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7. Verhaltensweise des Betons unter Einwirkung von Mikroorganismen Teil 3

  Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 1
2. Wo treten biologische Schädigungen auf?  
3. Technischer und merkantiler Minderwert 2
3.1. Allgemein 
3.2. Technischer Minderwert 
3.3. Merkantiler Minderwert 
4. Wertminderung durch biologische Schäden 4
5. Biologische Schäden an Gebäuden durch Holz zerstörende Insekten und Pilze 6
5.1. Der Baustoff Holz 8
5.2. Holz zerstörende Insekten und Pilze 
5.3. Zusammenfassung zur Biologie der Holz zerstörenden Pilze und Insekten11
5.4. Holzschutzmaßnahmen 
5.5. Schadenschwerpunkte 12
6. Schimmelpilzbildung 14
6.1. Allgemein  
6.2. Charakteristik und Lebensbedingungen der Schimmelpilze 15
6.3.Ursachen der Entstehung der Schimmelpilze in den Wohnungen 16
6.4. Schimmelpilze in Innenräume 17
6.5. Pilze als Erreger von Krankheiten bei Menschen und Tiere18
6.6. Schimmelpilze als Materialzerstörer21
6.7. Bekämpfung23
6.8. Wichtige Ursachen 24
6.9. Checkliste zur Vermeidung von Schimmelpilzentstehung 25
7. Verhaltensweise des Betons unter Einwirkung von Mikroorganismen 25
7.1. Allgemeines zur mikrobiologischen Korrosion
7.2. Die Korrosion von mineralischen Werkstoffen durch Mikroorganismen 26
7.3. Die Korrosion von Eisen durch Mikroorganismen27
7.4. Die Korrosion von polymeren Werkstoffen durch Mikroorganismen28
7.5. Die Bedeutung des pH-Wertes für die Beständigkeit des Stahlbetons 
7.6. Schlussbetrachtung 29
8. Bauphysikalische Gesichtspunkte, die für die biologische Schädigung mit verantwortlich sind. 30
8.1. Luftfeuchtigkeit 
8.2. Lüftungsaustausch36
8.3. Wärmebrücken39
9. Andere Schädlinge46

Literaturverzeichnis
Anlage 1: Ökonomische Werte
Anlage 2: Steuer- und Mietertipps
Anlage 3: Beispiele für biologische Schäden an Gebäuden

7.1. Allgemeines zur mikrobiologischen Korrosion

Es werden oft Korrosionserscheinungen festgestellt, die nicht sofort auf das Wirken von Mikroorganismen zurückzuführen sind. Bakterien, Pilze, Algen, Flechten oder Urtierchen können fast alle Naturprodukte und Industrieerzeugnisse angreifen, schädigen oder zersetzen. Die dabei gewonnene Energie wird zum Zellenaufbau benötigt, ebenso ein Teil der umgewandelten chemischen Verbindungen oder Elemente. Diese Prozesse sind aber je nach Mikrobenart sehr unterschiedlich. Es werden Holz, Zellstoff, Papier, Leder, Gummi, Textilien, Wolle, Öle, Paraffine, Wachse, Treib- und Schmierstoffe, Knochen, Glas, Steine, Baustoffe, Leime, Anstrichstoffe, Bitumen, Kunststoffe und Metalle angegriffen. Bestimmte Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, ...) siedeln sich nur an speziellen Orten an. Diese benötigen günstige Lebensbedingungen, wie einen bestimmten pH-Bereich, bestimmte Temperatur und aerobes (Luftsauerstoff atmend) oder anerobes Milieu. Sind diese Bedingungen gegeben, so kann ein bestimmter Stoff angegriffen werden, der als Lebensgrundlage dient. Donnendorf konnte in [/10/,103] folgendes feststellen: "Die Mikroorganismen können den Werkstoff direkt oder indirekt schädigen. Ein direkter Angriff erfolgt vor allem durch rein mechanische Einwirkung auf das Metall, aber auch durch Abdeckung gewisser Oberflächenbereiche und damit Bildung von Belüftungs- bzw. Konzentrationselementen. Eine indirekte Einwirkung ist durch Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte von Mikroorganismen möglich. Es können aggressive Gase, Säuren, ..." gebildet werden. Ab den 70/80iger Jahren wurde gerade dieser Korrosionserscheinung mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Es wurde das Wissenschaftsgebiet "Organismen und Werkstoff" geschaffen, welches sich mit den Erscheinungen und Problemen, die durch den Einfluss von Lebewesen auf Werkstoffe entstehen, beschäftigt.

Die mikrobiologische Industrie erlangt in der Zukunft immer mehr Bedeutung. Vorhandene Anlagen werden rekonstruiert oder erweitert. Es werden auch völlig neue Anlagen und Betriebe errichtet. Diese haben mit chemischen Anlagen darin eine gewisse Ähnlichkeit, da die für die Prozessdurchführung (Fermentation) benötigten Nährlösungen aus verschiedenen Chemikalien und Substraten (z. B. Alkanole, Molke, Sulfate, usw.) zusammengesetzt sind. Die biologischen Prozesse finden vorwiegend bei der Erzeugung von Futtereiweißstoffen, der Gewinnung oder Reinigung von Eisen, Cu, Mangan, ... aus geringwertigen Erzen, in der Lebensmittelindustrie z. B. Käserei, Brauerei ... und in der Pharmazie unter anderem die Penicillinherstellung, u.a. ihre Anwendung.

Bei der Züchtung von Mikroorganismen können durch günstigere Bedingungen auch außerhalb der Fermentationsanlagen hohe Konzentrationen an Keimen auftreten. Dabei können die Mikroorganismen in Verbindung mit Chemikalien, die zwangsläufig auftreten, Korrosionsschäden an Betonbauteilen verursachen. Solche Schäden lassen sich nicht sofort, sondern erst im Verlauf einer längeren Zeit erkennen. So wurde der Betonfußboden der Fermentationsanlage in Seelow in einem Jahr so zerstört, dass er mit einer Schutzschicht versehen werden musste. In den nachfolgenden Punkten wird auf die Korrosion durch Mikroorganismen hingewiesen. Dabei wird aber auch auf solche Werkstoffe, wie Bitumina, Anstriche-, Kunststoffe und Glas eingegangen, die im Säureschutz Anwendung finden aber durch bestimmte Mikroorganismen besiedelt sowie mikrobiologisch abgebaut werden können.

7.2. Die Korrosion von mineralischen Werkstoffen durch Mikroorganismen

Die Korrosion durch Mikroorganismen kann, ebenso wie die bisher beschriebenen Arten der Korrosion, unter verschiedenen Bedingungen verlaufen. "Kalkstein kann neben natürlich vorkommenden mineralischen Baustoffen durch Bakterien geschädigt werden. Bei dem Zweiphasenwerkstoff Beton wird sowohl der Zementstein als auch der Zuschlag, jedoch auf unterschiedliche Weise, durch die Stoffwechseltätigkeit von Mikroorganismen angegriffen. Die große innere Oberfläche des Zementsteins, die z.T. bis zu 200m2/g beträgt, macht sich in diesem Zusammenhang besonders bemerkbar." [/11/,11] Eine Art der Korrosion des Betons erfolgt durch den SO2-Gehalt der Atmosphäre oder den Sulfatgehalt des Wassers. Die organischen und anorganischen Schwefelverbindungen werden unter aneroben oder aeroben Bedingungen zur Mineralisierung zu Sulfat oder zur H2S-Bildung angeregt.

Die Korrosion durch Mikroorganismen "... geschieht vor allem durch die Tätigkeit der acidophilen Thiobacillus-Arten, die verschiedene Schwefelverbindungen zu Schwefelsäure oxidieren. Thibbacillus concretivorus entwickelt sich optimal bei pH 2 bis 4 und wächst noch bei pH 1. Durch seine starke Säurebildung vermag dieser Organismus aus Beton erstellte Abwasserleitungen, Kläranlagen, Hafenbauten, Brückenpfeiler usw. zu zerstören und dadurch große Schäden hervorzurufen. Eine ähnliche Rolle können die übrigen acidophilen Thiobacillen, wie Th. thiooxidans und Th. ferrooxidans, spielen. Sie alle bewirken auch die Korrosion von Metallen und anderen säureempfindlichen Materialien." [/12/,181]

Ebenso können durch nitrofizierende Bakterien Säuren gebildet werden. Die Schwefel- und salpetrige Säure bewirkt eine Senkung des pH-Wertes, was gleichzeitig die Ansiedlung anderer Kulturen ermöglicht.

"Ein Weg des Mineralabbaus, besonders von Beton, ist die mikrobiologische Oxidation des in der Luft und im Regenwasser vorhandenen Ammoniaks über Nitrit und Nitrat; dabei wird Kalziumkarbonat umgewandelt, das pulverförmig unter einer harten Kruste zurückbleiben kann. ... Es gibt aber auch Zerfall von Kalkstein, bei dem der pulvrige Rückstand im Zusammenhang mit mikrobiologischer Oxidation von SO2 Kalziumsulfat enthält." [/11/,12]
Solche Schäden treten dort auf, wo viel Feuchtigkeit, z. B. in Kühltürmen, Abwasserschächten und Ställen, vorkommt.

