Magazin gesundes Bauen und Wohnen

Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Autor: Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.

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Was ist beim Kauf neuer Türen zu beachten?

Erstellt von Peter Rauch am 1. März 2018

Eine Tür muss verschiedene Funktionen erfüllen und auch zum Haus bzw. zu den Räumen passen. Nachfolgend soll auf ausgewählte Kriterien eingegangen werden, auf welche Sie achten sollten, wenn Sie neue Türen kaufen.

Die Tür und ihre Funktion

Eine Hauseingangstür erfüllt andere Anforderungen als eine Wohnungseingangstür und ist auch wieder anders als eine Innentür. Sie unterscheiden sich nicht nur durch ihr Aussehen, sondern auch in ihrer Aufgabe.

Die Hauseingangstür

Die Hauseingangstür muss einbruchsicher sein und auch gute Wärmedämmeigenschaften haben. Weiterhin sollte sie auch erforderliche Schalldämmeigenschaften haben. Das ist gerade dann wichtig, wenn Sie an einer stark befahrenen Straße wohnen. Als Materialien kommen vorwiegend Kunststoff, Aluminium oder Holz infrage. Es gibt aber auch Türen aus Stahlblech. Bei einer Wetterseite und fehlendem bzw. nur kleinem Vordach benötigt eine Holztür ständig einen entsprechenden Kontroll- und Pflegeaufwand. Bei einer bewitterten Balkontür im ausgebauten Dachgeschoss waren bereits nach 4 Jahren die unteren Holzteile durch Holz zerstörende Pilze geschädigt. Hier lagen extreme Witterungseinflüsse vor. Die nördliche Seite des Hauses ist in der Regel trocken. Bei der Materialauswahl für die neue Tür sollte man also auch die Wettereinflüsse beachten. Von besserer Beständigkeit und geringerem Pflegeaufwand sind die Türen aus Kunststoff und Aluminium.

Bei Kunststofftüren gibt es zwei Nachteile. Bei Spritzwasser bzw. Regentropfen kleben auf der Oberfläche immer kleine Dreckspritzer. Das wird durch statische Anziehung der Plaste verursacht. Bei einer weißen Tür fällt dies besonders auf. Das lässt sich jedoch sehr leicht abwischen. Der weitere Nachteil ist der große Wärmeausdehnungskoeffizient. Z. B. im Winter schließt die Tür ordentlich und im Sommer klemmt diese. Die Zarge lässt sich nicht so einfach ausjustieren. Eine einfache Kunststofftür auf der Sonnenseite ist nicht so ideal. Dafür ist diese auch gegenüber den anderen Türmaterialien preiswert. Die Aluminiumtür ist dagegen formbeständiger und witterungsbeständig.
Eingangstür
Beispiel einer Kunststofftür im Treppenhaus.

Historische Tür
Beispiel einer Holztür in einem historischen Wohngebäude

Die Wohnungseingangstür

Die wichtigste zu erfüllende Eigenschaft ist die Einbruchssicherheit. Es sind auch bestimmte Anforderungen an den Brandschutz und Schallschutz zu erfüllen. Darum muss sich der Hersteller bzw. Verkäufer kümmern, da er ohne die Erfüllungen der aktuellen gesetzlichen Vorschriften die Türen nicht in den Handel bringen darf.

Die Innentüren

Diese haben eigentlich nur die Funktion die Räume optisch und akustisch voneinander zu trennen. Als Material kommen Holz bzw. Holzwerkstoffe zum Einsatz.

