Magazin gesundes Bauen und Wohnen

Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Autor: Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.

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Feuchte und biologische Bauschäden an massiven Baukonstruktionen

Erstellt von Peter Rauch am 17. November 2012

1. Die Entstehung chemischer und biologischer Bauschäden erfordern immer eine bestimmte Feuchte und ein ausreichendes Angebot geeigneter Nährstoffe. Diese Feuchtigkeit kann von außen eindringen, wie Niederschlag und Bodenfeuchte, vom Abbindeprozess der Bindemittel stammen, welche nicht ausreichend abgeführt wird, oder es liegt eine hohe Gleichgewichtsfeuchte vor, die der Baustoff mit seiner umgebenden Luftfeuchte eingeht. Das Nährstoffangebot stammt vom Baustoff selbst, welcher aus organischen Verbindungen besteht, durch Verschmutzungen, wie Staubablagerungen, Wässer u. a. oder durch angrenzende bzw. gelagerte organische Materialien.

Schimmel im Bad

2. Das Vorkommen bestimmter biologischer Schadensorganismen ist abhängig von der Art des Baustoffs und dessen feuchteabhängigen Zustandes im Baukörper.

3. Ausreichend starkes massives Mauerwerk speichert genügend Wärme, z. B. durch solare Wärme, sodass es an der Bauteiloberfläche in den Morgenstunden nicht bzw. nur zur geringen Tauwasserbildung kommt. Bei konstruktiv guter Gestaltung können diese ungehindert durch die umgebende Luft abtrocknen. Damit ist eine ständige ausreichende Abtrocknung möglich. Dies ist gerade bei freistehenden unbeheizten Bauteilen wichtig.

4. Massive Baustoffe haben durch Ihr Volumen gute feuchteregulierende Eigenschaften, die sich durch Adsorption, Diffusion und bei hoher Feuchte durch kapillare Leitfähigkeit auszeichnet. Diese Eigenschaften werden durch die Struktur der Baustoffe bestimmte. Für eine gute Feuchteregulierung sind Baustoffe günstig, die auf ein Mikroporensystem beruhen.

5. Die gegenwärtigen Untersuchungen der Schimmelpilzbildung beruhen vorwiegend auf der Ursuche hoher Luftfeuchten im Gebäude, die in Wechselwirkung mit den Bauteiloberflächen stehen. Daraus werden die entsprechenden Handlungen bzw. Sanierungskonzepte abgeleitet, wie Reduzierung der Luftfeuchte, fungizidhemmende Beschichtungen oder eine nachträgliche Wärmedämmung.

6. Gerade biologische Bauschäden treten in Kombination verschiedener Bedingungen auf. Dabei stellt die Heizungsart eine wichtige Rolle für die Vermeidung großer Konzentrationen an Mikroorganismen in den Gebäuden. Bei einer Konvektionsheizung werden die Wandoberflächen nur ungleichmäßig erwärmt, sodass gerade im unteren Wandabschnitt höhere Feuchten an der Wandoberfläche vorliegen. Dagegen bewirkt der Betrieb eine Strahlenheizung eine gleichmäßigere Temperaturverteilung an der Wandoberfläche, die etwas höher als die Temperatur der Raumluft ist. Damit kommt es an frei zugänglichen Wandabschnitten zu keiner Erhöhung der Luftfeuchte.

7. Leichtbaukonstruktionen erfüllen aufgrund der geringen Wärmespeicherfähigkeit der raumumschließenden Baustoffe und ihrer mittelfristigen Feuchteregulierung diese Eigenschaften weniger gut. Damit können auch nicht die günstigeren wohnhygienischen Eigenschaften des massiven Baukörpers erreicht werden.

Weitere Informationen zu Schimmelpilze oder Auskühlzeit massiver Konstruktionen.

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Schimmelpilzgefahr

Erstellt von Peter Rauch am 1. Juli 2012

Kürzlich lass ich bei der Vorstellung eines Schimmelpilzbuches, dass die Schimmelpilzzunahme mit der Klimaerwärmung zu tun haben soll. Richtig ist, wenn die optimalen Lebensbedingungen dieser Mikroorganismen erreicht werden, dann vermehren sich diese auch optimal. Die optimalen Temperaturen liegen etwas über 20ÂC. Hohe Raumtemperaturen und Feuchte verursachen dann auch eine hohe Keimbelastung. In der Regel ist die Raumluftbelastung im Sommer gerade bei schwülwarmer Außenluft am größten. Wer sich nicht nur auf die Erkenntnisse des Potsdamer Instituts für Klimafolgeforschungen verlässt, weiß dass es in unserer Erdgeschichte eine ständige Temperaturschwankung gab und geben wird. Die Mehrheit der internationalen Fachleute folgen dieser vor allem in Deutschland verbreiteten Theorie nicht. Gegenwärtig befinden wir uns in einer leichten Abkühlphase.

In dem Newsletter des Verlags Dashöfer vom 29.6.2012 heißt es: âIn 17 Prozent der deutschen Haushalte versteckt er sich hinter Schränken oder befällt gut sichtbar ganze Wände: Schimmel. Dennoch glaubt jeder neunte Deutsche irrtümlicherweise, Schimmel sei harmlos.â Weiter news.dashoefer.de.

Grundsätzlich befinden sich die Mikroorganismen in der Luft. Nur ein kleiner Teil befällt während der kalten Jahreszeit kühle Bauteiloberflächen, wenn diese eine Nahrungsgrundlage bieten, wie zum Beispiel Staub, Fett oder Zellulosebestandteile u.v.a. Nur wenige Schimmelpilze sind wirklich gesundheitsgefährdend. In meiner statistischen Auswertung finden sie eine andere Aussage. Etwa 70 % der festgestellten Schäden befinden sich im Schlafzimmer. Siehe hier im unteren Abschnitt des Fragebogens www.ib-rauch.de/Beratung/statistik-schimmel.html

Die meisten Bewohner schlafen lieber bei niedrigeren Temperaturen. Kühlere Luft nimmt weniger Feuchte auf. Es ist daher ein ständiger Luftaustausch erforderlich. Die heutigen dicht schließenden Fenster lassen dies nicht mehr zu. Aus Kostengründen werden die Raumvolumen der Schlafzimmer immer kleiner. Hier wird aber 8 Stunden lang Feuchte produziert. Wer nicht die gesamten Zusammenhänge erkennt, der sucht in erster Linie ein falsches Lüftungsverhalten der Bewohner und Wärmebrücken. Antworten finden Sie in meinem Schimmlepilzbuch.


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