7.3. Die Korrosion von Eisen durch Mikroorganismen

"Als Weg der bakteriellen Korrosion kommen 3 Wege in Betracht. Die Kinetik von Elektroden-Reaktionen wird nach einer Theorie des Korrosionsmechanismus der Sulfatreduzierer unmittelbar durch Lebensprozesse der Bakterien beeinflusst; oder die Bakterien, beispielsweise Kohlenhydratabbauer, produzieren korrosive Substanzen wie anorganische und organische Säuren; oder Bakterien können an der Bildung von Elementen beteiligt sein, die durch unterschiedlich belüftete Bereiche zustande kommen. ... Lochfraßerscheinungen, d. h. Korrosion von Stahl an Schiffsrümpfen und Hafenbauten haben besonders an Stellen ohne Sauerstoffzutritt, wie z. B. unter Bewuchs, zu der Vermutung eines Einflusses anaerober Bakterien auf die Eisenkorrosion geführt. Versuche mit an dieser Stelle gefundenen sulfatreduzierenden Bakterien Desulfovibrio desulfuricans ergaben im Labor einen langsamen Eisenangriff." [/11/,13,12]

In einer anderen Literaturquelle wird die anerobe Korrosion wie folgt erläutert:

"Eine anerobe Korrosion wird häufig durch Sulfatreduzierer - vor allem Desulfovibrio desulfuricans - bewirkt. Der von diesen erzeugte Schwefelwasserstoff kann direkt mit Eisen reagieren. Es entstehen Korrosionszellen zwischen Eisensulfid und metallischem Eisen. Reduzierende Zonen von metallischem Eisen wirken anodisch gegenüber anderen Bereichen, die sich in Kontakt mit sauerstoffhaltigem Wasser befinden, sodass es zur Lösung des Eisens kommt." [/12/,180]

Der Bewuchs (sog. Fouling) kann für die erforderliche Herabsetzung des Redoxpotentials sorgen, in dem er eine dichte Schleimschicht auf der im Wasser befindlichen Oberfläche des Bauteils bildet.

"Durch den Abbau von Eiweißstoffen werden Ammoniak und H2S freigesetzt und es kommt zu einer starken Sauerstoffzehrung, sodass die Voraussetzung für eine Desulfurikation Sulfatreduzierer (Desulfovibrio desulfuricans) günstig sind. Die heterotrope Aufwuchsflora bewirkt aber auch direkt durch die Abgabe von CO2 und zum Teil auch von H2 eine starke Korrosion. Sie kann die von den Sulfatreduzierern verursachte Korrosion noch erheblich übertreffen (Frenzel 1966). Neben Eisen korrodieren auf diese Weise auch andere Metalle, vor allem Aluminium."[/12/,181]

Die Bakterienkultur Sorovibrio desulfuricans, die im Erdboden mit wenig gelöstem Sauerstoff vorkommen kann, kann im pH-Bereich 5,5 bis 8,5 eine abnorm hohe Korrosionsgeschwindigkeit bewirken.

"Sulfat reduzierende Bakterien reduzieren in Gegenwart von Wasserstoff oder organischen Stoffen sehr leicht anorganische Sulfate zu Sulfiden. Diesen Prozess begünstigt die Gegenwart einer Eisenoberfläche. Die Reduktion beschleunigende Wirkung des Eisens beruht wahrscheinlich darauf, dass das Eisen den Wasserstoff abgibt, der normalerweise an der Metalloberfläche adsorbiert ist, und der die Bakterien bei der Reduktion des Sulfats unterstützt. Für jedes verbrauchtes Äquivalent Wasserstoffatome geht ein Äquivalent Eisen-(II)-Ionen in Lösung und bildet Rost und FeS. Daher wirken die Bakterien wahrscheinlich hauptsächlich als Depolarisatoren. Die Reaktionsfolge kann folgendermaßen formuliert werden:

Anode:      4 Fe → 4 Fe2+ + 8e
Kathode:   8 H2O → 8 H (an Fe adsorb.) + 8 OH1- - 8e
                8 H(ad.) + Na2SO4 Bakterien → 4 H2O + Na2S
                Na2S + 2 H2CO3 → 2 NaHCO3 + H2S

Gesamtreaktion:
               4 Fe + 2 H2O + Na2SO4 + 2 H2CO3 → 3 Fe(OH)2 + FeS + 2 NaHCO3

Wie man daraus erkennt, werden Eisenhydroxid und Eisensulfid im Molverhältnis 3:1 gebildet. ... Die Analyse eines Rostes, der durch die aktive Mitwirkung der Sulfate reduzierenden Bakterien entstanden ist, zeigt annähernd das gleiche Verhältnis von Oxid und Sulfid." [/13/,99]

Die Aktivität der Bakterien kann durch Belüftung des Wassers gehemmt werden, da sie in Gegenwart von gelöstem Sauerstoff nicht lebensfähig sind. Weiterhin kann unter anderem durch anorganische Selenate die Ausbreitung dieser Bakterien gehemmt werden.

7.4. Die Korrosion von polymeren Werkstoffen durch Mikroorganismen

Selbst an Kunststoffen, Kautschuk, Anstrichstoffen und Bitumina wurden Korrosionserscheinungen festgestellt. Lindner [/14/,270] beschreibt Folgendes:
"Stockflecken am Gummi sind keine Seltenheit. An der Gummizerstörung beteiligen sich, falls etwas Feuchtigkeit vorhanden ist, vermutlich Mykobakterien, Aktinomyzeten und Schimmelpilze. Bestimmte Schwefelbakterien wandeln den im Gummi enthaltenen Schwefel in Schwefelsäure um."

Nach Zobell und Beckwith wird das Gummi hauptsächlich durch Angehörige der Gattung Pseudomonase, Micrococcus, Bacillus, Nocardia und Micromonspora abgebaut. Dabei unterliegen einige Sorten des synthetischen Gummis rascher der bakteriellen Zerstörung als natürlicher Gummi.[15]

Überall können korrosive Schäden durch Mikroorganismen festgestellt werden, vor allem auch an Bitumina und Anstrichstoffen. Dies dürfte von Bedeutung sein, da diese Materialien unter anderem als Schutzschicht auf Beton, z. B. beim Säureschutz, Anwendung finden.
"Über das Verhalten von Kunststoffen und Kautschuk gegenüber Mikroorganismen sind auf Grund zahlreicher praktischer Erfahrungen und Laboruntersuchungen einige allgemeine Feststellungen möglich." [/11/,6]

Rein synthetische Polymere wie PVC, Polyäthylen, Polystyrol und andere sind widerstandsfähig gegen Mikroorganismen. Dahingegen werden bestimmte Polyamide, Polyester und Polyurethane sowie Natur- und Synthesekautschuk in begrenztem Maße angegriffen.

"Die wichtigsten Eigenschaftsveränderungen von Kunststoffen und Kautschuken unter Einwirkung von Mikroorganismen auf das Polymer oder darin enthaltene Zusatzstoffe sind Masse- und Festigkeitsverluste oder Versprödung." [/11/,8]
Es können aber auch noch andere Schadensmöglichkeiten auftreten.
"Zusätzlich zu reinen synthetischen Polymeren und Kautschuk wie Weichmacher, Füllstoffe, Stabilisatoren, Emulgatoren können anfällig sein." [/11/,7]

So wird angenommen, dass die Ester-Weichmacher durch Enzyme zu kurzkettigen Säuren und Alkoholen abgebaut und diese als C-Quelle von den Mikroorganismen verwendet werden.

"Bitumina als Straßenbeläge und zu Dichtungsmassen können von Mikroorganismen besiedelt und chemisch angegriffen werden. In feuchter Umgebung, besonders wenn es sich um Abwasserleitungen mit reicher Bakterienflora handelt, entstehen Schäden durch Bakterien. Auch einzelne Schimmelpilzarten verwerten Bitumina."[/11/,9]
Da diese Stoffe als Dichtungsmassen verwendet werden, kommt ihrem technischen Schutz, unter gefährdeten Bedingungen, besondere Bedeutung zu.

7.5. Die Bedeutung des pH-Wertes für die Beständigkeit des Stahlbetons

In den vorangegangenen Abschnitten wurde der pH-Wert unter verschiedenen Gesichtspunkten angesprochen. Eine kleine Übersicht soll das folgende Bild darstellen:

Bild pH-Bereiche Beton und Bakterien

Im Allgemeinen kann aus der Übersicht entnommen werden, dass ein poröser Beton anfälliger gegenüber Bakterien ist als ein dichter. Die Bakterien haben einen recht großen "pH-Lebensraum", wo unter anderem die schwefelabbauenden Kulturen wiederum die Lebensmöglichkeit für andere Bakterienstämme geben können. Unter bestimmten Gesichtspunkten könnte bei einer Besiedlung des Betons mit Kulturen, deren "pH-Lebensraum" bei etwa 4 liegt, durch einen "pH-Schock" deren Wachstum gestört bzw. abgetötet werden. Eine weitere Möglichkeit wäre die Schaffung einer Pufferzone bei einem pH-Wert von 12,6, um somit den Beton gegenüber Säuren und Mikroorganismen resistenter zu machen.

Eine vom pH-Wert unabhängige Möglichkeit wäre der sinnvolle und gezielte Einsatz von Bakteriophagen. Die Anwendung der Viren ist nur bedingt möglich, könnte aber sehr wirkungsvoll sein. Die Bakterienviren können nur ihre speziellen Wirtsbakterien infizieren und zerstören. Diese Variante würde einen einfachen und relativ langen Korrosionsschutz bewirken, da die Viren sehr widerstandsfähig sind und somit eine Ansiedlung der korrosionsschädigenden Bakterienkulturen sehr ungünstig ist.

