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Der Kellerfußboden wurde abgesenkt. Was ist gegen die Feuchte und die Salze zu machen?

Anfrage vom 05.12.2014

Frage:
Durch Recherche im Internet sind wir auf Sie aufmerksam geworden und möchten nun insbesondere nach Kauf eines Ihrer Bücher ("Tauwasser und Feuchtigkeit im Mauerwerk") fachliche Unterstützung erbitten.

Absenkung des Kellerfußbodens

Wir besitzen ein Reihenhaus (Baujahr 1933/34, Mauerwerk im Kellergeschoss Vollziegel). Im Rahmen der Sanierung haben wir vor 5 Jahren im Keller aufgrund der geringen Deckenhöhe (noch niedriger nach Dämmung der Kellerdecke) den alten Betonestrich abgebrochen und den Kellerboden etwas tiefer gelegt (Estrichbeton auf PE-Folie). Bei den Schachtarbeiten außen wie innen mussten wir feststellen, dass es> kein richtiges Fundament gibt und die Gründung auf einer Art Ziegelbruch-Betongemisch erfolgte. Wir hab7pen dann aus Standsicherheitsgründen das Tieferschachten nur bis oberhalb der Gründungsebene durchgeführt.

Die Kellerwände waren feucht, weshalb wir eine Trockenlegung durchführen wollten. Eine definierte Horizontalsperre war nur unterhalb des Erdgeschosses und mit gutem Willen oberhalb des Kellerfußbodens in Fragmenten zu entdecken. Die äußere Bitumenabsperrung war defekt und nicht mehr funktionsfähig.

Der Keller wird von uns als Lagerraum und in einem tiefer gelegenen Bereich (altes Waschhaus) für die Waschmaschine, den Kondensationstrockner genutzt. In diesem Raum befindet sich auch die Gasheizung. Eine dichte Brandschutztür gibt es nicht, der gesamte Keller ist frei durchlüftet. Es existieren 3 Kellerfenster, von welchen eines (insbesondere im Winter) immer leicht angekippt ist (freie Luftzufuhr zur Gastherme).

Die damals ausführende Baufirma hat uns empfohlen, in jedem Fall eine Vertikalsperre einzubauen. Dies erfolgte in folgendem Aufbau:

Eine mechanische Horizontalsperre wollten wir aus Standsicherheitsgründen nicht (Sägen, Edelstahlblech etc.), zumal diese ja nur oberhalb der Kellerfußbodenebene einzubauen gewesen wäre und somit der untere Bereich weiterhin feucht geblieben wäre. Mechanische Sperren durch Aufstemmen oder Unterfangung mit Beton erschienen uns als zu aufwendig. Von einer Injektion wurde uns abgeraten, die Fa. meinte, diese wäre sehr teuer und die Wirksamkeit wäre auch fragwürdig (nach Vorliegen eines für uns zu teuren Angebotes mit Remmers Kiesol haben wir dann Abstand davon genommen).

Den alten Putz im Keller haben wir entfernt, das Mauerwerk wurde von einer Fa. für Trockenlegung sandgestrahlt. Im Waschhausteil wurde durch die Baufirma ein Sanierputz aufgebracht (dieser ist im unteren Bereich sichtbar feucht).

Für den großen Kellerteil haben wir entschieden, dass Mauerwerk erst einmal offen stehen zu lassen, damit es abtrocknen kann. Austretende Salze vor allem im unteren Meter haben wir wiederholt abgekehrt und entfernt. Jedoch ist dieser Vorgang bis heute nicht zum Stehen gekommen und aus unserer Sicht ist sicher auch kondensierendes Tauwasser im unteren Bereich der Wand ursächlich. Andererseits denken wir, dass aufgrund der fehlenden oder nicht mehr durchgängig funktionierenden Horizontalsperre Feuchtigkeit kapillar aufsteigt. Dies ist insbesondere in den unteren beiden Ziegelreihen erkennbar (vermutlich unterhalb der alten Horizontalsperre). Aufgrund der austretenden Salze und dem scheinbaren Substanzverlust am Ziegel haben wir Sorgen, dass das Mauerwerk zerstört wird. Unsere bisher geplante weitere Vorgehensweise war:

Wir sind uns aber nicht sicher, ob dies sinnvoll bzw. erforderlich und wirksam ist (wir müssten sicher bis unter der Kellerbodenplatte sperren, da sonst die untere Ziegelreihe unterhalb der vorhandenen Horizontalsperre feucht bleibt). Zudem sind wir unsicher bezüglich des zu wählenden Materials, da wir uns nicht das Mauerwerk schädigen oder die Standfestigkeit gefährden wollen. Den Putz wollen wir auf jeden Fall aufbringen, um die Fugen zu schließen und das Absanden des Mauerwerkes zu stoppen bzw. im Teil der Aussalzung diese in den Opferputz zu verlagern.

