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Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.
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  • Abdichtung von Flächen und Fugen am Bauwerk

    Erstellt von retep11 am 11. September 2015

    Ein Bauwerk unterliegt dem Einfluss der Witterung. Vor allem spielt die Feuchtigkeit die wichtigste Rolle. Die chemischen Prozesse, welche bei einem Gebäude ablaufen, benötigen Feuchtigkeit. Das sind einmal die gewollten Prozesse, wie die Abbindeprozesse des Kalkmörtels, des Betons oder beim Gips.

    Anders sieht es aus, wenn die Baustoffe einer ständigen Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Dann erfolgt ein langsamer Zerstörungsprozess. Ausgenommen beim Beton, hier ist der Karbonatisierungsprozess durch genügend Feuchtigkeit oder bei Trockenheit geringer als bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 %. Das ist eine Feuchtigkeit, welche bei einer Tauwasserbildung vorliegt.

    Brücken aus Beton sollten daher eine Mindestdicke haben, damit eingespeicherte Wärme vom Tag bis zum nächsten Morgen reicht. An den frühen Morgenstunden bildet sich sonst Tauwasser auf der Oberfläche. Ebenso ist die Konstruktion so auszuführen, dass alle Bauteile ausreichend mit Luft (zum Trocknen) umspült werden. Bei der Mauerwerkskonstruktion ist ein günstiges Verhältnis anzustreben, sodass die Wasseraufnahme kleiner ist als die Wasserabgabe.

    Ist dies konstruktiv nicht erfüllbar, so ist eine diffusionsoffene Beschichtung auf die Oberfläche aufzutragen, welche eine von außen gerichtete Durchfeuchtung verhindert. Diese Beschichtung ermöglicht aber auch ein Abtrocknen des Baustoffs. Die Feuchtigkeit kann von innen nach außen entweichen.

    Fehlende Abdichtung bei einem Balkon
    Fehlende Abdichtung der Balkonplatte in Vinnitza (Ukraine)

    Bei Kühltürmen an einem Standort in den neuen Bundesländern sah die Betonoberfläche nicht schön aus. Man hatte von außen eine diffusionsdichte Farbschichtung aufgetragen. Die Feuchtigkeit kommt aber bei diesem Bauwerk von innen. Auf der Innenseite der Farbbeschichtung (Sperrschicht) kam es zum Feuchtestau. Auf die genauen Wechselwirkungen und chemischen Prozesse soll hier nicht weiter eingegangen werden, mehr unter dem Artikel Kalziumkarbonat. Auf jedem Fall fing das Bewehrungseisen an zu rosten und sprengt die Betonoberfläche ab. Durch die falsche Farbbeschichtung kam es zu einem erheblichen Bauschaden.

    In dem nachfolgenden Bild bei einer frei stehenden Mauer aus Ziegelsteinen kann man von einer aufsteigenden Feuchtigkeit aus gehen. Das ist aber nicht richtig. Der Boden besteht aus Sand und auf der Insel Djerba (Tunesien) regnet es nur relativ wenig im Winter.

    Diese Seite ist die Nordseite und durch das Gebüsch ist die angrenzende Luftfeuchtigkeit höher und es bildet sich sicherlich auch Tauwasser. Hier wirkt aber auch noch die salzhaltige Luft des wenige Hundert Meter entfernten Mittelmeers. Bei anderen Mauern ist der Einfluss des Spritzwassers gut erkennbar. Das salzige Spritzwasser kommt hier noch hinzu. Es ist auch möglich, dass der Lehm der Ziegelsteine selbst einen hohen Salzgehalt hat, welcher im Zusammenspiel mit den anderen Faktoren zu dieser Zerstörung der Ziegelsteine beiträgt.

    Feuchte Mauer auf Djerba
    Schäden durch Feuchtigkeit an einer frei stehenden Wand auf Djerba (Tunesien).

    In Deutschland sind die durch Schlagregen beanspruchten Mauerwerke bzw. Fassaden einer hohen Belastung durch Feuchtigkeit ausgesetzt. Meistens befindet sich das feuchte Mauerwerk im Gründungsbereich bzw. bis in Höhe des Erdgeschosses. Feuchtes Mauerwerk führt zur höheren Wärmeleitfähigkeit, begünstigt die Salzausblühungen usw. Eine wasserabweisende Farbe schützt solche gefährdete Mauerwerke bzw. Fassadenoberflächen. Diese Beschichtungen zeichnen sich durch ihre besonderen Eigenschaften aus. Niederschlagswasser dringt nicht in das Mauerwerk ein. Aber diese Farben sind diffusionsoffen und lassen die Feuchtigkeit von innen nach außen.

    Noch kritischer als die Fassade ist das Dach eines Gebäudes. Das Dach hat die Aufgaben Niederschlagswasser vom Bauwerk fernzuhalten. Ein Dach muss daher vollständig dicht sein. Zum Beispiel im Watco Online-Shop gibt es ein breites Sortiment an verschiedenen Produkten um Risse bei Betonflächen oder beim Flachdach zu verschließen.

