Magazin gesundes Bauen und Wohnen

Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Autor: Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.

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Holz als idealer Baustoff für den Innenausbau und die Konstruktion

Erstellt von Peter Rauch am 22. April 2016

Holz ist ein der wichtigsten historischen Baustoffe. Neben Gebäuden aus Stein wurden einfache Holzhäuser errichtet. Die Auswahl der Baustoffe wurde von der örtlichen Verfügbarkeit bestimmt. So entwickelten sich je Region auch bestimmte konstruktive Ausführungen der Gebäude, in dem die Dachkonstruktion als Gewölbe oder Kuppel aus Steinen errichtet wurden. Der Baustoff Holz war hier sehr knapp.

In waldreichenden Gebieten von Europa und Nordamerika wurden die Gebäude aus Holzstämmen (Blockbauweise) errichtet. Überall stehen hier noch Jahrhunderte alte Gebäude. Hier eins der noch vielen älteren Wohngebäude aus Holz in den Karpaten.

Wohngebäude aus Holz

Holz lässt sich statisch hoch beanspruchen und ist daher auch gut als Träger für Decken- und Dachkonstruktionen geeignet. Parallel entwickelte sich Gebäude aus verschiedenen natürlichen Baustoffen. Ein Beispiel sind die Fachwerkhäuser wie hier in Wernigerode.

Fachwerk in Wernigerode

Das Holz übernimmt die statische Funktion und die Ausfachung besteht aus Steinen, Lehm oder Ziegel. Es werden die jeweiligen Eigenschaften der unterschiedlichen Baustoffe genutzt, um wirtschaftlich ein Gebäude zu errichten.

Bei der Altbausanierung dieser Gebäude werden oft Fehler begangen und die Folge sind gravierende Bauschäden. Bei der Sanierung müssen die feuchtetechnischen Eigenschaften, die Luftumspülung und Kontrollierbarkeit der Holzkonstruktionen beachtet werden. Wird der ursprüngliche diffusionsoffene Wandaufbau durch zusätzliche Sperrschichten in der Konstruktion verändert, so können an den Bauteilen Schäden auftreten, wo bisher nie ein Schaden vorlag. Besonders sensibel ist der Fachwerkbau. Wird der ursprüngliche Wetterschutz entfernt, so kann jetzt in die Fugen zwischen der Ausfachung und der Holzkonstruktion Niederschlagswasser eindringen. Ebenso können Schäden auftreten, wenn das Ausfachmaterial mit einer diffusionsdichten Beschichtung versehen wird. Besonders viele Fehler können bei einer nachträglichen energetischen Ertüchtigung auf der Innenseite der Außenwände und Decken entstehen. Auf diese Weise wurden viele seit Hunderten Jahren (fast) schadensfreie Gebäude in nur wenigen Jahren zerstört.

Aber neben den guten konstruktiven Eigenschaften des Holzes hat es auch hervorragende raumklimatische und optische Eigenschaften.

Holzwerkstoffe für die Raumgestaltung

An erster Stelle soll der günstige Wärmeeindringkoeffizient genannt werden. Die guten Eigenschaften merkten Sie, wenn Sie sich auf eine Bank aus Holz oder Beton setzen. Holz ist angenehm warm. Die Oberfläche wird sehr schnell angewärmt. Hingegen wird bei Beton oder bei Steinen die Wärme unseres Körpers sehr schnell in das Innere geleitet. Diese Oberflächen sind daher kühler. Mit Holz lassen sich so angenehme Oberflächen in den Räumen schaffen. Wird also eine Holzverschalung an eine kühle Wandoberfläche angebraucht, zum Beispiel bei einer Sitzecke in der Küche, so wird das Kälteempfinden in Richtung Außenwand verringert. Sehr gut ist dies bei einer Holzdielung zu erkennen. Diese Zimmer sind gewöhnlich „fußwärmer“ als Räume mit Steinholzfußboden oder Fliesen. Neben diese wärmetechnischen Eigenschaften vermittelt Holz ein angenehmes natürliches Raumklima. Holz sollte in seinen natürlichen Eigenschaften erhalten bleiben. Durch diese Eigenschaften wirkt es gut feuchteregulierend. Auf dem Markt gibt es ein breites Angebot an verschiedenem Holz für die Innenraumgestaltung. Das können spezielle Paneelen, Innentüren, Leimplatten oder Möbelteile aus Holz sein.

Lacke behindern die Diffusionseigenschaften des Holzes. Besser sind dagegen Dünnlasuren oder Bienenwachs, wenn die Oberflächen beschichtet werden sollen.
Was auf jedem Fall vermieden werden sollte, ist die vollständige Ausgleitung der Innenwandoberflächen (Wände und Decken) mit dunkler Holzpaneele. In den ersten Jahren sieht dies gut aus aber dann wird dies erdrückend. Im folgenden Bild eine Decke aus Holzpaneelen.

