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Die richtige Arbeitsgestaltung auch für den Heimarbeitsplatz!

Die Schaffung einer optimalen Arbeitsbedingung wird durch die Arbeitsgestaltung, die Arbeitszeitregelung, die Arbeitsplatzgestaltung und das Betriebsklima bestimmt. [1]

Hier soll auf einen interessanten Beitrag Workation - funktioniert das? ("Die Grundidee ist einfach: das Home-Office irgendwo an den Strand oder in die Berge verlagen - weg aus der gewohnten Umgebung.") auf xing verwiesen werden, welcher eine breite Diskusion ausgelöst hat.

Der Begriff der Arbeitsgestaltung bezeichnet das Ziel, durch eine zweckmäßige Organisation von Arbeitssystemen unter Beachtung der menschlichen Leistungsfähigkeit und Bedürfnisse ein optimales Zusammenwirken des arbeitenden Menschen, der Betriebsmittel und der Arbeitsgegenstände zu erreichen. [2]
Aus dieser Definition ergeben sich zwei gleichrangige Ziele:
(1) eine menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen und
(2) eine den Ertrag des Betriebs steigernde Gestaltung des Arbeitssystems. [1]

Das Erreichen dieses Zieles erfordert sowohl hohe Produktionsergebnisse durch Anwenden neuer Technik, moderner Technologien und bestmöglicher Organisation, um notwendige materielle Voraussetzungen zu schaffen, als auch eine auf den Menschen bezogene wissenschaftlich begründete Gestaltung der Arbeit, der einzelnen Produktionsprozesse und ihrer Bedingungen. [3] Für die Arbeitsgestaltung gilt in Deutschland die Norm hDIN EN ISO 9241-2, ttps://www.ergo-online.de/site.aspx?url=html/arbeitsorganisation/grundlagen_ergonomischer_arbe/arbeitsgestaltung_nach_din_en.htm.

Abseits der Normen und Vorschriften sollte für die Arbeitsgestaltung auch gelten, dass der Arbeitsplatz für den jeweiligen Mitarbeiter so optimal wie möglich eingerichtet ist. Damit ist beispielsweise die Bürogestaltung in einem Unternehmen gemeint, mit den entsprechenden, passenden Leuchtmitteln und Schreibtischen und Bürostühlen (die sich an den Bedürfnissen des Mitarbeiters orientieren).

Zur bestmöglichen Organisation gehört auch, dass ein Unternehmen über die nötige Infrastruktur verfügt (beispielsweise ausreichend Computer, die auf dem neuesten technischen Stand sind). Zur Arbeitsplatzgestaltung zählen auch Büroartikel jeglicher Art (etwa Ordner, Register, Mappen, wie sie beispielsweise auf www.schlender.de zu finden sind).

Bis zu welchem Alter gearbeitet wird, hängt vom Beruf ab. "Vor allem ab dem 60. Lebensjahr unterscheiden sich die Chancen deutlich: Während Personen in manuellen Berufen wie Bauarbeiter oder Industriemechaniker diese überdurchschnittlich häufig nicht mehr ausüben (können), arbeiten Manager und Professionen wie Ärzte, Richter und Wirtschaftsprüfer meist bis 65 oder länger. Wer als Rentner noch erwerbstätig ist, geht hauptsächlich einfachen Dienstleistungstätigkeiten für einen Zuverdienst nach, beispielsweise im Wachschutz oder in der Gebäudereinigung. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) zur Erwerbstätigkeit im Alter."[6]

Längere Arbeitszeiten erhöhen das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigung (wie Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden) und erschweren das Leben jenseits der Arbeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Arbeitszeitverlängerungen und -flexibilisierungen bewirken somit höhere Lohnkosten durch steigende Krankenstände und sinkende Produktivität, das Gegenteil, was man erreichen wollte. [7] Vorsicht, der Burn-out betrifft immer mehr Handwerker.

Komplexcharakter der Arbeitsgestaltung

Die wissenschaftliche Fundierung, die Stellung und die Wirkungsrichtungen der Arbeitsgestaltung sind im folgenden Bild als Übersicht dargestellt.

Komplexcharakter der Arbeitsgestaltung

Daraus lassen sich für die Arbeitsgestaltung folgende Feststellungen ableiten:
  1. Sie stützt sich auf den breiten Erkenntnisschatz der Arbeitswissenschaften.
  2. Sie berücksichtigt die vorhandenen technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten und sorgt für deren volle Ausschöpfung.
  3. Die Erfordernisse der Arbeitsgestaltung werden über konstruktive, technologische und organisatorische Maßnahmen realisiert. Dazu gehören

Aus den Umfang diese Teilbereiche ergibt sich, dass die Arbeitsgestaltung als eine umfassende und nur komplex zu lösende Aufgabe zu verstehen ist.

