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Wer sich für eine neue Stellung interessiert, begibt
sich in der Regel in unbekannte Gefilde. Alter Hase oder Youngster, so sehr beide in ihrem
Fach glänzen, die Stellensuche ist für viele ein Graus. Um Ihnen diesen Schritt zu
erleichtern hat stellenanzeigen.de folgenden Bewerberleitfaden von einem erfahrenen
Personalberater für Sie zusammenstellen lassen. Nutzen Sie diesen Ratgeber zum
"Tuning" Ihrer Bewerbungsunterlagen und zur professionellen Vorbereitung auf Ihr
Vorstellungsgespräch.
Zur Ausbildung:
- Würden Sie heute wieder Ihren
Ausbildungsweg einschlagen?
- Was würden Sie evtl. ändern?
- Warum haben Sie sich für Ihren
Beruf entschieden?
- Welchen Beruf würden Sie lieber
ausüben?
- Welche Schritte in Ihrer Ausbildung
waren überflüssig/besonders wichtig?
- Welche Kurse oder
Fortbildungsmaßnahmen hätten Sie auch selbst bezahlt?
- Welche privaten Fähigkeiten oder
Hobbys könnten künftig beruflich bedeutsam werden?
Beantworten Sie sich diese oder
weitere Fragen so klar und aufrichtig wie möglich! Erfahrungsgemäß weicht das
Selbstbild von dem Eindruck, den Sie tatsächlich hinterlassen, häufig ab.
TIP: Bitten Sie daher Ihren
Partner oder gute Freunde zu überprüfen, ob Ihre Antworten auf alle diese Fragen
glaubhaft, und auf Sie zutreffend sind.
Zum Berufsweg
- Wie bezeichnen Sie die Stationen in
Ihrem bisherigen Berufsweg?
- Wie läßt sich Ihr
Verantwortungsbereich bemessen (z.B. Anzahl Geschäftskontakte/Kunden, Umsatz, Budget,
Anzahl Mitarbeiter, besondere Kompetenzen, Vertretungsberechtigung, Umgang mit
vertraulichen Informationen, etc.)?
- Welche besonderen Erfolge können
Sie vorweisen, wo haben Sie das Betriebsergebnis des Unternehmens(bereiches) gesteigert,
Kosten gespart, Märkte erschlossen, Problemlösungen entdeckt, Kunden gewonnen oder
sonstige Leistungen vollbracht?
- Welche Entscheidungen bis zu welcher
Tragweite konnten Sie selbst treffen?
Ihre Stärken
- Welches sind Ihre ausgeprägtesten
persönlichen Stärken und Neigungen?
- Welche Tätigkeiten gehen Ihnen
besonders leicht von der Hand?
- Schaffen Sie es, andere Menschen von
ihren Ideen zu begeistern?
- Gelingt es Ihnen, komplizierte
Sachverhalte einfach zusammenzufassen?
- Sind sie der ruhende Pol in einer
hektischen Umgebung?
Wenn Sie sich hier nichts
vormachen, ist das ein wesentlicher Schritt zum Erfolg!
Ihre Selbstsicherheit
- Was waren die 5 größten Erfolge in
Ihrem Leben?
- Welche Ihrer Leistungen fanden
besonderes Lob?
- Wofür bewundern Sie
Partner/Eltern/Kinder/Freunde?
- Was würde wohl die Nachwelt auf
Ihrem Grabstein lesen, nach dem Muster "Er/Sie war stets/vollbrachte/kämpfte für
............."?
Gegenprobe:
- Geben Ihre Zeugnisse das nun
entstandene Bild wieder?
- Welche Ihrer Fähigkeiten, die in
den Zeugnissen hervorstechen, haben Sie bei Ihrer Bestandsaufnahme vergessen?
- Welche Aussagen in den Zeugnissen
widersprechen Ihrem Selbstbild?
TIP: Wenn Sie zwei
grundsätzliche Fragen für sich geklärt haben, werden Sie wesentlich effektiver zum Ziel
kommen:
- Wo stehe ich?
- Wo will ich hin?
So profan diese
Fragen klingen, so wirkungsvoll sind die Antworten!
