Bewerbungstipps

Entnommen von freenet.de aus stellenanzeigen.de
   
Bevor Sie sich bewerben - Bestandsaufnahme

 

Wer sich für eine neue Stellung interessiert, begibt sich in der Regel in unbekannte Gefilde. Alter Hase oder Youngster, so sehr beide in ihrem Fach glänzen, die Stellensuche ist für viele ein Graus. Um Ihnen diesen Schritt zu erleichtern hat stellenanzeigen.de folgenden Bewerberleitfaden von einem erfahrenen Personalberater für Sie zusammenstellen lassen. Nutzen Sie diesen Ratgeber zum "Tuning" Ihrer Bewerbungsunterlagen und zur professionellen Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch.

Zur Ausbildung:

  • Würden Sie heute wieder Ihren Ausbildungsweg einschlagen?
  • Was würden Sie evtl. ändern?
  • Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?
  • Welchen Beruf würden Sie lieber ausüben?
  • Welche Schritte in Ihrer Ausbildung waren überflüssig/besonders wichtig?
  • Welche Kurse oder Fortbildungsmaßnahmen hätten Sie auch selbst bezahlt?
  • Welche privaten Fähigkeiten oder Hobbys könnten künftig beruflich bedeutsam werden?

Beantworten Sie sich diese oder weitere Fragen so klar und aufrichtig wie möglich! Erfahrungsgemäß weicht das Selbstbild von dem Eindruck, den Sie tatsächlich hinterlassen, häufig ab.

TIP: Bitten Sie daher Ihren Partner oder gute Freunde zu überprüfen, ob Ihre Antworten auf alle diese Fragen glaubhaft, und auf Sie zutreffend sind. 

Zum Berufsweg   

  • Wie bezeichnen Sie die Stationen in Ihrem bisherigen Berufsweg?
  • Wie läßt sich Ihr Verantwortungsbereich bemessen (z.B. Anzahl Geschäftskontakte/Kunden, Umsatz, Budget, Anzahl Mitarbeiter, besondere Kompetenzen, Vertretungsberechtigung, Umgang mit vertraulichen Informationen, etc.)?
  • Welche besonderen Erfolge können Sie vorweisen, wo haben Sie das Betriebsergebnis des Unternehmens(bereiches) gesteigert, Kosten gespart, Märkte erschlossen, Problemlösungen entdeckt, Kunden gewonnen oder sonstige Leistungen vollbracht?
  • Welche Entscheidungen bis zu welcher Tragweite konnten Sie selbst treffen?

Ihre Stärken   

  • Welches sind Ihre ausgeprägtesten persönlichen Stärken und Neigungen?
  • Welche Tätigkeiten gehen Ihnen besonders leicht von der Hand?
  • Schaffen Sie es, andere Menschen von ihren Ideen zu begeistern?
  • Gelingt es Ihnen, komplizierte Sachverhalte einfach zusammenzufassen?
  • Sind sie der ruhende Pol in einer hektischen Umgebung?

Wenn Sie sich hier nichts vormachen, ist das ein wesentlicher Schritt zum Erfolg!   

Ihre Selbstsicherheit   

  • Was waren die 5 größten Erfolge in Ihrem Leben?
  • Welche Ihrer Leistungen fanden besonderes Lob?
  • Wofür bewundern Sie Partner/Eltern/Kinder/Freunde?
  • Was würde wohl die Nachwelt auf Ihrem Grabstein lesen, nach dem Muster "Er/Sie war stets/vollbrachte/kämpfte für ............."?

Gegenprobe:

  • Geben Ihre Zeugnisse das nun entstandene Bild wieder?
  • Welche Ihrer Fähigkeiten, die in den Zeugnissen hervorstechen, haben Sie bei Ihrer Bestandsaufnahme vergessen?
  • Welche Aussagen in den Zeugnissen widersprechen Ihrem Selbstbild?

TIP:  Wenn Sie zwei grundsätzliche Fragen für sich geklärt haben, werden Sie wesentlich effektiver zum Ziel kommen:     

  • Wo stehe ich? 
  • Wo will ich hin?

So profan diese Fragen klingen, so wirkungsvoll sind die Antworten!

 

Zielbestimmung

Werden Sie sich zuerst klar über Ihre persönlichen Ziele.