7.6. Schlussbetrachtung

Nicht so einfach kann die Korrosion des Betons durch Mikroorganismen erläutert werden, da es doch eine Reihe von wesentlichen Unterschieden gibt. Hier werden ebenfalls die chemischen Verbindungen zu Energiegewinnung genutzt, die für die Stoffwechselprozesse der Mikroorganismen unerlässlich sind. Diese Reaktion verläuft jedoch unter anderen Bedingungen, zum Teil über Zwischenstufen entsprechend der Stoffkreisläufe (z. B. von Schwefel, Stickstoff, ...). Hier können ganz unterschiedliche Reaktionen wie z. B. Dinitrifikation oder Nitratammonifikation stattfinden, die vom jeweiligen Milieu, in dem die Mikrobe lebt, abhängt. Es werden bestimmte Lebensbedingungen wie ein bestimmter pH-Bereich, Temperatur, ein aerobes oder anaerobes Milieu u.a. benötigt, um ein optimales Wachstum zu erreichen.

Aus den kurz erläuterten Tatsachen geht hervor, dass Mikroorganismen nicht überall ernsthaft korrosiv wirksam werden können. Treten sie aber an bestimmten Orten auf, an denen sie günstige Bedingungen vorfinden, so können sie zur ernsten Gefahr für den Beton und andere Werkstoffe werden. Hier ist jedoch zu beachten, das geht auch aus den vorangegangenen Abschnitten hervor, dass nicht eine Mikrobe irgend etwas mikrobiologisch abbaut, sondern bestimmte chemische Verbindungen bevorzugt. Ein wesentlicher Fakt ist noch zu erwähnen, dass bestimmte Kulturen durch ihre Anwesenheit den pH-Wert verändern oder durch Abbaurückstände andere Arten verwendbare Substanzen zur Verfügung stellen, die dann die biochemische Zersetzung weiter fortführen.

Gerade diese Tatsache ist von großer Bedeutung für den Korrosionsschutz des Betons. Viele Schutzschichten, die im Säureschutzbau Anwendung finden, die einen wirksamen Schutz vor Sulfat, Phosphat, Aminoverbindungen aufweisen, können durch Mikroorganismen angegriffen und zerstört werden. Das trifft für Bitumina, Gummi, Kunst- und Anstichstoffe und vieles mehr zu.

Mikroorganismen werden meist in der Vereinigung mit chemischen Verbindungen auftreten, was in den Betrieben der mikrobiologischen Industrie zwangsläufig alltäglich ist. Hier reichen die üblichen Betonschutzmaßnahmen nicht aus, da sie zwar einen wirksamen Schutz vor Säuren und anderen korrosiven chemischen Verbindungen bieten, aber durch Mikroorganismen zersetzt werden können. Danach ist die Schutzwirkung verloren und die Korrosion des Betons kann durch die aggressiven chemischen Verbindungen und die Mikroorganismen erfolgen.

8. Bauphysikalische Gesichtspunkte, die für die biologische Schädigung mit verantwortlich sind
8.1. Luftfeuchtigkeit

Die Wohn- und Arbeitsräume umschließt eine Bauhülle. Für ein Verständnis der gesamten Problematik muss auch diese in die Betrachtung einbezogen werden.

8.1.1. Baumaterial und Feuchtigkeit

Das Sprichwort "Steter Tropfen höhlt den Stein" weist darauf hin, das Wasser auf alles Feste auflösende Wirkung hat und dass schon geringe Mengen an der falschen Stelle große Folgen haben können. [23] In allen kapillar-porösen Bauwerksteilen wird Feuchtigkeit gespeichert. Die Speicherung verläuft dynamisch und innerhalb desselben Bauteils oft sehr ungleichmäßig. Bei kapillar-porösen Bauwerksteilen stellt sich ein durchschnittlicher Dauerfeuchtigkeitsgehalt ein. Holz wird durch eine Gleichgewichtsfeuchtigkeit gekennzeichnet, ist jedoch auch hygroskopisch kann also aus der Luft Feuchtigkeit binden. Man unterscheidet:

Wasserdampfdiffusion:  Der Transport von Wasserdampf durch den Baustoff
Kapillare Leitfähigkeit: Der Transport von Flüssigkeit (Wasser) durch den Baustoff
Hygroskopisch:             Die Fähigkeit eines Baustoffes, Wasser aufzunehmen und zu binden.

Bild 1: Feuchteverhalten verschiedener Baustoffe

Gut ausgebildetes Kapillarsystem mit Kapillaren unterschiedlichen Durchmessers:
Großes Wasseraufnahmevermögen, großes Feuchteabgabevermögen z. B. Ziegel, Gips


Geschlossenzellige Struktur mit wenigen Kapillaren zwischen den Zellen:
Großes Wasseraufnahmevermögen, geringes Feuchteabgabevermögen, z. B. Gasbeton



Struktur mit kleinen, abgeschlossenen Poren und Kapillaren:
Geringes Wasseraufnahmevermögen, geringes Feuchteabgabevermögen, z. B. Schwerbeton, Blähton-Beton
Bild Feuchteverhalten verschiedener Baustoffe

Ziegel, Lehm und Holz haben besonders günstige physikalische Eigenschaften und sind deshalb als raumumschliessende Baustoffe zu empfehlen. Ihr wesentlicher Vorteil ist, dass sie kurzzeitige Feuchtigkeitsspitzen abbauen können, wie sie z. B. beim Duschen auftreten. Dämmstoffe müssen vor direkter Durchfeuchtung geschützt werden, da ihre Wirkung auf viele Hohlräumen mit Luft beruht. Füllen sich diese mit Wasser, so verringert sich die Isolierwirkung auf fast 50%. Daher sind diese Dämmstoffe mit einer sorgfältig angebrachten Dampfsperre zu schützen, wenn eine Innendämmung vorliegt. Bei Dämmstoffen mit höherer Gleichgewichtsfeuchte, wie Kokos, Stroh, Kork oder Zellulose, kann unter Umständen auf die Dampfsperre verzichtet werden. [16] Die Quantifizierung des Feuchtehaushaltes von Umfassungskonstruktionen hat bisher noch keinen befriedigenden Stand erreicht. Der Nachweis der inneren Kondensatbildung z. B. erfolgt immer noch nach dem Glaserschen Diffusionsschema. Es werden weder die hygroskopische Auf- und Entladung noch die kapillare Entspannung des Tauwassers berücksichtigt. [17]

8.1.2. Luftfeuchtigkeit im Wohnraum

(Hier spielen die absolute und relative Luftfeuchte, die Sättigungstemperatur und der Wasserdampfdruck eine Rolle.) Die Feuchtigkeit der Luft wird als Wasserdampf bezeichnet, welchen man nicht sehen, hören und riechen kann. Ständig erhöhte Feuchtigkeit in Wohnräumen führt zu gesundheitlichen Risiken, wie chronische Hustenanfälle und asthmatische Erkrankungen, im Extremfall besteht die Gefahr der Schwindsucht. In den überwiegenden Fällen sind Feuchtigkeitsursachen vielschichtig und können sich gegenseitig begünstigen.

8.1.2.1. Feuchtigkeit in Wohnungen

1. Entstehung durch Nutzung (Wasserdampfproduktion)
   Wannenbad 1 l pro Person
   Zimmerpflanze 0,5 bis 1 l pro Tag
   Atmung 1 Person ca. 0,1 l pro Stunde
   Schlafphase ca. 1 l pro Person
   Trocknen von Wäsche 4,5 kg 1-1,5 l
2. Entstehung durch Beschaffenheit des Gebäudes
2.1. Konstruktiv vorhanden
   Schwachstellen der Konstruktion, z. B. an Bauteiloberflächen (Wärmebrücke) ungünstige Raumgeometrie
2.2. Innere Einwirkungen
   Defekte an Wasserleitungen, Spritzwasser im Bad
2.3. Äußere Einwirkungen
   Dachbereich, undichte Fenster, Türen, Wände durch Niederschlag
   Aufsteigende Feuchtigkeit durch defekte Sperrung im Fundament- und Erdgeschossbereich
2.4. Im Neubau
   Die baustoffbedingte Beimischung von Wasser für den Mörtel (Gips, Kalk, Beton), früher hatte man die neuen Gebäude "ausgewintert", heute muss dies durch erhöhte Heizung und Lüftung austrocknen [18]

Eine zu große Feuchtigkeit in den Wohnräumen, die Behaglichkeit liegt bei etwa 65 % relative Luftfeuchtigkeit, führt einerseits zur Schädigung des Baukörpers und andererseits hat dies gesundheitliche Auswirkungen und im Extremfall kann sich Schimmelpilz bilden. In der nachstehenden Grafik wird die Abhängigkeit der relativen Luftfeuchtigkeit von der Temperatur aufgezeigt. Die absolute Luftfeuchtigkeit ist unverändert.

Bild 2: Kritischer Bereich der Kondensatbildung für Schimmelbefall [19, S. 121]

Es wird deutlich, dass bei einer Absenkung der Lufttemperatur die relative Luftfeuchtigkeit ansteigt.

