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Der Dachausbau und die richtige Dachdämmung, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden

Peter Rauch
von Peter Rauch
Dipl.-Ing.oec., Ing.

1. Einleitende Worte zum Dachbodenausbau
2. Probleme, die zu Schäden beim Dachausbau führen
3. Dachausbau und die Innendämmung
4. Fugendichte Ausführung
5. Die Theorie und die praktische Ausführung
6. Zusammenfassung und Schlussbemerkung
7. Beispiel für das Kaufangebot einer Eigentumsdachgeschosswohnung
Anlage: Einige Bilder zum Dachgeschossausbau (gefunden in Bücher zum Dachausbau aus der Stadtbibliothek Leipzig)


1. Einleitende Worte zum Dachbodenausbau

Beim Dachbodenausbau sind die Wärmedämmung und die Dampfbremse richtig einzubauen. Fehler führen zu Wärmebrücken und Feuchtigkeitsschäden in der Dachkonstruktion.

In vielen Prospekten, vor allem bei Baumärkten, werden elegant gekleidete Eigenheimbauer gezeigt, die schnell nebenbei ein Dachgeschoss ausbauen. Die Montage mit den Gipsbauplatten oder Paneele wird als eine einfache und saubere Sache dargestellt. Man verkauft es heute unter "Do it yourself". Was ein Trockenbaumeister oder ein guter Trockenbau-Facharbeiter kann, das macht man eben nebenbei. Der kein handwerkliches Geschick hat und erst nach dem 3. Versuch ein Nagel einschlagen kann, der sollte die Finger davon lassen. Ob nun die Verkleidung der Dachschräge etwas durchhängt oder die Fensterlichten schräg verlaufen, das sind optische Mängel oder auch künstlerische Gestaltung, beeinflussen aber für die Funktionsfähigkeit des Dachgeschossausbaus unerheblich.
Wichtiger ist das Verständnis der komplizierten bauphysikalischen Zusammenhänge am ausgebauten Dach, damit die Konstruktion lange Zeit schadenfrei bleibt.
Bei der Durchsicht von "Fachbüchern" zum Thema Dachausbau in der Bücherei erfolgte eine erschreckende Ernüchterung. Wie eine Ständerwand W111 oder W115 oder eine Decke D 111 (Holzunterkonstruktion), D112 (abgehängte Decke auf Metallkonstruktion) ... aufgebaut wird, kann man zum Beispiel bei Knauf im Produktkatalog ansehen. Rigips und a. haben die gleichen Systeme, zum Teil unter einer anderen Bezeichnung, das muss also nicht noch einmal dargestellt werden. Es geht um die Funktionsfähigkeit, Feuchte-, Schall- und Brandschutz. Ca. 8 Bücher zum Thema hatte ich durchgeblättert. Nur eins davon zeigte auf dem ersten Blick keine beziehungsweise nur unwesentliche Fehler. Bei allen anderen wurden Ausführungsbilder dargestellt, die in meinem nachfolgenden Beitrag als Schadensfälle aus der Begutachtung kommentiert werden. Trockenbaubücher zum Dachgeschoss vor 1995 sollten Sie gleich zur Seite legen. Eins möchte ich besonders hervor heben, welches Sie jemanden schenken können, dem Sie eins auswischen wollen. Der Untergang seines Dachstuhls ist so gut wie sicher. Es wird als Ratgeber ausgewiesen und vermittelt Basiswissen für eine realistische Projektplanung. Der Verlag untersagt die Verwertung der Bilder. Nur er wird sicherlich die Zustimmung nicht erteilen, wenn ich diese Ausführungsbilder als künftige Schadensfälle kommentiere. Damit das Verständnis für die Fehler in den Ausführungsbildern deutlich wird, werden diese als Anlage angehängt.




