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Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.
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  • Ein Balkon für die Wohnung und die Balkonsanierung

    Erstellt von retep11 am Sonntag 29. September 2019

    In Deutschland werden Wohnungen mit Balkon immer beliebter. Wohnungen ohne Balkon lassen sich viel schlechter vermieten. In der Ukraine gehört ein Balkon zur Wohnung wie die Gabel zum Messer. Eine Wohnung ohne Balkon gibt es so gut wie nicht. Allerdings haben dort die Balkone überwiegend eine andere Funktion als in Deutschland. Dienen die Balkone in Deutschland vorwiegend als Ersatz für eine Terrasse und den fehlenden Garten. Er dient zum Aufenthalt im Freien, um bei Sonnenschein eine Tasse Kaffee und die Natur zu genießen. Er hat aber auch eine wirtschaftliche Bedeutung, z. B. für Wäsche trocknen. Daher sollte der Balkon eine Mindestgröße haben und nicht kleiner als 2 m breit und 1 m tief sein, da sonst eine zweckmäßige Nutzung kaum möglich ist.

    Welche Anforderungen werden an ein Balkone gestellt?

    Einzelbalkons oder ein Balkonstreifen haben, neben einer architektonischen Gestaltung der Gebäude, in erster Linie eine Funktion zu erfüllen.

    • Balkons vor Küchen dienen als zusätzliche Wirtschaftsfläche zum Abstellen von Geräten und zur Aufbewahrung von Lebensmitteln in der kühleren Jahreszeit.
    • Balkone vor Schlafräumen dienen zur Lüftung und Trocknung von Kleidung oder der Bettwäsche. Die Balkonumfassungen können wegen der gewünschten Lüftung offen gestaltet sein.
    • Dienen Balkons zur Erholung, so sollten diese eine südliche Ausrichtung haben. Die Balkonumfassungen sind mit einem gewissen Sichtschutz zu versehen.

    Die Höhe der Balkongeländer beträgt > 90 cm und bei Häusern über 22 m ist wegen des Schwindelgefühls eine Höhe von > 1,20 m einzuhalten.

    Planung eines Balkons

    Es ist aber immer wieder verwunderlich, an welcher Außenseite des Gebäudes der Planer ein Balkon anordnet. Bei Mehrfamilienhäusern in einer Stadt können nicht immer optimale Lösungen geplant werden, da dies auch von der Lage des Grundstücks abhängt. Aber was soll ein Balkon zur Erholung auf der Nordseite mit Straßenansicht?

    Noch weniger wirtschaftlich und konstruktiv sinnvoll sind mehrere Balkone bei einem Einfamilienhaus. Nur, dass man am Morgen aus dem Schlafzimmer tritt, die Morgenluft auf der Westseite einatmet und die Straße sieht. Architektonisch sehr chic aber nutzlos, teuer und verschenkte Wohnfläche.

    Jeder Balkon verdreckt durch Staub, Blätter der Bäume uns. Er ist einer starken Belastung durch das Wetter ausgesetzt. Es entsteht ein hoher ständiger Pflegeaufwand und je nach Art der Balkonfläche ist eine Balkonsanierung erforderlich. Bei der Planung eines Bades wird sehr viel Wert gelegt. Ein Balkon gehört ebenso zur Wohnung und bestimmt den Wohnwert und letzten Endes auch die Zufriedenheit der Bewohner.

    Bei einem Einfamilienhaus ist eine richtig angelegte Terrasse sehr sinnvoll, da sie viele Funktionen erfüllt. Sollte eine Terrasse nicht angelegt werden können, dann ist in der Regel ein Balkon ausreichend. Mehrere Balkone sind von der Nutzung und dem Pflegeaufwand nicht sinnvoll und dienen eher dem architektonischen Gesamteindruck. Diese Wohn- bzw. Wirtschaftsfläche im Freien sollte so geplant werden, dass eine optimale Nutzung gegeben ist.

