Magazin gesundes Bauen und Wohnen

Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Autor: Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.

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 8. Baukonstruktionen
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Wozu dient ein Raumentfeuchter?

Erstellt von Peter Rauch am 14. Juni 2016

Die Bedeutung des Einsatzes von Raumentfeuchter nimmt immer mehr zu. Die veränderten Wohnansprüche und vor allem die gesetzlichen Forderungen an den Wärmeschutz wirken sich auf das Raumklima aus. Die in den Räumen durch das Kochen, Duschen, Zimmerpflanzen oder die durch unseren Körper abgegebene Feuchtigkeit wird nicht mehr ausreichend schnell an die Außenluft abgegeben. Aber auch früher war die Luftfeuchtigkeit in den Räumen nicht wesentlich niedriger als heute. Vielleicht war diese sogar höher, da wesentlich mehr Personen auf der gleichen Fläche wohnten.
Nicht so dichte Fenster, sicherlich wurde auch mehr und länger am Morgen und am Tag gelüftet, sorgten für einen ausreichenden Luftaustausch. Es wurde bei der höheren Luftwechselzahl sowohl Feuchtigkeit als auch Schadstoffe hinaus gelüftet. Die Energiesparverordnungen fordern dichte und gut isolierte Fenster. Kondenswasser, welches sich im Winter an dem Einfachglas ansammelte, konnte weggewischt werden. Es war aber auch ein sicheres Zeichen für eine hohe Luftfeuchtigkeit und es wurde gelüftet. Heute nutzt man dies Erkenntnis für Sensoren, welche dem Bewohner anzeigen, dass er lüften sollte. Es werden künstliche Wärmebrücken in die Außenwand eingebaut. Nimmt hier die Feuchtigkeit stark zu, so wird ein Gefahrensignal gesendet. Wurden früher diffusionsoffene Wandkonstruktionen errichtet, wie Ziegel- oder Lehmwände, so werden heute nicht mehr monolithische, sondern mehrschichtige Wandkonstruktionen errichtet. Durch den Wechsel der einzelnen Schichten können an den Übergängen sperrende Wirkungen für den Diffusionsstrom entstehen. Hinzu kommt, dass viele kunststoffmodifizierte Baustoffe zur Anwendung kommen. Besonders kritisch sind diese an den Wandoberflächen. Hier wird der Feuchtigkeitsübergang behindert, z. B. Gipsputze oder Dispersionsfarben. Im Gebäudeinnern wird die feuchtigkeitsausgleichende Wirkung reduziert, die Feuchtigkeitsspitzen werden nicht schnell genug abgebaut, die Adsorption gegenüber rein mineralischen Putzen bzw. Farben ist kleiner. Das Gleiche gilt auch für die Außenwandoberfläche. Hier soll aber die Feuchtigkeit aus der Wandoberfläche gut und schnell entweichen können. Im Winter wird nur ein verhältnismäßig kleiner Teil an Feuchtigkeit durch die Wand gegenüber der wesentlich größeren Feuchtigkeitsmenge, welche durch das Lüften nach außen gelangt, transportiert. Während der warmen Jahreszeit sieht dies jedoch anders aus. Kann die Wand im Winter nicht ausreichend abtrocknen, so nimmt die Feuchtigkeitsmenge im Wandquerschnitt langsam zu. Die Folge ist eine höhere Wärmeleitfähigkeit.

Was bedeutet die Feuchtigkeitszunahmen für den Bewohner?

Die wohnhygienische relative Luftfeuchtigkeit sollte etwa um 50 % liegen. Zu trockene Luft belastet die Schleimhäute. Sehr feuchte Luft begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen, wie Bakterien und Pilze. Letzteres ist gerade im Sommer der Fall. Im Winter wird dies vorwiegend an kalten Wandoberflächen durch eine Schimmelbildung deutlich. Besonders gefährdet sind die Schlafzimmer, wenn zu wenig gelüftet wird. Sind die Schlafzimmer klein und die Fenster in der Nacht geschlossen, so steigt die Luftfeuchtigkeit stark an. Ein Teil der Feuchtigkeit wird durch die Bauhülle und bedingt durch die Einrichtungsgegenstände aufgenommen. Später, wenn die Luftfeuchtigkeit durch ein ausreichendes Lüften abgesenkt wurde, wird diese gespeicherte Feuchtigkeit wieder an die Raumluft abgegeben.

Auch wenn vorbildlich gelüftet wird, kann es vorkommen, dass die ständige Luftfeuchtigkeit hoch bleibt. Das hängt von der produzierten Feuchtigkeitsmenge, der Adsorptionsfähigkeit der Wandoberfläche und der Raumgröße ab. Besonders betroffen sind Wohnungen, wo sich ein Teil der Außenwände unterhalb der Geländeoberfläche befindet oder Gebäude mit Natursteinwänden.

In diesem Fall hilft, wie bereits zum Anfang genannt, ein Raumentfeuchter.