    Es kann aber auch eine Sanierung der alten Dachhaut mit einer Abdichtung bzw. Überzug erfolgen. Das ist aus meiner Sicht kein vollständiger Ersatz für eine Neueindeckung. Es macht aber Sinn, wenn nur einzelne Flächen schadhaft sind und eine Neueindeckung sonst nicht erforderlich ist. Genauso sinnvoll ist das, wenn das Gebäude nur noch eine bestimmte Zeit benutzt wird und anschließend eine umfangreiche Sanierung bzw. ein Umbau für eine andere Nutzung vorgesehen ist. Diese Beschichtungen sind auf jedem Fall preiswerter als eine Neueindeckung und lassen sich auch viel schneller herstellen. Ebenso lässt sich eine unansehnliche Dachhaut farblich aufwerten.

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    Feuchtigkeit als Ursache für biologische Bauschäden

    Erstellt von retep11 am 4. Februar 2010

    Auszug

    Biologische Schäden an Bauteilen treten nur dann auf, wenn genügend Feuchtigkeit, eine geeignete Nahrung und ein optimaler Temperaturbereich vorliegen. Oft sind sehr schmale Grenzen zwischen Schadenfreiheit und Schädigung zu beobachten. Eine höhere Feuchtigkeit bei niedriger Temperatur muss nicht zwangsweise zu einer Schädigung führen. Dagegen kann bei gleicher oder sogar niedrigerer relativer Feuchte aber bei Zimmertemperatur eine biologische Schädigung auftreten. Dieser Zusammenhang wird in einem verallgemeinerten Isoplethensystem dargestellt.

    Neben dem oft kritisierten eindimensionalen Glaser-Verfahren, welches Kapillartransporte, Sorptionseigenschaften und Einflüsse realer baulicher und klimatischer Randbedingungen nicht berücksichtigt, gibt es zahlreiche Modellansätze, die mehrdimensionale und instationäre Transportvorgänge in kapillar porösen Baustoffen berechnen. Die thermodynamisch miteinander gekoppelten Wärme- und Feuchtetransportvorgänge finden gleichzeitig statt und beeinflussen sich gegenseitig. Enthalpieströme der Feuchtefelder sowie die Phasenänderung des Wassers beeinflussen die Wärmespeicherfähigkeit sowie die Wärmeleitfähigkeit und somit den Wärmetransport. In der Literatur werden verschieden numerische Berechnungsverfahren beschrieben.[1] [3] [7] So werden bei der Berechnung des Wärmetransportes bei KÜNZEL die ââWärmeleitung und Enthalpieströme durch Feuchtebewegung mit Phasenveränderung sowie die kurzwellige Sonnenstrahlung berücksichtigt[8]

    Im Forschungsbericht zur hygrothermischen Untersuchung an Balkenköpfen â kommt man zu folgender Schlussfolgerung âGrundsätzlich bleibt festzustellen, dass bei der numerischen Simulation gekoppelter Temperatur- und Feuchtefelder in Baustoffen und Bauelementen derzeit die realitätsnahe Kopplung strömungstechnischer Vorgänge mit den Temperaturvorgängen in Materialien außerordentlich große Schwierigkeiten bereitet. Eine praktikable Schnittstelle vorhandener Software für beide Bereiche (z. B. âDELPHINâ, âWUFIâ-âFluentâ) existiert nicht.â[9]


    [1] Kießl, Kurt; Kapillare und dampfförmiger Feuchtetransport in mehrschichtigen Bauteilen. Rechnerische Erfassung und bauphysikalische Anwendung, Dissertation, Universität Gesamthochschule Essen 1983

    [2] Häupl, Peter; Stopp, Horst; Feuchtetransport in Baustoffen und Bauwerksteilen Dissertation, Technische Universität Dresden 1987

    [3] Philip, J.R.; De Vries, D.A.; Moisture movements in porous materials under temperature gradients, Transaction American Geophysical Union, Heft 2 (1957) S. 222-232

    [4] Pedersen, C.R.; Combined heat and moisture transfer in building construction, Dissertation Technische Universität Dänemark, Lyngby 1998

    [5] Radu, A. Vornicu, T.; Zweidimensionale Berechnung der Wärmeleit- und Wasserdampfdiffusionsvorgänge in Außenbauteilen, Bauphysik, Heft 1 (1988), S. 17-23

    [6] Bednar, T.; Beurteilung des feuchte- und wärmetechnischen Verhaltens von Bauteilen und Gebäuden âWeiterentwicklung der Meß- und Rechenverfahren, Dissertation 2000, Technische Universität Wien

    [7] Anderseeon, A.; Computer programs for tow-dimensional heat, moisture air flow. Division of Building Technology, Lund, Instiute of Technology Report TVBH-3005, Schweden 1981

    [8] Künzel, Hartwig M.; Verfahren zur ein- und zweidimensionalen Berechnung des gekoppelten Wärme- und Feuchtetransport in Bauteilen mit einfachen Kennwerten, Diss 1994 , Universität Stuttgart, Fakultät Bauingenieur- und Vermessungswesen, S. 8, 64

    [ 9] Gnoth, Steffen; Hansel, Frank; Jurk, Kasten; Toepel, Torsten; Strangfeld, Peter; Hygrothermische Untersuchung der Balkenköpfe von Einschubdecken bei innengedämmten Außenwänden unter Einbeziehung der Heizungstechnik, Heizungstechnisch gestützte kapillaraktive Innendämmung bei Holzbalkendecken , 2003, Fraunhofer IRB Verlag, S. 104

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