Decke aus Holzpaneele

Bei der Verwendung von Holz für die Raumgestaltung ist ein harmonisches Design zu beachten. Hier spielen natürlich auch die Form und das Material der Möbel und der Innentüren eine entscheidende Rolle.

Bei Eigentum ist die Raumgestaltung mit Holzpaneelen oder der Austausch weniger schöne Türen machbar. Bei einer Mietwohnung ist das dagegen nur mit Zustimmung des Vermieters (Eigentümers) möglich. Im Normalfall ist die Wohnung wieder so zu übergeben, wie sie angemietet wurde. Bei einer echten Wertsteigerung ist das schon möglich, dass der Eigentümer zustimmt. Von einer ungenehmigten Veränderung sollte Abstand genommen werden. Der Vermieter hat immer das Recht jederzeit die Wohnung zu besichtigen und kann in diesem Fall die Herstellung des ursprünglichen Zustandes einfordern. Nicht nur die Arbeit war umsonst, sondern es kommt noch Ärger hinzu.

Zum Schluss noch ein Tipp beim Dachausbau. In der Regel befinden sich in den Dachwohnungen nur noch wenige wärmespeichernde Baustoffe. Wärmespeichernde Baustoffe nehmen Wärme von der Raumluft auf und beugen so einer schnellen Überhitzung vor. Später geben die Baustoffe die Wärme wieder an die Raumluft ab und wirken so temperaturregulierend. Werden zum Beispiel nicht gerade die dünnen Holzpaneele an die Dachschrägen angebracht, so verbessern sich neben den Isoliereigenschaften auch die Wärmedämmeigenschaften. Zusätzlich wirkt naturbelassenes Holz gut feuchteregulierend. Holzpaneele trägt so für ein gutes Raumklima bei.

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Holz ein idealer Baustoff

Erstellt von Peter Rauch am 19. Dezember 2012

Holz ist ein idealer Baustoff. Er hat bauphysikalisch und baubiologisch günstige Eigenschaften, lässt sich gut verarbeiten und ist zudem auch ökologisch. Der Preis für fossile Rohstoffe steigt seit vielen Jahren kontinuierlich an. Hinzu kommt, dass einige dieser Werkstoffe auf dem Weltmarkt immer knapper werden. Daher rücken nachwachsende Rohstoffe, wie zum Beispiel das Holz, immer stärker in den Blickpunkt.

Holz macht einen Großteil der auf der Erde vorkommenden Biomasse aus und ist ein Bestandteil des natürlichen Stoffkreislaufes. Über die Assimilation wird aus dem C02 aus der Luft und über die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Erdboden neue Holzzellen gebildet. Ist der Baum schlagreif, so werden aus ihm Holzbalken, Bretter, Furnier und aus den Restern Späne für Spanplatten oder Feuerholz für den Kamin hergestellt. Nach der Nutzung gehen die Holzwerkstoffe wieder in den natürlichen Kreislauf über. Gegenüber anderen Baustoffen fallen keine Umweltbelastungen an. Ebenso ist die Gewinnung des Holzes relativ energiearm.

Holz besteht aus Holzzellulose, Hemizellulose und Lignin, mehr zu den chemischen Eigenschaften und zur Verwendung von Holz.

Gerade der Bestandteil Zellulose wird vielfältig in der Industrie genutzt, ob als Rohstoff für die Papierherstellung oder in der Bekleidungsindustrie in Form von Viskose oder als Wärme- und Schalldämmstoff.
Der Einsatz ionischer Flüssigkeiten als Lösungsmittel zur Zelluloseverarbeitung bietet völlig neue Möglichkeiten der chemischen Modifizierung und die vollständige Acetylierung der Zellulose ist möglich. Mit dieser Änderung ihrer Eigenschaften wird zum Beispiel die Herstellung von pharmazeutischen Produkten, Lebensmitteln und Baustoffen [1] mit besonderen Eigenschaften möglich.
Historischer Fachwerkbau in Straßburg

Früher wurden sehr viel Holzhäuser gebaut. In Deutschland sind noch sehr viele wunderschön anzusehende Fachwerkhäuser anzusehen. Ein Spaziergang in der historischen Altstadt von Quedlinburg (Welterbe) ist sehr zu empfehlen. Aber auch in Straßburg sind Jahrhunderte alte Fachwerkgebäude zu sehen. In Bayern, Österreich bis hin zur Slowakei, Ostpolen und in den ukrainischen Karpaten findet man auch heute noch historische Holzblockbauweisen.
Bekannt ist mir, dass in Kanada, in den nordeuropäischen Ländern und in den ukrainischen Karpaten auch heute noch viele neue Blockhäuser errichtet werden.
Blogbauweise, am Zentrum von Europa in den ukrainischen Karpaten
Dominierender in Deutschland der Baustoff Ziegelstein, so ist dieser bereits seit einigen Jahren rückläufig. Holz verzeichnet seit 2002 Zuwächse und stellte im Jahr 2006 bei insgesamt 13,3 Prozent der genehmigten Wohngebäude den dominierenden Baustoff dar. [2] Vielfach findet man Gebäude aus Holz in Kombination mit anderen Baustoffen. Zu erwähnen sind die Fertighäuser aus Holz.