Damit Sie nicht solche Schäden bekommen.
Dachausbau Schäden vermeiden ISBN 3-00-014242-8, 2004; zur Inhaltsübersicht
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2. Probleme, die zu Schäden beim Dachausbau führen

In diesem Teil sollen einige der vielen Ausführungsfehler dargestellt werden. In der Praxis werden diese jedoch durch eine Vielfalt an Varianten ergänzt. Die wesentliche Ursache für die Mängel sind fehlende Konzepte für eine einigermaßen funktionsfähige Luftdichtheit. In den Bauzeichnungen beziehungsweise Baubeschreibung wird oft nur von einer Wärmedämmung gesprochen. Ausschreibungen gibt es aus Kostengründen in den wenigsten Fällen. Die Position Dampfsperre wird so allgemein wie nur möglich gehalten. Eine ordentliche Ausführung ist sehr zeit- und äußerst kostenaufwendig, die ein sehr hohes handwerkliches Geschick erforderlich macht. In fast allen Sanierungsbaustellen mit Dachausbau, in den ich Untersuchungen durchgeführt hatte oder wo schon Schäden auftraten, war keine ordnungsgemäße Fugenanbindung erfolgt. Es gibt sehr qualifiziertes Ausführungspersonal aber die meisten wussten überhaupt nicht was sie machen und warum eine Fugendichtheit unbedingt notwendig ist. Andererseits wurde meiner früheren Ausführungsfirma vor 2 Jahren (2001) in Hessen für den Dachausbau ein Angebot mit 21,70 DM/Normstunde (10,86 Euro) unterbreitet. Nach Abzug der Betriebs-, Unterbringungs- und andere Kosten bleibt für den qualifizierten Fachmann ein Bruttolohn ... ?? In Süddeutschland waren es sogar noch 2 Mark weniger. Vor wenigen Tage hatte ich zwei Ausschreibungen, für die gleichen Leistungen in der Hand, jedoch nur noch für 8,70 Euro und für eine Baustelle in Bonn 7,80 Euro gezahlt werden sollten ... So einen betriebswirtschaftlichen Schwachsinn kann man nur höflich ablehnen. Die Situation hat sich in der Zwischenzeit etwas entspannt. Zum Vergleich braucht man nur auf die letzte Autowerkstattrechnung ansehen, welchen Stundensatz der Monteur berechnet, wenn er den Ölstand kontrolliert und eventuell das fehlende Öl ergänzt. Der qualifizierte Baufachmann erhält nur einen Bruchteil, soll aber hervorragende Qualitätsleistung erbringen. Aber genau das ist einer der wesentlichsten Gründe, warum so viele Bauschäden entstehen. Es findet sich meist dann doch irgendwie ein Auftragnehmer, der sehr "günstig" ist. Er wirkt auf zwei bis drei Baustellen und dann ist er wieder vom Markt weg. Der Dumme ist aber immer der Bauherr. Es werden beim Bauen ein paar Euro eingespart und im Gegenzug wurde ein ständiger Ärger eingetauscht. Eine solide Handwerksfirma arbeitet nun einmal mit Facharbeiter und die arbeiten nicht für 3,50 Euro. Mehr könnte der Unternehmer auf der Baustelle in Bonn (siehe oben) seinen Leuten nicht zahlen.


3. Dachausbau und die Innendämmung

Durch die Innendämmung steigt die Oberflächentemperatur an der Zimmerwand, jedoch kühlt das gedämmte Bauteil hinter der Innendämmung mehr ab als ohne. Durch die anzubringende Dampfsperre soll die Wärmedämmung vor der Feuchtigkeit aus der Raumluft geschützt werden. Wird diese feucht, so verringert sich die Dämmwirkung sehr stark (ca. 1% Feuchtigkeitsaufnahme reduziert die Dämmwirkung auf ca. 50%). Die Mineralfasern können aufgrund ihrer vielen Hohlräume sehr viel Wasser aufnehmen. Durch die Dampfsperre wird jedoch die Sorption (Fähigkeit der Baustoffe, Wasserdampf aufzunehmen und wieder abzugeben) verhindert, und es kann bei Spitzenbelastungen der Raumluftfeuchtigkeit schneller zu Tauwasserbildung kommen.

