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Hinterlüftung beim Dachgeschoss und Feuchtefalle

Anfrage vom 27.12.2004

Frage: Danke für Ihr sehr interessantes Buch "Dachgeschossausbau Schäden vermeiden".
Fragen:
Wie habe gerade ein neues Reihenhaus gekauft. DG2 ist nicht ausgebaut und wird von uns in Eigenleistung ausgebaut. Zwischensparrendämmung mit Dampfsperre wurde vom Bauträger eingebaut.

1. Der Bauträger sagt er hätte keine Hinterlüftung eingebaut, weil die Feuchtigkeit zwischen Dachpfannen und der Dämmung (Mineralwolle) durch die Folie (Gitternetzfolie) abtrocknen könne. Ist so etwas möglich?
In Ihrem Buch habe ich diesen Lösungsansatz nicht gefunden!

2. Das mit der Feuchtefalle aus Kapitel 10. habe ich nicht verstanden.
Wo soll das Fenster hin und was kann man dann sehen? Hier wäre ein Bild sicherlich hilfreich.

Antwort: Probleme treten im ausgebauten Dachgeschoss dann auf, wenn sehr viel Feuchtigkeit eindringt und nicht mehr ausreichend ablüftet. Bei den neu erbauten Gebäuden kam es kaum zu ernsthaften Schäden, auch wenn die Dampfbremse nicht in Ordnung war. Jedoch in 10 oder 20 Jahren können dann Schäden auftreten. Hier waren aber eher die höheren Energiekosten ein Problem, da diese warme Luft aus dem Gebäude unkontrolliert entweichen konnte.
Bei der Unterspannbahn (Gitternetzfolie) sollten Sie noch einmal nach dem Sd-Wert fragen. Bei einer Vollsparrendämmung muss eine diffusionsoffene Unterspannbahn eingebaut werden, damit eventuell eingedrungene Feuchte (Tauwasser) auch nach außen entweichen kann.

Sie können zurzeit ja noch alles kontrollieren. Wichtig ist, dass die Dampfbremse an allen Stellen fugendicht angeschlossen wurde. Wenn nicht, dann arbeiten Sie diese Stellen nach. Beispiele sind im Buch. Sie können ja auch die Ausführung der Dämmung kontrollieren. Ob die Dämmung an den Sparren nachgibt (kleine Spalte) (man fühlt dies durch die Dampfbremse) und man kann ja auch am Anschluss an der Giebelwand die Dampfbremse an einer Stelle öffnen und die Ausführung kontrollieren und anschließend wieder verschließen.

Bei einer Vollsparrendämmung gibt es kaum eine Feuchtefalle. Das sind nicht belüftete Hohlräume, wo die warme Innenluft einströmt, aber nicht mehr entweichen kann.

Für die Kontrolle der Bauausführung wird in der Regel eine unabhängige Bauabnahme vorgenommen. Hierfür bestellt man einen Sachverständigen oder Bauingenieur/Architekten. Wird die Bauleistung vom Bauunternehmen selbst abgenommen, so können ab und zu schon Probleme auftreten. Auf das Thema möchte ich nicht weiter eingehen.

Konrad Fischer hatte einen guten Vorschlag mit einer Feuchtefalle. An einem Fenster mit einer Glasscheibe taut das Wasser am schnellsten aus, wenn die Luftfeuchte im Raum höher bzw. wenn die Temperaturunterschiede zwischen der Innen- und Außenluft sehr groß ist. Früher hatte man solche einfachen Fenster auch im Dachgeschoss. Die Feuchte, die an diesem Fenster austaut, kommt nicht in die Mineralwolle. Das Wasser an der kühlen Glasscheibe müsste abgewischt werden. Man setzt also im Dachgeschoss einfach ein Fenster mit einem hohen u-Wert (einfaches Fenster) ein. Der Standort sollte dort gewählt werden, wo man mit der meisten Feuchte rechnet. Es kann auch an der Giebelwand sein. Sie kennen sicherlich noch die kleinen Fenster an der Seite.

Bücher von Peter Rauch

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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