleichen Aussagen werden auch in (4) getroffen.

Die Folgen sind eine Erhöhung der Konzentration von Mikroorganismen unmittelbar an der wärmegedämmten Fassade. Algen benötigen eine Umgebungsfeuchte ca. 92%, hingegen wachsen Pilze bei einer niedrigeren Feuchte. Liegt also ein Algenbewuchs an einer Fassade vor bzw. werden diese Grenzbereiche erreicht, so ist zwangsläufig auch mit einer höheren Pilzkonzentration zu rechnen. Algen benötigen als Nahrungsgrundlage das Kohlendioxid der Luft, Pilze brauchen dagegen immer organische Kohlenstoffe, wie Holz, Anstriche usw. Kleine Mengen an Substraten sind meist in den Oberflächenverschmutzungen vorhanden. Schimmelpilzsporen setzten sich auch an Fassaden fest und warten bis optimale Lebensbedingungen vorliegen.

Ist die Konzentration an Pilzteilen im Außenbereich höher, so wirkt sich dies zwangsläufig auch auf die Konzentration im Gebäudeinneren aus. So stellt ein Algenbewuchs an Fassaden nicht nur ein ungewolltes optisches Aussehen dar, sondern kann sich durch die erhöhte Konzentration an Mikroorganismen auf den Gesundheitszustand der Nutzer (Gesunde, Allergiker, immunsupprimierte) auswirken. (Mehr unter »Schimmelpilze – als Erreger von Krankheiten bei Menschen und Tiere

Befinden sich diese Außenwandflächen auf der Nordseite, so kann die Oberfläche nur langsam oder an einigen Tag gar nicht abtrocknen. Daher sind gerade an diesen Wandflächen Algen sichtbar.

Hier hilft der Einsatz von niedrig emittierender Farbe (Wärmereflexion) oder die Erhöhung der Wärmespeicherkapazität dünner Schichten (2), deutliche Minimierung des Wasser-Baustoff-Kontaktes durch Ultra-Hydrophobie (6) oder die Verwendung von diffusionsoffenen Außenschichten. Oft entscheiden bereits geringe Temperaturunterschiede über ein Wachstum der Algen. Z.B. bildet sich punktuell an den Dübeloberflächen der Wärmedämmverbundsystemen weniger Kondenswasser, wegen der Wärmeleitung (kleine Wärmebrücke).

Ebenso bewirkt der Lotuseffekt eine trockene nährstoffarme Fassade.(2) Neben den Kondenswasser bewirkt natürlich auch der Niederschlag eine Algenbildung, wenn das Wasser ständig an die Wandoberfläche gelangt, z.B. fehlerhafte oder defekte Dachentwässer oder Spritzwasser, wenn es nicht richtig abgeführt wird und auf „steht“ oder das Mauerwerk selbst sehr feucht ist. Hier wirken zusätzlich eingelagerte Mauersalze.

Untersuchungen in der Städten Parchim, Sternberg, Wittenberge und Perleberg ergaben, dass 12,5% der Gesamtfläche der begutachteten Fassaden mit Wärmedämmverbundsysteme befallen war. Davon entfiel 70% auf Häuser mit Kunstharzputze. Dagegen waren bei mineralischen Leichtputzen unter gleichen Bedingungen 15,6% der Gebäude befallen.

Als positiv wird die Schlussbeschichtung der mineralischen Putze bewertet, die aus Silikat- bzw. Siliconharzfarben besteht. Letztere zeigt besonders eine hydrophobe Wirkung, welche einen großen Kontaktwinkel zwischen Wasser und Beschichtung erzeugt.

Weiterhin wurde festgestellt, dass raue Oberflächen wesentlich häufiger durch Algen befallen werden als glatte. Es sollte daher kleinere Körnungen und gering strukturierte Deckputze vorrangig verwendet werden. (3) Neben der längeren Bindung des Wassers können sich auch günstiger organische Verbindungen ablagern.

Die richtungsweisenden bauphysikalischen Lösungen können nicht alle konstruktiven Schwächen ausgleichen, so dass für eine wirksame Vorbeugung vor mikrobieller Besiedlung auch die Kombination geeigneter Biozide zur Anwendung kommt. Die Anforderungen für Filmkonservierer sind sehr vielfältig. Sie sollten eine breite Wirkung gegen Pilz-(Fungizide)1) und Algenspezies (Algizide)2) und eine Auswaschbeständigkeit haben, eine pH-, Temperatur- und UV-Stabilität sowie eine geringe Toxizität aufzeigen. Weiterhin dürfen sie die Eigenschaften der anderen Bestandteile der Farbbeschichtung nicht beeinflussen und müssen nach der Anwendung in ökologisch unbedenkliche Stoffverbindungen abbaubar sein. In der Regel finden Kombinationen von Wirkstoffen Anwendung, da zur mikrobiologischen Wirkung und Stabilität nur mit einem Wirkstoff allein nur selten die Anforderungen zu erfüllen sind. (5)

Die Algenbildung hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist so als komplexer Zusammenhang zu sehen. Verschiedene Forschungseinrichtungen untersuchen diese Problematik, warum und welche Bauteile häufiger und andere nicht befallen werden sowie welche Begleitumstände vorliegen. Im Vordergrund steht die
Entwicklung bauphysikalischer Lösungen.

