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Wie eine Unterspannbahn nachträglich einbauen?

Anfrage vom 08.09.2004

Frage: Vielen Dank für Ihre tollen und anschaulichen Ausführungen zum Dachgeschossausbau (Dämmung).
Leider vermisse ich hier bei Ihnen -ebenso wie in "anderen" Ausführungen- einen praktischen sinnvollen (!) Tipp zu dem Problem, wenn ein Dach (Ziegel, Latten, Sparren) nicht neu eingedeckt werden muß und bislang keine "Folie" (Unterspannbahn) verlegt ist. ...oder habe ich die etwa nicht gefunden?
Es geht ja nicht nur mir so, dass ich nicht nur aus Platzgründen gerne eine Zwischensparrendämmung nachträglich ausführen möchte. Auch bin ich nach gelesenem der Meinung, dass ich so den "Frostpunkt" weiter "draussen" halte.
Bislang fehlt aber immer eine wirklich gute und vor allem sinnvolle Lösung, wohin (und wie) nun die "Folie" muß, wenn ich nicht zwischen Sparren und Ziegel komme. Überall lese ich nur, wie es NICHT gemacht werden soll oder wie es nicht wirklich zu realisieren ist...

Klar ist mir bislang nur der theoretische Aufbau, den Sie (es folgt ein Zitat) ausführlich beschreiben:
"Unter der üblichen Dacheindeckung aus Dachziegel oder Dachsteinen ist eine zusätzliche, wasserableitende Schicht in Form einer Unterspannbahn einzubauen. Die Unterlüftung ist durch den Einbau von Konterlatten herzustellen. Zwischen dem Unterdach und der Wärmedämmung ist in der Planung eine Luftschichthöhe von 4 bis 5 cm Be- und Entlüftung kann eventuell durch Plustern oder Verrutschen der Dämmung geschlossen werden, und ein Feuchtigkeitsabtransport durch Diffusionsbelastung oder Niederschlag kann nicht erfolgen."

Vielleicht nehmen Sie ja diese Mail als Anregung um Ihren Internetauftritt dahingehend zu erweitern, denn ich habe schon - aus meiner Sicht - abenteuerliche Tipps von vermeindl. Profis gehört und bin nun sehr verunsichert. Für mich als Laie ist es manchmal ganz schön schwer im Vorfeld zu beurteilen, wie gut der Handwerker ist. Was nützen mir Referenzen von Bekannten o. ä., wenn er aber bei MEINEM Problem einen "völlig falschen" Lösungsansatz praktiziert.

Würde ich wissen, wie eine adäquate Lösung aussieht und bekomme die dann noch annähernd so toll beschrieben, wie Ihre anderen Ausführungen, kann ich vielleicht oder hoffentlich im Vorfeld "Spreu vom Weizen" unterscheiden.

... falls hierzu doch Tipps auf Ihrer Präsenz vorhanden sind oder zeitnah realisiert werden, bitte ich um kurze Info, damit ich eine sinnvolle Lösung für mein Problem bei Ihnen finden kann.

Antwort: Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Sie das E-Book zum Dachgeschoss gekauft hatten und sich hier auf den Inhalt beziehen. Der Inhalt der Webseite zum Dachgeschoss bezieht sich nur auf das Problem der vielen Schäden aber nicht auf Lösungen und die Ausführung. Aber danke für den Hinweis. Einige Sachen sind selbstverständlich und dann denkt man nicht daran. In vielen Fällen deckt man das Dach neu ein und baut in diesem Zusammenhang den Dachraum aus.
Die Unterspannbahn (unter den Dachsteinen) benötigt man von der Sache nicht. Früher wurden die Dachsteine mit einem Mörtelverstrich versehen, sodass die Fugen verschlossen wurden. (Das könnte man bei einzelnen Dachsteinen noch ausführen, wo größere Fugen auftreten.) Die Unterspannbahn dient dazu, dass der Schmutz, der durch die Fugen durch Wind eindringt, nicht in den Bodenraum gelangt. Ebenso soll er das Eindringen von Flugschnee verhindern. Man kann also vollständig auf die Unterspannbahn verzichten. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass man einen Folienstreifen (diffusionsoffen) zwischen die Sparren einlegt. An der Seite werden diese mit kleinen Latten oder Tackernadeln (diese könnten eventuell über die Zeit wegrosten) an den Sparren befestigt (siehe Bild unten). Nachträglich Unterspannbahn verlegenIn der Mitte hängt die Folie etwas durch. Sie ist analog wie die Dachsteine zu verlegen, so dass Feuchtigkeit nach unten über den Drempel nach außen ablaufen kann. Würde das Wasser nur die Drempelpfette oder Fußpfette befeuchten, da es nicht weiter abgeführt werden kann, dann darf man keine Folie verlegen. Ohne Unterspannbahn würde ich Steinwolle als Dämmmaterial auswählen. Es ist formbeständiger und rutscht bei Feuchtigkeit nicht zu einem Klumpen zusammen. Eine Hinterlüftung zwischen Dachsteine und Dämmung sollte vorhanden sein. Ohne Unterspannbahn dürften 2-3 cm ausreichen, damit eventuell befeuchtete Dachlatten abtrocknen können. Eine Abtrocknung kann direkt über die Fugen zwischen den Dachsteinen erfolgen. Eine direkte Luftschichtbewegung wie unter einer Unterspannbahn ist wünschenswert aber nicht dringend erforderlich.
Viel wichtiger ist die ordnungsgemäße Verlegung der Dampfbremse. Der Taupunkt spielt eine untergeordnete Rolle, da dieser ohnehin in der Dämmung liegt. Das ausgetaute Wasser muss nur wieder entweichen können.

Nachträglich Unterspannbahn einbauen
1 = Sparren eventuell mit Aufdopplung
2 = Dämmmaterial
3 = diffusionsoffene Unterspannbahn seitlich mit Leisten befestigen
4 = Dachlattung
5 = Dampfbremse

Bücher von Peter Rauch

Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
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