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Welche Energieeinsparung bei einer nachträglichen Wärmedämmung?

Anfrage vom 13.01.2012

Frage:
Mit großer Freude habe ich Ihren Anfang einer statistischen Erhebung unter www.ib-rauch.de/bauphysik/statistwaerme.html entdeckt. Ich bin nun schon seit Tagen vergeblich auf der Suche nach solchen Daten.
Wir haben ein Haus aus den 50ern gekauft und stehen nun vor der Frage, wie wir sanieren. Nachdem mir die ganze Geschichte mit der Dämmung anfänglich sinnvoll erschien, stehe ich dem Ganzen immer skeptischer gegenüber und finde viele gute Gedanken, die das Ganze immer unschlüssiger erscheinen lassen. Nicht zuletzt die Tatsache, dass es nicht möglich zu sein scheint, handfeste Erfahrungswerte zu bekommen und immer nur mit theoretischen Berechnungen argumentiert wird, macht mich skeptisch.

Daher wäre ich sehr gespannt, ob Sie über die auf der Seite veröffentlichen Zahlen hinaus im Besitz weiterer Daten sind und mir diese zur Verfügung stellen würden?

Einflußfaktoren auf den Wärmestrom einer Wand
Einfaches Schema der Einflussfaktoren auf die Oberflächentemperatur
 Q = Wärmestrom durch die Wand
 I = Wasserdampf Diffusionsstrom
 λ = Wärmeleitfähigkeit
 1/α = Wärmeübergangswiderstand
 b = Wärmeeindringkoeffizient (1-2 cm)
 S = Wärmestrahlung zur und von der Wand (1-2 mm)
 A = Kondenswasser von innen
 B = Feuchtigkeit von außen, zum Beispiel Regen
 C = Feuchtigkeit im Mauerwerk (Kapillarität und Diffusion)
 W = Wärmespeicherwert
 K = Konvektion

Antwort:
Ich habe nur wenig Zeit und kann daher nur kurz antworten. Die U-Wertberechnung ist eine Näherungsberechnung, die so ungenauer wird, so kleiner das berechnete Ergebnis ist. Unterschiedliche Einflussfaktoren wirken zusammen oder überlagern sich, siehe Schema rechts. Einige energetische Einflussfaktoren sind zum Beispiel bis her nur unzureichend untersucht. Zum Beispiel der Strahlungsaustausch mit der Umgebung oder das physikalische Verhalten der Wärmestrahlung an der Oberfläche (Umwandlung in innere Energie in einer sehr dünnen Randschicht) in Richtung Wandquerschnitt ist nicht geklärt.

Frage:
Das ist sehr nett, dass Sie trotz knapper Zeit auf meine Frage antworten. Herzlichen Dank auch für die informativen Artikel, insbesondere der erste enthält ja mal ausnahmsweise tatsächlich ein paar konkrete Erfahrung/Ergebnis-Werte im Gegensatz zu theoretischen Berechnungen.
Die Problematik der U-Wert-Berechnung ist mir - insofern Sie sich einem Laien mit Physik-Grundbildung erschließt - bekannt, von Claus Meier u. a. Deshalb auch meine Skepsis und meine Bemühung um "reale" Ergebniswerte.

Da Sie in Ihrer Mail nicht weiter darauf eingehen, gehe ich davon aus, dass Ihre Online-Daten-Erhebung unter www.ib-rauch.de/bauphysik/statistwaerme.html keine weiteren Daten erbracht hat? Ansonsten wäre ich daran noch sehr interessiert.

Antwort:
Ich habe gerade gesehen, dass ich die Auswertung nicht weiter vervollständigt habe. Es sind in der Zwischenzeit weitere Angaben gemacht worden. Allerdings sind die Angaben bei der Auswertung zum Teil widersprüchlich oder unvollständig und nicht in jedem Fall nachvollziehbar. Da die höhe des Energieverbrauches vom Wetter, vom Standort des Gebäudes und entscheidend vom Nutzerverhalten abhängig ist, müssen die "Energiesparmaßnahmen" nicht unbedingt allein von der nachträglichen Dämmung herrühren. Da die Energiepreise in den letzten Jahren mehr als 40 % angestiegen sind, versuchen die Bewohner zu sparen und senken die Temperatur in den Räumen. 1 Grad machen circa 5 % Energieeinsparung aus. Eine hinreichend genaue Aussage über die tatsächliche praktische Energieeinsparung lässt sich erst bei einer genügend großen Anzahl an Angaben über einen längeren Zeitraum treffen.
Mein Kollege Paul Bossert hat sehr viele Unterlagen. Vielleicht erhalten sie bei ihm weitere Informationen.
E-Mail:paul.bossert@greenmail.ch
www.universe-architecture.com

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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