Tabelle 1: Veränderung der rel. Luftfeuchtigkeit bei gleich bleibender absoluter Feuchte und einer Temperaturänderung

Temperatur rel. Luftfeuchte Variante 1
bei 11g Wasser/m3Luft
rel. Luftfeuchte Variante 2
bei 8,3g Wasser/m3Luft
z. B. Raumluft 20ºC 65% 50%
z. B. an Wandoberfläche 18ºC 72% 55%
z. B. an Wandoberfläche 16ºC 81% 63%
z. B. an Wandoberfläche 14ºC 93% 71%
z. B. an Wandoberfläche 12ºC 100% 82%

Weisen einige Bauteile auf Grund ihrer Baustoffzusammensetzung oder durch geometrische Formen an ihrer Oberfläche eine niedrigere Temperatur als ihre Umgebung auf, so ist an dieser Fläche eine höhere relative Luftfeuchtigkeit vorhanden. Diese Beobachtung kann man an den Fensterscheiben älterer Bauart feststellen (Feuchtigkeitsfallen). Bezogen auf das o. g. Beispiel würde bei einer relativen Luftfeuchte von 65% bei einer 36-iger Ziegelwand im Winter bei -10°C eine relative Luftfeuchtigkeit an der Wandoberfläche von ca. 90% vorliegen. Jetzt ist es aber nicht jeden Tag -10°C und in einer massiven Außenwand liegen instationäre Verhältnisse vor, eine Folge des Wechsels der Temperatur am Tag und in der Nacht sowie der Einfluss des Sonnenscheins. In der Regel liegt im Winter die relative Luftfeuchtigkeit bei normaler Nutzung bei 50% oder weniger. Damit ergeben sich die Werte aus der Variante 2 (Tab. 1). Wird nur die o. g. Außenwand betrachtet, so kann sich bei dem Extremfall eine relative Luftfeuchte von 71% einstellen. Damit kommt es auch nicht zur Schimmelpilzbildung. Treten feuchte Wände oder Wandflächen auf, so sollte neben einer Erhöhung der Lüftungsrate die Raumtemperatur erhöht werden. Allerdings kostet eine Temperaturerhöhung im Zimmer von 1 K (1ºC) ca. 6% mehr Wärmeenergie (dies ist abhängig von der Raumgröße und dem Wärmedurchgangskoeffizienten.) Auf eine Nachtabsenkung, um Energie zu sparen, sollte verzichtet werden, wenn kritische Bauteile vorhanden sind. Werden Strahlungsheizungen verwendet, so liegt die Temperatur der Wandoberfläche höher und es bildet sich kein Kondensat an der Wandoberfläche. Das ist unter anderem auch ein Nachteil der modernen Zentralheizung, die vorwiegend nach der Konvektion funktioniert.

8.2. Lüftungsaustausch in einer Wohnung

Eine intensive Lüftung der Räume ist erforderlich, um die verbrauchte Atemluft (höherer CO2-Gehalt) auszutauschen, die Luftfeuchtigkeit, Schadstoff- und Staubkonzentration und die Radioaktivität zu verringern. In Schweden wurde in stark wärmegedämmten Wohnungen eine Erhöhung von der Dosis 110 mrem bis auf 380 mrem festgestellt. (Jede radioaktive Strahlung - ob natürlich oder künstlich- ist lebensfeindlich. Prof. Fritz-Niggli) Empfehlenswert ist daher ein Luftwechsel von 2 bis 3. Neben diesem Fakt ist die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit ein wichtiger Aspekt der Lüftung.

Unser Körper gibt ständig Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Ebenso entsteht Feuchtigkeit beim Kochen, Duschen und durch Zimmerpflanzen. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt an, wenn diese feuchtere Luft nicht von Zeit zu Zeit ausgetauscht wird. Erfolgt dies nicht ausreichend, so kann es unter Umständen an kühleren Bauteilen zur Kondensatbildung, wie früher an den einfachen Fensterscheiben, kommen oder in diesem Bereich ist die angrenzende Luftfeuchtigkeit höher. Das liegt daran, dass kühlere Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann. Die Schimmelpilzbildung allein einer falschen Lüftung zuzuordnen ist grundsätzlich abzulehnen. Es sind hierfür meist mehrere Ursachen, wie auch konstruktiver und materialspezifischer Art, verantwortlich (vgl. Luftfeuchtigkeit).

Durch das Fraunhofer Institut wurde die Luftwechselzahl untersucht. In einer Tabelle werden die Werte aufgeführt.

Tabelle 3: Lüftungsart [19, 152]

Lüftungsart Luftwechselrate pro Stunde Dauer der Lüftung für einen Luftaustausch
geschl. Fenster und Türen 0,0 bis 0,5 mindestens 2 Std. (je dichter
die Fenster, so geht der Wert gegen Unendlich)
Fenster gekippt 0,5 bis 2,0 0,5 Std. bis 2 Std
halb geöffnetes Fenster 5 bis 10 6 bis 12 Min
völlig offenes Fenster 9 bis 15 4 bis 7 Min.
Querlüftung 40 1,5 Min.

Sehr dichte Fenster sind ungünstig. Die Argumente, täglich 3 bis 4-mal kräftig lüften, erfordern immer die Anwesenheit eines "Lüfters", ganz zu schweigen von der Gewohnheit und der Einstellung. Auch bei Abwesenheit erhöht sich die Luftfeuchtigkeit z. B. durch die Zimmerpflanzen. Die Lüftung ist die wichtigste Maßnahme, um die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu senken.

In Schweden wurde daher eine zusätzliche Zwangsbe- und Entlüftung eingeführt. Es gibt einfache Systeme, die nur aus dem Schlafzimmer, der Küche und dem Badezimmer die Luft absaugen und durch regelbare Lüfterdosen in den Wänden der Wohnräume Luft nach strömen lassen. Neuerdings werden in Deutschland hochgedämmte dichte Fenster mit undichten Lippendichtungen eingebaut. Nach der energetischen Sanierung eingebaute und ständig laufende Abluftventilatoren in der Wohnung (Bad oder WC) sollen eine Zwangslüftung bewirken. Ein Abschalten ist natürlich untersagt.
Es werden auch die Argumente der "atmenden Wände" genannt. Hier werden sicherlich die sorptionsoffene Wandbeschichtung und das Diffusionsgefälle nach außen gemeint. Ersteres reguliert den Feuchtehaushalt in der Wohnung, z. B. beim Kochen wird der Wasserdampf kurzzeitig von der Wandfläche aufgenommen und das Kondenswasser schlägt sich nicht bzw. nur wenig auf Wandfliesen nieder. Zweiteres wird durch die äußere Wandbeschichtung, Kunstharzbeschichtung oder das Wärmedämmverbundsystem, weitestgehend unterbunden. Im Extremfall kann sich in dieser Grenzschicht Feuchtigkeit ansammeln. Insgesamt wird durch die Diffusion verhältnismäßig wenig Feuchtigkeit nach außen abgegeben.
Aber, und das wird bei der Lüftungsargumentation vergessen, nur über die ungehinderte Diffusion kann die Wandkonstruktion trocken bleiben. Ist die Wand feucht, so erhöht sich die Wärmeleitfähigkeit je Baustoff extrem und die Folge sind höhere Heizenergieverbräuche. In einem extremen Fall in Zwickau (2001) veränderte sich der U-Wert einer Innenwand aus Beton zu einem ungeheizten Treppenhaus von ca. 1,9 W/m2K auf über 4 W/m2K.

In der folgenden Tabelle wird die aus dem Raum abgeführte Feuchtigkeit durch Diffusion und Lüften in Abhängigkeit von der Außenlufttemperatur gegenübergestellt.

Tabelle 4: Gegenüberstellung Wassertransport über die Außenwand und durch das Lüften

Temperatur der Außenluft [ºC] Diffusion durch die Außenwand [g/h] (Abhängig von der Größe und dem Wandaufbau/Materialien) Durch einfachen Luftwechsel (Abhängig vom Raumvolumen, der Innentemperatur und Feuchtigkeit und der Feuchtigkeit der Außenluft.
- 20 5,5 436
-10 4,8 378
0 3,2 242
+10 0,4 15

Allerdings steht die notwendige Lüftung im Widerspruch zur WSchVO 95 und der neuen EnEV 2000.