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| Mit Ihrer Bewerbung liefern Sie einen ersten Eindruck von Ihrer
Arbeitsweise. Sie geben Ihrem potentiellen künftigen Arbeitgeber die Chance, Sie von
Beginn an positiv zu beurteilen.
Sorgen Sie
dafür, daß dieses Urteil tatsächlich gut für Sie ausfällt!
Die Vorbereitung:
Zwei Fragen sollten
Sie vorab für sich klären: Post oder E-Mail? Sie bewerben sich bei einem Unternehmen,
das eine Stellenanzeige im Internet aufgibt? Nun, dann können Sie davon ausgehen, daß
sie hier einen Personalchef vorfinden, der für moderne Kommunikationsmedien offen ist.
Nutzen Sie Ihren Vorsprung!
Die zweite Frage stellt sich bei
der telefonischen Rückfrage. Häufig ist in der Stellenanzeige ein Ansprechpartner und
eine Telefonnummer für Rückfragen angegeben. Wenn Sie dieses Angebot nutzen, kommt dies
einer telefonischen Vorabbewerbung gleich. Beachten Sie diese Regeln:
- Rufen Sie nicht spontan an!
- Am besten bereiten Sie sich gut vor
und notieren sich, welche konkreten Fragen zur Bewerbung Sie haben.
- Sofern ein Ansprechpartner angegeben
ist, sprechen Sie nur mit der angegebenen Person über Ihre Bewerbung.
- Fragen Sie nichts, was bereits in
der Anzeige beantwortet wird.Machen Sie sich bewußt, daß Sie evtl. nicht der einzige
Anrufer sind. Schonen Sie die Nerven Ihres potentiellen Vorgesetzten oder Personalchefs.
- Holen Sie sich einen "Aufhänger"
zu Ihrem Anschreiben für Ihre schriftliche Bewerbung. Stellen Sie eine fachlich auf die
Position bezogene Frage. Wenn es z.B. um eine Position im Vertrieb geht, fragen Sie nach
der Anzahl der zu betreuenden Kunden. Stellen Sie die Frage so, daß Sie eine zusätzliche
Information zur Position bekommen, die nicht nebensächlich ist. In jedem Fall schaffen
Sie einen Aufhänger für Ihr Anschreiben: Wenn Ihr Gesprächspartner die Frage nicht
beantworten kann oder will, können Sie in Ihrem Anschreiben die Frage neu aufgreifen.
Hier wieder mit dem Beispiel Vertrieb: "...In einem persönlichen Gespräch würde
ich gerne noch meine Fragen zum Kundenstruktur klären ...". Wenn Sie eine Antwort
bekommen haben, machen Sie im Anschreiben deutlich, daß Sie mit dieser Information etwas
anfangen können: "... bei der von Ihnen genannten Kundenzahl scheint mir eine
4-wöchige Besuchsfrequenz sinnvoll. Mit dieser Betreuungsmethode bin ich vertraut
..."
- Quittieren Sie das Gespräch
positiv. z.B. "Nach unserem
Gespräch bin ich sicher, daß ich mich bei Ihnen bewerben will. Meine Unterlagen werde
ich Ihnen noch heute/bis zum zusenden".
Die gute Form:
Für Ihre schriftliche Bewerbung
sollten Sie eine Reihe von Formvorschriften beachten. Hier ist es wichtig, daß Sie auch
mit der Gestaltung Ihres Lebenslaufes Ihr Ziel verfolgen: Auffallen - aber positiv!
- Handschriftliche Bewerbungen sind
'out'. Wenn nicht ausdrücklich danach verlangt wird, nutzen Sie PC und Drucker. Wenn
ausdrücklich danach verlangt wird, sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich beim
richtigen Unternehmen bewerben...
- Nutzen Sie maximal zwei
Schrifttypen, besser nur eine. Wählen Sie eine Schrift mit Serifen (z.B. Times
Roman).Wenn Sie sich gestalterisch sicher fühlen, können Sie die Überschriften mit
einer passenden Schrift ohne Serifen darstellen.
