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Der Baustoff Lehm

Entstehung des Lehms

Lehm ist ein aus der chemischen Gesteinsverwitterung hervorgegangenes Sediment, das aus Ton (Tonmineralien) und Quarzkörnern besteht, vermischt mit anderen Verwitterungsresten, vornehmlich Eisenverbindungen und Kalk. Lehm ist nicht so plastisch wie Ton; tonreiche Lehme werden als "fett", tonarme Lehme als "mager" bezeichnet. Zwischen Ton und Lehm gibt es keine scharfe Grenze. Allgemein enthält Ton Teilchen kleiner als 0,002 mm Korngröße, Lehm enthält sehr ungleiche Korngrößen, vom Schluff bis zum Kies (etwa bis 20 m).

Je nach Entstehung unterscheidet man:
Auelehm, jüngste Ablagerung in den Flußauen, entsteht aus den Ablagerungen der von den Gewässern mitgeführten Schlammmassen.
Geschiebelehm, durch Gletscher oft über weite Entfernungen transportierter Lehm mit gerundeten Körnern, zum Teil kalkhaltig (Geschiebemergel). Kalkhaltiger Geschiebelehm wird als Mergel bezeichnet; als Baulehm nur bei geringem Kalkgehalt brauchbar.
Lößlehm, verwitterter, feinsandiger, karbonatfreier Löß. Löß ist ein mehlfeines, meist ungeschichtetes Sediment, wurde während der Eiszeiten aus den Moränen- und Flußablagerungen vor dem Inlandeis als Staub ausgeblasen und an anderer Stelle abgelagert.
Berg-, Gehängelehm, Lehm nahe der Gesteine, aus deren Verwitterung er entstanden ist, enthält kantige (nicht gerundete), häufig auch gröbere Gesteinskörner.

Feldspat + Kohlensäure --> Kaolin (Ton)

Die Einwirkung von Wasser auf Lehm

Einwirkung von Wasser auf Ton

Alle Lehme quellen bei Wasserzutritt und schwinden beim Trocknen. Die Größe der Volumenänderung ist abhängig vom Tongehalt und von der Art der Tonmineralien (Kaolinit nimmt wenig Wasser auf, Montmorillonit quillt sehr stark.)
Im feuchten Zustand ist Lehm formbar, die Form bleibt beim Trocknen - abgesehen von der Schwindverkürzung - erhalten. Lehm ist ein natürlicher Luftmörtel. Das Abbinden erfolgt physikalisch; Wasser verdunstet, Sandkörnchen werden durch den Ton verklebt.(Zum Beispiel bei Kalk findet ein chemischer Abbindeprozess statt.) Die Trockenschwindung beträgt bei der Herstellung von Lehmsteinen (statt Ziegeln) etwa 3 bis 5%, bei gestampftem Lehm etwa 2% (zum Vergleich: Beton schwindet etwa 0,04 bis 0,05%). Baulehm ist daher dauerhaft gegen eindringende Feuchtigkeit zu schützen, also auch während der Bauphase. Nur trockener Lehm ist frostbeständig.

Brennen von Lehm

Formel Brennen von Lehm

Weitere Ausführungen zum Lehmbau


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