Wenn Sie ein klares Bild Ihrer persönlichen Ziele haben, können Sie nun die beruflichen Ziele festlegen. Nehmen Sie sich Zeit und beantworten Sie ganz in Ruhe aber schriftlich für sich selbst diese Fragen:

  • Welche wesentlichen Merkmale muß mein neues Beschäftigungsverhältnis aufweisen?
  • Überlegen Sie genau was Ihnen wichtig ist und lassen Sie offen, was Ihnen weniger wichtig erscheint.
  • Beschreiben Sie Ihre neue Position: Streben Sie einen bestimmten Titel an?
  • Sind Sie bereit für einen Prestigewert (Titel, namhafter Arbeitgeber) Gehaltseinbußen hinzunehmen?
  • Welches Gehalt streben Sie an? Mit wieviel sind Sie in der Probezeit einverstanden?
  • Sind Sie bereit auf Kosten Ihres Privatlebens Überstunden, Dienstreisen, etc. auf sich zu nehmen?
  • Ist es entscheidend, wieviele Mitarbeiter an Sie berichten würden, oder welchen Rang Ihr Chef hat?
  • Was ist zum Umfeld des künftigen Arbeitsplatzes zu sagen? Bestehen Sie auf "Einzelzimmer"?
  • Welche Betriebskultur bevorzugen Sie? Kleine oder große Betriebe?
  • Glauben Sie an Unterschiede bei einer deutschen, europäischen, amerikanischen oder asiatischen Unternehmensführung?
  • Auf welche Arbeitsmittel (PC, E-Mail, Mobiltelefon) möchten Sie nicht verzichten? Ist ein Dienstwagen für Sie entscheidend?
    TIP: Überprüfen Sie abhängig von der Entfernung zum Arbeitsplatz ob die Anschaffung eines KFZ für Sie evtl. steuerlich günstiger wäre.
  • Welche Karrierechancen wollen Sie in den nächsten zwei, fünf oder zehn Jahren nutzen?
  • Welche neuen Erfahrungen möchten Sie machen?
  • Welche Nebenleistungen sind für Sie wichtig (Fahrgeld, Lebens-/Direktversicherung, Essensgeld, Aktien(Optionen), Betriebsrente, Fortbildung, ...)?

Je genauer Sie jetzt Ihre neue Stellung beschreiben, desto leichter fällt Ihnen die Auswahl der Angebote.



Auswertung der Angebote

Mit der geleisteten Vorarbeit ist dieser Punkt im Telegrammstil abzuhandeln. Sie wissen ja schon was Sie wollen. Diese Checkliste hilft die Angebote schnell zu sortieren:

  • Paßt die Position zu Ihren Zielen?
  • Kennen Sie das Unternehmen? Wenn Sie hier nicht sicher sind, sehen Sie nach, ob das Unternehmen mit einer eigenen Homepage im WWW vertreten ist.
  • Erfüllen Sie die Anforderungen?
  • Wie wirkt der Anzeigentext auf Sie?
  • Können Sie einen Bekannten oder Ex-Kollegen zu dem Unternehmen befragen?

Bevor Sie nun spontan eine Bewerbung verfassen oder zum Telefon greifen, um das Unternehmen anzurufen und mehr über die Stelle zu erfragen, lesen Sie weiter!

 

Professionell bewerben
 

Mit Ihrer Bewerbung liefern Sie einen ersten Eindruck von Ihrer Arbeitsweise. Sie geben Ihrem potentiellen künftigen Arbeitgeber die Chance, Sie von Beginn an positiv zu beurteilen.

Sorgen Sie dafür, daß dieses Urteil tatsächlich gut für Sie ausfällt!

Die Vorbereitung:

Zwei Fragen sollten Sie vorab für sich klären: Post oder E-Mail? Sie bewerben sich bei einem Unternehmen, das eine Stellenanzeige im Internet aufgibt? Nun, dann können Sie davon ausgehen, daß sie hier einen Personalchef vorfinden, der für moderne Kommunikationsmedien offen ist. Nutzen Sie Ihren Vorsprung!

