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Sanierung Bodenplatte Mauerfeuchtigkeit

Anfrage vom 18.9.2004

Neben unserem EFH steht auf dem Grundstück ein unbeheiztes Nebengebäude, Baujahr ca. 1950, ca. 10 m lang, 6 m breit. Dies soll innen renoviert werden.

Die Grundmauer mit Split/Schotterbeton ist ca. 1,5 m hoch, darüber liegt eine Bitumenbahn, anschließend kommen Bimshohlblocksteine.

Unsere Überlegung ist, den Boden zu fliesen. Soweit ich weiß, haben Fliesen einen Dampfdiffusionswiderstand von ca. µ = 200. Frage: Muß ich dann damit rechnen, daß Feuchtigkeit, welche vom Erdreich unter dem Boden kommt, nicht über die Fliesen in den Raum abgegeben wird, sondern in nennenswertem Maße in das Mauerwerk gelangt?
Ja, aber nur wenn eine Feuchtebelastung von unten erfolgt. Meist merkt man dies dann, wenn sich über den Sockel Feuchtemerkmale bilden. Hier ist aber auch die Kondenswasserbildung verantwortlich, da der untere Wandabschnitt die niedrigste Oberflächentemperatur hat.
Bei älteren Häusern hat man im Korridor und in der Küche Fliesen auf den Untergrund aufgelegt. Bei den unteren Wandabschnitten, 10 - 50 cm, sind öfter Putzschäden zu erkennen. Dabei kann jedoch keine Standzeit genannt werden, da die Häuser 100 und mehr Jahre alt sind und ein Innenputz eine Standzeit von 60 bis Jahre hat. Bei der vorgesehen Maßnahme kann eine schadensfreie Standzeit von 5 oder auch 20 Jahre vorliegen. Das hängt von der Feuchtebelastung der Außenwand ab. Die Schädigung kann lokal sein und sich mit der üblichen Renovierung beseitigen lassen.

Wenn ja, empfiehlt sich dann als Bodenbelag eine OSB-Platte?
Mit dem Fliesenbelag wird ohnehin eine fast dichte Schicht aufgebaut. Besser währe hier noch eine Fußbodendämmung einzulegen, damit die Oberflächentemperatur etwas ansteigt (fußkalt). Das ist sinnvoll, wenn der Raum für den ständigen Aufenthalt genutzt wird. Das ist jedoch abhängig von der Nutzung und von der Fußbodenhöhe, da ein solcher zusätzlicher Aufbau mindestens 12 cm beträgt. PE-Folie auf den vorhandenen Estrich an den Wänden nach oben gelegt, Styroporplatte für den Fußboden ca. 5-6 cm, PE-Folie und 6-7 cm Betonestrich. Dieser müsste einige Zeit (2-3 Monate) zum Abtrocknen stehen und kann gefliest werden. Ohne zusätzlichen Fußbodenaufbau kann sofort gefliest werden. Trockenestrichelemente sind auf Dauer feuchtempfindlich und sollten daher nicht verwendet werden.

Ich gehe davon aus, dass es im Mauerwerk zum Erdreich keine Horizontalsperre gibt und das Erdreich teilweise direkt an die Außenmauern angefüllt ist, die Mauer also schon feuchtebeansprucht ist.
Eventuell sollte man hier zusätzlich durch geeignete Maßnahmen eine Verbesserung erzielen. Z. B. Spritzwasser, Oberflächenwasser und Regen fernhalten, durch Gefälle, kleine Vertikaldichtung usw. In der Regel hat man eine Horizontaldichtung aus Bitumenbahn eingelegt. (Siehe auch Beitrag Mauerfeuchtigkeit.) Sie befindet sich zwischen der unteren Steinlage bis ca. 30 cm über der Geländeoberfläche. Richtig müssten 2 vorhanden sein.

Andererseits hat der Splitbeton große Hohlräume. Es dürfte dann keine große Kapillarwirkung auftreten.
Die Wand ist nicht sichtbar feucht.
Sie ist mit Kalk verputzt, darüber befand sich ein Gipsputz, welcher zum Teil abgefallen ist.
Ausblühungen sind keine zu sehen.
Als Putz ist ein Kalkzementputz P II sinnvoll. Der verbliebene Gipsputz sollte entfernt werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann könnte im unteren Wandabschnitt (ca. 50 cm) ein Sanierputz aufgetragen werden. Dieser kann jedoch nur ausgerieben werden. Durch diesen Putz wird die Feuchtigkeit aus der Wand besser an die Raumluft abgegeben. Macht aber zusätzlichen Arbeitsaufwand. (Siehe hier unter Putze und Mauersalze.) Wenn die Wand trocken ist und keine Salze vorhanden sind, reicht der Putz II in der Regel. Ich gehe davon aus, dass Sie dann nur eine Sockelfliese anbringen. Günstig für die Wandfläche sind hier diffusionsoffen Farbanstriche, Silikat-, Kalk- oder Leimfarbe. Wenn die Tapete nicht hält, kann man sie immer wieder entfernen (einschließlich Kleber). Sollten Problem der Feuchtigkeit im unteren Wandabschnitt an der Außenwand zu erwarten sein (nicht nur Feuchtigkeit von unten, sondern auch Kondenswasserbildung), so kann hier eine Randleistenheizung verlegt werden. Es gibt hier verschieden Produkte, die von Warmwasser- bis zur Elektroheizung reichen. Wird in den Raum ein Heizkörper (Konvektionsheizung) aufgestellt, so kann man die Zuleitung an der Wand entlang verlegen aber man lässt ganz oder teilweise die Isolierung weg. Damit wird der untere Wandabschnitt leicht angewärmt und bleibt so trocken.

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Antwort von
Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Peter Rauch Ph.D.
Dipl.-Ing.oec.,Ing.oec., Ing.

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