Das DACH hat in seiner ursprünglichen Funktion die Aufgabe des Wetterschutzes. Im nicht ausgebauten Dachraum können Schäden an der Dachhaut sehr gut kontrolliert werden. (Grundsätzlich sollten Holzteile von mindestens drei Seiten kontrollierbar sein, um eventuelle Holzschäden zu erkennen.) In der Regel verfügen solche Dächer über eine ständige Querlüftung (von Giebel zu Giebel). Kleine Mengen eintretender Niederschlagsfeuchtigkeit oder Kondenswasserbildung unter der Dachhaut werden durch diesen Luftstrom abgelüftet und sind damit unproblematisch. Verschiedene Zwänge führen zum Ausbau der Dachgeschosse auch zu Wohnzwecken. Neben der Einschränkung der Sichtkontrolle des Zustandes der Dachhaut, wodurch kleine Schäden unbemerkt bleiben, können eine Reihe möglicher Wärmebrücken zu Feuchtigkeitsbildung an den Innenwänden in ausgebauten Dachgeschossen führen. Der Dachausbau ist seinem Wesen nach eine Innendämmung mit allen Kriterien, die dabei wirksam werden können.

Es ist wichtig, ein durchgängiges System (Fläche) zu erreichen. In der Praxis werden jedoch Pfettendächer mit Gauben ausgebaut, siehe Dachkonstruktionen. Hier sind extra die Pfosten, Kopfbänder, Doppelzangen und die Mittelpfette richtig einzubinden. Bei dieser Konstruktion ist eine Fugendichtheit nur über einen sehr großen Arbeitsaufwand möglich. Auf die in diesem Zusammenhang wirkende Diffusion und die Dampfbremse soll hier vorerst nicht eingegangen werden.

4. Fugendichte Ausführung

Bei großflächigen Dachkonstruktionen gibt es im Allgemeinen kaum Probleme, um eine Luftdichtheit zu erreichen.

Jedoch bestehen die Dächer auch aus kleinteiligen Elementgrößen, sodass eine große Zahl an Fugen entstehen kann. Die Herstellung einer luftdichten Innenwand im ausgebauten Dach bedingt daher einen erhöhten planerischen und handwerklichen Aufwand, welcher allgemein sehr unterschätzt wird.
Hier ein Beispiel an einem Kehlbalken und Gratbalken. Die Innenflächen aus Gipskartonbauplatten müssen zum Schluss in einem rechten Winkel zueinanderstehen.

Ecke in einem Dachboden. Hier verlaufen ein Kehlbalken und ein Gratbalken.

Neben Wärmeverlusten durch Wärmebrückenbildung bewirkt auch der Luftdurchsatz durch die Fugen in Außenbauteilen erhebliche Wärmeverluste, die die Transmissionswärmeverluste übersteigen können. Bei diesem Transport wird die Luft abgekühlt, und es kommt zur Kondensatbildung (Tauwasser). Es kann rechnerisch die Tauwassermenge bestimmt werden, die sich bei einer defekten beziehungsweise fehlenden Dampfsperre bilden kann. Das können unter Umständen einige Kilogramm Wasser auf den Quadratmeter werden. Über den Sommer kann dies wieder abtrocknen. Pohl und Horschler [1] haben dieses Problem näher betrachtet. Eine Fuge mit einer Breite von 2 mm, einer Tiefe von 100 mm und einer Länge von 1,00 m und einer Druckdifferenz von nur 6 PASCAL (Windstärke 2) ergeben einen Luftvolumenstrom von ca. 15 m3/hm. Wird dies auf die Dimension des U-Wertes übertragen, so tritt bei einer Fuge von 1 m Länge ein Lüftungswärmeverlust von ca. 5 W/m2K auf. Bei einem gedämmten Dach mit einem rechnerischen u-Wert von 0,2 W/m2K bedarf es keiner weiteren Diskussion. Daneben werden bei einer Lufttemperatur von 20 Grad Celsius mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50% durch die oben genannte Fuge pro Stunde circa 130 g/Wasserdampf in das Außenteil transportiert. Feuchtigkeitsschäden sind zwangsläufig die Folge.
In der Praxis stehen dann im Winter zum Auffangen des Kondensatwassers Eimer auf dem Teppich. Das passiert dann, wenn durch die Sonne die zentimeterdicke Eisschicht an der Unterspannbahn aufgetaut wird.

Nur über eine konsequente Planung aller Anschlussbereiche und eine gewissenhafte Ausführung kann eine annähernde Luftdichtheit erreicht werden.

Teil 2  3


Ingenieurbüro Baubiologie Peter Rauch

 ©  Bauratgeber24.de | Inhalt |  | Dachbuch  | 9/2005  
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