- Vermeiden Sie Spielereien mit
fett/kursiv/unterstrichen. Beschränken Sie sich wenn überhaupt auf eine Hervorhebung.
- Das linke Viertel bis Drittel der
Seite sollte der jeweiligen Zeitangabe vorbehalten sein.
- Als Fußnote eignen sich Adresse,
Telefon, und evtl. Fax. Geben Sie ruhig Ihre E-Mail Adresse an.
- Eine zweite Seite sollten Sie nur
verwenden, wenn Sie bei mehr als zehn Berufsjahren nicht mit einer Seite auskommen. Eine
dritte Seite ist absolut tabu!
- Wenn Sie zwei Seiten benötigen,
achten Sie darauf daß auch auf der zweiten Seite Ihr Name, Ihre Adresse und Ihre
Telefonnummer ersichtlich sind.
- Verwenden Sie geeignetes Papier
guter Qualität. Keine Übertreibungen mit Strukturpapier, koloriertem Papier o.ä.
- Lassen Sie oben rechts Raum für Ihr
Foto.
Lebenslauf:
Häufig ist
das erste Beurteilungskriterium, das ein Betrachter aus Ihrem Lebenslauf ermittelt, die
durchschnittliche Verweildauer in den einzelnen Positionen.
Wenn dieser
Wert unter 2 Jahren liegt oder Sie insgesamt mehr als 8 Arbeitgeber hatten, besteht die
Gefahr daß sie schon sehr früh im Selektionsprozeß aussortiert werden.
Um dies zu
vermeiden, erläutern Sie besondere Gründe für die Beendigung des Arbeitsverhältnis.
Vom Unternehmen begründete Schritte (Konkurs, Umzug in eine andere Stadt, etc.) können
Sie im Lebenslauf bei der Tätigkeit angeben. Persönliche Gründe für einen Wechsel, wie
z.B. Heirat, Scheidung oder Todesfall in der Familie erwähnen Sie besser im Anschreiben.
Ihr Lebenslauf ist die erste und
oft wesentlichste Unterlage, anhand der Ihr potentieller neuer Arbeitgeber Sie beurteilt.
Bewährt hat sich ein knapper, sachlicher Text, der alle möglichen Fragen zu Ihrem
Werdegang klar beantwortet. Für den elektronischen und für den schriftlichen Lebenslauf
gilt, abgesehen von Gestaltungsfragen, das Gleiche. Beachten Sie diese Checkliste:
- Gliedern Sie die Bewerbung nach
'Persönliche Daten', 'Ausbildung', 'Beruf'
- Faustregel: 60% Beruf, 30%
Ausbildung, 10% persönliches. Als Berufsanfänger beachten Sie diese Aufteilung: Privat
20%, Ausbildung 80%.
- Stellen Sie Ihre Person in den
Vordergrund, aber nicht in den Mittelpunkt.
- Verzichten Sie auf die Auflistung
alltäglicher Hobbys (Lesen, Schwimmen, Heimgarten, Fußball, etc.). Wenn Sie Ihre
Leidenschaft für Triathlon oder Ihren Sieg beim letzten Wettbewerb im Springreiten
angeben, denn müssen Sie sich im Klaren sein, daß Sie hier ein deutliches Signal setzen:
Ich bin freizeitorientiert.
- Nennen Sie Ihr Geburtsdatum, und
-ort sowie Ihren Familienstand zuerst.
- Wenn Sie Kinder haben, geben Sie sie
mit Geschlecht und Alter an. z.B. "Zwei Töchter (3 und 7 Jahre), ein Sohn (5)"
- Verzichten Sie auf evtl.
Geburtsnamen, Hochzeitsdatum, Namen der Kinder, etc.
- In einer modernen Bewerbung haben
Namen und Beruf Ihrer Eltern nichts zu suchen.
- Bei mehr als zehn Jahren
Berufspraxis sollten Sie nur den letzten abgeschlossenen Ausbildungsschritt aufführen;
ansonsten alle Schritte inkl. Grundschule.
- Nennen Sie Art der Schule/des
Institutes, den Abschluß, und beim letzten Abschluß die Abschlußbewertung.