In Busse wird auf eine Mindestanforderung an Luftaustausch in Wohnungen von 0,8-1 gefordert, wonach keine Schimmelpilzbildung erfolgt. Dieselbe Lüftungsrate bzw. etwas mehr wurde von mir bereits 1994 in einem Vortrag in Leipzig gefordert.
Herr Prof. Dr. Hausladen vertrat 1997 die Meinung, dass bei ständiger Einhaltung von Luftwechselzahlen von 0,2 bis 0,3 h-1 keine Schimmelbildung erfolgt. Das Dichtmachen der Gebäude ist der richtige Weg, um die Witterungseinflüsse auszuschalten. Für die geringere Lüftung wurden verschiedene Argumente dargelegt, wie dass die Grenzwerte der Geruchsabgabe (Maßeinheit olf) kaum erreicht werden und für ca. 50% der Menschen eine Luftmenge von 5 m3/h ausreicht. Die VDI sieht 30 m3/h vor. Frau Prof. Dr. Eicker betrachtete einen Luftwechsel von 0,3 bis 0,4 h-1 plus einer angenommenen unkontrollierten Lüftung, das entspricht 0,5 h-1, als ausreichend. (Im Punkt 8.1.4., Tab. 2 werden die Lüftungsraten gegenübergestellt und es wird deutlich, dass diese nicht ausreichen.) Hier wird mit den hohen Lüftungswärmeverlusten argumentiert, die mit der Dichtheitsprüfung Blowerdoor; zu überprüfen ist. Bei dem geringeren Luftwechsel liegen die Lüftungswärmeverluste fast 40% niedriger als die in der WSchVO 95 als Rechenwert angesetzt werden. (Anmerkung: Unkontrollierte Lüftung durch Ständerbauwände verursachen Tauwasserschäden infolge von Dampf-Konvektion an der Holzkonstruktion und zuzüglich beträchtliche Wärmeverluste und sollte in diesem Fall auch vermieden werden.) Herr Prof. Dr. Hauser legte 1999 dar, dass bei einer Erhöhung der Luftwechselrate um 0,1 der Energieverbrauch sich jeweils um 7 kW/m2a erhöht. Bei dem vorgesehen hygienisch notwendigen Lüftungsraten von 0,8h-1 entspricht dies 56 kW/m2a. Ein Ultraniedrigenergiehaus wird nur 30 kW/m2a benötigen und ein Null-Heizenergiehaus kommt mit 16 kWh/m2a aus. Hier vergisst man aber einiges, dass man jedoch bei der Dokumentation eines Projektes zu Niedrigenergiehäusern (BINE v. 1.5.98) in einer Grafik sehr deutlich sieht. (Leider widersprechen sich die Balkendiagramme mit den Absolutwerten, so dass gemittelt werden musste) Bei den 9 Häusern liegt im Schnitt der Wärmeverlust durch Lüftung bei 60% und das entspricht 70 kW/m2a. Im Ergebnis wird von einem Luftwechsel von 0,8 bis 1,3 h-1 gesprochen. Damit wird der bereits genannte Wert bestätigt. Die Transmissionswärmeverluste liegen bei 46 kW/m2a bei einem(k) U-Wert = 0,36-0,4 W/m2K. Unabhängig davon, dass energetische Lösungen gesucht werden müssen, stört das Problem Lüftung, weil damit alle schön gerechneten Ergebnisse nicht aufgehen. Daher soll die Lüftungsrate so klein wie nur möglich sein. Dann stimmen die Verhältnisse wieder. In der o.g. Versuchsreihe kam keine Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Mit dieser Technik kann ein großer Teil des Lüftungswärmeverlustes reduziert werden. Die Effektivität ist abhängig von der Funktionsweise.

Es geht eigentlich um etwas ganz anderes. Mit wissenschaftlich nicht begründbaren Argumenten, wie die Klimakatastrophe, Treibhauseffekt, Erderwärmung samt Abschmelzung der Polkappen, baldigen Rohstoffmangel usw. soll das wirtschaftlich unsinnige Dämmstoffgeschäft begründet werden. Das Verhältnis von Transmissionswärmeverluste zur Dämmung ist keine Gerade, sondern eine Hyperpel und findet ihre Wirtschaftlichkeit im Bereich bei einem (k)U-Wert bei 0,5 bis 0,4 W/m2K. Das wird mit ausreichend dicken speicherfähigen Massivwänden oder einer Dämmung von wenigen Zentimeter (5,5 -12 cm Optimum bei 8 cm) erreicht. Wobei mit 5,5 cm Dämmung die gleiche wirtschaftliche Wirkung erzielt, wie mit einer 12 cm dicken Dämmung. Warum soll unnötig viel Dämmung verarbeitet werden? Eine Superdämmung bringt keine nennenswerte Energieeinsparung. In den o.g. wirtschaftlichen Bereich liegen die Transmissionswärmeverluste etwa mit dem Lüftungswärmeverluste gleich. Werden 20 oder 40 cm Dämmung an die Außenwand angebracht, so würden die Lüftungswärmeverluste ca. 80 % der benötigten Heizenergie betragen. Das Mehrkostennutzenverhältnis ist dann ohnehin nicht gegeben.
Diese verordnete Sanierungsmaßnahme hat natürlich der Hauseigentümer bzw. Mieter zu bezahlen. Leider blasen auch die Greenpeace in das gleiche Horn und werden so zu Agitatoren der Dämmstoffindustrie. (Altbau ist nun einmal nicht gleich Altbau.)

Schimmelpilz entsteht aber nicht nur an der kalten, sondern auch an den warmen Wandoberflächen, wenn ausreichend Feuchtigkeit in der Raumluft vorhanden ist.

8.3. Wärmebrücken

8.3.1. Was sind Wärmebrücken

Wärmebrücken entstehen an kritischen Stellen in Gebäude. Das sind kalte Oberflächen, die meist durch materialspezifische Eigenschaften oder konstruktive Mängel verursacht werden. Die Eigenschaften der Materialien werden durch die Struktur und Dichte bestimmt, die verantwortlich für die Dämmeigenschaft (Wärmeleitfähigkeit) ist. Beton, Stahlbeton und Metalle sind gute Wärmeleiter und führen schneller die Wärmeenergie von der warmen Wandoberfläche an die kühlere ab. Damit sinkt auch die Temperaturoberfläche an der Innenwand. Diesen Effekt kann man deutlich merken, wenn man sich auf einen Stein oder vergleichsweise auf eine Holzbank setzt.

Tabelle 5: Schwachstellen und Wärmebrücken in Gebäude, die in folge Abkühlung zu Tauwasserniederschlag führen können.

Problembereiche in einem Gebäude
konstruktiv vorhandenkonstruktive VeränderungNutzung
1. Bauwerksöffnungen1. Innendämmung 1. Möblierung
2. ungenügende Außendämmung2. Innenisolierung2. Wandverkleidungen
3. ungeheizte Räume3. teilweise Außendämmung3. falsche Lüftung
4. feuchte Baustoffe4. luftdichte Fenster4. Heizkörperanordnung
5. Materialanordnung5. Schwachstellen beim Dachstuhlausbau5. ungenügende Heizung
6. Kanal und Schächte6. Wintergärten, Erker 6. Art der Wandbeschichtung
7. Leitungsführungen7. Bauschäden an Gebäudehüllen,
8. geometrisch bedingte
Wärmebrücken
8. undichte Dampfsperren und Durchfeuchtung der Dämmstoffe
9. Vorsprünge, Balkone
10. Deckenauflager
11. Stützen
12. Rollladenkästen
13. Kellerdecken u. - wände
14. unbelüftbare Räume

Nachdem die konstruktiven Schwachstellen genannt wurden, soll auf eine natürliche Erscheinung hingewiesen werden, die oft unterschätzt wird. In jedem Raum ist eine Luftwalze (siehe Bild 5).

Bild 5: Luftwalze in einem Raum. So können gleichmäßig der Raum und alle Wände erwärmt werden.

Luftwalze in einem Raum

Warme Luft bewegt sich auf Grund ihrer geringeren Dichte nach oben und bei ihrer Abkühlung sinkt sie wieder nach unten. Wie im Pkt. 8.1.3.1. bereits genannt, nimmt die relative Luftfeuchtigkeit bei der Abkühlung zu. Wird ein Bauteil mit wesentlich niedrigerer Oberflächentemperatur angeströmt, so wird an dieser Stelle die relative Luftfeuchtigkeit sehr hoch und es kann im Extremfall zum Feuchtigkeitsausfall kommen.
Nachfolgend sollen spezielle Fälle dargestellt werden. Befinden sich z. B. Möbel, große Wandbilder, Vorhänge und andere Einrichtungsgegenstände an einer kalten Wandoberfläche aufgestellt bzw. vorgehängt, ohne dass die Wandflächen hinreichend erwärmt werden können (siehe Bild 6.1.), so kann sich dahinter Schimmelpilz bilden. Hier wirken meist zwei Kriterien. Es kommt nur sehr wenig Raumluft zwischen den Einrichtungsgegenständen, diese kühlt so stark ab, dass es zum Feuchtigkeitsausfall kommt. Diese Feuchtigkeit kann durch die fehlende nachströmende wärmere Luft nicht ausreichend abtrocknen. Dieses Problem kann man besonders bei Wandverschalungen beobachten. In einem Praxisfall war die Rückseite der Schrankwand bereits nach 4 Jahren total verfault. In diesem Fall war sicherlich auch im Winter der Frostpunkt bis in den Schrank gewandert. Das Problem kann durch ausreichende Hinterlüftung behoben werden. Der Schrank wird von der kalten Wand vorgezogen und an der Vorderseite werden Lüftungsschlitze angebracht (s. Bild 6.2.). Vorhänge sollten nicht bis in die kalte Zimmerecke und durchgehend (Boden-Decke) angehängt werden.

Bild 6.1.: Abkühlung einer Außenwand hinter den Möbeln

Temperierung der Wandfläche wird durch Möbel verhindert

Bild 6.2.: Die Abkühlung an einer Außenwand kann verringert werden, in dem die Raumluft ungehindert einströmen kann.

Temperierung der Wandfläche durch Luftströmung

Außendämmung Da gerade in jetziger Zeit u.a. die Wohnhäuser in Blockbauweise (Q 3 A oder Q 6) verstärkt saniert werden, ist das nachfolgende Beispiel interessant. (Bild 7.1.)

Bild 7.1.: Schadensbilder an Außenwandflächen

Mögliche Bereiche an einer Außenwand, wo sich Tauwasser bildet

An den Zimmerecken der Außenwand kann sich Schimmelpilz bilden. Der Grund hierfür ist, dass die Außenfläche größer als die innere ist. Es kommt zur konzentrierten Abwanderung von Wärmeenergie. (Bild 7.2.)
Lösung: Ist durch geometrische Gegebenheit nur begrenzt möglich. Raumecken ausreichende Luftzirkulation, Lüftungsgewohnheiten überprüfen, Innentemperatur erhöhen, Wärmedämmsystem an der Außenwand, auf jedem Fall weit genug um die Ecke anbringen (Bild 7.3.)

