Meist noch Ständerbauten mit über alle Geschosse reichenden Ständern; weite Ständerstellungen; oft unregelmäßige Horizontalaussteifungen mit Schwertungen und Bändern.
Wechsel vom Ständerbau zum Stockwerksrähmbau; oft zwei Geschosse mit durchgehenden Ständern, darüber ein Geschoss mit Stockwerksrahmen. Im Süden Deutschlands nach 1400 meist schon durchgehender Schwellenkranz.
Übergang von mittelalterlichem Fachwerk, das heißt, Aufgabe der Einzelverstrebung zugunsten der Bundverstrebung; wandhohe Verstrebungsformen.
1556 wurde beim Melsunger Rathaus erstmals die (voll-endete, Mannform als Strebenfigur verwendet. Insgesamt wurden die Blattverbindungen weitgehend aufgegeben und von Zapfen abgelöst. Die konstruktive Entwicklung des Fachwerks waren 1600 abgeschlossen.
Herausragende Entwicklung des Schmucks durch schmückende Hölzer, Well- oder Schweifgiebel, Schnitzwerk und farbige Fassungen; im Klassizismus schnelle Zurücknahme des Schmucks, nur noch geringe oder keine Stockwerksauskragungen und Streben von Schwelle zu Rähm.

Quelle: Manfred Gerner; Historische Häuser erhalten und instandsetzen, Augustus Verlag, 2. Aufl. 1990 S.108
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