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Die Zwischendecke im Dachgeschoss hat 5 cm Luft

Anfrage vom 14.03.2012

Frage:
Ich habe bereits Ihr Fachbuch zum Dachgeschossausbau gedownloaded und mich auch intensiv damit befasst. Jedoch konnte ich zu nachfolgender Frage nicht abschließend zu einem Ergebnis kommen.

Derzeit Hauszustand wie folgt: Bungalow in Holzständerbauweise der Fa. Rensch, Haustyp Dahlem. Dachgeschoss (Zeltdachform) soll nun ausgebaut werden.

In der obersten Geschossdecke befindet sich zwischen den Sparren Dämmung, die aber nicht bis an die auf den Deckensparren montierte Bretterlage heranreicht. Zwischen der Deckendämmung und den Brettern sind auf der gesamten Fläche ca. 5 cm "freier Raum". Aufgrund der Dachform u. -aufbau hatte ich eine Vollsparrendämmung bis an die Fußpfette favorisiert. Besichtigung durch den Leiter eines regionalen Baustoffhändler: Dieser empfahl die Dämmung nur im Bereich der Dachschrägen vorzunehmen und in gleicher Stärke den Kniestock zu dämmen. Die Dampfsperre soll dann vom Kniestock bis an den Holzbretterboden heruntergezogen werden. Die Dachflächen hinter dem Kniestock muss nach Angaben des Herren nicht gedämmt werden (Die Stärke der Dämmung in der Geschossdecke sind 20 cm Mineralwolle). Ich erwiderte, dass die Dämmung der Zwischendecke nicht bis an den Bretterboden reicht, sondern eben die erwähnten 5 cm Freiraum vorhanden seien, weshalb ich Bedenken zwecks Durchzug und mangelnder Wirkung der Dämmung hätte. Daraufhin riet er die Bretterlage im Bereich des Kniestocks zu öffnen und die Kniestockdämmung bis zur Deckendämmung herunterzuziehen. Damit seien die fehlenden 5 cm zusätzlich gedämmt.

Was halten Sie von der angebotenen Lösung? Ist darüber hinaus die Ausgestaltung der Dampfbremse wie vom Baustoffhändler empfohlen (Herunterziehen bis Rohbauboden) richtig? Oder sollte die Dämmung - wie von mir angedacht - bis an die Fußpfette reichen (und damit Anschluss der Dampfbremse an die Fußpfette)?

Antwort:
Es darf auf keinem Fall warme Luft von innen durch die Konstruktion nach außen gelangen (Kondenswasserbildung). Dazu ist die Dampfbremse auf der Innenseite erforderlich. Je luftdurchlässiger eine Konstruktion hinter der Innendämmung bei Dachausbau ist, um so geringer ist die Gefahr eines Feuchteschadens, da die Feuchtigkeit abgelüftet wird. Beim Dachausbau ist der ideale Zustand siehe Bild 2.2.5. bzw. 3.1.1. bis 3.1.3. im Dachbuch herzustellen. Sehen Sie sich bitte auch die Bilder 5.1.14. und zur vermeiden dieser kritischen Situation das Bild 6.5.4. an. Die Luftschicht (5 cm oberhalb der Dämmung in der Decke des Dachbodens darf nicht mit außen verbunden sein. Es tritt eine Konvektion auf, welche zu einer Durchfeuchtung der Decke führt. Diese Situation darf nicht mit einer Hinterlüftung verwechselt werden. Die Lösung wird auf den Seiten 79 f beschrieben. Sehe Sie sich auch das Bild 8.6.5. an.

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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