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Sparrendämmung oder Vollsparrendämmung

Anfrage vom 29.11.2010

Frage: Ich habe Ihre CD zum Dachgeschossausbau erworben, um mit diesem Ratgeber nun in unserem neu gebauten EFH im DG den Innenausbau vornehmen zu können. Trotzdem habe ich eine Anfrage an Sie, mit der Bitte Ihre Meinung zu äußern.

Das Dach des EFH ist mit einer Unterspannbahn mit einer Wasserdampfdurchlässigkeit von 0,03 m versehen. Das Sparrenmaß beträgt 8/20 cm. Eine hinterlüftete Zwischensparrendämmung mit 18 cm Dämmstoffhöhe (Mineralwolle WLG 35) war ursprünglich vorgesehen. Im Dach sind mehrere Dachflächenfenster einschließlich der notwendigen Lüftungsziegel verbaut. Von der Mineralwolle sind wir nun abgekommen und haben die folgenden beiden Varianten in der Diskussion.

Variante A:
Unterspannbahn (Sd=0,03 m)
Vollsparrendämmung aus Hanfmatten (20 cm)
Dampfbremse (feuchteadaptiv oder Sd >100 ?)
3 cm gedämmte Installationsebene
Gipskartonplatte bzw. Profilholz

Variante B:
Unterspannbahn (Sd=0,03 m)
Sparrendämmung aus Hanfmatten (18 cm)
Dampfbremse (feuchteadaptiv oder Sd >100 ?)
3 cm gedämmte Installationsebene
Gipskartonplatte bzw. Profilholz

Nun wäre ich für einen kurzen Kommentar zu den beiden Varianten auch bezüglich der dafür notwendigen Dampfbremsen Ihrerseits sehr dankbar.

Antwort: Die Dämmung mit Hanfmatten ist ein relativ neues Verfahren. Wie sich hier langzeitlich die Konstruktion verhält, ist mir nicht bekannt. Heute baut man nach Systemen. Das heißt, Dämmung, Dampfbremse, Fugendichtband und Klebeband von einem Hersteller. Die Anbieter haben dies in der Regel auf ihre Funktionsfähigkeit getestet.
Aus meinen Erfahrungen ist eine Hinterlüftung günstiger, da so eventuell anfallendes Tauwasser aus der Dämmung leichter entweichen kann. Ich kann mir bei den Hanfmatten vorstellen, dass diese nicht so dicht an den Sparren anliegen, wie bei einer Mineralwolle. Es können hier eventuell kleine Fugen entstehen. Es erfordert eine genaue Arbeitsweise. Eventuell sollte unter den Sparren noch einmal eine dünne Platte quer angebracht werden. Damit werden die kleinen Fugen überdeckt. (Bild im Buch).
Hanf hat gegenüber Mineralwolle ein besseres Wärmespeichervermögen. Das ist gerade im Sommer wichtig. Es wird die starke Erwärmung am Tag besser gedämpft. Ich denke thermisch ist Hanf eine bessere Lösung.

Die feuchteadaptive Dampfbremse ist eine Entwicklung für die Vollsparrendämmung. Da aber über die Jahre eine Verschmutzung der Folie durch Feinstaub auftritt, denke ich, dass hier eine Funktionseinschränkung erfolgt. Eine Dampfbremsfolie ist hier schon günstiger. Fragen Sie bitte beim Anbieter der Hanfwolle nach, welche Dampfbremse zum System gehört.

Bücher von Peter Rauch

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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