Die zweite Frage stellt sich bei der telefonischen Rückfrage. Häufig ist in der Stellenanzeige ein Ansprechpartner und eine Telefonnummer für Rückfragen angegeben. Wenn Sie dieses Angebot nutzen, kommt dies einer telefonischen Vorabbewerbung gleich. Beachten Sie diese Regeln:

  • Rufen Sie nicht spontan an!
  • Am besten bereiten Sie sich gut vor und notieren sich, welche konkreten Fragen zur Bewerbung Sie haben.
  • Sofern ein Ansprechpartner angegeben ist, sprechen Sie nur mit der angegebenen Person über Ihre Bewerbung.
  • Fragen Sie nichts, was bereits in der Anzeige beantwortet wird.Machen Sie sich bewußt, daß Sie evtl. nicht der einzige Anrufer sind. Schonen Sie die Nerven Ihres potentiellen Vorgesetzten oder Personalchefs.
  • Holen Sie sich einen "Aufhänger" zu Ihrem Anschreiben für Ihre schriftliche Bewerbung. Stellen Sie eine fachlich auf die Position bezogene Frage. Wenn es z.B. um eine Position im Vertrieb geht, fragen Sie nach der Anzahl der zu betreuenden Kunden. Stellen Sie die Frage so, daß Sie eine zusätzliche Information zur Position bekommen, die nicht nebensächlich ist. In jedem Fall schaffen Sie einen Aufhänger für Ihr Anschreiben: Wenn Ihr Gesprächspartner die Frage nicht beantworten kann oder will, können Sie in Ihrem Anschreiben die Frage neu aufgreifen. Hier wieder mit dem Beispiel Vertrieb: "...In einem persönlichen Gespräch würde ich gerne noch meine Fragen zum Kundenstruktur klären ...". Wenn Sie eine Antwort bekommen haben, machen Sie im Anschreiben deutlich, daß Sie mit dieser Information etwas anfangen können: "... bei der von Ihnen genannten Kundenzahl scheint mir eine 4-wöchige Besuchsfrequenz sinnvoll. Mit dieser Betreuungsmethode bin ich vertraut ..."
  • Quittieren Sie das Gespräch positiv. z.B. "Nach unserem Gespräch bin ich sicher, daß ich mich bei Ihnen bewerben will. Meine Unterlagen werde ich Ihnen noch heute/bis zum zusenden".

Die gute Form:

Für Ihre schriftliche Bewerbung sollten Sie eine Reihe von Formvorschriften beachten. Hier ist es wichtig, daß Sie auch mit der Gestaltung Ihres Lebenslaufes Ihr Ziel verfolgen: Auffallen - aber positiv!

  • Handschriftliche Bewerbungen sind 'out'. Wenn nicht ausdrücklich danach verlangt wird, nutzen Sie PC und Drucker. Wenn ausdrücklich danach verlangt wird, sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich beim richtigen Unternehmen bewerben...
  • Nutzen Sie maximal zwei Schrifttypen, besser nur eine. Wählen Sie eine Schrift mit Serifen (z.B. Times Roman).Wenn Sie sich gestalterisch sicher fühlen, können Sie die Überschriften mit einer passenden Schrift ohne Serifen darstellen.
  • Vermeiden Sie Spielereien mit fett/kursiv/unterstrichen. Beschränken Sie sich wenn überhaupt auf eine Hervorhebung.
  • Das linke Viertel bis Drittel der Seite sollte der jeweiligen Zeitangabe vorbehalten sein.
  • Als Fußnote eignen sich Adresse, Telefon, und evtl. Fax. Geben Sie ruhig Ihre E-Mail Adresse an.
  • Eine zweite Seite sollten Sie nur verwenden, wenn Sie bei mehr als zehn Berufsjahren nicht mit einer Seite auskommen. Eine dritte Seite ist absolut tabu!
  • Wenn Sie zwei Seiten benötigen, achten Sie darauf daß auch auf der zweiten Seite Ihr Name, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer ersichtlich sind.
  • Verwenden Sie geeignetes Papier guter Qualität. Keine Übertreibungen mit Strukturpapier, koloriertem Papier o.ä.
  • Lassen Sie oben rechts Raum für Ihr Foto.

Lebenslauf:

Häufig ist das erste Beurteilungskriterium, das ein Betrachter aus Ihrem Lebenslauf ermittelt, die durchschnittliche Verweildauer in den einzelnen Positionen.

Wenn dieser Wert unter 2 Jahren liegt oder Sie insgesamt mehr als 8 Arbeitgeber hatten, besteht die Gefahr daß sie schon sehr früh im Selektionsprozeß aussortiert werden.

Um dies zu vermeiden, erläutern Sie besondere Gründe für die Beendigung des Arbeitsverhältnis. Vom Unternehmen begründete Schritte (Konkurs, Umzug in eine andere Stadt, etc.) können Sie im Lebenslauf bei der Tätigkeit angeben. Persönliche Gründe für einen Wechsel, wie z.B. Heirat, Scheidung oder Todesfall in der Familie erwähnen Sie besser im Anschreiben.