Bild 7.2.:Raumecke Bild 7.3.:Raumecke mit Dämmung
Wärmebrücke an Außenwandecken

Gerade beim Anbringen des Wärmedämmverbundsystems werden die Balkonplatten vergessen (Bild 7.4.). Durch die höhere Wärmeleitfähigkeit des Betons gegenüber der Außenwand muss die Platte von unten und oben ausreichend mit einer Dämmung versehen werden (Bild7.5 ).

Bild 7.4.: Betonplatte oder auskragender BalkonBild 7.5.: Lösungsmöglichkeit
Wärmebrücke an einer Balkonplatte

Durch eine schlecht eingebundene Decke kann verstärkt Wärme abfließen (Bild 7.6. und Lösung Bild 7.7.). Dies trifft auch zu, wenn das Wärmedämmsystem nicht ordnungsgemäß den Ringanker bzw. den Dachanschluss isoliert.

Bild 7.6.: Wandauflager einer MassivdeckeBild 7.7.: Lösungsmöglichkeit
Wärmebrücke bei Deckenauflager

Die Fensterstürze und auch die Rahmen sind aus Beton und haben eine höhere Wärmeleitfähigkeit als die Außenwand. Eine Einbindung muss daher sehr sorgfältig erfolgen. Bei einer Außendämmung von 6 cm ist die Isolierung an den Fensterlichten mit 1 bis 2 cm oder gar ein Verzicht sehr ungünstig. Im Bild 7.8. und 7.9. wird das Problem und die sorgfältige Einhüllung des Fenstersturzes dargestellt.

Bild 7.8.: FenstersturzBild 7.9.: Lösungsmöglichkeit: Die Dämmung wird um die Ecke gezogenen.
Wärmebrücke an einem Fenstersturz

I n n e n d ä m m u n g
Durch die Innendämmung steigt die Oberflächentemperatur an der Innenwand, jedoch kühlt das gedämmte Bauteil hinter der Innendämmung, also auf der Außenseite, im Winter eine niedrigere Temperatur, so dass der Frostpunkt weiter in die Konstruktion wandert. Durch die angrenzenden Bauteile (Wände, Decke, Böden) kann die Innendämmung nur teilweise ausgeführt werden. Durch die anzubringende Dampfsperre soll der Dämmstoff vor Feuchtigkeit aus der Raumluft geschützt werden, da sonst die Dämmwirkung sehr stark gemindert wird. Die Mineralfasern sehen nach der Wasseraufnahme weiße aus, sind vollständig getränkt und bilden Klumpen. Durch die Dampfsperre wird jedoch die Sorption (Fähigkeit der Baustoffe, Wasserdampf aufzunehmen und wieder abzugeben) verhindert und es kann bei Spitzenbelastungen der Raumluftfeuchtigkeit schneller zu Tauwasserbildung kommen. Im Bild 8.1. und 8.2. kommt es zur Schimmelpilzbildung an den Anschlussstellen zu den anbindenden Bauteilen (Wände, Deck).
Maßnahmen: Richtiges Heizen und Lüften besonders nach dem Backen, Duschen u.a. Bei Innendämmung kommt vor die Dampfsperre sorptionsoffene Stoffe, wie Gipskarton oder Putz. Unterbrechung durch Wände, Decken und Böden sind um 1 m in den Raum hinein zu verlängern.

Bild 8.1..: Mögliche Tauwasserbildung an den Wandanschlüssen.

Innendämmung mit möglicher Tauwasserbildung an den Anschlüssen

Bild 8.2.:Innendämmung SchnittansichtBild 8.3.: In den Raum gezogene Dämmung
Innendämmung

Das D a c h hat die Aufgabe des Wetterschutzes. Im nicht ausgebauten Dachraum können Schäden an der Dachhaut sehr gut kontrolliert werden. (Grundsätzlich sollten Holzteile von mindestens drei Seiten kontrollierbar sein, um eventuelle Holzschäden zu erkennen.) In der Regel verfügen solche Dächer über eine ständige Querlüftung (von Giebel zu Giebel). Kleine Mengen eintretender Niederschlagsfeuchtigkeit oder Kondenswasserbildung unter der Dachhaut werden durch diesen Luftstrom abgelüftet und sind damit unproblematisch.
Zur Vergrößerung der nutzbaren Mietfläche werden diese ausgebaut. Neben der Einschränkung der Sichtkontrolle des Zustandes des Daches, wodurch kleine Schäden unbemerkt bleiben, wie mögliche Wärmebrücken und eine Feuchtigkeitsbildung. Der Dachausbau ist seinem Wesen nach eine Innendämmung mit allen Kriterien, die dabei wirksam werden können. Im Bild 9.1. und 9.2. wird ein Sparrendach gezeigt, wo markante Punkte der Schimmelpilzbildung aufgezeigt werden. In den Bildern 9.3. werden Lösungen aufgezeigt. Es ist wichtig ein durchgängiges System (Fläche) zu erreichen. In der Praxis werden jedoch Pfettendächer mit Gauben ausgebaut. Hier sind extra die Pfosten, Kopfbänder, Doppelzangen und die Mittelpfette richtig einzubinden. Bei diesen Konstruktionen ist eine Fugendichtheit nur über einen sehr großen Aufwand möglich.

Bild 9.1.: Dachausbau mit Schadensbilder

Dachausbau mit möglichen Schädensbilder

Bild 9.2.: Die Schnittansicht zum Bild 9.1. Wenn die Dämmung nicht durchgängig angebracht wird, kann die Wärme direkt nach außen entweichen.

Bild unvollständig gedämmte Dachkonstruktion (Schnitt)

Bild 9.3: Lösungsmöglichkeit, die Dämmung wird zum Fußboden gezogen (Innenliegende Dampfbremse ist nicht eingezeichnet.)

Bild vollständig gedämmte Dachkonstruktion im Schnitt

Beitrag zu Schäden beim Dachgeschossausbau

A n d e r e k o n s t r u k t i v e U r s a c h e n
Im Bild 10.1. hat sich Schimmelpilz an den Fußbodenecken und auf dem Fußboden gebildet. (Im betrachteten Fall liegt keine aufsteigende Feuchtigkeit vor.)

Bild 10.1.: Schadensbild auf dem Fußboden zum Untergeschoss

Ursachen: Behinderung der Luftströmung, unzureichende Lüftung keine o. ungenügende Wärmedämmung des Fußbodens inhomogene Materialstrukturen z. B. verschiedene Dichte des Betons.
Lösung: An die Unterseite wird eine Wärmedämmung angebracht, die 50 cm an der Wand herunter reicht. (Bild 10.3.)

Bild 10.2.: SchnittansichtBild 10.3.: Lösungsmöglichkeit durch Dämmung an der Unterseite

Weitere Schadensbilder können auftreten, wenn das Mauerwerk unterschiedlich durchfeuchtet ist. (Bild 11) Ursachen: fehlende Wetterschalen (z. B. Außenputz) unzureichende Beheizung, Baufeuchtigkeit im Neubau, unterschiedliche Materialien, hier sollte gerade bei der Wiederverwendung alter Mauersteine auf ihre Güte geachtet werden. Maßnahmen: Heizung und Lüftungsgewohnheiten überprüfen, bei geringem U-Wert zusätzliche Außendämmung anbringen setzt jedoch Austrocknung der Bauteile voraus!

Bild 11.: Materialbedingte Wanddurchfeuchtung kann zur Schimmelpilzbildung führen

Im Bild 12.1. treten Merkmale auf, die durch eine falsche Bauausführung verursacht wurden. Werden gut dämmende Mauersteine, wie z. B. Unipor-Ziegel oder Gasbetonsteine nicht mit Leichtmörtel vermauert, so können die Fugen deutlich sichtbar werden. Das Gleiche gilt, wenn im Mauerwerk ein Wechsel zu schlecht dämmenden Mauersteinen erfolgt oder sich Leitungsschächte (Bild 12.2.) oder Stahlstützen (Bild 12.3.) im Mauerwerk befinden. Hier ist der Wärmedurchgang größer. Abhilfe kann eine Innendämmung bringen, so dass die Oberflächentemperatur auf der gesamten Fläche annähernd gleich ist.

Bild 12.1.: Falscher Mauermörtel und Wechsel von Mauersteinen mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit sowie ein verdeckter Leitungskanal

Bild 12.2.: Leitungsschacht als Wärmebrücke, unten die LösungBild 12.3.: Stahlstütze als Wärmebrücke, unten die Lösung

F e n s t e r
Das Problem Fenster in Bezug auf die Wärmedämmung ist sehr umfangreich. Es soll daher nur auf wenige Punkte eingegangen werden. Das Entfernen noch vollständig intakter Mehrscheibenfenster, wie es in der Praxis oft zu erleben, ist unsinnig. Jedoch muss hier beachtet werden, wie groß ist der Fensterflächenanteil an der Gesamtaußenwand, liegt eine Nord- oder Südseite vor und wieweit wirkt der temporäre Wärmeschutz vor. Eine energetische Verbesserung eines Kastenfensters mit Isolierverglasung (kF=2,6 W/m2K) kann durch einen Rollladen auf k=1,8 W/m2K, mit einem Klappladen auf k=1,3 W/m2K, mit einem Rollo (Gewebe) auf k=1,9 W/m2 verbessert werden. Ein Problem ist der Mauerwerksanschluss der Fenster. Im Bild 13 werden verschiedene Varianten ohne Dämmung und mit Außen-, Kern- sowie Innendämmung aufgezeigt. Darunter sind die verbesserten Ausführungen dargestellt. Die Anschlüsse bereiten auf ihre Dichtheit Probleme (Bild 14).