Neben den bereits oben genannten ökologischen Gesichtspunkten verfügt er Baustoff Holz über ein bemerkenswertes Wärmedämmvermögen durch die relativ kleine Wärmeleitzahl und andererseits hat es eine relativ schwere Rohdichte und kann die Wärme wegen der großen spezifischen Wärmespeicherkapazität sehr gut speichern. Die Oberfläche von Holzwerkstoffen wird aber auch sehr schnell warm. (Dies kann man im Vergleich erkennen, wenn man sich im Freien auf eine Holz- oder Steinbank setzt.) Dies hängt damit zusammen, da Holz einen günstigen Wärmeeindringkoeffizient b hat, wo die Wärme nur langsam nach innen weitergeleitet wird. Dieses sehr günstige Verhalten von Holz wirkt sich für Fußböden und andere raumumschließende Flächen, wie Wand- oder Deckenverkleidung aus.
Holzfaserdämmstoffe wirken in puncto sommerlicher Hitzeschutz aufgrund ihrer sehr gut Wärmespeichervermögen und der großen Amplitudendämpfung wie ein Puffer, sodass im Gebäudeinneren nicht all so große Temperaturschwankungen auftreten. Analog gilt dies auch für die kühlere Jahreszeit. Diese Eigenschaften haben auch die Holzprodukte, ob Blogbohlen oder Schalbretter. Bereits eine Holzverschalung auf der inneren kühleren Wandoberfläche hebt die Oberflächentemperatur um 2-3 K an. Dies ist feuchtetechnisch viel bessere als eine Isoliertapete oder eine Styroporplatte, wie sie als gestalterisches Deckenelement angeboten werden.
Mit Holz kann nicht nur gestalterisch das Aussehen der Räume (Wand- oder Decken sowie Fußböden) beeinflusst werden, sondern auch ein behagliches Raumklima geschaffen werden. Viele dieser ökologischen Produkte werden zum Beispiel bei holzland angeboten.
Holzverkleidung eines Balkons im Dachgeschoss
Allerdings gibt es auch Nachteile, wenn man den konstruktiven Holzschutz vernachlässigt. Holz dient als Nahrung von Holz zerstörenden Insekten und Pilze. Holz darf keiner dauerhaften hohen Holzfeuchte ausgesetzt werden, wie zum Beispiele eine Dielung oder Spanverlegeplatte auf einen feuchten Kellerfußboden oder au einer feuchten salzbelasteten Wand. Hier sind besser anorganische Baustoffe zu verwenden, damit nicht unkontrolliert Bauschäden auftreten. Verbautes Holz sollte immer ausreichend abtrocknen können und eine Kontrolle in regelmäßigen Abständen ist zu empfehlen.

Neue Technologien, wie die in der Metallbranche bekannte Pulverbeschichtung, ermöglicht bei der Holzverarbeitung ganz neue Designmöglichkeiten für Büro-, Küchen-, Tischplatten, Schränke, Badezimmermöbel sowie Wand- und Deckenpaneele. Die pulverbeschichteten Oberflächen sind widerstandsfähig und kratzfest und bieten eine hohe beständig gegen Chemikalien. Das Verfahren ist umweltfreundlich, da die Pulverlacke frei von Lösungsmitteln und Giftstoffen sind. [3]

Im Bauwesen findet Holz aber auch in Verbindung mit anderen Baustoffen Anwendung. Dabei werden die positiven Eigenschaften der verschiedenen Baustoffe genutzt. So werden bei der Kombination von Holz und Beton die wirtschaftlichen Vorteile sowie statischen und bauphysikalischen Eigenschaften verbunden. Die Betonplatte in der Druckzone verteilt auftretende Lasten und steift die Konstruktion aus. Die Holzbalken befinden sich in der Zugzone. „Durch die Verbindung beider Tragwerke mittels Schubverbund werden Durchbiegung und Schwingung gegen null reduziert.“ [4]

Dipl.-Ing.oec., Ing. Peter Rauch PhD
19.12.2012

Quelle:
[1] Annegret Stark; „Haute Couture“ aus Zellulose, Pressemitteilung,
Institut für Technische Chemie und Umweltchemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 04.05.2007 idw-online.de
[2] Holz und Stahlbeton weiter auf dem Vormarsch? BauInfoConsult GmbH
19.04.2008 Baudienst.de
[3] Ramseier Woodcoat AG: Pulverbeschichtung auf Holz revolutioniert Möbeldesign
www.pressetext.com
[4] com-ing VT GmbH, Holz-Beton-Verbund auf dem Stand der Technik, 8. Mai 2008, www.ais-online.de

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