Ihr Lebenslauf ist die erste und oft wesentlichste Unterlage, anhand der Ihr potentieller neuer Arbeitgeber Sie beurteilt. Bewährt hat sich ein knapper, sachlicher Text, der alle möglichen Fragen zu Ihrem Werdegang klar beantwortet. Für den elektronischen und für den schriftlichen Lebenslauf gilt, abgesehen von Gestaltungsfragen, das Gleiche. Beachten Sie diese Checkliste:

  • Gliedern Sie die Bewerbung nach 'Persönliche Daten', 'Ausbildung', 'Beruf'
  • Faustregel: 60% Beruf, 30% Ausbildung, 10% persönliches. Als Berufsanfänger beachten Sie diese Aufteilung: Privat 20%, Ausbildung 80%.
  • Stellen Sie Ihre Person in den Vordergrund, aber nicht in den Mittelpunkt.
  • Verzichten Sie auf die Auflistung alltäglicher Hobbys (Lesen, Schwimmen, Heimgarten, Fußball, etc.). Wenn Sie Ihre Leidenschaft für Triathlon oder Ihren Sieg beim letzten Wettbewerb im Springreiten angeben, denn müssen Sie sich im Klaren sein, daß Sie hier ein deutliches Signal setzen: Ich bin freizeitorientiert.
  • Nennen Sie Ihr Geburtsdatum, und -ort sowie Ihren Familienstand zuerst.
  • Wenn Sie Kinder haben, geben Sie sie mit Geschlecht und Alter an. z.B. "Zwei Töchter (3 und 7 Jahre), ein Sohn (5)"
  • Verzichten Sie auf evtl. Geburtsnamen, Hochzeitsdatum, Namen der Kinder, etc.
  • In einer modernen Bewerbung haben Namen und Beruf Ihrer Eltern nichts zu suchen.
  • Bei mehr als zehn Jahren Berufspraxis sollten Sie nur den letzten abgeschlossenen Ausbildungsschritt aufführen; ansonsten alle Schritte inkl. Grundschule.
  • Nennen Sie Art der Schule/des Institutes, den Abschluß, und beim letzten Abschluß die Abschlußbewertung.
  • Bundeswehr bzw. Zivildienst auch mit Datum, Ort, Aufgabe und evtl. Waffengattung und letztem Dienstgrad angeben.
  • Fortbildungsmaßnahmen nicht übertrieben darstellen. Führen Sie nur die wirklich relevanten Nachweise auf, z.B. "IHK.Zulassung zum betriebl. Ausbilder". Lassen Sie Ausbildungsnachweise für ungenannt vorausgesetzte Fähigkeiten komplett weg. Urkunden "Einführung in Windows" oder "Elektronische Textverarbeitung" wirken eher komisch.
  • Berufliche Schritte klar darstellen: Firma, Ort, Aufgabe, Verantwortung. Evtl. auch Umsatzverantwortung/Budget, Mitarbeiter, Ergebnisse.
  • Änderungen der Position innerhalb derselben Firma nicht in der linken Spalte zeitlich herausstellen.
  • Achten Sie darauf, daß keine ungeklärten Lücken im Zeitablauf sind. Auch einzelne Monate ohne Beschäftigung sollten klar sein, z.B. "Nov 1991 Aufenthalt in USA" oder "Juni 1987 arbeitslos".
  • Klar, daß die Bewerbung, also auch der Lebenslauf in der gleichen Sprache verfaßt wird wie die Stellenanzeige. In einer deutschen Bewerbung hat z.B. ein englisch-sprachiges "c.v." bzw. "curriculum vitae" nichts zu suchen. Wenn Sie vermuten, daß ein internationales Gremium Ihre Bewerbung prüfen wird, fragen Sie per Telefon, ob ein englischer Lebenslauf hilfreich ist.

Ein Bild sagt mehr ...

