Ingenieurbüro Arbeitsgestaltung und Baubiologie Peter Rauch

Deutscher Fachwerkbau

Kleine Übersicht zu niederdeutsches, mitteldeutsches und oberdeutsches Fachwerk

Bis 1320 Mittelalter/Gotik

Meist noch Ständerbauten mit über alle Geschosse reichenden Ständern; weite Ständerstellungen; oft unregelmäßige Horizontalaussteifungen mit Schwertungen und Bändern.

Bild Fachwerk bis 1320 Mittelalter/Gotik

1320-1470 Mittelalter/Gotik

Wechsel vom Ständerbau zum Stockwerksrähmbau; oft zwei Geschosse mit durchgehenden Ständern, darüber ein Geschoss mit Stockwerksrahmen. Im Süden Deutschlands nach 1400 meist schon durchgehender Schwellenkranz.

Bild Fachwerk 1320-1470 Mittelalter/Gotik

1470 - 1550 Übergangszeit/Gotik

Übergang von mittelalterlichem Fachwerk, das heißt, Aufgabe der Einzelverstrebung zugunsten der Bundverstrebung; wandhohe Verstrebungsformen.

Bild Fachwerk 1470-1550 Übergangszeit/Gotik

1550 - 1650 Neuzeit/Renaissance

1556 wurde beim Melsunger Rathaus erstmals die (voll-endete, Mannform als Strebenfigur verwendet. Insgesamt wurden die Blattverbindungen weitgehend aufgegeben und von Zapfen abgelöst. Die konstruktive Entwicklung des Fachwerks waren 1600 abgeschlossen.

Bild Fachwerk 1550-1650 Neuzeit/Renaissance

1650 - 1800 Neuzeit Beharrungszeit Barock, Klassizismus

Herausragende Entwicklung des Schmucks durch schmückende Hölzer, Well- oder Schweifgiebel, Schnitzwerk und farbige Fassungen; im Klassizismus schnelle Zurücknahme des Schmucks, nur noch geringe oder keine Stockwerksauskragungen und Streben von Schwelle zu Rähm.

Bild Fachwerk 1650-1800 Neuzeit Beharrungszeit Barock, Klassizismus


Fachwerkkonstruktionen - kurze Einleitung zur Altbausanierung

Quelle: Manfred Gerner; Historische Häuser erhalten und instandsetzen, Augustus Verlag, 2. Aufl. 1990 S.108

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