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Der deutscher Fachwerkbau

Typisch für den Gebäudebau vieler Jahrhunderte in Deutschland ist der Fachwerkbau. Diese sehr schönen Gebäude stehen noch in vielen Städten und Dörfern. Im ersten Bild ein Fachwerkhaus am Markt in Merseburg.
Fachwerk am Markt in Merseburg

Sehr schönen Fachwerkgebäuden in Straßburg. Diese Gebäude sind mehrere Hundert Jahre alt.
Fachwerkbau in Straßburg Fachwerkbau in Straßburg

Fachwerkhäuser in Wernigerode im Harz
Fachwerkhäuser in Wernigerode

Bauhistorische Entwicklung des niederdeutschen, mitteldeutschen und oberdeutschen Fachwerkbau

Bis 1320 Mittelalter (Gotik)

In dieser Zeit erfolgte meisten noch ein Ständerbau mit über alle Geschosse reichenden Ständern und einer weiten Ständerstellungen. Die Horizontalaussteifungen erfolgte oft unregelmäßige mit Schwertungen und Bändern.
Beispiel: Mitteldeutsches Fachwerk, ein Ständerbau über drei Geschosse in Marburg das Schäfersche Haus.

Mitteldeutsches Fachwerk 1320

1320-1470 Mittelalter (Gotik)

Die Bauweise wechselte vom Ständerbau zum Stockwerksrähmbau. Bei dieser Bauweise wurden oft zwei Geschosse mit durchgehenden Ständern errichtet und darüber hat das Geschoss einen Stockwerksrahmen. Im Süden von Deutschland wurden nach 1400 die Fachwerkbauten meist schon mit durchgehendem Schwellenkranz errichtet.
Beispiel: Die Fachwerkkonstruktion der Küsterhauses in Bad Hersfeld (1452) besteht aus Ständer über zwei Geschosse mit Andreaskreuz und Rauten.

Fachwerkkonstruktion der Küsterhauses

1470 - 1550 Übergangszeit (Gotik)

In dieser Zeit erfolgte ein Übergang vom mittelalterlichen Fachwerk. Die Einzelverstrebung wurde zugunsten der Bundverstrebung abgelöst und es erfolgte die Bauweise einer wandhohen Verstrebungsformen.
Beispiel: Bundverstrebung in der Übergangszeit in Büdingen, Schlossgasse 11, noch Reste der Einzelverstrebung. Bundverstrebung in der Übergangszeit in Büdingen, Fachwerkhaus

Bild Fachwerk 1470-1550 Übergangszeit/Gotik

1550 - 1650 Neuzeit/Renaissance

Im Jahre 1556 wurde beim Melsunger Rathaus erstmals die vollendete, Mannform als Strebenfigur verwendet. Insgesamt wurden die Blattverbindungen weitgehend aufgegeben und von der Zapfenverbindung abgelöst. Diese konstruktiven Entwicklungen des Fachwerkbaus waren 1600 abgeschlossen.
Beispiel: Bei dem Weingärtnerhaus (um 1590) in Strümpelbach erfolgte eine weitgehende Verwendung der mitteldeutschen Gefügeelemente bei Fachwerkbau.

weitgehende Verwendnung der mitteldeutschen Gefügeelemente beim Fachwerkbau

1650 - 1800 Neuzeit Beharrungszeit Barock, Klassizismus

In dieser Epoche erfolgte eine herausragende Entwicklung des Schmucks durch schmückende Hölzer, Well- oder Schweifgiebel, Schnitzwerk und farbige Fassungen an der Fachwerkfassade. Im Klassizismus erfolgte eine schnelle Zurücknahme des Schmucks. Es erfolgte nur noch eine geringe oder keine Stockwerksauskragung und Streben von Schwelle und Rähm.

In den nachfolgenden beiden Videos werden historische Fachwerkbauten in den beiden Städten Quedlinburg und Wernigerode gezeigt.



Fachwerkkonstruktionen - Einführung in die Sanierung vom Fachwerkbau

Quelle: Manfred Gerner; Historische Häuser erhalten und instandsetzen, Augustus Verlag, 2. Aufl. 1990 S.108

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