  • Vergessen Sie private Fotos und Passbildautomaten!
  • Nutzen Sie die Erfahrung eines Berufsfotografen. Diese ca. DM 70,- sind bestens angelegt.
  • Kleiden Sie sich für das Foto, so wie Sie sich für das Bewerbungsgespräch kleiden würden: Seriös aber nicht übertrieben förmlich.
  • Lassen Sie mehrere verschiedene Aufnahmen machen: Unterschiedlicher Hintergrund, Lichtvarianten, von links und von rechts, ernstes und fröhliches Gesicht, Farbe und s/w. Wählen Sie später mit Hilfe des Fotografen ein oder zwei geeignete Aufnahmen aus, die Sie dann für die Bewerbungen verwenden. Bei guten Fotografen bezahlen Sie nur die Aufnahmen, die Sie auch kaufen und das Negativ verwahrt der Fotograf für spätere weitere Abzüge.
  • Das Format des Fotos sagt auch etwas über Sie aus. 4x6 cm wirkt weniger aufdringlich als 6x9 cm. Größer oder kleiner als diese Maße sollte Ihr Foto nicht sein.
  • Kleben Sie Ihr Foto oben rechts auf Ihren Lebenslauf. Ein Klebestift à la Pritt hat sich hier bewährt. Vermeiden Sie Briefklammern weil Ihr Foto so auf dem Versandweg zerkratzt oder lose im Umschlag ankommen könnte. Eine Befestigung mit Heftklammern oder "Tackern" wäre schlicht stillos.

Die Anlagen:

  • Sind alle Anlagen komplett? Haben Sie Zeugnisse oder andere Belege für alle aufgelisteten Tätigkeiten?
  • Das Zeugnis mit dem jüngsten Datum folgt dem Lebenslauf, das Älteste zum Schluß.
  • Sparen Sie nicht bei der Qualität der Kopien. Wenn Sie Unterlagen verwenden, die Sie evtl. bereits früher versandt hatten, stellen Sie sicher, daß keine Notizen, Kaffeeflecken, etc. darin sind.

Mit dem Anschreiben überzeugen:

Das Wichtigste zu Beginn:

Das Anschreiben ist wichtig, aber nicht entscheidend. In vielen Ratgebern wird es zu Unrecht überbewertet. Wesentlich für die Beurteilung ist Ihr Lebenslauf. Das Anschreiben gilt als Einleitung und als Stimmungsmacher. Diese Chance sollten Sie Nutzen. Machen Sie Stimmung für sich!

Bevor Sie sich mit Formulierungen des Anschreibens auseinandersetzen nehmen Sie sich den Text der Anzeige unter die Lupe. Lesen Sie ihn mehrmals durch. Versetzen Sie sich in die Situation des Verfassers. Notieren Sie für sich:

  • Welche Tätigkeiten/Fähigkeiten/Erfahrungen werden genau verlangt?
  • Was scheint dem Verfasser besonders wichtig zu sein
  • Welche Rückschlüsse lassen sich aus den Formulierungen im Text auf den von Ihnen zu wählenden Briefstil ziehen?

Gliedern Sie Ihr Anschreiben in drei Bereiche (ohne diese Gliederung im Schreiben hervorzuheben):

1.Ihre Qualifikation in Bezug auf die Tätigkeit

  • Gehen Sie auf die Anzeige ein und erläutern Sie, mit welchen Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen die im Anzeigentext dargestellten Aufgaben bewältigt werden. Finden Sie mehrere Ansätze dazu.
  • Beschreiben Sie sich mit konkreten Beispielen aus Ihrer Berufspraxis/Ihrem Ausbildungsschwerpunkt.

2.Ihre Motivation genau diese Aufgabe zu übernehmen

  • Gehen Sie darauf ein, was an dieser speziellen Aufgabe Sie interessiert.
  • Schreiben Sie ruhig, wenn es den Tatsachen entspricht, was an dem Unternehmen oder den Produkten des Unternehmens sie begeistert: "Ich wollte schon als Jugendlicher immer mit Lastwagen zu tun haben"; "Für die ABC-Firma zu arbeiten übt einen ganz besonderen Reiz auf mich aus"
  • Wenn Sie eine ungekündigte Stellung verlassen wollen, erklären Sie die Motivation dafür: " ... gibt es für mich keine Chancen mich beruflich weiterzuentwickeln...", "...die Einstellung der hauseigenen Produktion verkleinert meinen Wirkungsbereich ...", "... sehe ich nach Abschluß meiner Aufgabe als Projektleiter keine weiteren ...".

3.Die nächsten Schritte

  • Bieten Sie an, Ihre Qualifikation bei einem persönlichen Gespräch zu überprüfen.
  • Falls Sie schwer zu erreichen sind, erklären Sie, wann und wie die beste Möglichkeit besteht, mit Ihnen telefonisch Kontakt aufzunehmen.
  • Gehen Sie nach dieser Gliederung vor und beachten Sie zusätzlich: Adressieren Sie Ihr Schreiben an die in der Anzeige genannte Person. Schreibfehler wären hier besonders peinlich.
  • Geben Sie als Betreff an, auf welche Anzeige Sie sich beziehen, wo die Anzeige erschien und wann.
  • Ihr Anschreiben muß auf einer Seite Platz finden!
  • Erwähnen Sie evtl. Ihr Telefonat. Nutzen Sie die daraus gewonnene Information deutlich.
  • Werden Sie nicht voreilig oder gar unverschämt! Keine Formulierungen wie "ABC-Firma und ich passen hervorragend zusammen" oder "meine Fähigkeiten werden Sie sehr schnell zu schätzen wissen.

