ib-rauch.de

Altbausanierung | FeuchteschutzBaubiologie | KonstruktionBauchemieBaustoffeAltbausanierung - BücherBaublogImpressum

Wärmebrücke - Klimaplatte

Anfrage vom 13.3.2005

Frage: Wir besitzen ein 3 Familienhaus Baujahr 1895. Nach Einbau von Schallschutzfenstern ergibt sich in der unteren Mietwohnung das Problem der Kondesatfeuchtigkeit. Bedauerlicherweise befindet sich an den äußersten kalten Ecken des Hauses eine innen angebrachte Holzverkleidung mit darunter angebrachten Styropor. Mieter drängen auf Minderung und weigern sich aber diese abzubauen. Angeblich sind Kinder schwer bronchitisch krank und Erwachsene leiden unter ständigen Erkältungen. Wie ist die sauberste Lösung? Sind Klimaplatten angesagt??

Antwort: Ein Teil der Antworten sind im Schimmelbuch von Herrn Rauch enthalten. Kurz zusammenfassend kann Folgendes gesagt werden, auch wenn hier die Vielzahl der Umstände nicht bekannt sind.
Die gesundheitlichen Probleme können von einer erhöhten Schimmelpilzkonzentration in der Raumluft stammen, auch wenn diese nicht sichtbar sind. Die älteren Fenster haben größere Fugen, sodass ein regelmäßiger Luftaustausch von ca. 0,8 (pro Std.) oder größer erfolgt. Bei den neuen Fenstern ist dieser Luftaustausch geringer und könnte zwischen 0,1 bis 0,3 oder etwas größer liegen. Die Differenz muss durch regelmäßiges Lüften ausgeglichen werden. Das ist jedoch abhängig von Wohnungsgröße, Bauausführung usw.
Eine gute Information liefert ein Hygrometer. Die Luftfeuchte in der Wohnung im Winter sollte bei ca. 50-55 % liegen. Je weniger so besser. Man wird nicht in allen Räumen 40 oder 45 % erreichen.
Die Schimmelpilzbildung war sicherlich schon vorhanden und ist durch die neuen Fenster erst sichtbar geworden.
Ein nächster Punkt ist die Wandverkleidung. Ich kann nun schlecht über die Ausführung urteilen. Ist diese fachlich schlecht ausgeführt, so bildet sich zwischen der Styroporplatte und der Putzoberfläche sehr stark Schimmelpilz. Das konnte ich selbst bei der Sanierung einer Wohnung feststellen. Ausgehend, dass es massives Mauerwerk ist, dann liegt die Oberflächentemperatur an der Wandoberfläche (abhängig von der Außentemperatur, Kühlrippeneffekt, geometrische Wärmebrücke usw.) zum Beispiel bei 14ºC. (Das ist bereits sehr kühl.) Wird eine Styroporplatte angebracht so wird die gleiche Putzoberfläche weiter abgekühlt, da die bisherige Raumluft diese Wandfläche nicht mehr erwärmen kann. Die warme Luft erwärmt jetzt die Holzoberfläche. Aber bei schlechter Ausführung kommt immer etwas Luft durch die Fugen an diese kalte Wandoberfläche. Die Luftfeuchte kondensiert an der sehr kalten Oberfläche aus. Zu erst sieht man schwarze Streifen (Schimmel) und später wird die gesamte Putzfläche befallen.
Auf der Startseite unter www.ib-rauch.de linke Spalte gibt es ein Berechnungstool für Schimmelpilze. Hier kann man die verschiedenen Möglichkeiten testen.

Unabhängig von nicht erkannten Einflussfaktoren, könnten folgende Maßnahmen zu einer Lösung führen.
1. Wenn die Verkleidung die o.g. Probleme verursacht, Kontrolle durch Abnahme einzelner Verkleidungselemente, so ist diese zu entfernen. Bei starker Schimmelpilzbildung sollte der befallene Putz ausgetauscht werden. Bei kleinen Flächen reicht in der Regel eine Säuberung (siehe Checkliste auf meiner Seite).
2. Es sind möglichst viele sorptionsoffene Flächen zu schaffen. (Kurzzeitige Feuchteregulierung). Keine Dispersionsfarben, Lacke, Alu-Tapeten, Styropor - Deckenelemente usw.
3. Eine Randleistenheizung ist eine Strahlungsheizung. Diese temperiert die Wandoberfläche und erhöht auch die Temperatur in Zimmerecken, wo bisher die Luftwalze nicht herangekommen war.
4. Eine Innendämmung ist immer die schlechtere Lösung. Prüfen ob Außendämmung möglich ist. Die besten Innendämmplatten sind die Silicatplatten (Klimaplatten), die sind auch sehr teuer.
Es gibt noch eine Reihe anderer Lösungen, die müssen aber immer im Komplex betrachtet werden.

In einem anderen Objekt wurden die Außenwände auch mit einer Holzverkleidung und Dämmung versehen. Das Holz, die Dämmung und der Putz waren vollständig verschimmelt. Ansicht nach der Demontage. Schimmel auf Putzoberfläche

Bücher von Peter Rauch

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

Peter Rauch auf Google+ Peter Rauch auf Facebook Peter Rauch auf Twitter Peter Rauch auf Autorenseite Amazon.de



 ©  Altbausanierung | Bücher für BauherrnDownload | Baulexikon | Impressum   2/2007