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Kostenübernahme für eine kaputte Wohnungseingangstür

Anfrage vom 25.09.2014

Frage:
Ich würde gern in folgender Angelegenheit um Ihren Ratschlag bitten, selbstverständlich auch gegen Beratungshonorar. Ich bin Eigentümer einer Wohnung in Leipzig. Das Haus ist denkmalgeschützt. Die Polizei hat bei einem Polizeieinsatz versehentlich die Wohnungseingangstür der Wohnung Nr.10 eingeschlagen und schwer beschädigt.

Diese Tür wurde im Jahr 1996 eingebaut.
Die neue Tür kostet neu 1725 Euro. Die Polizei will für den von Ihr angerichteten Schaden nur 862 Euro netto bezahlen, da die zuständige Abteilung der Polizei davon ausgeht, dass Wohnungseingangstüren nur eine Nutzungsdauer von 30 Jahren haben. Können Sie mir helfen und eine Information geben, wie hoch die Nutzungsdauer einer Wohnungseingangstür veranschlagt werden kann.

Antwort:
Den Sachverhalt kann ich nicht vollständig beantworten. Dies ist sicherlich eine Sache für Ihren Anwalt. Tritt ein Schaden auf, so bezahlt die Gebäudeversicherung die Wiederherstellung, also den Istzustand. Kein Luxus aber auch nicht einen niedrigeren Zustand. Der öffentliche Dienst ist auch versichert, wenn Schäden auftreten. Bekannt ist, dass diese Versicherung möglichst nichts bezahlt.

Den Sachverhalt müsste ich mit einem Beispiel erläutern.
Bei einem größeren Leitungswasserschaden im Bad muss der Fußboden der Holzbalkendecke geöffnet, wenn man einschätzt, dass die Trocknung nicht ausreicht. Bei der Reparatur werden nicht nur die einzelnen Bodenfliesen ausgetauscht. Dies ist nur möglich, wenn diese Fliesen noch vorrätig sind oder diese im Handel gibt. Es geht nicht, dass bei einem Teil des Fußbodens das Format und die Fliesenfarbe anders ist. Die Kosten für die Reparatur sollen natürlich so gering wie möglich sein.

In Ihrem Fall würde damit nur eine halbe Tür oder vollkommen andere eingebaut werden können, welche nicht zu den anderen Wohnungstüren im Treppenhaus passt. Die Preise für Bauleistungen und Bauprodukte sind in der Zwischenzeit angestiegen. Übrigens, Sie brauchen ja keine neue Tür, sondern eine, die die Polizei kaputtgemacht hat. Es muss der vorherige Zustand hergestellt werden.

Vielleicht findet sich auch ein Tischler (in Leipzig gibt es Türtischler) welcher die Tür wieder in den optischen und funktionalen Zustand versetzen kann. Es kann ja nicht irgendeine Tür eingebaut werden, sondern diese muss die Anforderungen des Denkmalschutzes erfüllen.

Die Polizei hat eine entsprechende Versicherung. Stellt diese den ursprünglichen Zustand nicht wieder her, so ist die Wohnung nicht vermietbar. Der Mietausfall ist dann in Rechnung zu stellen. Sprechen Sie daher mit Ihrer Gebäudeversicherung, wie sie die Situation sehen.

Frage:
Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihre Information.
Gestatten Sie mir bitte eine letzte Frage.
Welche Nutzungsdauer kann man bei Wohnungseingangstüren festlegen. In Ihrer Internetinformation gehen Sie bei Innentüren von 60 bis 80 Jahren aus. Die deutsche Polizei geht bei ihren Kalkulationen von 30 Jahren Nutzungsdauer bei Wohnungseingangstüren aus.

Antwort:
Die der Wohnungstür gehört zum Gesamtbild des Treppenhauses. Man darf in diesem Fall nicht nur die eine Tür betrachten. Mit einer neuen Tür, die dann auch noch anders aussieht, ist das Problem nicht gelöst. Sie sollten daher einen Spezialisten, einen Gutachter für Tischlerarbeiten hinzuziehen. Bitte über die IHK Leipzig beim Gutachterausschuss nachfragen.

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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