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Kellerschwamm im Arbeitsraum im Keller

Anfrage vom 04.10.06

Frage: Bei der Entfernung der Holzverkleidung im Proberaum kam Schimmelpilz zum Vorschein. Der Proberaum befindet sich im Keller. Was kann man dagegen machen?

Antwort: Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei wirklich um Schimmelpilze handelt. Liegt eine weiße bis grau watteartige Schicht vor, so könnte es sich hierbei auch um einen holzzerstörenden Pilz handeln. In diesem Fall ist nur eine andere Bekämpfung erforderlich. Nachfolgend einige Möglichkeiten für die Usachen.
Die Außenwände gerade im Keller haben das ganze Jahr eine niedrige Oberflächentemperatur. Hier taut die Luftfeuchtigkeit aus, bzw. es liegt an diese Grenzschicht eine hohe Luftfeuchte vor. Auch ohne Holzverkleidung gibt es in vielen Fällen diese gleichen Probleme. Die Holzverkleidung verhindert zusätzlich die Temperierung der Wandoberfläche, sodass es hinter der Verkleidung zu einem Feuchtestau kommt. Holz bietet hierzu auch noch eine gute Nahrungsgrundlage auch für verschieden Schimmelpilze. Da sicherlich die Holzverkleidung für akustische Zwecke erforderlich ist, kann diese nicht ohne Ersatz entfernt werden. Wenn das möglich ist, dann ist die Holzverkleidung zu entfernen. Ansonsten ist unten eine Randleistenheizung anzubringen, die den Zwischenraum hinter der neuen Holzverkleidung ganzjährig temperiert.
Bevor die neue Holzverkleidung angebraucht wird, sollte das sicherlich über Jahre durchfeuchtete Mauerwerk (Kondensfeuchte) getrocknet werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass Feuchtigkeit von außen eindringt. Müsste eventuell geprüft werden.
Das Pilzmyzel wächst zwar nur wenige Millimeter in das Holz ein, aber das Abschleifen ist aufwendiger als der Ersatz. Das Pilzmyzel befindet sich aber auch auf der Wandoberfläche. Hier sind auch geeignete Maßnahmen durchzuführen.

Frage: Im Voraus vielen Dank für die detaillierten Informationen. Ich werde in diesem Antwortschreiben ein Bild anhängen. Vielleicht kann man daraus etwas erkennen.
Kellerschwamm an Kellermauerwerk

Antwort: Es war eine richtige Entscheidung, mir noch einmal ein Bild zu senden. Es handelt sich hierbei um eine doch schon große Ausdehnung des holzzerstörenden Pilzes Kellerschwamm*. In diesem Fall darf kein Holz mehr an der Wandfläche angebracht werden, auch nicht mehr im Raum. Dieser Pilz wächst bei sehr hoher Feuchte, dass heißt, Sie werden in diesem Raum immer Probleme mit Feuchtigkeit haben. Nach der fachgerechten Sanierung durch eine qualifizierte Fachfirma (Holz- und Bautenschutz) (Sachkunde für Holzschutz nachweisen lassen) müssen Sie für eine gute Lüftung sorgen und empfehlenswert ist der Einbau einer Strahlenheizung. * (Auf dem Bild kann man nicht 100% alles genau bestimmen, es könnte sich hier auch um einen alten Befall durch den Echten Hausschwamm handeln, bzw. er könnte auch vorhanden sein, daher eine Fachfirma zur Sanierung einbeziehen.)

Frage: Vielen Dank nochmals für die schnellen Informationen. Ich füge noch 2 Nahaufnahmen der verschiedenen Funde an.
Ich werde umgehend die von Ihnen für nötig befundenen Sanierungsmaßnahmen einleiten, sprich die Holzverkleidung entfernen und die beiden befallenen Wände neu verputzen lassen.
Eine abschließende Frage: Der Raum wurde von mir als Proberaum genutzt, um genau zu sein, ich habe ausschließlich Schlagzeug mit Holzkesseln (lackiert) gespielt. Kann ich diesen Raum weiterhin nutzen, um Schlagzeug zu spielen?
SalzausblühungBrauner Warzenschwamm

Auf dem einen Bild liegt eine Salzbelastung des Mauerwerkes vor. Sie haben hier also auch eine aufsteigende Feuchte vorliegen. Eventuell reicht hier bereits ein Sanierputz im unteren Mauerabschnitt. Der Pilz dürfe sich sicherlich auch unter dem Fußbodenbelag ausgebreitet haben bzw. auch am Randbereich zwischen Wand und Fußbodenestrich. Es müssen alle Schadensbereiche, auch die Nachbarräume in die Sanierung einbezogen werden, sonst haben Sie innerhalb einer kurzen Zeit den gleichen Ärger. Eine fehlende oder nicht ordnungsgemäße Sanierung kann dann das übrige Gebäude gefährden und dann kostet es richtig Geld.
Nach der Sanierung können Sie ohne Probleme den Raum weiterhin nutzen. Es sollten nur keine organischen oder gipshaltigen Baustoffe oder auch keine Gipsplatten in den Raum verbaut werden.
Eventuell können Sie Ihr Instrument, welches sich sicherlich nicht mehr im Raum befindet, mit normalen Haushaltreiniger, oder Alkohol (konz.) abwischen und trocknen. Da dieses immer frei steht und so kontrollierbar ist, gibt es hier keine Gefährdung.

Bücher von Peter Rauch

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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