Tip: Wenn Sie zusätzliche Information besonders nachdrücklich hervorheben wollen, dann nutzen Sie das P.S. Hier könnte z.B. stehen: "Auf Wunsch nenne ich Ihnen Namen und Telefonnummern meiner bisherigen Vorgesetzten als Referenz" oder "Ihr ehemaliger Mitarbeiter Hans Huber ist heute mein Kollege und könnte als Referenz dienen"

In manchen Fällen findet sich in der Stellenanzeige eine Formulieren wie "... Ihre aussagekräftige Bewerbung mit Gehaltsvorstellung...". Glücklicherweise ist die Frage nach dem Gehalt immer seltener ein Thema der ersten Kontaktaufnahme. Sollte dennoch die von Ihnen ausgewählte Anzeige diese Aufforderung enthalten, müssen Sie eine Entscheidung treffen:

a) Sie ignorieren die Aufforderung und riskieren aussortiert zu werden.
b) Sie nennen einen Betrag.
c) Sie finden eine Formulierung nach dem Muster "Bei einem persönlichen Gespräch, in dem ich mehr zur Position und deren Umfeld kennenlernen möchte, kann ich meine fairen Gehaltsforderungen klar formulieren.

Niemand kann Ihnen diese Entscheidung abnehmen. Es gibt hier keine Patentlösung.

Letzte Tips:

  • Ihre Bewerbung wird nur eine von vielen sein. Sie machen positiv auf sich aufmerksam, wenn Sie auf Effekthascherei verzichten und dafür dem Leser Ihrer Bewerbung seine Aufgabe erleichtern.
  • Ihr Lebenslauf und alle Anlagen werden gelocht und in einem Schnellhefter gebunden. Das Anschreiben wird weder gelocht noch abgeheftet!
  • Verfassen Sie ein Deckblatt, das vor dem Lebenslauf liegt. Auf diesem Deckblatt findet der Leser Ihren Namen, Adresse, E-Mail und die Telefonnummer(n) unter denen Sie erreichbar sind.
  • Wenn es sich um eine Chiffreanzeige handelt, oder ein Personalberater annonciert hat, wissen Sie im Vorfeld nicht, wo Ihre Bewerbung letztlich ankommt. Falls Sie bestimmte Empfänger ausschließen möchten, können Sie dies mit sogenannten Sperrvermerken tun. Ihre Bewerbung legen Sie in einen Umschlag, auf dem Sie vermerken, bei welchen Unternehmen Sie sich nicht bewerben möchten. Auf diesen Umschlag notieren Sie ggf. die Chiffre. Dieses Kuvert legen Sie in ein weiteres Kuvert, das Sie an den Verlag bzw. an den Personalberater richten und das nicht die Chiffre trägt, dafür jedoch den Vermerk 'Achtung: Sperrvermerk'. Der Personalberater bzw. der Verlag ist dann verpflichtet, die Bewerbung an Sie zurückzusenden, wenn der Sperrvermerk erfüllt ist.
  • Lassen Sie drei Wochen vergehen, bevor Sie sich telefonisch nach dem Verbleib Ihrer Bewerbung erkundigen, wenn Sie noch keine Benachrichtigung erhalten haben.
  • Machen Sie sich klar, daß Sie auch Absagen bekommen werden. Setzen Sie sich Ziele. Schreiben Sie sich auf, wieviele Einladungen Sie pro zehn Bewerbungen erwarten.

 

Das Vorstellungsgespräch - die Vorbereitung

Wenn Sie die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen, haben Sie einen wesentlichen Erfolg zu verbuchen: Sie haben die Chance sich persönlich zu präsentieren.

Bestätigen Sie den Termin schriftlich.

Falls der Benachrichtigung ein Personalfragebogen beiliegt, füllen Sie ihn aus. Wenn Sie sicher sind, daß der Fragebogen auf dem Postweg bis zu Ihrem Vorstellungsgespräch ankommt, dann schicken Sie ihn sofort ab. Ansonsten nehmen Sie ihn mit zum Gespräch.