Echte Steigerung der Arbeitsproduktivität und Effektivitätserhöhungen bedürfen der komplexen Gestaltung beziehungsweise Veränderung.
Jede Maßnahme zur Verbesserung des Niveaus der Arbeitsgestaltung wirkt direkt oder indirekt produktivitätsfördernd, auch wenn nicht immer sofort ein wertmäßiger Nutzen ausgewiesen wird, wie zum Beispiel die Reduzierung der psychischen Belastung, Beseitigung von Unfallgefahren, Erhöhung der Arbeitsfreunde u. a. Die Bildung von Stammbelegschaften, das nicht nur auf dem Papier stehende Team, Corporate Identity, Förderung der Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit und anderes beeinflussen die Leistungsbereitschaft.

Welche Aspekte der Arbeit lassen sich durch Gestaltung verändern?

Alle oben genannten Kriterien gelten auch für den Trend, ob sie sich nun Outsourcing, Desk Sharing, Telearbeit, Hot-desking, Mobile Working,... nennen.

Das Fraunhofer IAO hat einen Test entwickelt, der Büro-Qualität mess- und vergleichbar macht (10/2005).

Der Test beinhaltet folgende Themenbereiche: Büro-Arbeitsplatz, Büroraum und Umfeld, Information und Technik, Arbeitsprozesse, Unternehmenspolitik und Management, weitere Indikatoren und Wertungen, allgemeine Angaben.

Der Office-Excellence-Check ist kostenlos und anonym nutzbar. Die Beantwortung der Fragen dauert ca. 20-30 Minuten. Zielgruppe sind sowohl Bürobeschäftigte als auch Verantwortliche im Management. (https://oic.fhg.de/oexc) Office-Excellence-Check. [5]

Eine der großen Probleme im Unternehmen ist die Kommunikation. Das Marktforschungsinstitut SIS hat bei internationalen Unternehmen nachgefragt, wie viel Zeit konkret mit unnützer Kommunikation benötigt wird. Etwa 70 Prozent der Befragten verbringen durchschnittlich 17,5 Stunden pro Woche mit Kommunikationsproblemen am Arbeitsplatz. Der eine Mitarbeiter erreicht den anderen nicht, spricht auf den Anrufbeantworter und wenn er zurückgerufen wird, ist er bereits nicht erreichbar. Dann geht das Spielchen wieder von vorn los. Es werden somit 40 Prozent der Arbeitskraft nicht produktiv genutzt. Abhilfe können hier Unified Communications leisten.

Mit der zunehmenden weltweiten Vernetzung der Wissens- und Wirtschaftsströme in der multipolaren Welt entstehen neue Anforderungen an die Unternehmen auf Basis gleichberechtigter Beziehungen. Nach wie vor haben die aufgeführten GEBOTE ihre Gültigkeit nicht verloren, auch wenn sich in der Zwischenzeit durch die Informationstechnologie vollständige neue Arbeitsabläufe und -beziehung herausgebildet haben.
Erst mit der C - Krise erfolgte wirklich ein Trend zum Homeoffice, was sich auf dem Immobilienmarkt auswirkt. Es werden weniger Büroimmobilien benötigt. Da die Mitarbeiter nicht jeden Tag in das Büro brauchen, ziehen viele Familien an die Stadtränder oder auf die Dörfer. Auch hat die Nachfrage nach Einfamilienhäusern zugenommen.

Quelle:
[1] Wöhe, Günter; Einführung in die Allg. Betriebswirtschafslehre 17. Aufl. 1990, Verlag F. Vahlen München S.260
[2] REFA-Methodenlehre des Arbeitsstudiums Verband für Arbeitsstudien REFA e.V. Bd.3, 7. Aufl. München 1985, S. 69 ff
[3] Arbeitswissenschaften für Ingenieure, VEB Fachbuchverlag Leipzig 1980 S.168 ff
[4] Mitschke-Collande; Analyse zur organisatorisch-technischen Gestaltung von Arbeitssystemen, Weiterbildungsstudium Arbeitswissenschaften Universität Hannover, Votrag gehalten an der Technischen Hochschule Leiptig 3.4.1990
[5] Tanja Vartanian M. A.; Bürotest im Internet: Office-Excellence-Check in Informationsdienst Wissenschaft 12.10.2005 (https://idw-online.de/pages/de/news131595)
[6] Ulrike Bohnsack; Studie zur Erwerbstätigkeit im Alter - Chancen je nach Beruf, Universität Duisburg-Essen, Informationsdienst Wissenschaft 26.8.2010 idw-online.de
[7] Anna Wirtz; Langes Arbeiten schadet Gesundheit und Sozialleben Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2010; ISBN 978-3-88261-124-3; 267 Seiten; www.baua.depdf-Datei


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