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Geeignete Bodenbeläge für die Terrasse

Die Terrasse im Garten ist nicht mehr so schön, die alte Oberfläche ist dahin und es muss ein neuer Untergrund verlegt werden... Schon fängt das Grübeln an: Welcher Bodenbelag ist der beste, welcher hält am nachhaltigsten und kann selbst längerem Frost unbeschadet die Stirn bieten? Welche Bodenplatte ist dick genug, ist der Untergrund überhaupt geeignet und aus welchem Material sollte die Steinplatte oder Steinfliese denn überhaupt bestehen und in welcher Größe sollte man sie auswählen und verlegen?

Fragen über Fragen, die sich jeder Heimwerker, Profi und Eigentümer stellt, wenn es daran geht, der Terrasse ein neues Outfit zu verpassen, oder auch eine komplett neue Terrasse bauen und gestalten zu wollen.

Für draußen grundsätzlich Frost- und Witterungsbeständig

Das oberste Gebot für die Wahl der richtigen Steinfliese, ist dass diese unbedingt Frost- und Witterungsbeständig sein muss. Ist das nicht der Fall, kann schon nur ein leichter Frost je nach Zeitraum des Temperaturabfalles eine Steinfliese brechen lassen. Sprünge und Brüche von Steinfliesen und Bodenplatten sind die Folge und das sieht nicht nur schlecht aus, sondern verbirgt auch so einige Gefahren. Das Splittern an den Bruchkanten oder auch die Stolpergefahr durch die Unebenheiten können dafür sorgen, dass man sich verletzt. Besonders Kleinkinder und auch Haustiere wie Hunde und Katzen können sich an den scharfen kanten unter Umständen sehr leicht verletzen. Bei der Auswahl sollte also absolut zunächst eine witterungsbeständige Terrassenfliese berücksichtigt werden, bevor man zum Design und zur Oberflächenstruktur der Bodenplatte übergeht.

Bodenfliesen in Vinnitsa
Beispiel von einem Neubau (ca. 1 bis 2 Jahre alt) in Vinnitsa 2010 (Ukraine). Es wurden für den Hauseingang keine frostbeständigen Fliesen verwendet.

Struktur und Beschaffenheit

Die Oberfläche einer Bodenplatte für die Terrasse ist ebenso wichtig, wie die Farbe und die Verarbeitung der einzelnen Bodenplatten. Qualität sollte hier auf jeden Fall immer vor Preis stehen, denn einmal verlegt, sollen diese Platten schließlich möglichst lange halten und ihre Dienste tun. Robustheit, Stärke, Stabilität und Widerstandskraft, sind hier von großer Bedeutung. Die Rutschhemmung bei Nässe wie Regen, Nebel, Frost, Schnee und Eis, sollte der Stein und somit seine Oberfläche an sich, in jedem Fall hergeben könne.

Zwar besteht keine Garantie dafür, dass man bei Nässe und Feuchtigkeit nicht doch zum Rutschen kommt, doch wenn die Oberfläche glatt und ohne Struktur ist, ist das Rutschpotenzial umso wahrscheinlicher und somit auch die Unfallgefahr. Also, Struktur ist alles und sieht zudem auch noch wesentlich schöner und vor allem natürlicher aus. Schließlich sollte sich jede angelegte Terrasse im Außenbereich wie im Garten und auch in Parks, wie selbstverständlich an ihre Umgebung optisch anpassen können. So kann sie wunderbar im Einklang mit der Natur eingebettet und eingegliedert werden. Sie fällt durch ihre Schlichtheit und Zweckmäßigkeit auf und so sollte es auch sein.

Terrasse auf Dach
Beispiel eine Terrasse auf dem Hausdach in Tunesien am Mittelmeer. Hier spielt die Frostbeständigkeit eine untergeordnete Rolle. Die Bodenfliesen müssen jedoch salzbeständig gegenüber der salzhaltigen Meeresluft/Regen sein.

