ib-rauch.de

Altbausanierung | FeuchteschutzBaubiologie | KonstruktionBauchemieBaustoffeAltbausanierung - BücherBaublogImpressum

Bauphysik - nachträgliche Wärmedämmung und Wärmespeicherung

Anfrage vom 08.05.2005

Frage: Mit großem Interesse habe ich ihre Beiträge in der Rubrik Bauphysik gelesen. Auch bei mir steht in der nächsten Zeit die Sanierung eines Altbaus an. Dazu habe ich mich in der vergangenen Zeit vor allem mit der Speicherwirkung von Massivwänden beschäftigt. Ihre veröffentlichten Artikel und Messungen waren mir dabei eine sehr große Hilfe. Auch mit den Beiträgen anderer Fachleute habe ich mich natürlich auseinander gesetzt. Leider hielten diese oft einer genaueren Betrachtung und schon überschlägigen Rechnungen nicht stand, da große Fehler maßgeblich in der Vernachlässigung vermeintlich unbedeutender Faktoren gemacht wurden. Nicht so bei Ihnen. In Fällen, wo Interpretation zulässig wird, haben Sie die Zahlen weitgehend für sich sprechen lassen. So arbeiten seriöse Akademiker! Dafür vielen Dank! Schade, dass nicht alle so sind und es schwierig ist und lange dauert, Fehler bzw Fehlinterpretationen aufzudecken.

Antwort: Recht vielen Dank für Ihre netten Zeilen. Es bestätigt doch, dass ich den richtigen Inhalt auf meine Webseite darstelle. Es gibt auch vereinzelt Kritiker. Aber wenn man offenen Augen über Baustellen bzw. Objekte geht und die Mieter fragt, so kommen ganz andere Werte heraus, als die durch gesetzliche Rahmen auferlegten Verordnungen. Die vordergründig bestimmte Industriezweige begünstigen.
Die energetische Messung an den Wänden ist ungemein kompliziert. Allein die Temperaturerfassung an einer Wandoberfläche an einer Südseite, da ergibt sich bei der Messung mit einem Kontakt- und einem IR-Thermometer bereits eine große Differenz. Bis auf die Messungen in der Schweiz in den 50er Jahren denke ich sind die anderen Messungen nicht exakt. Die Werte, die ich in der unteren Etage bei den 60-cm-Lehmwänden ermittelt hatte, sind etwas günstiger, als bei dem "ungünstigen" Wandaufbau mit 27-cm-Ziegel und Putz und der geringen Innendämmung. Eine Messreihe kostet sehr viel Zeit. Dafür gibt es gut bezahlte Institute (Fraunhofer) die sich ernsthaft damit beschäftigen sollten. Die basteln aber lieber an "Energiesparhäuser" und versuchen dann den Energieverbrauch in die gewollte Richtung zu beugen. Man erreicht sehr schnell ein Optimum, da man Lüften muss und damit wird viel Wärmeenergie abgeführt. Eine hohe speicherfähig ist in diesem Fall immer eine bessere Lösung. Es gibt nur eine Größe. Die Wärmemenge, die meine Heizung verbraucht. Danach kann man die sekundären Energieverbräuche heranziehen, also für die Herstellung der raumumschließenden Flächen. Bei den vernünftig gebauten Gebäuden gibt es für eine nachträgliche Wärmedämmung keine Ökonomie. Zum Beispiel Dr. Freitag Leipzig und Prof. C. Meier Nürnberg, mit unterschiedlichen Ansätzen aber etwa gleichem Ergebnis. Allerdings und da unterscheide ich mich von Konrad (Fischer) lehne ich eine Dämmung nicht generell ab. An einer abkühlenden Wandfläche (Giebel, Nordseite, Konstruktionen, wo eine Düseneffekt an einer Giebelwand zwischen zwei Gebäude auftritt u. ä.) sollte doch eine hinterlüfte Fassade angebracht werden, wenn es organisatorisch nicht anders zu lösen ist. Zum Beispiel Anordnung von Räumen, die eine geringere Raumtemperatur bedürfen. Einige Baubiologen (Architekten) kennen das Problem, viel Sonne nutzen und große Wärmespeicherung im Rauminneren.
Hier noch einen Link zu Paul Bossert www.energieforum.net (Meine Meinung stimmt nicht ganz 100%ig überein, aber die richtige Richtung.)

Hier noch einmal die beiden Versuche:
Versuch Solarpeicherung am Außenmauerwerk
Versuch 2 Solarpeicherung am Außenmauerwerk

Bücher von Peter Rauch

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

Peter Rauch auf Google+ Peter Rauch auf Facebook Peter Rauch auf Twitter Peter Rauch auf Autorenseite Amazon.de



 ©  Altbausanierung | Bücher für BauherrnDownload | Baulexikon | Impressum   2/2007