Altbausanierung und Energiepolitik

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Stahlbleche im Bauwesen

Erstellt von Peter Rauch am Sonntag 14. April 2013

Metalle finden bei der Errichtung von Bauwerken vielfältige Anwendung. Allein der moderne Stahlbetonbau hat ein riesiges Anwendungsgebiet. Beton nimmt die Druckkräfte auf und der Bewährungsstahl die Zugkräfte. Daneben übernimmt der Beton durch seinen hohen pH-Wert den passiven Korrosionsschutz des Stahls. In Kombination dieser beiden Baustoffe können wunderbare höchst beanspruchte Gebäude, Bücken, Staudämme u. a. errichtet werden.
Historisch wurde Stahl bzw. Eisen in erster Linie zur Befestigung (Nägel) oder zur Aufnahme von Zugspannung (Wandanker) und von Lasten (Träger) verwendet. Vor 1985 wurden teilweise auch Schweißeisen, ansonsten Flussstahl (Flusseisen) für die Herstellung von Stahlträger eingesetzt. 1887 wurde laut Erlass des Polizeipräsidenten von Berlin für Schmiedeeisen auf Zug eine Beanspruchung von 75 N/mm2 festgelegt.[1] Dieser Wert wurde 1910 auf etwas 120 N/mm2 erhöht. Für Schweißeisen wurde der Wert um 10 % gemindert.[2] Um diese Zeit wurden auch verschiedene Stahlleichtträger entwickelt. Dabei ging es um den Stahlverbrauch zu verringern aber auch die notwendige Trägfähigkeit zu erreichen. Die Germaniadecken bestanden aus geformten Stahlblechen, welche als Auflager für die Hohlziegel dienten. [3]
Die in der Kaiser-TVG-Decke [4, 5] befindlichen Stahlleichtträger bestanden aus dünnen Stahlblechen. Diese Bleche wurden durch Punktschweißverbindungen miteinander verbunden. Die Masse dieser Träger lag bei 4,5 kg/m. Es folgten viele weitere Konstruktionen. Bei richtigem Einsatz lassen sich mit Hilfe von Stahlblecken statisch gut tragende und leichte Konstruktionen erstellen. Damit kann sowohl am tragenden aber auch beim lastaufnehmenden Bauteil (z. B. Fundamente, Mauerwerk, Säulen) Material eingespart werden.
Bleche werden aber vorwiegend bei anderen Bauteilen verwendet, z. B. bei Laufgängen, Balkone, Kühlräume und Kühlzellen, Treppenstufen, Aufzügen, Rolltreppen, in Industrieanlagen oder beim Schiffbau. Sehr viel anzutreffen ist der Einsatz von Tränenblechen auf dem Bau.
Muster von Tränenblech
Diese Edelstahlbleche werden in einer Stärke zwischen 1,5 bis 6 mm angeboten. Dieses Edelstahlblech erhält seine mandelförmigen „Tränen“ durch Walzen. Die Unterseite bleibt glatt. Durch diese Formgebung wird eine optimale Flüssigkeitsabgabe gewährleistet und eine hohe Rutschhemmung erreicht. Das ist gerade bei Außenanlagen wichtig, wenn diese Bleche durch Regen oder ander Flüssigkeiten feucht werden. Aufgrund des optischen Aussehens werden diese Tränenbleche auch für Verkleidungen für Treppenaufgänge, Wandabschnitte oder als unterer Spritzschutz des hölzernen Garagentors verwendet. Die aus Stahl gefertigten Tränenbleche („T“) und Riffelbleche („R“) sind in der deutschen Norm DIN 59220 genormt.
Ein weiteres Anwendungsgebiet der Bleche sind Abdeckungen von Bauteilen zum Schutz vor Feuchtigkeit. Hier werden aber vorwiegend Zink, Aluminium oder Kupferbleche verwendet.

Quellen:
[1] Polizeipräsident von Berlin: Bestimmung über Eigengewicht, Belastung und Beanspruchung von Baustoff und Bauteilen 21.2.1887. In: Zentralblatt der Bauverwaltung (1887) S. 89
[2] Preußischer Minister für öffentliche Arbeiten. Bestimmung über die bei Hochbauten anzunehmenden Belastungen und Beanspruchungen der Baustoffe, 31. 1.1910
[3] Schrader, F.; Patentdecken, Leipzig: J. M. Gebhardt´s Verlag 1912
[4] Graf, O. ; Weil, G.; Versuche über den Verbund zwischen Stahlbetonfertigteilen und Ortbeton; Weil,G.; Versuche mit Stahlleichtträgern für Massivdecken, Schriftenreihe des Deuten Ausschusses für Stahlbeton, H. 119, Berlin Verlag Wilhelm Ernst und Sohn 1953
[5] Normteile für den Wohnungsbau. Herausgegeben von U. Haake. Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen 1951. In: Bauen in Schleswig-Holstein, H.14

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