  • Versorgen Sie sich mit Informationen zum Unternehmen wie Umsatz der letzten Jahre, Anzahl Mitarbeiter, Geschäftsfelder, Wettbewerber, evtl. Aktienkurs. Diese und mehr Informationen liefert der Geschäftsbericht des Unternehmens, den Sie sofort anfordern sollten. Eine weiter Informationsquelle liefert evtl. die Web-Site des Unternehmens.
  • Planen Sie die Anreise im Detail. Falls der Termin sehr früh Morgens liegt, sollten Sie evtl. einen Tag früher anreisen und übernachten.
  • Denken Sie bei der Zeitplanung an Verzögerungen durch Stau, längere Wege auf dem Firmengelände, Sicherheitskontrolle, etc.
  • Als Gesprächsunterlagen sollten Sie die Stellenanzeige, eine Kopie Ihrer Bewerbung, die Einladung, und evtl. den Personalfragebogen bereithalten. Zusätzlich haben Sie den Geschäftsbericht des Unternehmens parat.
  • Überlegen Sie sich wieviel Sie als Gehalt fordern wollen, falls das Gespräch darauf kommt. Merken Sie sich die Summe als Jahresgehalt und als Monatsgehalt. Gleiches gilt für Ihr heutiges Gehalt.

Eine Liste mit Fragen, die Sie während des Gespräches klären wollen, müssen sie gut vorbereiten:

  • Fragen zum Unternehmen, die Sie nicht aus dem Unternehmensbericht beantworten konnten.
  • Fragen, die durch den Geschäftsbericht aufgekommen sind.
  • Fragen zur Position, besonderen Anforderungen, Berichtswege, Stellenbeschreibung.
  • Fragen zu Ihrem Vorgänger, dem Grund seines Wechsels, Dauer seines Verbleibs.
  • Fragen zum Führungssystem, Zielvereinbarung, Bewertungssystem, Gehaltsbemessung.
  • Fragen zu den Leistungen Gehalt, Urlaub, Kantine, Fortbildung, etc.

Bereiten Sie sich auf die möglichen Fragen Ihres Gesprächspartners vor. Hier eine Liste von Fragen, die besonders häufig gestellt werden:

  • Bitte fassen Sie Ihren Lebenslauf mit den wichtigsten Stationen zusammen.
  • Nennen Sie uns Ihre wichtigsten Erfolge.
  • Welche Ihrer Stärken würde Ihr Vater/Ihre Mutter nennen, welche Schwächen?
  • Welche Tätigkeiten hassen Sie?
  • Was kritisiert Ihr heutiger Chef an Ihnen?
  • Wie reagieren Sie auf Stress?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Was muß Ihr Vorgesetzter tun um Sie zu Höchstleistungen anzuspornen?
  • Welche waren die besonderen Eigenschaften Ihres besten/schlechtesten Vorgesetzen?
  • Nennen Sie Ihre bedeutsamsten beruflichen Fehler. Warum soll ich Sie einstellen?
  • Was tun Sie zuerst, wenn Sie bei uns anfangen?
  • Was würden Sie an Ihrem bisherigen Leben anders machen, wenn Sie es ändern könnten?
  • Was sind die Erfolgsfaktoren der angebotenen Postion?
  • Was lesen Sie um sich weiterzubilden?
  • Was wollen Sie in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren sein?
  • Warum haben Sie sich bisher noch nicht selbständig gemacht?

Sie müssen auch mit provozierenden und unfairen Fragen rechnen:

  • Wer hat dieses Kostüm/diesen Anzug für Sie ausgesucht?
  • Glauben Sie daß Sie mit diesem Schmuck/dieser Krawatte Eindruck schinden können?
  • Warum sind Sie so nervös?
  • Glauben Sie, daß Sie mit diesen Unterlagen eine Stellung finden? etc.

Sie müssen auch damit rechnen, daß Sie einen ungeübten Interviewer vorfinden. Dann könnte es sein, daß Sie zumindest den Beginn des Gespräches selbst in die Hand nehmen müssen. Stellen Sie Ihre Fragen: Wer fragt führt!