- Bundeswehr bzw. Zivildienst auch mit
Datum, Ort, Aufgabe und evtl. Waffengattung und letztem Dienstgrad angeben.
- Fortbildungsmaßnahmen nicht
übertrieben darstellen. Führen Sie nur die wirklich relevanten Nachweise auf, z.B.
"IHK.Zulassung zum betriebl. Ausbilder". Lassen Sie Ausbildungsnachweise für
ungenannt vorausgesetzte Fähigkeiten komplett weg. Urkunden "Einführung in
Windows" oder "Elektronische Textverarbeitung" wirken eher komisch.
- Berufliche Schritte klar darstellen:
Firma, Ort, Aufgabe, Verantwortung. Evtl. auch Umsatzverantwortung/Budget, Mitarbeiter,
Ergebnisse.
- Änderungen der Position innerhalb
derselben Firma nicht in der linken Spalte zeitlich herausstellen.
- Achten Sie darauf, daß keine
ungeklärten Lücken im Zeitablauf sind. Auch einzelne Monate ohne Beschäftigung sollten
klar sein, z.B. "Nov 1991 Aufenthalt in USA" oder "Juni 1987
arbeitslos".
- Klar, daß die Bewerbung, also auch
der Lebenslauf in der gleichen Sprache verfaßt wird wie die Stellenanzeige. In einer
deutschen Bewerbung hat z.B. ein englisch-sprachiges "c.v." bzw.
"curriculum vitae" nichts zu suchen. Wenn Sie vermuten, daß ein internationales
Gremium Ihre Bewerbung prüfen wird, fragen Sie per Telefon, ob ein englischer Lebenslauf
hilfreich ist.
Ein
Bild sagt mehr ...
- Vergessen Sie private Fotos und
Passbildautomaten!
- Nutzen Sie die Erfahrung eines
Berufsfotografen. Diese ca. DM 70,- sind bestens angelegt.
- Kleiden Sie sich für das Foto, so
wie Sie sich für das Bewerbungsgespräch kleiden würden: Seriös aber nicht übertrieben
förmlich.
- Lassen Sie mehrere verschiedene
Aufnahmen machen: Unterschiedlicher Hintergrund, Lichtvarianten, von links und von rechts,
ernstes und fröhliches Gesicht, Farbe und s/w. Wählen Sie später mit Hilfe des
Fotografen ein oder zwei geeignete Aufnahmen aus, die Sie dann für die Bewerbungen
verwenden. Bei guten Fotografen bezahlen Sie nur die Aufnahmen, die Sie auch kaufen und
das Negativ verwahrt der Fotograf für spätere weitere Abzüge.
- Das Format des Fotos sagt auch etwas
über Sie aus. 4x6 cm wirkt weniger aufdringlich als 6x9 cm. Größer oder kleiner als
diese Maße sollte Ihr Foto nicht sein.
- Kleben Sie Ihr Foto oben rechts auf
Ihren Lebenslauf. Ein Klebestift à la Pritt hat sich hier bewährt. Vermeiden Sie
Briefklammern weil Ihr Foto so auf dem Versandweg zerkratzt oder lose im Umschlag ankommen
könnte. Eine Befestigung mit Heftklammern oder "Tackern" wäre schlicht
stillos.
Die
Anlagen:
- Sind alle Anlagen komplett? Haben
Sie Zeugnisse oder andere Belege für alle aufgelisteten Tätigkeiten?
- Das Zeugnis mit dem jüngsten Datum
folgt dem Lebenslauf, das Älteste zum Schluß.
- Sparen Sie nicht bei der Qualität
der Kopien. Wenn Sie Unterlagen verwenden, die Sie evtl. bereits früher versandt hatten,
stellen Sie sicher, daß keine Notizen, Kaffeeflecken, etc. darin sind.
Mit
dem Anschreiben überzeugen:
Das
Wichtigste zu Beginn:
Das
Anschreiben ist wichtig, aber nicht entscheidend. In vielen Ratgebern wird es zu Unrecht
überbewertet. Wesentlich für die Beurteilung ist Ihr Lebenslauf. Das Anschreiben gilt
als Einleitung und als Stimmungsmacher. Diese Chance sollten Sie Nutzen. Machen Sie
Stimmung für sich!