Die Tür als Gestaltungselement

Die Türen sind ein wichtiges Gestaltungselement. Die Eingangstür muss zum Stil des Hauses passen und sie präsentiert auch das Haus bzw. die Wohnung. Bereits ihre optische Wirkung kann auf die Gäste einladen wirken oder aber auch umgekehrt. Bei historischen Gebäuden kann aus Gründen des Denkmalschutzes nicht einfach die alte Tür ausgetauscht werden. Eine Veränderung ist vorher mit der Behörde abzustimmen.
Aber auch bei älteren Gebäuden haben die Maueröffnungen und Maulbreiten andere Maße, sodass sich die neuen genormten Türen nicht immer so einfach einbauen lassen. Solange die Maueröffnungen größer sind, lässt sich dies unter anderem mit Gipsbauplatten und Ständerwerk relativ leicht lösen. Sind die Öffnungen jedoch kleiner, so sind umfangreichere Maßnahmen erforderlich. Bei einer Bundwand lassen sich nicht so einfach die Holzstile versetzt. Bevor zusätzlich diese mit viel Dreck verbundenen Arbeiten anfallen, sollte man auch darüber nachdenken, ob sich die alten Zargen und Türblätter aufarbeiten lassen. Wenn die alte Farbe entfernt ist und eine schöne Lasur aufgetragen wird, sehen die alten Türen richtig schön aus.

Aber nicht in jedem Fall passen die älteren Türformen zum gewünschten Wohnstil. Dann lassen sich die neuen Türen auch als Sonderanfertigungen bestellen. Es gibt auch spezialisierte Tischlerfirmen, welche die alten Türblätter aufarbeiten. Diese sind von einer neuen modernen Tür nicht zu unterscheiden. Natürlich kostet dieser Arbeitsaufwand einiges, aber man sollte die Kosten gegen den Einbau einer neuen Tür mit eventuellen weiteren Renovierungskosten und eventuell erforderlichen Anpassungsarbeiten gegenüberstellen. Wichtig ist auch zu wissen, dass der Einbau einer neuen Tür in die passende Maueröffnung recht schnell geht und kaum Schmutz verursacht.

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Holz als idealer Baustoff für den Innenausbau und die Konstruktion

Erstellt von Peter Rauch am 22. April 2016

Holz ist ein der wichtigsten historischen Baustoffe. Neben Gebäuden aus Stein wurden einfache Holzhäuser errichtet. Die Auswahl der Baustoffe wurde von der örtlichen Verfügbarkeit bestimmt. So entwickelten sich je Region auch bestimmte konstruktive Ausführungen der Gebäude, in dem die Dachkonstruktion als Gewölbe oder Kuppel aus Steinen errichtet wurden. Der Baustoff Holz war hier sehr knapp.

In waldreichenden Gebieten von Europa und Nordamerika wurden die Gebäude aus Holzstämmen (Blockbauweise) errichtet. Überall stehen hier noch Jahrhunderte alte Gebäude. Hier eins der noch vielen älteren Wohngebäude aus Holz in den Karpaten.

Wohngebäude aus Holz

Holz lässt sich statisch hoch beanspruchen und ist daher auch gut als Träger für Decken- und Dachkonstruktionen geeignet. Parallel entwickelte sich Gebäude aus verschiedenen natürlichen Baustoffen. Ein Beispiel sind die Fachwerkhäuser wie hier in Wernigerode.

Fachwerk in Wernigerode

Das Holz übernimmt die statische Funktion und die Ausfachung besteht aus Steinen, Lehm oder Ziegel. Es werden die jeweiligen Eigenschaften der unterschiedlichen Baustoffe genutzt, um wirtschaftlich ein Gebäude zu errichten.

Bei der Altbausanierung dieser Gebäude werden oft Fehler begangen und die Folge sind gravierende Bauschäden. Bei der Sanierung müssen die feuchtetechnischen Eigenschaften, die Luftumspülung und Kontrollierbarkeit der Holzkonstruktionen beachtet werden. Wird der ursprüngliche diffusionsoffene Wandaufbau durch zusätzliche Sperrschichten in der Konstruktion verändert, so können an den Bauteilen Schäden auftreten, wo bisher nie ein Schaden vorlag. Besonders sensibel ist der Fachwerkbau. Wird der ursprüngliche Wetterschutz entfernt, so kann jetzt in die Fugen zwischen der Ausfachung und der Holzkonstruktion Niederschlagswasser eindringen. Ebenso können Schäden auftreten, wenn das Ausfachmaterial mit einer diffusionsdichten Beschichtung versehen wird. Besonders viele Fehler können bei einer nachträglichen energetischen Ertüchtigung auf der Innenseite der Außenwände und Decken entstehen. Auf diese Weise wurden viele seit Hunderten Jahren (fast) schadensfreie Gebäude in nur wenigen Jahren zerstört.

