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Randabschluß Dachisolierung

Anfrage vom 12.06.2010

Frage:Ich würde Sie gerne um Ihren Rat fragen für den Randabschluß unserer Dachisolierung auf der Innenseite eines alten Pfarrhauses in Südböhmen.
Beiliegend nun die Bilder von unserem Dachboden.

Bild: Ansicht des Dachbodens
Ansicht Dachboden

Bilder: Ansicht der Fußpfette
Ansicht der FußpfetteAnsicht der Fußpfette

1. Als Hintergrundinfo lege ich den Deckenquerschnitt vom 1. Stock zum 2. Stock/Dachboden bei. Die Deckenkonstruktion ist fast 1 Meter dick. Von den 138 m2 Wohnfläche im 1. Stock wurden in fast allen Zimmern eine Rigipsdecke eingezogen, mit Dampfsperre und 60 mm Isolierung darüber. Nur in der Kapelle und in einem Zimmer war es nicht möglich, weil die alte Stuckdecke bleiben musste (orange Markierungen auf dem Bild "Decke 1.St-2.St. - rote Flächen ohne Dampfsperre.JPG")

Querschnitt einer Holzbalkendecke

2. Für den Randabschluss der Dachisolierung zum Mauerwerk und Boden habe ich mal 2 Varianten skizziert. Variante A: ziemlich aufwendig aber wahrscheinlich sicherer und Variante B einfacher aber vielleicht ein Risiko der Tauwasserbildung?

Was würden Sie als Experte uns raten?
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Variante A und B
Randanschluss im Dachgeschoss Variante ARandanschluss im Dachgeschoss Variante B

Antwort: Das Problem ist der Zwischenraum. Von der Sache muss keine Dämmung in die Decke. Sicherlich wird diese nur zum Entdröhnen (Schallschutz) eingelegt. Das Dach wird ja ausreichend gedämmt. Hier noch eine Anmerkung: Bei einer Hinterlüftung muss die Luft auch durchströmen können, also von der Traufe bis zum First. Die Fußschwelle liegt fest auf, sodass ich hier im Bild keine Öffnungen (Fugen) erkennen kann. Dazu bitte im Buch feuchteadaptive Dampfbremse lesen.
Da der Dachraum auch als Wohnraum genutzt wird, gibt es kaum einen Temperaturunterschied zwischen der Etage und dem Dachgeschoss. Damit entfällt die Gefahr der Tauwasserbildung im Deckenbereich. Allerdings wird die Luft in diesem Zwischenraum durch die Dampfbremse, die nicht durchgängig ist und der OSB eingeschlossen. Ein Luftaustausch und Feuchteaustausch ist so nicht möglich. Problem ist, wenn an einer Stelle Feuchte eindringt, dann kann diese nicht wieder weg. Holzkonstruktionen sind so geschaffen, dass Sie immer mit Luft umspült werden sollten. Stehende Luft kann ungünstig sein.
Wenn der gesamte Dachboden ausgebaut wird, ist eine Dampfbremse an der Unterseite der Decken nicht erforderlich. Die Dampfbremse hat auch die Funktion der Winddichtheit. Kommt es sonst auf der gesamten Fläche zum Luft- und Feuchteaustausch, so konzentriert sie dieser Austausch bei einer Sperre auf kleine Öffnungen (Fugen). Die Variante A der Fugenanbindung ist die bessere Lösung. Ich denke, bei dieser Konstruktion ist diese jedoch kaum ausführbar, da die Fugen zwischen Fußpfette und jeder Deckenbalken fugendicht anzubinden sind. Bei Variante B liegt zwar keine Dampfdichtheit vor, aber eine Winddichtheit, also keine Fugen, wo unkontrolliert viel Luft entweichen kann und es lokal zu einer Durchfeuchtung kommt. Die Folie sollte wenigstens bis hinter der Abseitwand auf der OSB-Platte aufliegen. Die Anpressung erfolgt dann durch den Dämmstreifen der UD-Profile der kleinen Ständerwand. Ich denke so kann wenigsten noch ein kleiner Luftaustausch zwischen dem Hohlraum der Decke und außen über die Fugen der Fußpfette erfolgen. Die warme Luft im Dachboden kann auch nicht eindringen. Es erfolgt weitest gehen nur eine Diffusion. Über das Laminat und die OSB-Platte sicherlich gering.

Konstruktiv ist es nicht exakt lösbar. Aber ich denke mit der Variante B dürften die wenigsten Schäden zu erwarten sein. Ich habe in das Bild noch Ergänzungen eingefügt.

Lösungsmöglichkeit des Anschlusses der Dampfbremse an der Fußpfette

Bücher von Peter Rauch

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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