Altbausanierung und Energiepolitik

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Sandsäcke für Hochwasserschutz

Erstellt von Peter Rauch am Dienstag 30. Juli 2013

Ein Monat dem letzten Hochwasser waren wir in der kleine Stadt Wehlen in der sächsischen Schweiz. Wir selbst wohnen nur 100 m entfernt von der Weißen Elster und hatten glück, dass das Hochwasser nicht über die neue Dammkrone gelaufen war.

Jedes Jahr gibt es Hochwasser als Folge der Schneeschmelze in den Bergen. Daher wurden auch wassertechnische Einrichtungen errichtet, wie Stauseen, Staustufen u. a., um den natürlichen Wasserlauf zu regulieren. 2009 wurde ein bundesweiter Auenzustandsbericht vom Bundesamt für Naturschutz und dem Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz und Reaktorsicherheit erarbeitet. Nach diesem Bericht wurden den Flüssen in Deutschland circa zwei Drittel der ehemaligen Überschwemmungsflächen entzogen. Durch den Bau von Hochwasserschutzdeichen an vielen Abschnitten der Flüsse, Oder, Elbe, Rhein oder Donau sind sogar nur noch 10 bis 20 Prozent der ehemaligen Flussauen vorhanden. Das sind Flächen, wo sich früher das Hochwasser ausbreiten konnte. Viele neu Gebäude und andere Bauwerke befinden sich aber in diesen natürlichen Überschwemmungsgebieten. Hinzu kommen auch die Verlegung des Flussbettes und die Flussbegradigungen. Letzteres verursacht auch eine schnellere Fließgeschwindigkeit des Wassers. Wälder, die das Regenwasser aufhalten, sind nicht abgeholzt oder die übrigen Waldabschnitte reichen nicht aus. Um sich vor Hochwasser zu schützen, werden Schutzdeiche angelegt. Bei Städten, wie zum Beispiel Passau, ist das Flussbett sehr eingeengt. Ausdehnungsräume gibt es nicht bzw. nur sehr beschränkt. Bei anderen Städten wurden die neuen Schutzmauern nach dem vorletzten Hochwasser im Jahre 2002 nicht fertig oder hatten unterschiedliche Höhen, wie in Eilenburg. An einer Stelle schützten diese vor dem Wasser, an andere Stelle lief das Muldenwasser darüber.

Die kleinen Stadt Wehlen an der Elbe in der Nähe der Bastei lebt von Touristen. Die Besucher möchten natürlich die wunderschöne Aussicht sehen. Das ist nun einmal eine komplizierte Situation. Langsam kehrte dort das Leben am Markplatz wieder ein. Hier ist auch eine Säule, wo die vielen Hochwasser der letzten Jahrhunderte markiert sind.
Nach dem Hochwasser Wehlen 2013

Hochwasser als Folge von Niederschlag ist also kein neuzeitlicher menschengemachter Einfluss auf das Wetter im Industriezeitalter. Mann kann sich nur vor den Folgen des Wetters schützen, aber kein Wetter beeinflussen, geschweige langzeitlich hinreichend genau hervorsagen.
Wir sind den steilen Weg vom oberen Parkplatz hinab in Richtung Markplatz von Wehlen gelaufen. Hier lagen noch viele Sandsäcke auf dem Weg. Sie hatten den Weg vor Unterspülung und die Überschwemmung der Grundstücke bei dem mehrtägigen regen Ende des Mais geschützt. Neben der Eingangstür eines Hauses an dem Bach in Wehlen lagen noch Sandsäcke. Ein Stück weiter oberhalb hatte das kleine Rinnsaal Teile des Straßenbelages und die Überfahrt zu den Garagen zerstört. Hier merkt man, welche Kraft hinter fließendes Wasser steckt.

Kaputter Straßenbelag durch Regenwasser in Wehlen 2013

Auch bei uns, nur weniger Häuser weiter, musste der Hauseingang durch Sandsäcke gesichert werden (siehe Video im Juli 2013). Allerdings hat man hier die neuen Häuser neben der Elster errichtet, obwohl schon immer bekannt ist, dass sich hier das Wasser sammelt und in den Fluss läuft. Historisch befand sich unweit von unserem Haus ein Bach, welcher zugeschüttet wurde. Bei Regen sucht sich das Wasser immer den natürlichen Flussverlauf, egal ob begradigt oder verschlossen.
Sandsäcke für Hochwasserschutz kommen also nicht nur zur Sicherung der Dammkronen oder zur Befestigung gefährdeter Deiche zum Einsatz. Die Sandsäcke lassen sich relativ gut transportieren. Auch an gefährdete Stellen, wo man nur schlecht mit schwerer Technik hinkommt. Sie lassen sich auch nach dem Hochwasser relativ einfach wieder entfernen. Anfang Juni dieses Jahres berichteten die Medien von den vielfältigen Einsatzorten, wo die Sandsäcke zum Schutz vor das Hochwasser zu Einsatz kamen und von vielen zahlreichen Helfern.

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