Aber neben den guten konstruktiven Eigenschaften des Holzes hat es auch hervorragende raumklimatische und optische Eigenschaften.

Holzwerkstoffe für die Raumgestaltung

An erster Stelle soll der günstige Wärmeeindringkoeffizient genannt werden. Die guten Eigenschaften merkten Sie, wenn Sie sich auf eine Bank aus Holz oder Beton setzen. Holz ist angenehm warm. Die Oberfläche wird sehr schnell angewärmt. Hingegen wird bei Beton oder bei Steinen die Wärme unseres Körpers sehr schnell in das Innere geleitet. Diese Oberflächen sind daher kühler. Mit Holz lassen sich so angenehme Oberflächen in den Räumen schaffen. Wird also eine Holzverschalung an eine kühle Wandoberfläche angebraucht, zum Beispiel bei einer Sitzecke in der Küche, so wird das Kälteempfinden in Richtung Außenwand verringert. Sehr gut ist dies bei einer Holzdielung zu erkennen. Diese Zimmer sind gewöhnlich „fußwärmer“ als Räume mit Steinholzfußboden oder Fliesen. Neben diese wärmetechnischen Eigenschaften vermittelt Holz ein angenehmes natürliches Raumklima. Holz sollte in seinen natürlichen Eigenschaften erhalten bleiben. Durch diese Eigenschaften wirkt es gut feuchteregulierend. Auf dem Markt gibt es ein breites Angebot an verschiedenem Holz für die Innenraumgestaltung. Das können spezielle Paneelen, Innentüren, Leimplatten oder Möbelteile aus Holz sein.

Lacke behindern die Diffusionseigenschaften des Holzes. Besser sind dagegen Dünnlasuren oder Bienenwachs, wenn die Oberflächen beschichtet werden sollen.
Was auf jedem Fall vermieden werden sollte, ist die vollständige Ausgleitung der Innenwandoberflächen (Wände und Decken) mit dunkler Holzpaneele. In den ersten Jahren sieht dies gut aus aber dann wird dies erdrückend. Im folgenden Bild eine Decke aus Holzpaneelen.

Decke aus Holzpaneele

Bei der Verwendung von Holz für die Raumgestaltung ist ein harmonisches Design zu beachten. Hier spielen natürlich auch die Form und das Material der Möbel und der Innentüren eine entscheidende Rolle.

Bei Eigentum ist die Raumgestaltung mit Holzpaneelen oder der Austausch weniger schöne Türen machbar. Bei einer Mietwohnung ist das dagegen nur mit Zustimmung des Vermieters (Eigentümers) möglich. Im Normalfall ist die Wohnung wieder so zu übergeben, wie sie angemietet wurde. Bei einer echten Wertsteigerung ist das schon möglich, dass der Eigentümer zustimmt. Von einer ungenehmigten Veränderung sollte Abstand genommen werden. Der Vermieter hat immer das Recht jederzeit die Wohnung zu besichtigen und kann in diesem Fall die Herstellung des ursprünglichen Zustandes einfordern. Nicht nur die Arbeit war umsonst, sondern es kommt noch Ärger hinzu.

Zum Schluss noch ein Tipp beim Dachausbau. In der Regel befinden sich in den Dachwohnungen nur noch wenige wärmespeichernde Baustoffe. Wärmespeichernde Baustoffe nehmen Wärme von der Raumluft auf und beugen so einer schnellen Überhitzung vor. Später geben die Baustoffe die Wärme wieder an die Raumluft ab und wirken so temperaturregulierend. Werden zum Beispiel nicht gerade die dünnen Holzpaneele an die Dachschrägen angebracht, so verbessern sich neben den Isoliereigenschaften auch die Wärmedämmeigenschaften. Zusätzlich wirkt naturbelassenes Holz gut feuchteregulierend. Holzpaneele trägt so für ein gutes Raumklima bei.

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