Bild 13: Varianten der Mauerwerksanschlüsse der Fenster

Beispiele für Fensteranschlüsse

Bild 14.:Undichte Fensteranschlüsse

Bild  undichte Fensteranschlüsse

Die Fugen sind elastisch zu verschließen. Geeignet sind Dämmstoffstreifen, -fasern oder -stricke. Die richtige Anordnung der Heizkörper spielt ebenso eine wichtige Rolle. Im Bild 15 wird der Wärmestrom durch das überragende Fensterbrett verändert, sodass der Fensterkopf nicht ausreichend erwärmt werden kann, wie vergleichsweise andere Bauteile.

Bild 15: Veränderter Wärmestrom durch überstehende Fensterbank

Bild Fensterbrett behindert den Strom der warmen Luft

9. Andere Schädlinge

Im Gebäude können sich zahlreich andere Schädlinge oder Nützlinge aufhalten. Es soll sich hier nur auf wenige beschränkt werden. Die Anwesenheit kann auf frühere Nutzung oder auch Schäden hinweisen.

T a u b e n z e c k e n (Argas reflexus) sind Parasiten von (verwilderten) Haustauben. Der Zeckenbefall ist grundsätzlich von einer längeren Anwesenheit der Haustauben abhängig, die noch unter Umständen mehrere Jahre ohne ihren Wirt anhalten kann. Taubenzecken halten sich vorwiegend in Fugen, Mauerritzen und Schüttung auf, wobei sie Körperkontakt, also mehrere Insekten, bevorzugen. In der Regel überdauern diese 8 Jahre.
Bei Verdacht ist unbedingt ein unabhängiger Experte hinzu zuziehen. Durch verschiedene Probenahmen und einer mikroskopischen Auswertung können entsprechende Aussagen getroffen und die erforderlichen Sanierungs- bzw. Bekämpfungsmaßnahmen festgelegt werden.
Das Problem für den Nutzer/Mieter kann von keiner gesundheitlichen Bedeutung bis hin zu schweren gesundheitlichen Schäden reichen. Die Anwesenheit von Taubenzecken stellt so ein nicht kalkulierbares Risiko dar. Ein Auftreten kann bei ausgebauten Dachböden vorkommen, wenn im Vorfeld der Sanierung keine Aufmerksamkeit auf evtl. Taubennistungen gelegt wurde, oder sie können auch über die Dachfläche vom Nachbargebäude einwandern. Ebenso wandern die Zecken auch in die darunterliegenden Etagen.

G e b ä u d e g e l e g e n h e i t s s c h ä d l i n g e Wie der gemeine Speckkäfer (Dermestes lardarius L.), Messingkäfer (Niptus hololeucus Fald.), Mehlkäfer (Tenebrio molitor L.) u. a. treten vor allen in älteren Gebäuden auf, wo sie bisher kaum bemerkt wurden. Durch Nahrungsrückstände in den Fußbodendielungen, Ritzen und Fugen ist es bei den herkömmlichen Heizungen kaum zu einer Massenvermehrung gekommen. Durch eingetragene Baufeuchte und die Zentralheizung sind die Lebensbedingungen wesentlich verbessert worden und es kann lokal zu lästigen Massenauftreten kommen, die gelegentlich Holz- aber auch Textilien schädigen. Oft bemerkt man dieses Auftreten dann, wenn eine Umnutzung der Räume, wie alte Speicher, Lagerräume, Scheunen o. ä. zu Wohnräumen umgebaut werden. Bei Taubennistungen können auch die Speckkäfer und Mehlkäfer vorkommen. Bei massenhaftem Auftreten ist der Schädlingsbekämpfer heranzuziehen. Besser ist vor den Baumaßnahmen im Rahmen z. B. des Holzschutzgutachtens auf frühere Nutzung zu untersuchen und bei möglichen Gegebenheiten ist der Jahrhundertschmutz incl. Einzeltiere zu beseitigen. Eine nachträgliche Bekämpfung ist wie bei den Vorkommen von Taubenzecken oft mit einem kostspieligen Rückbau verbunden.

K l e i d e r m o t t e n Aus einer Landeshauptstadt Süddeutschlands kam die Anfrage zu einem Angebot zur Lösung des Problems. Es sollten alle Wanddurchbrüche, wie Leitungsdurchführungen u.ä. zu den Innenräumen verschlossen werden, da die Mitarbeiter sich über eine Mottenplage beschwerten und die Schädlingsbekämpfer das Problem nicht mehr in den Griff bekamen. Das Gebäude wurde mit einer Wärmedämmung aus Schafwolle versehen. Wie nun entschieden wurde, ist nicht bekannt. Die einzige sinnvolle Sanierungslösung ist in diesem Fall der Rückbau. An diesem Beispiel soll gezeigt werden, dass Naturprodukte (als ökologische Bauweise ausgewiesen) nicht in jedem Fall bedenkenlos zum Einsatz kommen können. Oft ist die Behandlung mit Insektiziden erforderlich, was wiederum ein Problem bei der späteren Entsorgung darstellt. Bei der o. g. Konstruktion und Ausführung währe sicherlich ein mineralischer Dämmstoff "ökologischer" gewesen.

N ü t z l i n g Neben den genannten Schädlingen gibt es auch eine Reihe Insekten und Vögel, denen die Schädlinge als Nahrung dienen. Hierzu gehören die Schwarze Schlupfwespe (Pimpla instigator), Kamelhalsfliegen (Rhaphidides), Buntkäfer (Cleridae), die Spechte und andere.


Literatur:

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[10]Donndorf, R.; Werkstoffeinsatz und Korrosionsschutz in der chemischen Industrie, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig 1980
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[13]Uhlig, Herbert H.; Korrosion und Korrosionsschutz, Akademieverlag Berlin 1975
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[18]Bieberstein, Horst; Schimmelpilze in Wohnräume - was tun ?, Omega Verlag 1989
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[20]Meyer, G., Schiffner, E.; Technische Thermodynamik, VEB Fachbuchverlag Leipzig 1983
[21]Rauch, Peter; Schimmelpilzbildung infolge von Wärmebrücken -Allgemeine Darstellung und Aufzeigen konstruktiver Mängel beim Dachgeschossausbau, Vortrag 1994 in Leipzig
[22]Günter Wöhe; Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Verlag Franz Vahlen München 17.Aufl. 1990, S.1036
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Kleiber/Simon/Weyers; WertV'88, Wertermittlungsverordnung 1988, 2 Aufl. 1990, Bundesanzeiger, S. 52
Brachmann in Ross/Brachmann; Ermittlung des Bauwertes von Gebäuden und des Verkehrswertes von Grundstücken, Th. Oppermann Verlag, 25.Auflage, Seite 566
Beuth-Kommentar; Holzschutz zur DIN 68800 T.2,3 und 4, 1998
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Starkey, R.L. (1945): Transformation of iron by bacteria in water, J. Americ. Water Works Ass. 37, 963-984

Anlage 1: Ökonomische Werte

Urteile über ökonomische Werte sind rational zu erklärende Feststellungen über den Gebrauchswert, den Tauschwert oder den Ertragswert von Gütern. Diese Feststellungen führen in der Regel zu einer Bezifferung des zu bewertenden Objekts in Geldeinheiten. Der ökonomische Wert ist eine Folge der Unbegrenztheit der menschlichen Bedürfnisse und der Knappheit der Güter, die zur Bedarfsdeckung zur Verfügung stehen. Güter, die fähig sind, ein Bedürfnis zu decken, besitzen einen Gebrauchswert. Sind sie nicht in unbegrenzter Menge vorhanden, so kann man sie gegen andere, ebenfalls knappe Güter eintauschen, das heißt sie haben aufgrund ihres Gebrauchswertes und ihrer Knappheit einen Tauschwert, der sich in Geldeinheiten als Marktpreis ausdrückt. Knappe Güter, die in der Lage sind, einen Ertrag abzuwerfen (z. B. Grund und Boden), besitzen ebenfalls einen Tauschwert (Preis), der sich als Ertragswert aus dem Tauschwert der erzielten Erträge ableitet. Die Bezifferung erfolgt als Bildung von Marktpreisen durch das Zusammentreffen einer Vielzahl von Einzelentscheidungen. [22]

Für die Größe des merkantilen Minderwertes spielt in erster Linie die Knappheit des Wirtschaftsgutes eine Rolle. Ist ein hoher Überhang an Nachfragern (Käufer) vorhanden, so wird sich dies nur gering auf den Marktpreis auswirken, zum Beispiel denkbar auf dem Immobilienmarkt in München. Dagegen ist bei einem Überangebot an Wirtschaftsgütern ein merklicher Einfluss denkbar. Hinzukommen die unter der Bevölkerung unterschiedlich ausgeprägte Einstellung gegenüber Wohnraumgifte (hier zusammengefasst aller ungünstigen Einflussfaktoren). Diese sind in der Regel bei einer höheren Kaufkraft ausgeprägter, da hier mehr Geldmittel für die Gesundheit ausgegeben werden.