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Die Feuchtigkeit in der Raumluft durch Raumentfeuchter reduzieren

Erstellt von Peter Rauch am 28. Juni 2015

Schäden durch Schimmelpilze sind ein weitverbreitetes Problem in den deutschen Wohnungen. Seit vielen Jahren ist ein Anstieg, dieser Schäden zu registrieren. Schimmelpilze und andere Mikroorganismen benötigen für ihr Wachstum Wärme, Feuchtigkeit und Nahrungssubstanz. In der der heutigen modernen Wohnung befinden sich genügend Materialien, die sich als Nahrung eignen. Das sind zum Beispiel Dispersionsfarben, Tapeten, Textilien. Und viele weiter Produkte. Aber auch Staub bietet in vielen Fällen eine gute Nahrungsgrundlage. Bereits, wenn die Wohnung regelmäßig richtig gesäubert wird, kann die Grundlage für ein übermäßiges Wachstum an Schimmelpilze verringert werden. In sauberen Wohnungen gibt es weniger Mikroorganismen. Zur Reinigung benötigen Sie nicht immer teure Haushaltsreiniger, deren chemische Substanzen unter anderem die Gesundheit gefährden können. Es reicht ein einfaches altes und natürliches Mittel, wie der Essig. Mit einer geringe Konzentration Apfelessig kann vieles gesäubert werden, wie Fliesen, Fenster, Möbel und andere Haushaltsgegenstände. Für die Reinigung der Toiletten eignen sich Essig und Soda.

Untersuchungen zeigten, dass sich nicht im chemischen Laboratorium, in der Toilette im Haushalt, die meisten Mikroorganismen befinden, sondern im Kühlschrank. Im Kühlschrank sind gegenüber dem Wohnraum recht niedrige Temperaturen, wo die Mikroorganismen nur noch sehr langsam wachsen. Neben der Nahrung dominiert hier die Luftfeuchtigkeit. An den Wänden, Büchsen und Lebensmitteln im Kühlschrank kondensiert der Wasserdampf. Nun liegt in der Wohnung nicht die gleich hohe Luftfeuchtigkeit vor, aber dafür ist es wärmer. Man erkennt an diesem einfachen Beispiel, welche Rolle eine hohe Luftfeuchtigkeit für das Wachstum der Mikroorganismen hat.

Dichte Fenster und hohe Luftfeuchtigkeit

Die Energieeinsparverordnung verlangt immer dichtere Wohngebäude. Zwangsläufig steigt die Luftfeuchtigkeit an. Problematisch wird es, wenn nachträglich in ältere Wohnungen sehr dichte Fenster eingebaut werden. Die ursprüngliche unkontrollierte Lüftung wird wesentlich reduziert. Schadstoffe in der Raumluft und die übermäßige Luftfeuchtigkeit werden nicht ausreichend weg gelüftet. Wie soll auch drei- oder viermal täglich ausreichend gelüftet werden, wenn man den ganzen Tag auf Arbeit ist.
Teilweise werden Ventilatoren eingebaut, die den ganzen Tag die Luft aus der Wohnung saugen, um eine Schimmelpilzbildung zu vermeiden. Vor dem Einbau der neuen Fenster erfolgte der Luftaustausch durch die Fugen der Fensterflügel. Ein Trick ist ein Teil der Dichtgummis der dicht schließenden Fenster zu entfernen. Was jedoch ein Eingriff in die Bausubstanz ist und den Eigentümer nicht immer erfreut. Ein anderer Trick wurde mir von einem ukrainischen Projektleiter gezeigt, welcher in seiner Heimat im Auftrag der Investoren die Bauleistungen überwacht. Der Fenstergriff bei den Thermofenstern zeigt im geschossenen Zustand nach unten. Er wird etwa 30 bis 45° nach links bzw. rechts nach oben gezogen. Soweit, dass noch das Fenster verschlossen ist, aber der Dichtgummi nicht mehr so dicht angedrückt wird. Das sollte in der Regel bereits ausreichen, eine gewisse natürliche Lüftung zu gewährleisten.

Luftfeuchtigkeit durch Raumentfeuchter reduzieren

Es gibt aber auch Räume, die keine Fenster haben und nur ungenügend belüftet werden können. Das können zum Beispiel eingebaute Schränke sein. Aber auch nach dem Bezug eines neuen Hauses liegt die ersten 2 bis 3 Jahre noch eine Baufeuchtigkeit vor. Das ist Feuchtigkeit, welche aus den mineralischen Baustoffen, wie Kalkputz, Gipsputz, Betonestrich oder vom Farbanstrich stammen. Durch regelmäßiges Lüften und Heizen wird die relative Luftfeuchtigkeit verringert. Behilflich sind auch der Einsatz von Trocknungsgeräten, wenn eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit vorliegt, wie zum Beispiel nach einem Wasserleitungsschaden. Der Einsatz von Raumentfeuchter ist dann sinnvoll, wenn vorübergehend die Luftfeuchtigkeit reduziert werden soll, der Raum nicht sehr groß ist und keine andere Möglichkeiten vorhanden sind. Zum Beispiel einen feuchten und nassen Keller trocknet man damit nicht.
Die Raumentfeuchter verursachen auch kein Lärm und sind gegenüber einer Anschaffung eines Trocknungsgerätes wesentlich Preisgünstiger.
Zum Schluss fällt mir ein praktischer Anwendungsbereich ein, wo sich der Raumentfeuchter sehr bewährt hat. Der Wohnwagen meiner Eltern steht auf einem Dauercampingplatz. Im Winter wird dieser nicht genutzt und ist verschlossen. Es gab zwar im Frühjahr keine direkten Schäden durch Feuchtigkeit, aber es roch immer muffig. Im Herbst werden zwei Raumentfeuchter aufgestellt und im Frühjahr ist alles trocken und in Ordnung. Auch im Kühlschrank wird eine Schale mit Granulat aufgestellt. Auch hier ist seitdem alles in Ordnung. Vorher hatte sich etwas Schimmelbelag an den Innenwänden gebildet.

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