Bevor Sie sich mit Formulierungen
des Anschreibens auseinandersetzen nehmen Sie sich den Text der Anzeige unter die Lupe.
Lesen Sie ihn mehrmals durch. Versetzen Sie sich in die Situation des Verfassers. Notieren
Sie für sich:
- Welche
Tätigkeiten/Fähigkeiten/Erfahrungen werden genau verlangt?
- Was scheint dem Verfasser besonders
wichtig zu sein
- Welche Rückschlüsse lassen sich
aus den Formulierungen im Text auf den von Ihnen zu wählenden Briefstil ziehen?
Gliedern Sie Ihr Anschreiben in
drei Bereiche (ohne diese Gliederung im Schreiben hervorzuheben):
1.Ihre Qualifikation in Bezug auf
die Tätigkeit
- Gehen Sie auf die Anzeige ein und
erläutern Sie, mit welchen Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen die im Anzeigentext
dargestellten Aufgaben bewältigt werden. Finden Sie mehrere Ansätze dazu.
- Beschreiben Sie sich mit konkreten
Beispielen aus Ihrer Berufspraxis/Ihrem Ausbildungsschwerpunkt.
2.Ihre Motivation genau diese
Aufgabe zu übernehmen
- Gehen Sie darauf ein, was an dieser
speziellen Aufgabe Sie interessiert.
- Schreiben Sie ruhig, wenn es den
Tatsachen entspricht, was an dem Unternehmen oder den Produkten des Unternehmens sie
begeistert: "Ich wollte schon als Jugendlicher immer mit Lastwagen zu tun
haben"; "Für die ABC-Firma zu arbeiten übt einen ganz besonderen Reiz auf mich
aus"
- Wenn Sie eine ungekündigte Stellung
verlassen wollen, erklären Sie die Motivation dafür: " ... gibt es für mich keine
Chancen mich beruflich weiterzuentwickeln...", "...die Einstellung der
hauseigenen Produktion verkleinert meinen Wirkungsbereich ...", "... sehe ich
nach Abschluß meiner Aufgabe als Projektleiter keine weiteren ...".
3.Die nächsten Schritte
- Bieten Sie an, Ihre Qualifikation
bei einem persönlichen Gespräch zu überprüfen.
- Falls Sie schwer zu erreichen sind,
erklären Sie, wann und wie die beste Möglichkeit besteht, mit Ihnen telefonisch Kontakt
aufzunehmen.
- Gehen Sie nach dieser Gliederung vor
und beachten Sie zusätzlich: Adressieren Sie Ihr Schreiben an die in der Anzeige genannte
Person. Schreibfehler wären hier besonders peinlich.
- Geben Sie als Betreff an, auf welche
Anzeige Sie sich beziehen, wo die Anzeige erschien und wann.
- Ihr Anschreiben muß auf einer Seite
Platz finden!
- Erwähnen Sie evtl. Ihr Telefonat.
Nutzen Sie die daraus gewonnene Information deutlich.
- Werden Sie nicht voreilig oder gar
unverschämt! Keine Formulierungen wie "ABC-Firma und ich passen hervorragend
zusammen" oder "meine Fähigkeiten werden Sie sehr schnell zu schätzen wissen.
Tip: Wenn Sie zusätzliche
Information besonders nachdrücklich hervorheben wollen, dann nutzen Sie das P.S. Hier
könnte z.B. stehen: "Auf Wunsch nenne ich Ihnen Namen und Telefonnummern meiner
bisherigen Vorgesetzten als Referenz" oder "Ihr ehemaliger Mitarbeiter Hans
Huber ist heute mein Kollege und könnte als Referenz dienen"
In manchen Fällen findet sich in
der Stellenanzeige eine Formulieren wie "... Ihre aussagekräftige Bewerbung mit
Gehaltsvorstellung...". Glücklicherweise ist die Frage nach dem Gehalt immer
seltener ein Thema der ersten Kontaktaufnahme. Sollte dennoch die von Ihnen ausgewählte
Anzeige diese Aufforderung enthalten, müssen Sie eine Entscheidung treffen:
a) Sie ignorieren die
Aufforderung und riskieren aussortiert zu werden.
b) Sie nennen einen Betrag.
c) Sie finden eine Formulierung nach dem Muster "Bei einem persönlichen
Gespräch, in dem ich mehr zur Position und deren Umfeld kennenlernen möchte, kann ich
meine fairen Gehaltsforderungen klar formulieren.