Anlage 2: Steuer- und Mietertips

(Die Tipps sind Auszüge und unverbindlich)

Inhalt

Erläuterung

Urteil                    

Formaldehyd- und Holzschutzmittelausgasung

Wurde beim Bau eines Hauses toxische Substanzen verwendet, so können Sanierungs- und Wiederbeschaffungskosten der selbst genutzten Wohnung zur Vermeidung oder Behebung gesundheitlicher Schäden als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Ein ärztliches Attest und Gutachten zur Ursache und Sanierungskosten wird vom Finanzamt gefordert.

Bremer Senat für Finanzen 24.02.2000

S.2284-181

Asbest

Wurde beim Bau eines Hauses Asbest verwendet, so können Sanierungs- und Wiederbeschaffungskosten der selbst genutzten Wohnung zur Vermeidung oder Behebung gesundheitlicher Schäden als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommenssteuer abgesetzt werden.

Zusätzlich muss der Nachweis über die fachmännische Sanierung (§39 GefahrstoffVO, BG Bl. I 1993, S. 1782) erbracht werden. Ein ärztliches Attest ist nicht notwendig.

Bremer Senat für Finanzen 24.02.2000

S.2284-181

Schimmelpilzbildung und muffiger Geruch

im Bad, Küche und Schlafzimmer,  10% Mietminderung

LG Hannover WM 82, 183

Feuchte Stellen und leichter Schimmelbelag

in der Küche, 25% Mietminderung

Mietsenkungsgesetz, S. 24, VG Berlin GE 83, 767

Unbenutzbar

Küche und Toilette, auch wenn Ersatzräume in einer anderen Wohnung im Haus benutzt werden können, Mietminderung 50 %

LG Berlin MM 10/83, 14

Schimmelbildung

keine negative Auswirkung auf die Gesundheit feststellbar, wenn jedoch Schränke  abgerückt werden müssen  und  der Gebrauchswert der Wohnung beeinträchtigt wird, 10 % Mietminderung

LG Hamburg WM 85, 21

Silberfische

sind diese in der Wohnung (20-25), 20 % Mietminderung

AG Lahnstein WM 88, 55

Formaldehyd

Bei deutlich überhöhter Formaldehyd-Konzentration in der Wohnung/ angemietetes Haus braucht nicht auf eine Vergiftungserscheinung gewartet werden,

es kann sofort gekündigt werden ( § 544 BGB). Die Gefährdung der Gesundheit muss durch Mieter bewiesen werden.

AG Köln WM 87, 120

Formaldehyd

Möbel, Einbauküche  usw.   Eine verkaufte Sache, die Gesundheitsrisiken auslöst, ist fehlerhaft.   Kaufpreisminderung 10 % bei auch vorübergehenden Formaldehyd-Konzentration

OLG Frankfurt (MDR 88, 963

Holzschutzmittel

Lindan, PCP und Dioxine. Hat der Vermieter die Verwendung des Holzschutzmittels veranlasst und führen diese zu Gesundheitsgefährdungen bzw. -belastungen, kann der Mieter die Miete kürzen oder fristlos kündigen. Vgl. Urteil, wo das gekaufte Fertigteilhaus nicht sanierbar und bewohnbar ist. Grund: Gase im Inneren des Hauses, die von der Imprägnierung der Holzteile herrühren.

OLG Saarbrücken (NJW-RR 87, 470

Grundstückswertermittlung

Beim Verschweigen von Hausbockschäden und deren Sanierungsaufwand wurde ein Sachverständiger zu 90 TDM Schadenersatz verurteilt, hier wurde der Vorsatz für Unterlassungen zugesprochen, der sich aus BGB § 826 herleiten lässt.

1998/99 Quelle wurde nicht angegeben

Anlage 3: Beispiele

Beispiel 1: Villa in Machern Baujahr um 1930, 2 Etagen und teilweise ausgebautes Dach,

Villa stand zur Versteigerung mit ca. 230.000 DM, unsaniert entsprechend Verkehrswertgutachten von der Bank
Kurzbesichtigung zu Bauschäden und Holz zerstörende Schäden

Geschätzte Schadensbeseitigung ca. 20-25 TDM.

Im Gutachten war eine Schädigung der Sparren zwar benannt aber nur eine geringe Bedeutung eingeräumt.
Der Kaufinteressent hat daher nur 210.000 DM geboten. Nach 1 Woche wurde dem zugestimmt. Nach dem Erwerb wurde das Gebäude noch einmal gründlich angesehen. Der Hausbockbefall wurde durch eine mangelhafte Dampfbremse verursacht. Teile des Dachraumes wurden mit Mineraldämmung isoliert und mit einer einfachen Folie von innen abgedeckt. Der Schaden war im Wesentlichen nur auf diesen Bereich begrenzt. Die anderen älteren Dachzimmer mit Putz und HWL-Platten waren weitestgehend schadensfrei. (Dies konnte erst bei der gründlichen Untersuchung festgestellt werden.)
Der Echte Hausschwamm in diesem Kellerbereich gibt von der Sache keine Gefährdung für das Gebäude. Vorausgesetzt das Myzel wird entfernt und kein Holz oder andere organische Stoffe mehr gelagert.

Beispiel 2: Einfamilienhaus in Gambsheim, 2 Etagen, Dachboden

Schädigung der Dachkonstruktion durch Insekten sowie Fraßgeräusche in der Nacht Angebot zur Sanierung des Hausbockbefalls von ansässiger Bautenschutzfirma für 50.000 ff Maßnahme: 1 Sparren, 1 Mittelpfette und 1 Stiel abgebeilt mit borhaltigem Holzschutzmittel beschichtet und die anderen Holzteile vorbeugend geschützt. Balken mit der Abmessung von 20x20 cm waren einseitig bis 2 cm meist an einer Kante geschädigt. Die Querschnittsminderung ist gering.
Kosten für Material und Ausführungsleistung ca. 4500 ff
Ursache: Die warme Luft im Treppenhaus konnte zwischen der Wange der Bodentreppe und der Wand bzw. des Treppenhausfensters in den Dachraum strömen. Zwischen die Sparren waren Styroporplatten eingeschoben. Die haben Nut und Feder und waren nach Aussage des Eigentümers für Dachräume gedacht. Der Schaden war vorwiegend im Bereich der Treppe. Hier verursachte die warme Luft an der kühleren Balkenoberfläche im Dachboden Kondensat bzw. diese waren feuchter als die anderen Holzteile. Damit wurden günstigere Bedingungen für die Holz zerstörenden Insekten geschaffen.

Beispiel 3: EfH in Holzhausen, EG und ausgebautes Dachgeschoss mit Einliegerwohnung, Baujahr 1994

Bemängelt wurden der hohe Heizenergiebedarf (2000 l Heizöl/a als Energiesparhaus) und die verschimmelten Koffer im Spitzboden.
Ursache: Die Dampfbremse wurde weder an die Fußpfette noch an der Wand fugendicht angebracht. Im Deckenbereich fehlte sie teilweise. Die Mineralwolle war zum Teil völlig durchnässt. Ebenso konnte die warme Luft aus dem Treppenhaus durch die Luke der Klapptreppe in den Spitzboden gelangen. Die Klappe war nicht fugendicht ausgeführt. Sanierung: Eine vollständige Sanierung bedeutet einen kompletten Rückbau des Trockenbaus in der Dachgeschosswohnung. Es wurde ein Kompromiss gewählt. In den Drempel (Abseitwand) wurden kleinere Montageöffnungen geschnitten, durch die die Handwerker die Dampfbremse/Windsperre an den Fußpfetten fugendicht anbringen konnten. Der obere Bereich sollte vom Spitzboden her "fugendicht" nachgebessert werden. Ebenso sollten zwischen die Sparren Plastrohre geschoben werden, da durch das Aufbauschen der Mineralwolle eine Hinterlüftung nicht möglich war.

Beispiel 4: EfH in Eicha ,EG und ausgebautes Dachgeschoss mit Einliegewohnung, Baujahr 1996

Die Sparren waren verschimmelt. Eine ansässige Bautenschutzfirma/Zimmerei wollte bereits nach einem Jahr den Dachstuhl austauschen, weil die Sparren nass mit geringer Schimmelbildung.
Weiterhin war Schimmelpilz entlang der Decke/Außenwand im Schlafzimmer sowie in einem senkrechten Streifen neben der Außenwandecke.
Ursache: Die warme Luft aus dem Treppenhaus strömte durch die Klappe der Bodentreppe nach oben in den Spitzboden. Die Unterspannbahn war im First nicht offen. Damit konnte die feuchte Luft nicht entweichen. Zusätzlich muss die Lücke fugendicht abgedichtet werden. Der Schimmelpilz an der Decke im Schlafzimmer wurde durch die Wärmebrücke, Decke aus Beton, und den Ringbalken verursacht, da im Auflagebereich keine Außendämmung angebracht (U-Schale) wurde. Die Fotoaufnahmen durch den Bauherrn bestätigt dies. Die senkrechte Wärmebrücke wurde durch den Leitungsschacht im Eckbereich verursacht. Zusätzlich wirkten hier das kleine Raumvolumen des projektierten Schlafzimmers sowie der ungünstige Standort der Heizung. Ebenso Stand ein großer Schrank an der Außenwand ohne Füße, sodass keine richtige Hinterlüftung erfolgen konnte. Ebenso wird auch noch die Baufeuchte gewirkt haben (Fertigstellung und Bezug).
Sanierung: Da sich die Betonplatte incl. Ringbalken in der Traufhöhe befindet, sollte an den Giebelseiten eine Außendämmung angebracht werden, die über die Wärmebrücke reicht.

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3

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