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Wagnis und Gewinn - Betriebswirtschaft

Unter Wagnis versteht man das allgemeine Unternehmerwagnis (Preisrisiko, Konjunkturrisiko, Gewährleistung) und das besondere Einzelrisiko, das auf ein bestimmtes Bauvorhaben beschränkt ist. (Konventionalstrafen, neue Bauverfahren, Schlechtwetter und Anderes). Es wird daher ein bestimmter Prozentsatz des Umsatzes oder des investierten Kapitals zur Abdeckung dieser Risiken in den Preis als Bestandteil des Gewinnzuschlages einkalkuliert.

Der Gewinn1) ist das angemessene Entgelt für die unternehmerische Leistung. Wird zum Beispiel der Unternehmer selbst nicht aktiv, so müsste er statt dessen das Gehalt für einen leitenden Angestellten bezahlen.
Der Gewinn ist als langfristiges Ergebnis zu beachten, da die Verluste schlechter Jahre durch die Gewinne guter Jahre ausgeglichen werden. Ein angemessener Gewinn dient zur Bildung von Rücklagen und zur Neuinvestition für die Erweiterung und Modernisierung des Unternehmens. Der Gewinn ist das Ergebnis aus Umsatz (Netto-Verkaufspreis) minus Aufwand (Selbstkostenpreis).

Beispiel für die Berechnung des Gewinnzuschlages

Voraussetzungen:  
Jahresumsatz zum Selbstkostenpreis 1,2 Mio. Euro
erforderliches Gesamtkapital0,3 Mio. Euro
davon Eigenkapital0,1 Mio. Euro
Unternehmerlohn je Monat 3.000 Euro
Kalkulatorischer Zinssatz 6 %
Wagnisspanne in % des Umsatzes zum Verkaufspreis (1,4 Mio Euro) 2 %
Angemessener Umsatzgewinn 3 %
Berechnung:  
Unternehmerlohn: 36.000 Euro/a = 3% Umsatz zu Selbstkostenpreis
Kalkulatorischer Zins 6.000 Euro/a = 0,5 %
Wagnisspanne 28.000 Euro = 2,33 %
Gewinnspanne    3 %
Gewinnzuschlag: 8,83 %

1)Gewinn ist nicht das einzige Unternehmensziel, nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh, 8. August 2005. Nur eine Minderheit von Führungskräften der deutschen Wirtschaft sieht es als einzige Aufgabe eines Unternehmens, so viel Gewinn wie möglich zu machen. Dies geht aus einer Befragung hervor, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung unter 500 Entscheidern zum Thema gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen durchgeführt hat. Im Gegenteil: Die Mehrheit der Befragten ist davon überzeugt, dass zur Gewinnorientierung auch der Einsatz für gesellschaftliche Projekte gehört. Mehr unter idw-online.de


 ©  Skontoberechnung::Kostenbegriffe | 12/2004  
Autor: Peter Rauch