Niemand kann Ihnen diese
Entscheidung abnehmen. Es gibt hier keine Patentlösung.
Letzte
Tips:
- Ihre Bewerbung wird nur eine von
vielen sein. Sie machen positiv auf sich aufmerksam, wenn Sie auf Effekthascherei
verzichten und dafür dem Leser Ihrer Bewerbung seine Aufgabe erleichtern.
- Ihr Lebenslauf und alle Anlagen
werden gelocht und in einem Schnellhefter gebunden. Das Anschreiben wird weder gelocht
noch abgeheftet!
- Verfassen Sie ein Deckblatt, das vor
dem Lebenslauf liegt. Auf diesem Deckblatt findet der Leser Ihren Namen, Adresse, E-Mail
und die Telefonnummer(n) unter denen Sie erreichbar sind.
- Wenn es sich um eine Chiffreanzeige
handelt, oder ein Personalberater annonciert hat, wissen Sie im Vorfeld nicht, wo Ihre
Bewerbung letztlich ankommt. Falls Sie bestimmte Empfänger ausschließen möchten,
können Sie dies mit sogenannten Sperrvermerken tun. Ihre Bewerbung legen Sie in einen
Umschlag, auf dem Sie vermerken, bei welchen Unternehmen Sie sich nicht bewerben möchten.
Auf diesen Umschlag notieren Sie ggf. die Chiffre. Dieses Kuvert legen Sie in ein weiteres
Kuvert, das Sie an den Verlag bzw. an den Personalberater richten und das nicht die
Chiffre trägt, dafür jedoch den Vermerk 'Achtung: Sperrvermerk'. Der Personalberater
bzw. der Verlag ist dann verpflichtet, die Bewerbung an Sie zurückzusenden, wenn der
Sperrvermerk erfüllt ist.
- Lassen Sie drei Wochen vergehen,
bevor Sie sich telefonisch nach dem Verbleib Ihrer Bewerbung erkundigen, wenn Sie noch
keine Benachrichtigung erhalten haben.
- Machen Sie sich klar, daß Sie auch
Absagen bekommen werden. Setzen Sie sich Ziele. Schreiben Sie sich auf, wieviele
Einladungen Sie pro zehn Bewerbungen erwarten.
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Wenn Sie die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen, haben Sie
einen wesentlichen Erfolg zu verbuchen: Sie haben die Chance sich persönlich zu
präsentieren.
Bestätigen Sie den Termin schriftlich.
Falls der Benachrichtigung ein Personalfragebogen beiliegt, füllen Sie
ihn aus. Wenn Sie sicher sind, daß der Fragebogen auf dem Postweg bis zu Ihrem
Vorstellungsgespräch ankommt, dann schicken Sie ihn sofort ab. Ansonsten nehmen Sie ihn
mit zum Gespräch.
- Versorgen Sie sich mit Informationen
zum Unternehmen wie Umsatz der letzten Jahre, Anzahl Mitarbeiter, Geschäftsfelder,
Wettbewerber, evtl. Aktienkurs. Diese und mehr Informationen liefert der Geschäftsbericht
des Unternehmens, den Sie sofort anfordern sollten. Eine weiter Informationsquelle liefert
evtl. die Web-Site des Unternehmens.
- Planen Sie die Anreise im Detail.
Falls der Termin sehr früh Morgens liegt, sollten Sie evtl. einen Tag früher anreisen
und übernachten.
- Denken Sie bei der Zeitplanung an
Verzögerungen durch Stau, längere Wege auf dem Firmengelände, Sicherheitskontrolle,
etc.
- Als Gesprächsunterlagen sollten Sie
die Stellenanzeige, eine Kopie Ihrer Bewerbung, die Einladung, und evtl. den
Personalfragebogen bereithalten. Zusätzlich haben Sie den Geschäftsbericht des
Unternehmens parat.