Aufgrund der Unsicherheit bzgl. vertrauenswürdiger Fachfirmen haben wir bisher keine Fa. kontaktiert bzw. liegen uns auch keine Laboruntersuchungen hinsichtlich Salzen oder auch Feuchtemessungen vor.
Können Sie uns freundlicherweise eine Ausführungsempfehlung geben oder ein Angebot erstellen für

oder falls nicht, uns vertrauenswürdige Fachfirmen/Verfahren benennen? Gerne senden wir Ihnen auch aussagekräftige Fotos zu.

Wir danken Ihnen für jegliche Bemühungen sehr im Voraus und hoffen auf eine Antwort!

Antwort:
Ich kenne Ihr Problem, das habe alle (bzw. fasst alle) Hauseigentümer in Ihrer Siedlung.

Das Vertikalverfahren ist in Ordnung.

Im Beitrag Die Kellertrockenlegung und die Mauertrockenlegung wird im Bild 6 auf das Problem der Absenkung des Fußbodens im Keller eingegangen.
Das Mauerwerk unterhalb der Bodenplatte ist stark mit Mauersalze durchsetzt. Oberhalb gerade am Eingang und an einigen Ecken ist ebenso eine stärkere Salzbelastung. Das Mauersalz bekommt man nicht mehr aus dieser Wandkonstruktion.

Das Problem ist der Wechsel zwischen feuchter und trockener Wand. Durch das auskristallisieren des Salzes kommt es zu Sprengwirkung in den Ziegelporen und der Ziegelstein bröckelt auseinander. Bei einem Sanierputz wird das Salz in die Poren des Putzes transportiert und kristallisiert dort aus. Dadurch werden die Ziegelsteine nicht bzw. nur noch gering geschädigt. Eine analoge Wirkung hat auch der Kalkputz. Dieser ist jedoch nicht so wirkungsvoll und hält auch nicht so lange.

Es kommt einfach darauf an, wie Sie den Keller nutzen möchten. Die Qualität eines Wohnraumes wird der Keller nicht erreichen. Als Wirtschaftsraum wird er die Anforderungen erfüllen. Natürlich kann man sehr viel Aufwand einen vollkommenen trocknen Raum bekommen. Allerdings muss man den Aufwand mit den Nutzen vergleichen.
Eine horizontale Sperre mit einer Injektion funktioniert nur bei einer trockenen Wand. Der Erfolg liegt bei etwa 80 %.
Etwas trockener wird der untere Wandabschnitt durch eine Randleistenheizung. (Die Beschreibung finden Sie im Feuchtebuch.)

Alle von Ihnen beschriebene Vorgehensweisen sind richtig. Besser kann man es unter der genannten Situation nicht machen.

Ich empfehle Ihnen, dass Sie einfach in Ihrer Siedlung bei anderen Eigentümern nachfragen, wer vor 5 - 10 Jahre oder länger, den Keller abgesenkt hat und was er gemacht hat. Sie sehen dann auch die Ergebnisse und können dann abschätzen, mit welchem Aufwand Sie Ihren Keller sanieren. Sie sehen dann auch die Arbeitsergebnisse der Ausführungsfirmen.

Eine Salzanalyse bringt nichts. Sie sehen ja die Salze. Die Bestimmung der Salzmenge ist nur sinnvoll, wenn das Salz neutralisiert werden soll.
Das Abkehren der Salze ist schon richtig, dauert aber ewig. Die höchste Konzentration an Salze befindet sich in den Maurerfugen. Die Mörtelfugen sind richtig tief auszukratzen und mit einem salzbeständigen Mörtel neue zu verfugen. Sie sollten bei Rothkegel nachfragen, z. B. der Trassmörtel ist relativ salzbeständig.

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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