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Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl

Berechnung der Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl

Dampfdiffusionswiderstandszahl μ:

Die Fähigkeit von Baustoffen, für Wasserdampf durchlässig zu sein, wird durch die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl beschrieben. Je niedriger der Wert, desto weniger wird der Wasserdampf auf dem Weg von der warmen zur kalten Seite gebremst. Für offenporige Konstruktionen ist ein niedriger μ-Wert vorteilhaft, da die Entfeuchtung ungehindert und schnell ablaufen kann. Werte unter
μ = 10 zeigen eine sehr gute Diffusionsfähigkeit für Wasserdampf an;
μ = 10 - 50 sind mittlere Diffusionswerte;
bei μ- Werten von 50 - 500 wird die Dampfdiffusion eingeschränkt;
bei μ 500 - 15.000 wird sie stark eingeschränkt;
ab μ 15.000 wirkt ein Material wasserdampfsperrend;
ab μ 100.000 ist ein Material dampfdicht.
Eine Aussage über die Wirkung eines Materials in einer gegebenen Konstruktion ist nur bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Dicke des Stoffes möglich μ  x  s = Diffusionswiderstand in "μ").
Dieser μ-Faktor sagt jedoch nur aus, wie gut Wasserdampf in einem Material im Verhältnis zu Luft diffundiert, aber nichts über die Diffusionsfähigkeit von Wasser. So lässt ein Zementputz (μ =20) den Wasserdampf relativ gut durch, so sperrt er doch Wasser beachtlich gut (relativ große Wassermoleküle). Das Wasserdampfmolekül mit einem Radius von 0,14-0,16 nm ist wesentlich kleiner als ein Luftmolekül mit 0,2-0,28 nm. Daher sind luftdichte Baustoffschichten nicht auch gleichzeitig Dampfdicht.[3] Das Wassermoleküle mit 0,28 nm ist aber wiederum relativ so groß, dass zum Beispiel der Zementputz eine sperrende Wirkung hat, obwohl der Wasserdampf bei µ = 20 relativ gut durchgeht. Dies trifft auch für Kunststoff-Zement-Putze oder Dispersionsfarben zu. Lehm oder nicht zu hoch gebrannte Ziegel lassen jedoch Wasserdampf und auch flüssiges Wasser diffundieren.[1]
Die µ-Werte werden durch genormte Messverfahren im Labor ermittelt [3] und wird in der DIN 4108-3 zur Berechnung des Tauwassernachweises nach dem Gaser-Verfahren eingesetzt. Weitere Ausführungen zur Diffusion

Diffusionswiderstand

Kehrwert des Diffusionsdurchlasskoeffizienten Der Diffusionswiderstand (1/Δ) ergibt sich aus der Diffusionswiderstandszahl (µ) und der Schichtdicke (s) eines Stoffes. Die Diffusionswiderstandszahl ist eine Stoffkonstante, die je nach Material unterschiedlich groß ist.

1/Δ = µ x s[2]

Quelle:
[1] Oberrauch, Bernhard; Bauphysikalische Daten über Lehm, Wohnung + Gesundheit 9/92 Nr. 64 S.48/49
[2] Lotz, Antje; Hammacher, Peter; Schimmelpilzschäden vermeiden, Fraunhofer IRB Verlag 2001, S. 153
[3] Arndt, Horst; Wärmeschutz und Feuchteschutz in der Praxis, 2002, 2. Aufl. Verlag Bauwesen Berlin, S. 30, 37


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