Stärke und Optik

Hierfür eigenen sich besonders sogenannte "Outdoor-Fliesen" mit einer Stärke von rund zwei Zentimetern und mehr. Beispielsweise werden sehr gerne trittfeste Bodenfliesen im Farbspektrum Graphite verwendet, die nur matt strukturiert sind und rektifiziet frostbeständig sind. Aber auch etwas glattere Modelle von Villeroy und Boch beispielsweise in den Maßen 60 x 60 Zentimeter, reliefiert R11 kalibriert und ebenfalls frostbeständig, tun ihre Dienste als Terrassen-Bodenfliese durchaus. Die Vielfalt der Farbnuancen und Schattierungen der Oberflächen ist bei diesen und anderen Bodenfliesen schier unergründlich.

Von hellem Beige, über sattem Braun,bis hin zu grau und schwarz. Dank der Vielfalt der unterschiedlichen Materialien der einzelnen Naturstein-Produkte beispielsweise, sind auch der Auswahl der verschiedenen Farbschattierungen, die größtenteils auf ganz natürliche Art und Weise von der Natur gegeben entstehen, möglich. Einzig die Dicke und die Struktur lassen sich je nach Bedarf bestimmen und auch die Größen der jeweiligen Fliesen.

Die Formate sind von 40 x 120 Zentimeter, über 30 x 120, 45 x 90, 60 x 120, und schließlich 90 x 90 und natürlich dem Standardmaß 60 x 60 Zentimeter erhältlich. Bei den sogenannte XXL-Bodenfliesen, die mit den Maßen 40 x 120 Zentimeter oder ähnlich daher kommen, sollte man beim Verlegen dieser Bodenplatten bestimmte Kriterien einhalten, ansonsten brechen sie oder sind schlicht weg einfach nicht für den vorliegenden Untergrund geeignet. Große Fliesen sind zwar besonders bei großen Flächen praktisch, da man mit einem Schlag und einer Platte gleich eine relativ große Fläche bedecken kann, doch man muss auch bedenken, dass der Transport dieser Bodenplatten nicht wirklich einfach ist. Nicht nur das Eigengewicht an sich jeder Fliese ist enorm. Will man einige Quadratmeter von diesen Fliesen transportieren, muss ein fahrbarer Untersatz für den Transport geordert werden, der auch dieses Ladegewicht ohne Weiteres transportieren darf, ohne dass die Achse des Fahrzeugs gleich den Geist aufgibt.

Das Verlegen muss gekonnt sein

Beim Verlegen unterschiedlicher Steinplatten, Formen, Durchmesser und Oberflächenstrukturen, finden auch diverse Techniken Anwendung. So gibt es die Möglichkeit, dass die Steinplatten auf Stelzen aus Kunststoff verlegt werden. Sie heben die eigentliche Steinplatte vom Boden in beliebiger Höhe ab und so können Unebenheiten des Bodens wunderbar ausgeglichen werden und das Oberflächenwasser findet durch die Fugen direkt den Weg in den Untergrund. Das Verlegen mit Sandsäcken etwa, dient der direkten Verbindung zur Bodenplatte, um Schäden durch Frost zu vermeiden. Auch hier kann das Oberflächenwasser durch die jeweiligen Fugen sehr gut und prompt abfließen, ohne zu stauen. Die gängigste Methode des Verlegens ist allerdings die Anwendung von Kleberbettverfahren auf Estrich. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, dass das Verlegen von Terrassenbodenplatten den Profihänden überlasen werden sollte. Denn liegen die Platten erst einmal, ist es nur sehr schwer und auch kostspielig diverse Schönheitsfehler oder auch fatale Fehler im späteren Nachgang wieder zu korrigieren und auszugleichen.

Feinsteinzeug: Eine feine Sache

Nach wie vor das beliebteste Material für Terrassenböden ist Feinsteinzeug. Es sieht nicht nur sehr schön und natürlich aus, sondern ist zudem äußerst robust, widerstandsfähig und vor allem frostbeständig, kratzfest, bruchfest, form- und lichtbeständig und absolut rutschfest. Die Reinigung dieser Steinplatten ist sehr einfach und selbst hartnäckige Flecken lassen sich gut entfernen. Das einzige was auch diesem Naturstein zu schaffen machen kann, ist Säure. Auch das Heruntertropfen von Zitronensäure beim Grillen beispielsweise kann ärgerliche Flecken auf der Steinplatte hinterlassen, die, wenn man ein wenig Vorsicht walten lässt, völlig unnötig sind.


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