  • Kleiden Sie sich seriös, aber nicht aufdringlich. Keine Experimente! Vermeiden Sie unruhige Farbkombinationen, Broschen, auffällige Krawatten, weiße Socken und alles, was die Aufmerksamkeit Ihrer Gesprächspartner von Ihrem Gesicht ablenken könnte.
  • Wenn Sie die Gelegenheit haben, herauszufinden, wie der Kleidungsstil im Unternehmen ist, nutzen Sie dies: Sie sollten sich ein wenig über diesem Standard einordnen.
  • Ob Sie wohl pünktlich sein sollten?
  • Denken Sie daran, daß es Ihr Ziel ist, künftig an jedem Morgen ein freundlichen Lächeln vom Pförtner, der Empfangsdame oder der Sekretärin Ihres Chefs zu bekommen. Was hält Sie davon ab, jetzt besonders freundlich zu sein?
  • Nehmen Sie sich eine Tageszeitung oder ein Wochenmagazin als Lektüre mit.

Tip: Wenn man Sie warten läßt, Sie aufgeregt sind und Ihre aufgestaute Energie Sie unruhig und zitterig macht, versuchen Sie das: Fassen Sie im Sitzen mit beiden Händen links und rechts unter die Sitzfläche Ihres Stuhles. Spannen Sie Ihre Bizeps an und ziehen Sie die Sitzfläche mit aller Kraft an sich. Halten Sie dabei die Luft an und zählen Sie bis zehn. Diese Übung löst die Spannung und ist nahezu unsichtbar, selbst wenn Sie in Gesellschaft warten.

  • Das ist Ihre Show! Wenn Sie einen introvertierten Gesprächspartner vorfinden, gestalten Sie das Gespräch durch offene Fragen selbst (Wie, wann, wo, wer, was). Gehen Sie auf die Antworten Ihres Gegenüber ein.
  • Die Faustregel: 70% reden 30% hören.
  • Fragen Sie, ob Sie sich Notizen machen können. Fügen Sie neue Fragen in Ihre Frageliste ein. Nutzen Sie die intelligente Struktur Ihrer Liste um die verbleibenden Fragen am Ende des Gespräches zu stellen.
  • Bleiben Sie offen. Arme nicht verschränken. Bauen Sie keine Barrieren aus Kaffeetasse, Schreibblock oder sonstigen Utensilien auf.
  • Die Augen sind der Spiegel der Seele. Nehmen Sie sich vor, diese Chance zu nutzen um die Seele Ihres Gesprächspartners zu ergründen. Schreiben Sie auf, was sie sehen. Sie kommen dann nicht erst in die Versuchung ständig den Fußboden oder Ihren Bleistift zu fixieren.
  • Versuchen Sie entspannt zu sitzen ohne die Beine übereinander zu schlagen. Setzen Sie beide Fußsohlen fest auf den Boden. Üben Sie das zu Hause. Testen Sie selbst: setzen Sie sich an einen Tisch gegenüber Ihres Partners, oder Freunden. Bitten Sie sie einen kurzen Satz mit den Beinen auf dem Boden, mit überkreuzten Fußgelenken unter dem Stuhl oder mit überkreuzten Beinen zu sprechen. Sehen Sie den Unterschied, auch wenn Sie nicht direkt sehen, wie die Beine stehen? Wenn Sie "mit beiden Beinen auf dem Boden stehen" wirken Sie einfach überzeugender!
  • Halten Sie die Hände ruhig. Wenn Sie Aktionismus verspüren, schreiben Sie irgend etwas auf oder wiederholen Sie den Trick mit den Händen unter der Sitzfläche.
  • Gehen Sie nicht raus ohne das Gespräch zu quittieren. Sagen Sie daß Sie das Gespräch gut fanden, der Job sie sehr reizt, das Unternehmen Sie noch mehr als zuvor interessiert, die Aufgaben spannend sind, oder was auch immer aus Ihrer Sicht eine faire aber positive Quittung wäre.
  • Machen Sie sich einen Aufkleber an die Innenseite des Verschlusses Ihrer Aktentasche, einen Knoten in das Lederband Ihrer Handtasche oder was immer Sie spätestens beim Einpacken Ihrer Unterlagen an die Quittung erinnert.
  • Holen Sie sich jetzt auch Ihre Quittung! Fragen Sie , wie das Gespräch aus der Sicht Ihres Verhandlungspartners verlief, was der nächste Schritt der Gespräche sein würde, wie eine Bewertung des Gespräches darstellbar wäre, etc.
  • Bevor Sie gehen, prüfen Sie ob Sie alle Fragen gestellt haben.
  • Verabschieden Sie sich nach dem Ende des Gespräche auch von Pförtner/Empfangsdame/Sekretärin und vergessen sie nicht evtl. Ihr Besucherschild wieder abzugeben.

 


Archiv:Catalog-web.de - Wiki | Impressum | 5/2003  
.