    Das Wetter beachten

    In Deutschland ist das Wetter sehr wechselhaft und auch im Sommer gibt es kühle Tage. Der Balkon sollte einer geringen Windlast ausgesetzt sein, bzw. es muss konstruktiv ein Windschutz vorhanden sein. Vergessen wird, dass die Windlast im Erdgeschoss oder im ersten Stockwerk wesentlich geringer ist als im 4. oder 5. Stockwerk. Die witterungsbedingte Abnutzung und die Belastung der Balkonfläche sind damit auch unterschiedlich. Hochwertige Beschichtungen der Balkon und Terrassenflächen sind teuer und nicht überall erforderlich. So wird die nördliche Fassadenfläche selten durch Niederschlag belastet und es durch den fehlenden Sonnenschein ist die thermische Spannung geringer. Kommen an der falschen Stelle geringwertige Beschichtungen zur Anwendung, so kann dies sogar teurer werden, da öfter eine Sanierung erforderlich ist.

    Weshalb erfolgt eine Balkonsanierung?

    Alle Bauteile eines Gebäudes unterliegen einer normativen Nutzungsdauer. Die vorgesehene Nutzungszeit eines Gebäudes beträgt zwischen 80 bis 100 Jahre. Bei korrekter Instandhaltung steht das Gebäude natürlich viel länger. So beträgt die Nutzungszeit abhängig von der Dacheindeckung circa 40 Jahre. Das Dach müsste nach der Fertigstellung noch ein- bis zweimal neu eingedeckt werden. Die Sanierung gilt für alle Bauteile im Gebäude und auch für den Balkon. Hier ein negatives Beispiel aus Vinnitsa. Die Balkonbeschichtung wurde nicht richtig geplant und es fehlt die wichtige Abtropfkante am Rand der Betonplatte, damit das Regenwasser nicht in die Stirnfläche eindringen kann. Es kommt zur Karbonatisierung und zur Zerstörung des Betons durch die Rostbildung des Bewehrungseisens. So eine Balkonplatte kann nicht mehr saniert werden. Sinnvoll ist eine komplette Erneuerung.

    Zerstörte Balkonplatte
    Zerstörte Balkonplatte in Vinnitsa

    Die meisten Balkons bestehen aus einer Betonplatte. Die Betonfläche muss rissfrei und ihre volle statische Tragfähigkeit besitzen. Mehr hierzu im Artikel Betonsanierung von Balkonen.
    In Einzelfällen sind die älteren Balkone zu kleine oder erfüllen die heutigen Anforderungen nicht mehr. Dann ist über eine Balkonerweiterung nachzudenken. Was bei einer Balkonerweiterung zu beachten ist, erfahren Sie hier.

    Steinteppich für den Balkon

    Eine interessante Beschichtung für den Balkon ist ein Steinteppich. Er eignet sich für einen tragfähigen und festen Untergrund, also eine Betonplatte. Damit kein Niederschlagswasser in Form von Regen oder Schnee in die tragende Konstruktion eindringt, muss sehr sorgsam gearbeitet werden. Im Innenbereich, außer beim Bad, werden nicht so hohe Anforderungen an die Dichtheit der Bodenbeschichtung gestellt.

    Ein Steinteppich wird nach folgenden Arbeitsschritten hergestellt:

    • Die Betonfläche wird gründlich von allen losen Teilen und vom Staub (mit einem Industriestaubsauger) gesäubert.
    • Anschließend wird gleichmäßig mit einer Farbwalze eine Grundierung bestehend aus zwei Komponenten auf die Bodenfläche aufgetragen. Die Grundierung dient zur Erreichung einer einwandfreie Haftung des Steinteppichs.
    • Die Grundierung muss anschließend 24 Stunden trocknen (erhärten).
    • Nach der Trocknung wird das Bindemittel aus zwei Komponenten hergestellt. Dieses Bindemittel wird mit den Steinchen aus Marmor oder Colorquarz vermischt.
    • Die Mischung aus Steinchen und Bindemittel wird auf den Boden dünn aufgetragen und mit einer Glättkelle geglättet.
    • Nach entsprechender Aushärtung kann die Balkonfläche betreten werden.

    Anfertigung eines Steinteppichs