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Dachgeschossausbau mit einer Aufsparrendämmung

Anfrage vom 28.12.2012

Frage:
Ich habe mir Ihr E-Book Dachgeschossausbau - Schäden vermeiden heruntergeladen.
Ich habe eine Frage zu meinem Dachbodenausbau.
Vielleicht können Sie mir weiterhelfen.

Mein Dach bekam eine Puren Protect Aufsparrendämmung 140 mm.
Die Platten haben beidseitig eine Deckschicht aus Alufolie und oberseitig zusätzlich eine Kaschierung aus der diffusionsoffenen Spezialbahn Diffucell mit winkelseitig selbstklebenden Überlappungen.
Die Platten haben ringsum Nut und Federn.
Da die platten teilweise nicht ganz zusammengeschoben wurden, sind Zwischenräume zwischen den Platten entstanden.

Meine Frage:
Muss ich raumseitig eine Dampfbremse anbringen?
Ich habe die sichtbaren Stöße der Platten von innen zwar mit Gerband Aluklebeband verklebt, aber unter den Sparren kam ich natürlich nicht hin, an die Stellen, wo die Platten auf den Sparren aufliegen.

Wenn ich eine Dampfbremse auf die Sparren montiere, entsteht ein Zwischenraum zwischen Dampfbremse und Aluschicht der Dämmplatten so groß wie die Sparrenhöhe.
Ist dieser Hohlraum zwischen Folie und Isolierung zulässig, oder muss ich mit Feuchtigkeit im Zwischenraum rechnen, die evtl. von außen durch die offenen Fugen unter den Sparren dringt?
Oder sollte man die Dampfbremse einfach weglassen?
Aber dann wandert die warme Luft durch die Plattenzwischenräume nach draußen und kondensiert auf ihrem Weg, oder?

Antwort:
Dieses System ist eine Außendämmung. (Vergleich wie die Außendämmung auf einer Wand.) Eine Dampfbremse ist hier nicht erforderlich. Die Aluminiumfolie ist zwar dampfdicht, hat aber in erster Linie die Aufgabe einer Windsperre. Die warme Luft darf nicht über die Fugen entweichen. Die Verlegung ist ein grober Mangel, da einmal die warme Luft über die Fugen entweicht und auch eine Konvektion auftritt. (Das habe Sie richtig erkannt.) Sie müssten sehen, ob die Firma noch existiert. Die Gewährleistung beträgt 5 Jahren. In dieser Zeit muss die Firma den Mangel, das sind die Fugen, beseitigen. Also die Platten neu verlegen, sodass Nut und Feder richtig passen.

Ansonsten sollten Sie sich mit dem Hersteller in Verbindung setzen, vielleicht hatten andere Ausführungsfirmen schon ähnliche Mängel verursacht und sie können eine sinnvolle Sanierung vorschlagen. Eine Dampfbremse innen auf die Sparren ist keine Lösung, ebenso sollte jetzt nachträglich keine Innendämmung (Vollsparrendämmung) angebracht werden.

Frage:
Eine kurze Frage hätte ich noch zu meinem Dachbodenausbau. Wenn die Platten richtig verlegt währen (ohne Fugen), könnte ich dann meine Rigipsplatten theoretisch direkt auf die Aluminiumfolie der Dämmung befestigen, bzw. Dachlatten entlang den Sparren verlegen und dann darauf meine Platten befestigen, sodass die Sparren sichtbar sind (ohne Dampfbremse)?

Antwort:
Ja, das ist richtig. Die Dampfsperre ist nur bei einer Innendämmung erforderlich. Hier ist nur eine Winddichtheit erforderlich. Die Innenluft soll nicht nach außen gelangen. In diesem Fall hat dies etwas mit dem Heizenergiebedarf zu tun.

Frage:
Ist eine Dampfbremse innen auf die Sparren nicht sinnvoll? Dann könnte doch keine Luft in die Fugen eindringen hätte ich gedacht.

Antwort:
Das ist nicht sinnvoll. Eine Dampfbremse bekommt man nicht ausreichend dicht. Es würde trotzdem Feuchte zu den Balken gelangen und eine Schädigung durch Holz zerstörende Insekten und Pilze kann dann auftreten ebenso eine Schimmelpilzbildung. Daher sollen alle Holzkonstruktionen von der Luft umspült werden. Möglichst von 3 Seiten, damit keine Schädigung auftritt. In diesem Fall wären die Sparren sowohl von innen und außen luftdicht verschlossen. (Das ist die überwiegende Ursache, weshalb so viele Schäden im Dach auftreten.)

Frage:
Es wurden Roto Dachflächenfenster eingebaut. Sollte man den Übergang Dachflächenfenster - Isolierung nicht mit einer Dampfbremse versehen?

Antwort:
Die Fenster kenne ich nicht. Auf jedem Fall sind alle Fugen gut zu verschließen.
Die Fugen an den Fenstern und die Dämmplatten könnten mit vorkomprimiertem Dichtband verschlossen werden. Diese gibt es in verschiedenen Größen auf dem Baumarkt für den Fenstereinbau. Die sind billiger. Diese Bänder müssten sich auch hinter den Sparren in die Fugen zwischen schieben lassen. Damit wird eine Fugendichtheit hergestellt. Mann kann dann noch zusätzlich ein Klebeband aufkleben (nicht erforderlich aber kann nicht schaden.) Damit wird eine Winddichtheit erreicht und das System dürfte dann funktionieren.

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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