1)Fungizide Wirkstoffe greifen in zentrale Stoffwechselvorgänge in den Pilzzellen störend ein und entfalten so ihre Wirkung. Angriffsziele können z.B. die Zellmembran, die Zellwand, Struktur- oder Enzymproteine oder Bestandteile des genetischen Apparates sein.

2)Algizide greifen in Vorgänge der Photosynthese ein, blockieren diese und bringen damit den Energiestoffwechsel zum Erliegen, was schließlich zum Absterben der Zellen führt.

Literatur

(1) P. Grochal, Stühlingen; Algen und Pilze an wärmegedämmten Fassaden S. 110 ff , in H.Venzmer; Mikroorganismen und Bauwerksinstandsetzung, 3. Dahlberg -Kolloquium 2001, Verlag Bauwesen -Berlin 2001

(2) A. Born, Kriftel und G. Hugo, Schondorf; Verminderung des mikrobiellen Befalls von Fassaden durch Integration physikalischer Schutzmechanismen in Beschichtungsstoffe, S.95 ff, , in H.Venzmer; Mikroorganismen und Bauwerksinstandsetzung, 3. Dahlberg -Kolloquium 2001, Verlag Bauwesen -Berlin 2001

(3) T. Stindl, Slate; Ausgewählte statistische Analysen zum Algenbefall an wärmegedämmten Wohngebäuden im norddeutschen Raum, S. 59 ff, , in H.Venzmer; Mikroorganismen und Bauwerksinstandsetzung, 3. Dahlberg -Kolloquium 2001, Verlag Bauwesen -Berlin 2001

(4) H.M. Künzel, M. Krus, K. Sedlbauer, Holzkirchen; Algen auf Außenwänden – Bauphysik als Ursache? Bauphysik als Lösung! , in H. Venzmer; Mikroorganismen und Bauwerksinstandsetzung, 3. Dahlberg -Kolloquium 2001, Verlag Bauwesen -Berlin 2001, S.75ff

(5) T. Wunder, Speyer; Der Einsatz von Algiziden und Fungiziden in Fassadenbeschichtungen, S. 105 ff, in H. Venzmer; Mikroorganismen und Bauwerksinstandsetzung, 3. Dahlberg-Kolloquium 2001, Verlag Bauwesen -Berlin 2001

(6) H. Venzmer, N. Lesnych und L. Kots, Wismar; Nicht bestellt und dennoch frei Haus: Grüne Fassaden nach der Instandsetzung durch Wärmedämmverbundsysteme? in H.Venzmer; Mikroorganismen und Bauwerksinstandsetzung, 3. Dahlberg -Kolloquium 2001, Verlag Bauwesen -Berlin 2001

(7)Raschle, Paul; St. Gallen, Schweiz, Algen und Schimmelpilze auf Fassaden, Vortrag auf der 11. Quedlinburger Holzbautagung 1.4.2005, 4/9

Artikel von 5/2005


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Unionspolitiker Vaatz nennt Energiewende „sinnloses Experiment“

Erstellt von Peter Rauch am Donnerstag 19. Juli 2012

Deutschlandfunk, 18. Juli 2012 • 06:50 Uhr
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1814787

„Liminski: Herr Vaatz, die Politik hält, schon wegen der großen Popularität der Frage, eisern an der Energiewende II fest. Verstörend wirkt eine drohende Strompreiserhöhung. Ist diese Energiewende noch zu akzeptablen Preisen machbar?

Vaatz: Also ich halte sie zunächst erst mal aus rein physikalischen und auch aus technischen Gründen für kaum machbar und aus ökonomischen Gründen für völlig unsinnig, und ich glaube, dass sie nicht realisiert wird. Ich glaube, wir werden auf halbem Wege irgendwo stecken bleiben…

„…Kosten…Wenn man alles zusammenrechnet, gibt es jetzt eine Rechnung von einem Institut, die beläuft sich auf 2,3 Billionen. Das sind Kosten, wenn die auf den Stromverbraucher umgeleitet werden sollen, dann ist definitiv der Wirtschaftsstandort Deutschland Geschichte.“
„…Die Energiewirtschaft hat sich inzwischen auf diese Energiewende eingestellt, sie macht sozusagen Dienst nach Vorschrift, und sie wird ungerührt diese Kosten umlegen auf Wirtschaft und Verbraucher.“
Strompreis “ … schon in den nächsten zwei bis drei Jahren mit einer Erhöhung um ungefähr 30 bis 50 Prozent rechnen.“


Zeitplan für Energiewende bröckelt – Nach dem Umweltminister äußert jetzt auch Rösler Bedenken


3800 Kilometer für die Energiewende – Vier große Stromautobahnen durch Deutschland geplant


„Keine Energiewende am Ende für den Verbraucher noch viel teurer“
LichtBlick-Vorstand will Stromsparen belohnen


Die Energiewende und ihre Folgen – Reihe im Radiofeuilleton

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