- Überlegen Sie sich wieviel Sie als
Gehalt fordern wollen, falls das Gespräch darauf kommt. Merken Sie sich die Summe als
Jahresgehalt und als Monatsgehalt. Gleiches gilt für Ihr heutiges Gehalt.
Eine Liste mit Fragen, die Sie
während des Gespräches klären wollen, müssen sie gut vorbereiten:
- Fragen zum Unternehmen, die Sie
nicht aus dem Unternehmensbericht beantworten konnten.
- Fragen, die durch den
Geschäftsbericht aufgekommen sind.
- Fragen zur Position, besonderen
Anforderungen, Berichtswege, Stellenbeschreibung.
- Fragen zu Ihrem Vorgänger, dem
Grund seines Wechsels, Dauer seines Verbleibs.
- Fragen zum Führungssystem,
Zielvereinbarung, Bewertungssystem, Gehaltsbemessung.
- Fragen zu den Leistungen Gehalt,
Urlaub, Kantine, Fortbildung, etc.
Bereiten Sie sich auf die
möglichen Fragen Ihres Gesprächspartners vor. Hier eine Liste von Fragen, die besonders
häufig gestellt werden:
- Bitte fassen Sie Ihren Lebenslauf
mit den wichtigsten Stationen zusammen.
- Nennen Sie uns Ihre wichtigsten
Erfolge.
- Welche Ihrer Stärken würde Ihr
Vater/Ihre Mutter nennen, welche Schwächen?
- Welche Tätigkeiten hassen Sie?
- Was kritisiert Ihr heutiger Chef an
Ihnen?
- Wie reagieren Sie auf Stress?
- Was wissen Sie über unser
Unternehmen?
- Warum haben Sie sich bei uns
beworben?
- Was muß Ihr Vorgesetzter tun um Sie
zu Höchstleistungen anzuspornen?
- Welche waren die besonderen
Eigenschaften Ihres besten/schlechtesten Vorgesetzen?
- Nennen Sie Ihre bedeutsamsten
beruflichen Fehler. Warum soll ich Sie einstellen?
- Was tun Sie zuerst, wenn Sie bei uns
anfangen?
- Was würden Sie an Ihrem bisherigen
Leben anders machen, wenn Sie es ändern könnten?
- Was sind die Erfolgsfaktoren der
angebotenen Postion?
- Was lesen Sie um sich
weiterzubilden?
- Was wollen Sie in fünf, zehn oder
fünfzehn Jahren sein?
- Warum haben Sie sich bisher noch
nicht selbständig gemacht?
Sie müssen auch mit provozierenden
und unfairen Fragen rechnen:
- Wer hat dieses Kostüm/diesen Anzug
für Sie ausgesucht?
- Glauben Sie daß Sie mit diesem
Schmuck/dieser Krawatte Eindruck schinden können?
- Warum sind Sie so nervös?
- Glauben Sie, daß Sie mit diesen
Unterlagen eine Stellung finden? etc.
Sie müssen auch damit rechnen,
daß Sie einen ungeübten Interviewer vorfinden. Dann könnte es sein, daß Sie zumindest
den Beginn des Gespräches selbst in die Hand nehmen müssen. Stellen Sie Ihre Fragen: Wer
fragt führt!
- Kleiden Sie sich seriös, aber nicht
aufdringlich. Keine Experimente! Vermeiden Sie unruhige Farbkombinationen, Broschen,
auffällige Krawatten, weiße Socken und alles, was die Aufmerksamkeit Ihrer
Gesprächspartner von Ihrem Gesicht ablenken könnte.
- Wenn Sie die Gelegenheit haben,
herauszufinden, wie der Kleidungsstil im Unternehmen ist, nutzen Sie dies: Sie sollten
sich ein wenig über diesem Standard einordnen.
- Ob Sie wohl pünktlich sein sollten?
- Denken Sie daran, daß es Ihr Ziel
ist, künftig an jedem Morgen ein freundlichen Lächeln vom Pförtner, der Empfangsdame
oder der Sekretärin Ihres Chefs zu bekommen. Was hält Sie davon ab, jetzt besonders
freundlich zu sein?
- Nehmen Sie sich eine Tageszeitung
oder ein Wochenmagazin als Lektüre mit.
Tip: Wenn man Sie warten läßt,
Sie aufgeregt sind und Ihre aufgestaute Energie Sie unruhig und zitterig macht, versuchen
Sie das: Fassen Sie im Sitzen mit beiden Händen links und rechts unter die Sitzfläche
Ihres Stuhles. Spannen Sie Ihre Bizeps an und ziehen Sie die Sitzfläche mit aller Kraft
an sich. Halten Sie dabei die Luft an und zählen Sie bis zehn. Diese Übung löst die
Spannung und ist nahezu unsichtbar, selbst wenn Sie in Gesellschaft warten.
- Das ist Ihre Show! Wenn Sie einen
introvertierten Gesprächspartner vorfinden, gestalten Sie das Gespräch durch offene
Fragen selbst (Wie, wann, wo, wer, was). Gehen Sie auf die Antworten Ihres Gegenüber ein.
- Die Faustregel: 70% reden 30%
hören.
- Fragen Sie, ob Sie sich Notizen
machen können. Fügen Sie neue Fragen in Ihre Frageliste ein. Nutzen Sie die intelligente
Struktur Ihrer Liste um die verbleibenden Fragen am Ende des Gespräches zu stellen.
- Bleiben Sie offen. Arme nicht
verschränken. Bauen Sie keine Barrieren aus Kaffeetasse, Schreibblock oder sonstigen
Utensilien auf.
- Die Augen sind der Spiegel der
Seele. Nehmen Sie sich vor, diese Chance zu nutzen um die Seele Ihres Gesprächspartners
zu ergründen. Schreiben Sie auf, was sie sehen. Sie kommen dann nicht erst in die
Versuchung ständig den Fußboden oder Ihren Bleistift zu fixieren.
- Versuchen Sie entspannt zu sitzen
ohne die Beine übereinander zu schlagen. Setzen Sie beide Fußsohlen fest auf den Boden.
Üben Sie das zu Hause. Testen Sie selbst: setzen Sie sich an einen Tisch gegenüber Ihres
Partners, oder Freunden. Bitten Sie sie einen kurzen Satz mit den Beinen auf dem Boden,
mit überkreuzten Fußgelenken unter dem Stuhl oder mit überkreuzten Beinen zu sprechen.
Sehen Sie den Unterschied, auch wenn Sie nicht direkt sehen, wie die Beine stehen? Wenn
Sie "mit beiden Beinen auf dem Boden stehen" wirken Sie einfach überzeugender!
- Halten Sie die Hände ruhig. Wenn
Sie Aktionismus verspüren, schreiben Sie irgend etwas auf oder wiederholen Sie den Trick
mit den Händen unter der Sitzfläche.
- Gehen Sie nicht raus ohne das
Gespräch zu quittieren. Sagen Sie daß Sie das Gespräch gut fanden, der Job sie sehr
reizt, das Unternehmen Sie noch mehr als zuvor interessiert, die Aufgaben spannend sind,
oder was auch immer aus Ihrer Sicht eine faire aber positive Quittung wäre.
- Machen Sie sich einen Aufkleber an
die Innenseite des Verschlusses Ihrer Aktentasche, einen Knoten in das Lederband Ihrer
Handtasche oder was immer Sie spätestens beim Einpacken Ihrer Unterlagen an die Quittung
erinnert.
- Holen Sie sich jetzt auch Ihre
Quittung! Fragen Sie , wie das Gespräch aus der Sicht Ihres Verhandlungspartners verlief,
was der nächste Schritt der Gespräche sein würde, wie eine Bewertung des Gespräches
darstellbar wäre, etc.
- Bevor Sie gehen, prüfen Sie ob Sie
alle Fragen gestellt haben.
- Verabschieden Sie sich nach dem Ende
des Gespräche auch von Pförtner/Empfangsdame/Sekretärin und vergessen sie nicht evtl.
Ihr Besucherschild wieder abzugeben.
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